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11. Juni 2010, 10:16 Uhr

Ein Lichtblick in der schwarz-gelben Finsternis

Im Bund ist Schwarz-Gelb ganz unten. Da dürfte es Angela Merkel und Guido Westerwelle ganz recht sein, dass SPD, Grüne und FDP sich in NRW nicht einigen konnten. Eine Alternative zu ihrem Bündnis scheidet damit vorerst aus. Auch Christian Wulff kann sich freuen. Ein Kommentar von Hans Peter Schütz

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Angela Merkel, Christian Wulff und Guido Westerwelle: Die Regierung muss nun an einem Strang ziehen, damit Wulff Bundespräsident wird© Rainer Jensen/EPA

Es hat sich ausge(h)ampelt in Nordrhein-Westfalen. Ob es jetzt SPD und CDU gelingt, sich doch noch zu einer Großen Koalition zu einen, ist dennoch überaus offen. Einen Jürgen Rüttgers als Ministerpräsident in Düsseldorf werden die Genossen auf keinen Fall schlucken. Seit heute erst recht nicht mehr. Denn es ist schon eine mehr als eigenartige Verhandlungsstrategie, dem potentiellen Partner seine Positionen per Interview in einem Boulevardblatt mitzuteilen, wie dies Rüttgers getan hat. Und ob SPD und Grüne sich auf das waghalsige Experiment eines Minderheitenkabinetts an der vermutlich würgend kurzen Leine der Linkspartei einzulassen bereit sind, ist überaus fraglich. So wie sich die Regierung in Berlin derzeit fortwährend selbst blamiert, dürfte der Gedanke an Neuwahlen in NRW für Rot-Grün sehr verlockend sein. Dabei könnte es dann doch noch zu einer Mehrheit reichen.

In schwarz-gelber Berliner Polit-Sicht indes dürfte das Ampel-Aus nur mit erheblicher Erleichterung zur Kenntnis genommen worden sein. Denn damit ist zwar der Versuch einer Regierungsbildung von SPD, Grünen und Liberalen gescheitert. Machtstrategisch aber ist das für Kanzlerin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle ein erheblicher Gewinn.

Schwarz-gelb muss sich jetzt zusammenraufen

Die CDU ist demoskopisch mit derzeit 31 Prozent Zustimmung noch weiter weggerutscht vom Status einer Volkspartei. Die FDP zittert an der Fünf-Prozent-Hürde herum. Damit dürfte der Selbsterhaltungstrieb zum stärksten politischen Handlungsmotiv geworden sein. Will heißen: Nur Wahnwitzige in der schwarz-gelben Abgeordnetenriege im Bundestag können jetzt noch versucht sein, ihre Regierung durch wildschweingemäßes Verhalten noch weiter in die Krise zu jagen und am Ende die Koalition platzen zu lassen. Bei dann folgenden Neuwahlen müssten Union wie FDP mit schweren Verlusten rechnen. Und die dann vielleicht bestehende theoretische Option einer Ampelregierung auch in Berlin dürfte nach dem Düsseldorfer Scheitern noch unattraktiver geworden sein, als sie es bislang schon war.

Somit steht unterm Strich der jüngsten innenpolitischen Entwicklung: Das Scheitern in Düsseldorf macht die Wahl von Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten sicherer als sie es bisher war. Die Abgeordneten von Union und FDP wissen jetzt genau, dass sie Merkel und ihren Kandidaten nicht in eine Blamage bei der Präsidentenwahl treiben dürfen. Scheitert Wulff an Gauck, wäre die Koalition endgültig am Ende. So sehr viele CDU-Abgeordnete mit Bindung an die Arbeitnehmerschaft sich über das so genannte Sparpaket mit der schweren unsozialen Schlagseite auch ärgern, sie werden sich nicht über die Wulff-Wahl dafür rächen wollen. Wie wollten sie in einem Wahlkampf auch für die Verlängerung ihres Mandats an der Basis für sich werben, nachdem das Ergebnis der Bundestagswahl derart in die Tonne getreten worden ist?

Ein Kommentar von Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 43)
 
Wahrhyde (13.06.2010, 13:52 Uhr)
Mönsch, tannebaum, nur weil ich nicht mit dir im Sarrazin-Behelfsthread spielen wollte, beziehst du das Wort vom 'F-Magneten' auf dich?

Nochmal zur Erklärung: Man kann Haus und Hof darauf wetten, dass die Ausscheidungen des S. eine gewisse Klientel magisch anziehen. Das kann ein guter Demokrat, wie du es sein willst, nicht gut finden.

Und was macht man, wenn ungebetene Gäste die Party stürmen? Genau, den Stecker ziehen. Veranstaltungsende.

Du kannst ja gerne mit denen vor der Tür weiter 'diskutieren', z.B. beim Spiegel.
tannebaum (12.06.2010, 10:53 Uhr)
@Johann58, Wahrhyde
ja, ich bin ein gebranntes kind, denn ich nehme es mit den fakten sehr genau.

ein umszand den sie beide nicht aufbringen können und staatdessen ihre linken hasstriaden gegen alles schleudern, was ihnen nicht passt.
SIE haben ENTSCHIEDEN was RIVHTIG ist und so hat es also die usergemeinschaft, die politiker und die gesellschaft eben zu übernehmen.

jeder hinweis und jeder fakt, der ihre absurden thesen widerlegt, begegne sie mit häme, beleidigungen und wenn das alles nichts reicht, dann hauen sie eben mit der nazikeule rauf...

die äußerungen, was bei ihnen alles gleich faschistisch ist, wenn einer auch nur ne andere meinung hat, ist nicht nur ekelhaft, es zeigt, wessen geistes kind sie sind.

