. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Februar 2009, 17:37 Uhr

Glos stänkert gegen Merkel

Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos tritt nach: Der CSU-Politiker hat sich in einer Sitzung der Landesgruppe offenbar massiv über Kanzlerin Angela Merkel beklagt: "Sie hat immer geglaubt, ich hätte von vielen Dingen keine Ahnung", monierte Glos. Und auch Finanzminister Peer Steinbrück bekam sein Fett weg.

Merkel, Glos, Seehofer, CSU, Rücktritt, Guttenberg

Abgang mit Funkenflug: Nach seinem Rücktritt als Wirtschaftsminister giftet Michael Glos gegen Kanzlerin Angela Merkel© Michael Sohn/AP

Nach seinem Rücktritt hat Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel abgerechnet. Die CDU-Chefin habe ihn in der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht eingebunden und mehr auf SPD-Finanzminister Peer Steinbrück gehört, beklagte sich Glos in einer Sitzung der CSU-Landesgruppe in Berlin nach Teilnehmerangaben.

Nach Informationen des "Münchner Merkur" soll Glos am Montagabend wörtlich über Merkel gesagt haben: "Sie hat immer geglaubt, ich hätte von vielen Dingen keine Ahnung. Stattdessen hängt sie an den Lippen von Finanzminister Steinbrück, der sich jeden Satz aufschreiben lassen muss." Merkel habe in der Union Zweifel an seiner Eignung als Wirtschaftsminister genährt. Vor allem in der CDU sei der Eindruck vermittelt worden, "er sei zu dumm, einen Vermerk zu lesen".

Bundespräsident Horst Köhler ernannte am Dienstag Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zum Nachfolger von Glos. Der 37-Jährige ist der jüngste Bundeswirtschaftsminister aller Zeiten. Glos erhielt seine Entlassungspapiere.

SPD-Fraktionschef Peter Struck nannte den Amtswechsel "ein Stück aus dem Tollhaus". Die Parteifreunde hätten Glos daran gehindert, sein Amt mit Freude ausüben zu können. Struck wünschte Guttenberg "guten Erfolg". Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", Glos "hätte mehr Unterstützung von allen Beteiligten verdient" gehabt. Der ehemalige Staatskanzleichef Eberhard Sinner warf CSU-Chef Horst Seehofer vor, er sei "nicht optimal in der Menschenführung".

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verteidigte dagegen das Vorgehen. "Ich würde das und wir würden das in allen Punkten wieder haargenau so machen." Ramsauer sieht mangelnde Solidarität mit Glos als einen Grund für den Rücktritt. Glos sei "häufig angerempelt worden" und habe "von mancher Seite nicht die Solidarität erfahren", die nötig gewesen sei.

Seehofer sagte dazu, dass Glos zumindest aus seiner Partei immer die nötige Solidarität erfahren habe. "Was die Unterstützung von Michael Glos betrifft, kann ich einen Fehler nicht erkennen."

In der CDU gibt es nach Kritik der Opposition an Guttenberg mittlerweile ebenfalls Unmut über den Personalwechsel. Der Finanzexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt (CDU), bemängelte fehlende Wirtschaftskompetenz seiner Partei, weil sich Guttenberg bisher vor allem als Außenpolitiker profiliert habe. "Die Personalie zeigt deshalb erneut, dass es um die Wirtschaftskompetenz der Union schlecht bestellt ist. Uns fehlen die jungen Politiker mit wirtschaftspolitischer Ausstrahlung, wie sie ein Friedrich Merz hat." Die Unions-Fraktionsspitze verteidigte die Berufung Guttenbergs. Der Parlamentarische Geschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) sprach von einer "richtigen Entscheidung".

