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27. April 2010, 10:51 Uhr

USA liefern Manuel Noriega an Frankreich aus

Rund 20 Jahre lang hat der frühere Diktator Panamas wegen Drogenhandels in Florida in Haft gesessen. Nun haben die USA Manuel Noriega an Frankreich ausgeliefert. Dort soll dem gebrechlich wirkenden Mann wegen Geldwäsche der Prozess gemacht werden.

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Abschiebung eines alten Mannes: Panamas Ex-Diktatur Noriega (mit Hut) auf dem Flughafen von Miami© Reuters

Die USA haben Panamas einstigen Diktator Manuel Noriega nach rund 20 Jahren in Haft in Florida an Frankreich ausgeliefert. Die Pariser Justiz will dem Ex-General, der mittlerweile in den Siebzigern ist, wegen Geldwäsche den Prozess machen. Bei einer Verurteilung droht ihm eine weitere lange Haftstrafe.

Eine Air-France-Maschine mit dem Ex-Diktator landete am Dienstag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Noriega sollte wenig später einem Haftrichter vorgeführt werden. Fernsehbilder zeigten einen gebrechlich wirkenden Mann mit Hut, der von einem Begleiter beim Gehen gestützt wurde.

Erst kurz vor dem Abflug in Miami hatte die US-Regierung in Washington bekanntgegeben, dass Außenministerin Hillary Clinton die Anordnung zur Auslieferung unterzeichnet habe. Noriega hatte sich seit 2007 erbittert dagegen gewehrt. Ein französisches Gericht hatte ihn bereits in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Auslieferung soll es jetzt aber einen neuen Prozess geben.

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Manuel Noriega im Mai 1988© Angel Murillo/AFP

Status eines "Kriegsgefangenen"

In den USA saß Noriega wegen Drogenhandels im Gefängnis. 1989 hatte der damalige US-Präsident George Bush Senior eine Panama-Invasion angeordnet, um den Diktator gefangen zu nehmen.

Noriegas französischer Anwalt Yves Leberquier kritisierte die Auslieferung am Dienstag. Er beruft sich dabei auf Verjährungsfristen. Zudem genieße Noriega als ehemaliger Staatschef Immunität und habe den Status eines "Kriegsgefangenen". Deswegen dürfe er nicht in ein normales französisches Gefängnis kommen.

Pariser Medien berichteten, die Auslieferung sei Ergebnis eines geheimen Abkommens zwischen den USA, Frankreich und Panama. Die Länder hätten unbedingt verhindern wollen, dass Noriega in seine Heimat zurückkehrt.

Noriega selbst kämpfte dagegen für seine Heimkehr nach Panama. Er begründete dies damit, dass er seine Familie wiedersehen wolle. Und nach den dortigen Gesetzen hätte er aus Altersgründen den Großteil seiner Strafe in Form von Hausarrest verbüßen können. Wann er genau geboren wurde, ist unklar. Einige Quellen nennen das Jahr 1934, in anderen ist von 1936, 1938 oder 1940 die Rede.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
WernerMeyer (27.04.2010, 15:49 Uhr)
Seltsam,Seltsam:
Warum haben die USA den Mann eigentlich fallen lassen?
Das würde sicher viele Leser interessieren,warum nicht mal ein unzensiertes Interview mit Noriega im Stern?
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