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Rassistisch und judenfeindlich - so tickt die Alt-Right-Bewegung

Der Schock über den tödlichen Gewaltausbruch in Charlottesville sitzt tief. Zu den Initiatoren der rechtsextremen Kundgebungen in der US-Stadt gehörte die Alt-Right-Bewegung - eine von Rassenwahn geprägte Gruppierung mit Sympathien für Donald Trump.

Nach der Gewalt in haben Republikaner und Demokraten US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die rechtsextremen Täter nicht klar verurteilt zu haben. Zu dem Aufmarsch der Rechtsextremen im US-Bundesstaat Virginia hatte auch die Alt-Right-Bewegung aufgerufen, die Trump im Wahlkampf unterstützt hatte.

Das "alt" im Namen steht für Alternative und so präsentiert sich die umstrittene Bewegung als rechtes Gegenstück zum konservativen Establishment. Die Gruppe hat keine feste Struktur, ihre Mitglieder hängen der Theorie an, die weiße Rasse sei überlegen. Sie träumen von einem weißen, männlich geprägten ohne Einwanderung, Alt-Right lehnt Juden und Muslime ebenso ab wie den Freihandel.

Rassisch und religiöse Trennung zwischen Völkern

Gewachsen ist die Bewegung über das Internet. Beobachter werfen vor allem dem rechtsgerichteten Internet-Portal "Breitbart News" vor, zum Erstarken der antisemitischen und rassistischen Bewegung beigetragen zu haben. Geführt wurde "Breitbart" lange Zeit von dem heutigen Chefstrategen im Weißen Haus, Steve Bannon.

In einem Manifest von Alt-Right, das im März 2016 bei "Breitbart News" veröffentlicht wurde, hieß es, die Bewegung sei der Überzeugung, dass eine gewisse "Trennung zwischen den Völkern nötig ist, um eine Kultur zu erhalten". Diese Trennung solle rassisch und religiös erfolgen.

Einer der bekannten Köpfe der Alt-Right-Bewegung ist der Enddreißiger Richard Spencer. Der stets korrekt gekleidete und markant frisierte Nationalist leitet das National Policy Institute, auf dessen Veranstaltung Trumps Anhänger dessen Wahlsieg mit Nazi-Sprüchen kommentierten. Spencer hatte einmal in einer Rede das deutsche Wort "Lügenpresse" benutzt und gesagt, die Bewegung habe eine "seelische Verbindung" zu Trump.

Zu der rechtsextremen Kundgebung in Charlottesville hatte auch die Alt-Right-Bewegung aufgerufen

Zu der rechtsextremen Kundgebung in Charlottesville hatte auch die Alt-Right-Bewegung aufgerufen


Viele Trump-Anhänger bei Charlottesville-Krawallen

Der gemeinnützigen Organisation "Southern Poverty Law Center" zufolge haben die Alt-Right-Anhänger Sorge, ihre weiße Identität werde durch Multikulturalismus, politische Korrektheit und die Bürgerrechtsbewegung bedroht. Nach Einschätzung von Experten sieht die Bewegung in der seit langem propagierten politischen Korrektheit ohnehin das Hauptübel in den USA. So würden rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Äußerungen damit gerechtfertigt, sie würden "um der Freiheit willen" getätigt.


Bei ihrem Aufmarsch in Charlottesville erhoben einige Rechtsextremisten die rechte Hand zum Hitler-Gruß. Viele hatten Flaggen der früheren Südstaaten-Konföderation dabei, die liberale US-Bürger als Symbol des Rassismus betrachten. Manche führten Trumps -Slogan "Make America Great Again" mit sich - oder gaben sich auf Mützen und T-Shirts als Trump-Anhänger zu erkennen.


wue/Jeremy Tordjman/AFP

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