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17. Oktober 2009, 14:23 Uhr

Gysi für Legalisierung von Haschisch

Vorstoß gegen das "Tütenverbot": Linkspartei-Fraktionschef Gregor Gysi tritt für eine Legalisierung von Haschisch ein. "Alkohol ist auch nicht verboten", sagte er in einem Zeitungsinterview. Die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen fordert in ihrem Programmentwurf zur Landtagswahl sogar ein "Recht auf Rauscfh".

Zoom
Gysi, Linke, Linkspartei, Haschisch

Gleichzeitig Legalisieren und Bekämpfen: Gregor Gysi fordert einen neuen Umgang mit der Droge Haschisch© Bernd Settnik/DPA

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei will auch in der neuen Legislaturperiode für den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan eintreten. Damit hält sie an einer der zentralen Hürden für eine engere Zusammenarbeit mit der SPD fest. Zudem beschloss die künftige Fraktion am Samstag bei einer Klausursitzung im brandenburgischen Rheinsberg, Verschärfungen bei sozialpolitischen Leistungen rückgängig machen zu wollen.

Er sehe nicht, dass die Linkspartei für eine bessere Zusammenarbeit auf die SPD zugehen müsse, sagte Fraktionschef Gregor Gysi. "Die Signale müssen erst einmal von den anderen kommen." Gysi war mit 95 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden und führt nun allein die Fraktion, nachdem der Ko-Vorsitzende Oskar Lafontaine überraschend seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur erklärt hatte.

An die Adresse der SPD gerichtet erklärte Gysi: "Die müssen doch erst einmal die Entscheidung treffen, dass sie auch dafür sind, dass die Bundeswehr abzieht aus Afghanistan und zwar nicht irgendwann." In dem von der Fraktion einstimmig verabschiedeten Zehn-Punkte-Plan heißt es: "Wir werden im Bundestag einen Afghanistan-Friedensvorschlag vorlegen, der Entsendung weiterer Soldaten widersprechen und den Abzug der Bundeswehr fordern." Die SPD verfolgt zwar auch eine Perspektive für den Rückzug deutscher Soldaten vom Hindukusch, lehnt aber einen sofortigen Abzug der Bundeswehr als unverantwortlich ab.

Linkspartei bleibt bei sämtlichen Forderungen

Schwerpunkt des Linken-Fraktionspapiers sind sozialpolitische Forderungen. So tritt die Linkspartei für einen flächendeckenden Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde, die Anhebung des Kurzarbeitergelds auf 36 Monate und die Verlängerung der Gewährung von Arbeitslosengeld I auf mindestens zwei Jahre ein. Gestrichen werden soll die Rente mit 67. Verbessern möchten sie dagegen die Leistungen für Hartz-IV-Empfänger. Außerdem wollen die Linken engere Grenzen für Leiharbeit und ein Verbot von Massenentlassungen bei nicht von Insolvenz bedrohten Betrieben.

Die Rente mit 67 hatte der noch amtierende SPD-Chef Franz Müntefering durchgesetzt. Auch Einschränkungen bei den Leistungen für Arbeitslose gehen auf die Reformpolitik Agenda 2010 von Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zurück. Allerdings gibt es mittlerweile in der Sozialdemokratie selbst starke Bestrebungen, Teile der sozialen Einschnitte rückgängig zu machen. Zeitgleich bemühen sich führende Sozialdemokraten, die SPD von dem entschiedenen Nein zu einer Zusammenarbeit mit den Linken auf Bundesebene zu lösen.

DPA
KOMMENTARE (10 von 25)
 
Ernst_Derlage (18.10.2009, 12:28 Uhr)
@SirExecutive
Ich will gar nicht bestreiten, dass Knilch als braver Kommunist einen Funken Restintelligenz besitzt. Er hat damit eine Gemeinsamkeit mit Honecker und Himmler. Beide hatten auch ihren Fanclub. Leute, die ihm beitreten wollten, mussten einfach nur ein schlichtes Gemüt haben.
ganzbaf (18.10.2009, 12:22 Uhr)
Unterschreib....

Und alles nur wegen unseren rückständigen, reaktionären, kleingeistigen, völlig vertrottelten und mit dem Klammerbeutel gepuderten Dummbatzpolitikern.
esopherah (18.10.2009, 10:24 Uhr)
fänd ich gut
ich hab noch nie die verarmten kiffer bettelnd am hauptbahnhof gesehen...

Mal im ernst, es ist allerhöchste zeit dass wir die drogenpolitik übedenken.
Egal was verboten wird, morgen gibts was neues, es ist wie mit computerviren.
Dank der völlig sinnfreien hanfprohibition(jede tanke hat 10 sorten lange papers und verkauft die in massen!) schnüffeln die leute/kids deo (pattex geht wohl nicht mehr), rauchen spice müll/teebeutel/salvia, trinken stechapfeltee, ziehn sich butangas per feuerzeug rein....
gehts noch ? Wenn ich dann lesen muss das hanf positiv bei krebsleiden und augenleiden wirkt frag ich mich welche lobby ein umdenken verhindert.
ganzbaf (18.10.2009, 10:06 Uhr)
"Zweit"...
intelligenteste... ;-D
SirExekutive (18.10.2009, 02:51 Uhr)
@Ernst_Derlage
das war eine zusammenhängende analyse und das resultat daraus.. knilch ist einer der intelligentesten kommentatoren hier auf stern.de -also lassen sie erstmal ihre weißkittel in der garage geparkt
ganzbaf (17.10.2009, 21:12 Uhr)
Ab 18...

in der Apotheke. Oder im "Drugstore", zusammen mit hartem Alk und Tabak.

