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Die Höhle der Löwen: Sagen die Löwen Ja zu Foreverly?

Hochzeiten planen kann Stress pur sein. Jennifer Browarczyk weiß das und hat Foreverly gegründet, eine Hochzeitsplaner-Plattform im Netz. Kann sie mit diesem Geschäftsmodell die Jury verzaubern?

Foreverly bei Höhle der Löwen

Foreverly bei Höhle der Löwen:  Jennifer Browarczyk beim Pitch.

Hochzeit zu organisieren, ist Stress pur. Davon kann auch Jennifer Browarczyk ein Lied singen. Als ihre beiden Schwestern 2013 heirateten, hatte sie alle Hände voll zu tun: beim Kleiderkauf beraten, Location finden, Deko besorgen, Essen ordern, Karten verschicken. Sie war gerade aus Kapstadt zurück nach Deutschland gekommen und dachte: Kein Thema - da gibt es doch bestimmt eine Plattform, die mir die Organisation zumindest erleichtert.

Doch sie fand kein ansprechendes Angebot im Netz. Das bracht Browarczyk auf eine Idee: Sie gründete Foreverly, eine Online-Plattform, über die Brautpaare ihre Hochzeit planen können. Nun steht sie mit dieser Geschäftsidee bei "Die Höhle der Löwen" – und will Geld von den Investoren.

Hochzeitsmarkt lohnt sich für Foreverly

Ein gutes Argument auf ihrer Seite: Der deutsche Hochzeitsmarkt ist lukrativ. Den schönsten Tag im Jahr lassen sich die Deutschen einiges kosten. Durchschnittlich zahlen Brautpaare rund 6500 Euro für die Hochzeit, so eine aktuelle Befragung. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 400.000 Ehen geschlossen. "Der deutsche Markt ist sehr interessant", sagt auch Browarczyk. Denn sie - und auch andere Hochzeitsexperten, gehen von deutlich höheren Ausgaben aus. Bis zu 20.000 Euro kostet die Eheschließung, wenn man Kleid und Flitterwochen mitberechnet.

Angehende Eheleute können bei Foreverly alles finden, was sie für die Hochzeitsfeier brauchen. Ob eine Location oder einen Fotografen, ein durchgeknalltes Auto, die perfekte Band, Trauringe oder einen Wedding-Planer vor Ort - auf der Plattform können sie Kontaktzu entsprechenden Anbietern aufnehmen. "So ein Angebot ist eine große Herausforderung. Jedes Brautpaar hat eigene Vorstellungen, einen eigenen Traum vom schönsten Tag im Leben", sagt Browarczyk. Das Problem: Heiraten ist etwas sehr individuelles. Eine Lösung von der Stange ist kaum machbar, glauben zumindest die Kunden. Dabei suchen viele Brautpaare ähnliche Angebote. Browarczyk will künftig auf einen Algorithmus setzen, der es Foreverly-Kunden noch einfacher macht, die perfekte Hochzeit zu buchen.

Browarczyk selbst bietet mit Foreverly eine Plattform - aber auch nicht mehr. Die Kunden buchen die Dienstleister, beispielsweise einen Hochzeitsfotografen. Wird der krank, muss er für den Ausfall haften – Browarczyk hat damit nichts zu tun. "Inzwischen haben wir ein großes Netzwerk in der Branche und können einen Ersatz organisieren", sagt Browarczyk. "Je länger wir am Markt sind, umso einfacher wird es."

Foreverly im Wettbewerb 

Allerdings ist das Angebot längst nicht einzigartig: Inzwischen gibt es viele weitere Anbieter, beispielsweise Weddian. Die App gehört zur Webseite Hochzeitsportal24 und funktioniert ähnlich wie Foreverly. Auch dort können sich Hochzeitsdienstleister eintragen lassen, um von Brautpaaren gefunden zu werden. Laut eigener Aussage ist Weddian Marktführer im Bereich deutscher Hochzeitsapps. Dass Foreverly bei "Die Höhle der Löwen" mitmacht, scheucht auch die Wettbewerber auf. Denn Weddian kommt beispielsweise ohne Investoren aus, Foreverly nicht. "Kaum ein Brautpaar nutzt nicht Hochzeitsblogs, -portale und -apps. Der Markt der Apps ist gerade erst im Kommen. Anfragen werden online gestellt, online buchen macht tatsächlich aber kaum jemand", sagt Raffael Schulz, Geschäftsführer bei Weddian.

"Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Browarczyk. Angst machen ihr andere Anbieter nicht. "Das zeigt nur, wie wichtig das Thema wird." Jahrelang hätte sich im Bereich Hochzeit so wenig verändert. Nun würden junge Leute, Gründer und Künstler den Markt verändern, mit Traditionen brechen und neue entstehen lassen. Ob die Löwen in dieses Geschäftsmodell investieren? "Heiraten ist ein Erlebnis", mehr will Jennifer Browarczyk dazu noch nicht sagen.