bringen sie mal lieber fakten, statt mit beschimpfungen andere mundtoto zumachen.

audio001 (12.06.2010, 07:26 Uhr)
In Abwandlung des Kohl-Satzes:
"Es kann nicht zusammenwachsen, was nicht zusammen gehört!"- Wer nur um der Macht willen eine Koalition eingeht - bei der im Grunde genommen schon bei den Koalitionsverhandlungen klar war, dass da nichts zusammen paßt - der muss dann auch mit den Konsequenzen leben.
rockyciano (12.06.2010, 00:23 Uhr)
Sehr guter Artikel
in der Zeit:Nicht zum Wohl des Landes
Wahrhyde (11.06.2010, 20:16 Uhr)
Sehnsucht nach Stil, Würde, Autorität, Geist, Nachdenklichkeit, Grandezza...
Zwar sind die allermeisten froh, den Vizekanzler schweigend zu wissen, aber als wählerischer Arbeitgeber frage ich mich schon:

Wo versteckt sich eigentlich Guido 'Ihr kauft mir den Schneid nicht ab!" Westerwelle?
OttoB (11.06.2010, 19:18 Uhr)
Wie konnte die SPD mit der radikalen FDP verhandeln.
Die FDP hat doch nun wirklich ihr wahres Gesicht in Berlin gezeigt.
Das streiten nur die bezahlten FDP Kommentatoren ab.
Die erkennt jeder der hier liest.
cba38 (11.06.2010, 18:55 Uhr)
Ob Schwar, Gelb, Grün oder sonstwas
Meine Güte, wirklich! Ist es denn sooo schwer zu begreifen, dass die Musik ganz wo anders spielt? Das dieses Postengeschacher, dieses Blablabla dieser Comicfiguren (es fällt oft schwer, diese Gestalten als wirklich reale Personen wahrzunehmen, so abwegig und grotesk ist das Puppentheater was da gegeben wird) nur zur Verschleierung der Wahrheit dient. SPD, CDU, FDP. Ganz egal, der Politbetrieb ist nur noch widerlich und ich wende mich mit Grausen ab. Diese Figuren verkünden doch nur was an ganz anderer Stelle längst beschlossene Sache ist. Diese scheinheiligen Politkasper sind doch nur noch Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft und der Banken.

Man kann sich doch nicht ernsthaft mit diesen Politfiguren auseinander setzen. Das führt doch zu nichts. Dieses substanzlose Gerede kann man doch nicht zur Grundlage einer fundierten Diskussion machen!
BBoldiesBB (11.06.2010, 18:33 Uhr)
Re. Tempelhofer
Ich hätte schon gerne auch Ihre Replik zu meinem ersten Teil (Bundestagswahlergebnis basiert auf Wahllügen) vernommen, zumal ich mich noch ganz gut an Ihre hasserfüllten Stellungnahmen zu Ypsilanti erinnen kann.
Johann58 (11.06.2010, 18:13 Uhr)
Nun sagt man ja mit Recht, dass man nach vorne und nicht nach hinten schauen soll
Es faellt einem dann aber immer schwerer, wenn dass nach vorne schauen einen nur noch erschaudern laesst. Wir wissen nicht was sich hinter verschlossenen Tueren abspielt und in wie weit Westerwelle Pinkwart ausbremst, Merkel Westerwelle in die Schranken weist und was das Zurueckrudern von Merkel bezueglich Opel zu bedeuten hat. Die Ampel in Duesseldorf kann ja das Ende von schwarz/gelb in Berlion zur Folge haben, wenn da ploetzlich positive Politik gemacht wuerde. Meiner Meinung nach sutzt was auch immer irgendwo passiert des Wurzels Uebel in Berlin. Es ist meiner Meinung nach die Frau, die im Bundeskanzleramt residiert, die weder Ahnung von dem hat was sie tut und sich darueber hinaus noch mit einem Sammelsurium von Flachpfeifen umgeben hat, die der Koenigin von Deutschland nicht ans Bein pinkeln. ich kann auch keinen richtigen Hofnarren mehr ausmachen, der ihr mal durch die Blume die Wahrheit sagt.

Ich kann mit gut vorstellen, dass sogar Ruettgers auf das Amt des Bundespraesidenten geschielt hat und Merkel jetzt alles daran setzt dass er in Duesseldorf mit was weiss ich welchen Zugestaendnissen doch noch Minuisterpraesident von Krafts Gnaden wird, was hoffentlich noch verhindert werden kann.

Das Volk bleibt bei dem Postengeschacher der Verlierer. Die FDP ist nicht ehrlich, denn heute Hueh morgen Hott mit rot/gruen reden aber keine Kompromisse, die sollen von den anderen kommen. Erst Nein wegen Sondierungsgespraechen mit der Linken dann Ja trotz der Gespraeche aber nur nach ihren Wuenschen.

Ruettgers sieht sich schon wieder als Ministerpraesident wegen ein opaar Waehlerstimmen mehr. Alle in einen Sack und kraeftig mit dem Knueppel drauf, man kann nur den Richtigen treffen.
eslipart (11.06.2010, 18:06 Uhr)
@Tempelhofer
Welchen Prinzipen bleibt denn die FDP treu? Im Bund sind sie angetreten, ihr Sparbuch abzuarbeiten, um dadurch Steuern zu senken. Sie haben das Gegenteil von dem getan, was sie angekündigt haben. Sie bedienen nur ihre kleine Klientel: Mövenpicksteuer, jetzt will Rösler die Bezahl- und Abholstellen für Internetapotheken verbieten. Diesen Wunsch hat man den Apothekern in der GroKo nicht erfüllt.
Es ist wohl eher so, das SPD und Grüne dieses Spielchen nicht mitspielen wollten.
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