22. Januar 2013, 08:58 Uhr

Fast jeder Dritte fällt durch die Führerscheinprüfung

Schwere Vorwürfe gegen die Fahrschulen: Laut einer Studie des Autoclubs Europa fallen in Deutschland jedes Jahr Hunderttausende durch die Führerscheinprüfung. Der Club vermutet als Ursache Abzocke.

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Eine junge Frau folgt den Anweisungen ihres Fahrlehrers: Der Autoclub Europa hält die Vorbereitung der Schüler auf die Prüfung für mangelhaft.©

Jedes Jahr fallen in Deutschland Hunderttausende durch die Führerscheinprüfung. Der Autoclub Europa ACE macht dafür eine mangelhafte Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich. Durchfallquoten von rund 30 Prozent seien jedenfalls kein Zeichen für eine hochqualifizierte Ausbildung, heißt es in einer Studie, die der ACE vor Beginn des 51. Verkehrsgerichtstages vorlegte. Bei der Tagung vom 23. bis zum 25.1. in Goslar, zu der rund 1900 Verkehrsexperten zusammenkommen, ist eine Verbesserung der Fahrausbildung ein zentrales Thema.

In seiner Studie beruft sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Danach sind im Jahr 2011 bundesweit knapp 28 Prozent der Fahrschüler mindestens einmal durch die Führerscheinprüfung gefallen. Es komme der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der hohen Durchfallquote und der schlechten Ertragslage gibt, unter der viele Fahrschulen angesichts der demografischen Entwicklung leiden, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. "Sie spekulieren auf eine hohe Durchfallquote, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können."

Sachsen-Anhalt hat die meisten Durchfaller

Dabei gibt es der Untersuchung zufolge große regionale Unterschiede. Die niedrigste Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen hatte Hessen (22,14 Prozent) gefolgt von Niedersachsen (24,87) und Schleswig-Holstein (25,13 Prozent). In Thüringen und Sachsen dagegen fielen mehr als 36 Prozent der Aspiranten durch die Prüfung, in Sachsen-Anhalt sogar gut 38 Prozent.

Der ACE rief Führerscheinaspiranten dazu auf, Fahrschulen nicht unbedingt nach vermeintlichen Billigpreisen auszusuchen. Entscheidend sei eher eine hohe Quote bestandener Prüfungen, sagte Sprecher Hillgärtner.

mad/DPA
 
 
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