. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. März 2010, 21:58 Uhr

Neue Flugzeuge für die Kanzlerin

Verspätungen, Rauch im Cockpit, Notlandungen – immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Pannen mit den überalterten Regierungsmaschinen. Nun gibt es für die Kanzlerin und ihre Minister neue Flugzeuge.

Regierungsflieger, Luftwaffe, Challenger, Airbus A 319, Angela Merkel, Kanzlerin

Der A 319 CJ - einer der neuen Regierungsflieger© Brinkmann Airbus/DPA

Sie sind nicht gerade ein Aushängeschild für den Technologiestandort Deutschland: die Regierungsflieger der deutschen Luftwaffe. Die beiden Airbus-Maschinen mit den stolzen Namen „Konrad Adenauer“ und „Theodor Heuss“ wurden kurz vor der Wende von DDR- Staats- und Parteichef Erich Honecker für die staatliche Fluggesellschaft Interflug geordert und gingen nach der Wiedervereinigung in Bundesbesitz über. Die sechs kleineren Challenger-Maschinen für Kurztrips sind ebenfalls bereits mehr als zwei Jahrzehnte im Dienst.

Immer wieder Pannen

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Pannen: Bundeskanzlerin Angela Merkel kam vor einem Jahr zu spät zu einem EU-Gipfel, weil ihre Challenger wegen eines Triebwerkschadens in Hannover zwischenlanden musste. Bundespräsident Horst Köhler musste im September 2008 mit Air China von Peking nach Frankfurt zurückfliegen, weil sein Luftwaffen-Airbus defekt war. Und eine Regierungsmaschine mit Frank-Walter Steinmeier an Bord steuerte 2006 im Tiefflug Wien an, weil ein Instrument im Cockpit einen drohenden Druckabfall anzeigte.

Sein Vorgänger Joschka Fischer kann über eine ganze Serie von Pannen in seiner Amtszeit berichten. Einmal musste er wegen Rauchentwicklung im Cockpit notlanden. Damals soll der vielfliegende Fischer erbost gefragt haben, ob er denn erst im Weltsaal des Auswärtigen Amts aufgebahrt werden müsse, damit die Luftwaffe neue Flieger bekommt.

Nur noch 44 Passagiere finden Platz

Zwei Regierungswechsel dauerte es noch, doch jetzt steht die Modernisierung der VIP-Flotte der Luftwaffe unmittelbar bevor. Am 31. März übergibt die Lufthansa in Hamburg den ersten neuen Flieger an das Verteidigungsministerium - einen Airbus A319. Er hat etwa dieselbe Reichweite wie der jetzige Airbus 310, ist allerdings kleiner. Nur 44 Passagiere finden darin Platz. In den jetzigen VIP-Fliegern stehen gut doppelt so viele Plätze zur Verfügung.

Sämtliche "Oldtimer" werden ausgemustert

Bis Peking und Washington kommt man mit einer A319, von der die Luftwaffe im Sommer noch ein zweites Exemplar erhält. Für Reisen mit großen Wirtschafts- und Journalistendelegationen, wie die gerade beendete Südamerika-Reise von Außenminister Guido Westerwelle, sind sie aber zu klein. Dafür soll ab Ende des Jahres der erste A340 zur Verfügung stehen, der 142 Sitzplätze hat. Ein zweites Flugzeug dieses Typs soll im nächsten Jahr geliefert werden.

Dann sollen auch vier Bombardier-Maschinen in der Größe der Challenger vom Typ Global 5000 an die Luftwaffe übergeben werden. Sie bieten zwölf Passagieren Platz und sind für Inlandsflüge und Kurztrips innerhalb Europas ohne große Delegation geeignet. Damit könnten sämtliche Oldtimer, mit denen die Luftwaffe zurzeit die Kabinettsmitglieder um die Welt fliegt, ausgemustert werden. Wem der Jungfernflug mit der neuen A319 vorbehalten sein wird, steht noch nicht fest. Er soll "zeitnah nach der Übergabe" erfolgen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium lediglich.

