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Coronavirus: Klopapier, Wein, Marihuana: Was wird wo auf der Welt gehamstert?

Andere Länder, andere Nöte: Während in Deutschland wegen der Coronavirus-Pandemie vor allem Toilettenpapier gehortet wird, sind es woanders auch mal Produkte wie etwa Wein oder Waffen. Wer hamstert was auf der Welt? Eine Übersicht.

In einem großen Supermarkt sind leere Fleischregale zu sehen

In einem großen Supermarkt sind leere Fleischregale zu sehen

DPA

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus lautet das Credo für die Menschen überall: Zu Hause bleiben. Klar, dass man sich dann vielleicht etwas mehr als sonst mit Lebensmitteln und sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs ausstatten muss. Was horten die Menschen anderswo? Eine Umfrage unter den DPA-Auslandskorrespondenten auf der ganzen Welt zeigt: andere Länder, andere Hamsterkäufe.

Deutschland: In Deutschland sind seit Wochen vor allem die Regale für Nudeln und Toilettenpapier immer wieder leer. Die Politik versicherte aber mehrmals, dass Hamsterkäufe nicht notwendig seien. Die Versorgung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, sagte etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Die Supermärkte bleiben geöffnet, alles andere sind Falschmeldungen", versicherte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

Skandinavien: Auch im Norden wird gehamstert, Klopapier wird auch in skandinavischen Geschäften knapp. Die Behörden riefen außerdem dazu auf, von Hamsterkäufen von Medikamenten wie Paracetamol und Insulin abzusehen.

Waffenkäufe in den USA 

USA: Toilettenpapier ist auch hier heiß begehrt. In den USA ist zudem stilles Wasser gefragt. Bei Besuchen in Läden im Großraum Washington waren darüber hinaus die Fleischregale auffallend leer. Die Verkäufe von Waffen und Munition sollen in den USA stark ansteigen, da die Befürchtungen möglicher sozialer Unruhen in der Coronavirus-Krise einige Amerikaner dazu veranlasse, Schusswaffen als Selbstschutz zu nutzen. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Vor Waffengeschäften hätten sich lange Schlangen gebildet.

Israel: Auch in Israel ist Toilettenpapier in den Supermärkten Mangelware. Die "Times of Israel" meldet, dass Supermarktketten in den vergangenen Wochen einen Umsatzanstieg vor allem bei Produkten wie Desinfektionsmitteln, Hygieneprodukten und Lebensmitteln mit langer Haltbarkeit wie Konserven, Getreide, Nudeln, Reis, Mehl und Mineralwasser verzeichnet hätten.

Großbritannien: Klopapier ist auch im Vereinigten Königreich ein heiß begehrtes Produkt. Hier haben Supermärkte mit der Rationierung von Lebensmitteln begonnen, wie die Zeitung "The Telegraph" berichtet.

Coronavirus in Italien: Wein statt Klopapier

Italien: In Italien hingegen ist Klopapier kein Produkt, das gerade gehamstert wird. Viele Italiener finden das Klopapier-Horten seltsam, schließlich haben Bäder in Italien ein Bidet, also ein niedriges Waschbecken, an dem man sich nach dem Toilettengang reinigen kann. Knapp sind hier hingegen Desinfektionsmittel jeder Art - ebenso in vielen anderen Ländern weltweit. Außerdem stehen die Menschen hier häufiger vor leeren Weinregalen. Denn da sie nur noch zu Hause essen (und trinken), kaufen sie auch mehr Wein ein.

Frankreich: Nach Angaben von "Bloomberg" gab es in einem Supermarkt nahe der Schweizer Grenze einen Ansturm auf Dosenravioli. Auch Toilettenpapier und Zahnpasta seien dort knapp gewesen.

Türkei: In der Türkei gibt es derzeit keine Chance, noch an "Kolonya" zu kommen - die türkische Form des Kölnisch Wasser. Es wird traditionell Besuchern gereicht, aber auch auf Reisen kann man sich damit die Hände "erfrischen". Mit einem Ethylalkohol-Gehalt von etwa 80 Prozent wirkt es desinfizierend.

Marihuana-Hamstern in den Niederlanden

Spanien: In Spanien wird neben Klopapier und Pasta seit einigen Tagen in den Läden auch Wein knapp.

Bulgarien: Hier versucht man es offenbar mit Vitamin C. In dem osteuropäischen Land verschwanden unter anderem Zitrusfrüchte aus den Märkten.

Niederlande: Die Niederländer hamsterten offenbar Marihuana: Kurz vor der Schließung der Coffeeshops wegen der Corona-Pandemie standen die Menschen am vergangenen Sonntag davor in Schlangen an, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete.

Tschechien: Viele Tschechen machten am vergangenen Wochenende Hamsterkäufe. Vor allem Brot und haltbare Lebensmittel waren schnell vergriffen.

rw / DPA / AFP