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17. Februar 2011, 08:41 Uhr

Atommüll-Zug erreicht sein Ziel

Der Atommüll-Transport von Karlsruhe hat das Zwischenlager Lubmin erreicht. Allerdings mit mehrstündiger Verspätung: Aktivisten blockierten in Mecklenburg-Vorpommern an verschiedenen Stellen die Gleise, so dass der Castor-Zug mehrfach stoppen musste.

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In Wittenberge protestierten Atomkraftgegner in der Nacht gegen den Castor-Transport© Hendrik Schmidt/DPA

Mit rund vierstündiger Verspätung hat der Atommüll-Transport aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe am Donnerstagmorgen Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Der Zug brachte fünf Castor-Behälter mit 56 Tonnen radioaktivem Abfall in das Zwischenlager Nord. Entlang der gut 900 Kilometer langen Strecke quer durch Deutschland protestierten nach Angaben der Anti-Atom-Bewegung mehrere hundert Atomkraftgegner mit Mahnwachen und Gleisblockaden gegen den Transport und gegen die Atompolitik der Bundesregierung.

Mehrfach wurde der Zug von Umweltaktivisten zu außerplanmäßigen Stopps gezwungen. "Euer Nonsens ist kein Konsens", war auf einem der Plakate zu lesen. "Die Zeiten der stillen Atommülltransporte in den Nordosten Deutschlands sind definitiv vorbei", betonte Sophie Hirschelmann, Sprecherin des Anti-Atom-Bündnis Nordost. Während die Proteste nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Atomkraftgegnern zunächst friedlich verlaufen waren, kam es kurz vor Ankunft des Zuges an den Gleisen westlich von Lubmin auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten.

"Atomsuppe" quer durch Deutschland geschaukelt

Schon beim Start an der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe in der Nacht zum Mittwoch hatten hunderte Atomkraftgegner die Gleise blockiert. Anschließend war der Castor-Transport auch in Halle (Sachsen-Anhalt), Rastow, Schwerin, Rostock und bei Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) von Umweltaktivisten zu außerplanmäßigen Stopps gezwungen worden. Der Zug wurde von einem massiven Polizeiaufgebot quer durch Deutschland begleitet. Früheren Angaben zufolge sollten insgesamt etwa 7000 Beamte von Bund und Ländern im Einsatz sein.

Der Atommüll-Transport nach Lubmin wurde früheren Angaben der Polizei zufolge von insgesamt etwa 7000 Beamten gesichert. Der früher als "Atomsuppe" bezeichnete stark strahlende Müll aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage war in Karlsruhe verglast worden, um ihn in festem Zustand transportfähig zu machen. Die Lagerung in Lubmin ist heftig umstritten. Das von den bundeseigenen Energiewerken Nord betriebene Zwischenlager war ursprünglich nur für Atommüll aus den ostdeutschen Atomanlagen in Lubmin und Rheinsberg vorgesehen.

swd/DPA
 
 
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