SirExekutive (17.10.2009, 20:57 Uhr)
arg
bitte die rs fehler zu entschuldigen
SirExekutive (17.10.2009, 20:57 Uhr)
@Watschdog39
vielen dank für ihre ausführung (:
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nun, ich habe ja nicht geschrieben, das hasch generell harmlos ist. das gilt aber für alle drogen. es kommt eben auf den konsum an. wer jeden tag 20 köpfe mit einer bong bzw. 5+ tüten raucht, ist jemand der natürlich zu viel raucht. da kann es nach mehrjährigen konsum zu großen nebenwirkungen kommen. (was es aber alle drogen betrifft). das gilt aber auch für alkohol. wer ab und an nen bier trinkt macht agr nichts falsch. wer aber täglich ne flasche korn lehrt, wird auch sehr bald unter anderem antriebslos.
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aber wer ganz normal graß raucht, der wird noch lange nicht zu dem explizitbeispiel, wie sie es die ganze zeit als teufel an die wand malen.
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mein erster einwand auf ihre argumentation war, das kiffer sich von einer regierung alles gefallen lassen und daher leicht zu kontrollieren seien. sowas würde ihrer meinung mit der linken zusammenpassen, da sie so jeglichen widerstand "ausräuchern" und passiv machen.
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das ist der punkt der mich massiv stört. denn das ist nicht wahr. kenne viele kiffer die politisch angagiert sind und acuh so hoch kritisch was es die regierungen an geht. auch gibt es oft legalize demos -so viel zur antriebslosigkeit. sie pauschalisieren also masslos.
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und dann noch die polemik das die linke das kiffen nur deshalb legemiteiren will, damit die menschen antriebslos werden, damit sie sich nicht mehr gegen derer regierung wehren würden, hat einfach einen hauch von paranoia (die vorstellung an sich, nicht auf sie an sichbezogen)..
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letztendlich soll aber jeder mensch für sich das recht haben, drogen nehmen zu dürfen. das ist eine grund legende sache.

freundliche grüße
Watschdog39 (17.10.2009, 19:22 Uhr)
@SirExekutive
1. Ich war schon vor 30 Jahren in Marokko und habe dort die Elendsgestalten gesehen, die statt zu essen nur noch geraucht haben.
2.Hasch ist einfach eine Droge, die nach langem Gebrauch dem Konsumenten jeden Antrieb nimmt.
3. Klar suchen diese immer Ausreden und Entschuldigungen für ihre Sucht, aber der Hinweis auf Akohol macht es nicht besser. Auch Alkohol sollte viel höher besteuert werden um den Konsum einzudämmen und für Kinder und Jugendliche preislich unerschwinglich zu sein.
Eine Freigabe kann nur jemand fordern, dem andere Menschen vollkommen egal sind oder der sie beherrschen will.
Ich empfehle ihnen mal unter dem Begriff "Assasinen" Wiki (engl. Version) nachzusehen. Hasch als harmlos darzustellen ist dumm und verantwortungslos!!
knilch_59 (17.10.2009, 18:17 Uhr)
Der Graben auf der linken Seite bleibt unüberwindlich
Die wirklichen Botschaften bleiben im Artikel unerwähnt: Die Linkspartei bleibt bei ihren Forderungen, die samt und sonders seitens der SPD als unüberwindliche Hindernisse für eine konstruktive Zusammenarbeit gesehen werden. Also - die Spaltung des linken Lagers bleibt bestehen, weil es keine Zusammenarbeit geben DARF - und wenn sie noch so sinnvoll wäre.
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Im Vergleich zu den politischen Problemen ist doch die Frage der Legalisierung weicher Drogen lächerlich. Aber in den Kommentaren spiegelt spiegelt sich die hohe Bedeutung dieser Frage. So sehr ich denjenigen recht gebe, die das Kiffen selbst als nicht so dramatisch ansehen, so sehr gerate ich doch ins Zweifeln, ob wir selbst mit der Legalisierung klar kämen: Weiß jede/r der gelegentlich mal einen Joint raucht, dass dieser auch noch 3 Tage später - nach objektiven Kriterien - die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen kann? Dass unsere gesamtes Zusammenleben überhaupt nicht auf massenweise Drogenkonsumenten eingerichtet ist? Klausuren unter legalen Drogen geschrieben - rechtliche Auswirkung? Am Freitag abend zu Hause gekifft, am Montag auf der Arbeit einen flash-back bekommen - Lohnfortzahlung, Beweislast, Frieden am Arbeitsplatz?
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Ja - es gibt ein Recht auf Rausch und es sollte dabei kein Monopol auf Alkohol geben. Aber der Umgang hiermit ist eingeübt und nur mit einer Legalisierung von Cannabis wäre ausdrücklich nichts erreicht. Diejenigen, die hier die Legalisierung fordern, sollten auch hierauf versuchen eine Antwort zu geben!
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