Der Bundestag debattiert an diesem Mittwoch in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Grünen über die Regierungspolitik in der Wirtschaftskrise. Guttenberg steht bereits an diesem Freitag vor seiner ersten Bewährungsprobe mit einer Rede zum Konjunkturpaket im Bundestag.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
utospatz (12.02.2009, 19:17 Uhr)
Eigentlich sind Trauerspiele erst
zu Ende, wenn das Wahlfußvolk sich christlich und sozial hat totgelacht!
Ein christlich und sozial verarschtes Volk nimmt Alles hin, wenn Alle IQ-Träger ausgewandert sind!
mullus (11.02.2009, 15:53 Uhr)
glos + kein ende
hier gehe ich mit dem kommentar von "endbenutzer" konform!
frau merkel, kann es nicht besser wissen, dass eine partei wie die cdu von der glaubwürdigkeit ihrer wirtschaftspolitik lebt. aber alle die was drauf haben, weg zu beissen, das wird sich jetzt rächen, zumal ganz offensichtlich herr glos noch ein "politik-hühnchen" zu rupfen gedenkt. und recht hat er, schlisslich wollte er den job nicht, sondern edi - dann hat man ihn in die parteipflicht genommen - + ihn kaltlächelnd "im regen " stehen lassen.
also - ich mochte ihn ja eigentlich nicht - aber jetzt ist mir einiges verständlich - deshalb herr glos - chapeau
Gisella (11.02.2009, 13:22 Uhr)
GLOS
hätte direkt die Gründe für seinen Rücktritt im Deutschen Fernsehen mitteilen müssen-sollen, aber dazu war er zu "feige". Na, ja , nun haben wir ja einen "Experten" auf dem Stuhl des Wirtschaftsministers, der ja angeblich dieses Handwerk im Betrieb seines Vaters "gelernt" hat???!!!!!Wieder ein Minister, der in 7 Monaten ein gutes Abgangsgehalt beziehen kann? Pöstchenschieberei ? Was ist mit dem Seehofer los???Neuer "König" ???
endbenutzer (11.02.2009, 09:19 Uhr)
".. Vor allem in der CDU...
...sei der Eindruck vermittelt worden, "er sei zu dumm, einen Vermerk zu lesen"..."
.
Ich bin mit Sicherheit kein Freund von Glos. Ein solcher Umgang innerhalb der CDU mit seinen Ministern sagt aber einiges aus über den Zusammenhalt in dieser Partei. Andererseits: was soll man schon anderes erwarten von unserer machtgeilen Ost-Tussi. Immer schön Intrigen schmieden und jeden der nicht spurt gegen die Wand fahren lassen.
ruebesamen (11.02.2009, 08:48 Uhr)
Was für ein schönes Kompliment ...
... hat er da der Menschenkenntnis unserer Kanzlerin gemacht. Sie hat ihn offensichtlich vollkommen richtig eingeschätzt.
Georges13437 (10.02.2009, 23:33 Uhr)
Es ist sein gutes Recht,
sich gegen Merkel zu äußern und sie wird damit leben müssen.
Sie selbst biedert sich bei den Sozis an, weil die ihre Macht ermöglichen.
Herzlichst
Georges
hevosenkuva (10.02.2009, 22:54 Uhr)
Da ist was dran.
@sedanon: Ja, die Kälber. Aber man kann es weder ändern noch wirklich verhindern, wenn große Teile des Volkes fest an etwas glauben, dann nützen weder Fakten noch Skandale. Dann wollen sie das einfach so. Und in schlechten Zeiten wählt die Mehrheit gerne die konservativen Krawattenträger mit dem sauberen Scheitel. Vielleicht weil man weiß, dass von denen keine Gefahr droht; außer vielleicht der raschen Umverteilung des Staatsvermögens auf die Konten ihrer Freunde und Kupferstecher unter dem Deckmäntelchen der Privatisierung etc. Diese (die Privatisierung) bringt ja bekanntlich nur Vorteile, also für die Freunde und Kupferstecher jedenfalls. Der Rest vom Schützenfest kauft sich beim Discounter (in der Regel im Besitz von Milliardären) gegenseitig arm. Das ist nämlich der einzige Weg zu überleben.
sedanon (10.02.2009, 22:28 Uhr)
Ich fürchte aber, ...
dass wir uns nach der Bundestagswahl, und somit Schwarz/Gelb, wieder einen Mann wie Glos zurückwünschen werden, wenn die FDP in Person von Brüderle die ersten Breschen durch die Bevölkerungsschichten geschlagen haben, die sich keinen Bundestagsabgeordneten leisten können.
Hoffentlich erkennen die Wähler noch früh genug die Zeichen, bevor sie die "Wirtschafts- und Finanzkrise" mit Schwarz/Gelb goutieren.
Aber bekanntlich wählen die dümmsten Kälber ihre Schlächter ja selbst.
chatman53 (10.02.2009, 22:06 Uhr)
Glos geht
Benkku (10.2.2009, 19:59 Uhr)
Wenn FDj-Funktionärin Merkels Schoßhündchen Norbert Röttgen etwas von sich gibt, weshalb klingt das dann bloß immer so fürchterlich ekelig?
_____________________________________
Der ist aber noch relativ harmlos gegen Profalla-Tallala - bei dem muss man aufpassen, dass man kein Aids an die Ohren kriegt, wenn der seinen geistigen Dünnsch..ss von sich gibt. Wundert mich sowieso, dass er noch nicht zu hören war, oder habe ich es nur nicht mitgekriegt?
Broeselbub (10.02.2009, 21:50 Uhr)
Merkel
Wozu braucht diese Land einen Wirtschaftsminister? Frau Merkel sucht ihr Heil in der Aussenpolitik, für ihr Land hat sie wenig übrig. Sarkorzy hier, Vatikan dort, aber die Probleme der deutschen Bürger sieht sie nicht. Was sollte Herr Glos hier bewirken? Naja ein kleines Konjunkturpaket um die Großunternehmen zu retten. Die kleinen bleiben auf der Strecke, wie immer bei Politik der CDU. Und dann in Zukunft noch mit der FDP zusammen da weiss man schon heute was auf den Normalbürger zukommt. Nochmehr zahlen damit es den Wohlhabenden noch besser geht. Armes Deutschland
MEHR ZUM ARTIKEL
Glos-Rücktritt CSU-Granden beklagen Seehofers Führungsstil

Am Tag nach dem Stabwechsel im Wirtschaftsministerium wird in der CSU Kritik an der Art und Weise der Ablösung von Michael Glos laut. Vor allem der Führungsstil von Parteichef Horst Seehofer stößt vielen altgedienten Christsozialen auf. mehr...

Glos-Rücktritt Seehofer bringt Merkel in die Klemme

Ein halbes Jahr vor der Wahl - und mitten in der Krise - leistet sich die Union einen bizarren Personalwechsel im Wirtschaftsministerium. Dort regiert nun ein Mann, der dem CSU-Kalkül entspricht, aber die Kanzlerin und die Wirtschaftskompetenz der Union alt aussehen lässt. mehr...

Reaktionen zum Glos-Rücktritt "Seehofer wie ein Zentralkomitee"

"Würdeloses Spiel", "Clownerie" - Politiker aus allen Parteien haben ihren Unmut über die Querelen um den Rücktritt von Wirtschaftsminister Michael Glos geäußert. Im Mittelpunkt der Kritik: Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer. Und selbst aus der CDU kamen Vorwürfe. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe