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Neuer Investor Nico Rosberg in der "Höhle der Löwen": "Es gab einige heiße Duelle"

Nico Rosberg
Nico Rosberg kämpft in der neuen Staffel um Deals in der "Höhle der Löwen"
© Bernd-Michael Maurer / TV Now
In der "Höhle der Löwen" ist Nico Rosberg als neuer Investor dabei. Der ehemalige Formel 1-Weltmeister spricht im Interview über seinen Kampfgeist am Set und verrät, was für Gründer er in der Show sucht.

"Die Höhle der Löwen" ist wieder da - und mit ihr auch ein neuer Löwe. Nachdem Frank Thelen seinen Sessel geräumt hat, bietet die Gründershow in der neuen Staffel (ab Montag, 31. August) mit Nico Rosberg einen prominenten Neuzugang auf. Der stern hat mit dem ehemaligen Formel 1-Weltmeister über die Dreharbeiten und seine Rolle als Investor gesprochen.

Herr Rosberg, welches Gefühl ist besser: In der letzten Runde Lewis Hamilton überholen und als Erster über die Ziellinie fahren – oder Carsten Maschmeyer in letzter Sekunde noch einen Deal vor der Nase wegschnappen?

Das ist wirklich vergleichbar (lacht). Auch in der "Höhle der Löwen" will ich unbedingt gewinnen, wenn ich begeistert bin von einem Start-up. In dem Moment habe ich Adrenalin und Euphorie wie im Rennsport. Das weckt meinen Kampfgeist und das macht Spaß.

Mit welchem Löwen sind Sie im Wettstreit um die besten Deals am härtesten aneinander geraten?

Da gab es schon einige heiße Duelle, mit Nils Glagau und Ralf Dümmel zum Beispiel. Wenn ich die Gründer für mich gewinnen konnte, waren das tolle Erfolgsmomente - aber ich hatte auch einige Niederlagen zu verkraften.

Seit Ihrem Karriereende in der Formel 1 sind Sie als Investor tätig, sind unter anderem in die Rennserie Formel E und das Berliner E-Scooter Start-up Tier Mobility eingestiegen. Was für Deals suchen Sie in der "Höhle der Löwen"?

Ich bin Mobilitätsinvestor. Ich habe über 20 Investitionen in nachhaltige Mobilität im Portfolio. Das ist mein Zuhause. Aber in der Höhle der Löwen erweitere ich meinen Horizont im Bereich der Nachhaltigkeit. Da kommen jetzt vor allem Food und Gesundheit dazu. Da bin ich sehr engagiert, Gründer zu finden und in diese Themen zu investieren.

Was macht für Sie den Reiz an der "Höhle der Löwen" aus?

Ich finde das Konzept unglaublich. Da kommen Gründer, die haben sich in der Küche eine Idee ausgedacht, entwickeln zwei Jahre lang und kommen dann zu uns, um sich Unterstützung von Investoren zu holen. Ich bin ja jetzt neu, aber in der Vergangenheit haben die Investoren aus einigen dieser Menschen Millionäre gemacht und einen wichtigen Beitrag geleistet, dass ihre Idee groß rausgekommen ist. Das macht den Reiz der Show aus.

Gibt es eine Art Blacklist, also Branchen oder Produkte, in die Sie niemals investieren würden?

Eine Klobürste begeistert mich jetzt nicht so. Natürlich kann die auch ein Problem lösen, aber das ist nicht der große positive Beitrag, den ich mir vorstelle.

Was muss ein Gründer mitbringen, um Nico Rosberg als Investor für sich zu gewinnen?

Er muss mich begeistern. Menschlich, aber auch mit seiner Idee, mit seinem Produkt. Ich muss das Potenzial für einen großen positiven Beitrag sehen, der viele Menschen erreicht. Und final muss auch Potenzial da sein, damit Geld zu verdienen.

Wie groß ist Ihre Kriegskasse für die "Höhle der Löwen"? Haben Sie sich ein Budget gesetzt?

Natürlich setze ich mir ein Limit, es geht ja um viel Geld. Da kommt ein Start-up und auf einmal sind 500.000 Euro weg. Und bis man was zurückkriegt, vergehen oft Jahre. 50 Prozent der Start-ups gehen sowieso in die Insolvenz, das muss man auch einkalkulieren. Aber es kommt immer darauf an, was für Möglichkeiten da sind. Wenn ein Start-up kommt, was einfach der Wahnsinn ist, dann bin ich auch mit einer großen Summe dabei.

Wieviel Geld haben Sie in der gesamten Staffel investiert?

Das ist noch nicht entschieden, weil ich teilweise noch in Diskussionen mit Gründern bin. Das geht ja meist nicht von heute auf morgen. Aber es ist eine signifikante Summe.

Vor kurzem waren Klimaschutz und Nachhaltigkeit noch das Thema Nummer 1. Dann kam die Corona-Pandemie. Haben Sie Angst, dass das Thema jetzt wieder hinten ansteht, weil alle erstmal auf die kurzfristigen Auswirkungen gucken?

Nein, im Gegenteil. Ich sehe das an meinem "Greentech Festival", das wir letztes Jahr gegründet haben und wo wir mit 40.000 Teilnehmern in Berlin einen großen Aufschlag hatten im ersten Jahr. Da haben wir auch während der Corona-Zeit von unseren Partnern großartige Unterstützung erfahren. Während viele andere Events das Handtuch werfen mussten, werden wir es tatsächlich schaffen, das im September auf die Beine zu stellen.

Allerdings nicht wieder mit 40.000 Menschen…

Wir werden zwar weniger Menschen dahaben, aber inhaltlich und von den Beiträgen her wird das nochmal größer als letztes Jahr. Und das zeigt mir, dass das Thema Umwelt in naher Zukunft noch mal einen Schub bekommen wird. Weil sich jetzt wegen Corona unser Bewusstsein für unsere Fragilität noch einmal verstärkt hat - und auch unser Zusammenhalt und das Bedürfnis, Gutes zu tun.

Ihr jüngstes Investment ist Planetly, ein Start-up, das den CO2-Fußabdruck von Unternehmen ermittelt und Einsparpotenziale identifiziert. Haben Sie schon ermittelt, wie groß Ihr Fußabdruck durch zehn Jahre Formel 1-Fahren ist?

Grundsätzlich hat das Thema ein Riesenpotenzial, weil viele Unternehmen ihre Emissionen reduzieren wollen. Auch die Formel 1 will bis 2030 klimaneutral werden. Das eigentliche Rennautofahren macht dabei den kleinsten Teil der Emissionen aus, weil wir ja keine große Distanzen zurücklegen und die Motoren sehr effizient sind. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass die Formel 1 mit ihrer weltweiten Reichweite das Thema angeht.

"Die Höhle der Löwen läuft ab 31. August montags, 20:15 Uhr, auf Vox oder bei TV Now


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