Castingshow-Schwemme im deutschen Fernsehen: Erstmals laufen mit "The Voice", "DSDS" und "Unser Star für Baku" drei Wettbewerbe gleichzeitig. Welche Show ist die beste? Von Jens Maier

Drehsessel wie auf der Kirmes: Bei "The Voice" sitzen die Juroren mit dem Rücken zu den Kandidaten
© ProSieben/Sat1
Castingshow-Schwemme im deutschen Fernsehen: Mittwochs und Samstags läuft "Deutschland sucht den Superstar", Donnerstags "Unser Star für Baku" und Freitags "The Voice of Germany". Mehr Talentwettbewerbe gleichzeitig gab's noch nie. stern.de hat die unterschiedlichen Formate miteinander verglichen. In neun Kategorien wurden Punkte zwischen eins und zehn vergeben. Welche Show hat am Ende die Nase vorn?
Man nehme Nena, Xavier Naidoo, Reamonn-Frontsänger Rea Garvey und zwei dem Mainstream bis dato weitgehend unbekannten Cowboys namens "Boss Hoss" und setze sie mit dem Rücken zum Casting-Kandidaten in einen großen Sessel - fertig ist der Quotenhit. "The Voice" ist die Fernsehüberraschung des Jahres. Der Gag mit den "Blind-Auditions" kam beim Publikum gut an.
Konzept-Idee: Revolutionär. Die Jury, die mit dem Rücken zu den Sängern sitzt, ist einmalig im deutschen Fernsehen. Die Live-Shows sind leider weniger originell und müssen mit einem konventionellen Abstimmungsverfahren auskommen
8 von 10 Punkten
Kandidaten: Erlesene Auswahl. "The Voice" sortiert die schlechten Sänger vorab aus. In der Show treten somit fast ausnahmslos Kandidaten mit guten Stimmen und Erfahrung auf
8 von 10 Punkten
Erfolg bisheriger Sieger: keine
0 von 10 Punkten
Jury-Sachverstand: Rockstar-Level. Alle fünf sind angesehene Sänger und Musiker mit einer langen Karriere. Mit Xavier Naidoo ist außerdem ein Musikdozent am Werk
10 von 10 Punkten
Moderation: Unauffällig. Der von ProSieben stammende Moderator Stefan Gödde fällt weder durch besonderen Elan noch durch dicke Patzer auf
3 von 10 Punkten
Facebook-Fans: Über 300.000
8 von 10 Punkten
Bühnen-Auftritte: In der Schule nennt man es Frontalunterricht. Die Künstler stehen vorne wie auf einer Theaterbühne. Insgesamt gibt es wenig Effekte und Show-Elemente. Dafür werden die Sänger von einer Live-Band begleitet
7 von 10 Punkten
Quote: Am Anfang bis fünf Millionen Zuschauer, seitdem der Gag mit den "Blind-Auditions" weg ist, liegt sie allerdings bei nur noch drei Millionen
7 von 10 Punkten
Anspruch: Liederabend-Niveau. Die Show setzt auf gute Stimmen statt auf Peinlichkeiten. Gut möglich, dass ein echtes Talent als Sieger hervorgeht
8 von 10 Punkten
Nerv-Faktor: Nena. Wer mit Hits wie "99 Luftballons" oder "Leuchtturm" groß geworden ist, wird die Sängerin anhimmeln. Alle anderen sind von der lauten Art der ewigen Pop-Göre genervt und fragen sich: Was wirft diese Frau eigentlich ein?
5 von 10 Minuspunkten