Michael Fischer/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
spiderman93 (24.03.2010, 14:12 Uhr)
Herkunft der neuen Regierungsflotte
Zitat: "Ich frage mich, warum die Lufthansa den Flieger liefern muss! Ich wusste nicht, dass die Lufthansa auch Flugzeuge baut. Vermute ich da was Falsches? "

Die beiden A340-300 sind ehemalige Langstreckenflugzeuge der Lufthansa und sind 1999 bzw. 2000 gebaut worden und bis vor ein paar Monaten noch täglich Langstrecke geflogen. In Hamburg/Fuhlsbüttel werden sie zur Zeit zu einer VIP-Ausstattung umgerüstet. Die beiden A319er sind allerdings werksneu und wurden in Hamburg/Finkenwerder bei Airbus produziert. Auch die Challenger 5000 werden werksneu aus Kanada kommen.
SpringbokCT (23.03.2010, 15:42 Uhr)
Realitätsverlust
Interessant wäre zu erfahren, wann und von welcher Regierung diese Flugzeuge für geschätzte halbe Milliarde Euro, bestellt wurden.

Natürlich ist das "Alter" der der beiden jetzigen Airbus A310-304 VIP kein Argument für die Erneuerung. Die z.B. von Lufthansa betriebenen Boeing 737-300/500 sind genauso alt und mit wesentlich höheren Flugstunden als Arbeitstier im tagl. Einsatz der PAX-Beförderung.

Genauso lächerlich ist die Argumentation bez. als Aushängeschild der Industrienation. Die als "Airforce One" bekannten Boeing 747-200B der US-Präsidenten sind z.B. auch 20 Jahre alt und über das Nachfolgemodell ist bis heute nicht entschieden.

Wenn die Anschaffung der beiden A319CJ wegen der interkontinentalen Reichweite noch nachvollziehbar sind, ist der Einsatz der A340-313X VIP als Regierungsflieger wegen der geringen Leistung der CFM56-Motoren und der damit verbundenen geringen Steigleistung total unverständlich. Insbesondere in Krisengebieten, wo es nach dem Start auf eine schnelle Steigrate ankommt, ist sie damit nicht einsetzbar.

OneSizeFitsAll (23.03.2010, 14:33 Uhr)
Drop Zone
Mit dem Sammeltaxi vom Regierungsviertel zum Flughafen (drop-on) und mit dem Fallschirm zum Meeting (drop-off). Das wäre schlichtweg kostensparend, konsequent die Umwelt schonend und urkomisch. Mutti in der zu engen, fliederfarbenen Synthetikjacke und der forsche, prinzipientreue Herr Bundesverknüpfungsminister gemeinsam am Fallschirm baumelnd und langsam der Erde entgegenschwebend. Bevorzugt in ein in der Flutung befindliches ehemaliges Braukohlerevier??und nicht an die Ostsee. Von einem Tandemsprung der beiden wage ich erst gar nicht zu träumen. Also, nix mit neuen Flugzeugen?..und wenn, dann würde -gemessen an der Regierungsleitung- eine Cessna ?Crash-star? absolut ausreichen. Mazeltov :-)
Rainer1111 (23.03.2010, 14:14 Uhr)
Regierungsflieger
Hoffentlich sind die neuen Flieger für das Gefolge von Herrn Westerwelle groß genug.
gunsha (23.03.2010, 13:36 Uhr)
Regierungsflieger
Wozu brauchen die denn noch Flugzeuge, die fliegen auch ohne schon ziemlich hoch!
gunsha (23.03.2010, 13:34 Uhr)
Regierungsflieger
Ich frage mich, warum die Lufthansa den Flieger liefern muss! Ich wusste nicht, dass die Lufthansa auch Flugzeuge baut. Vermute ich da was Falsches?
Topsy50 (23.03.2010, 12:02 Uhr)
Das die Oldtimer ausgemustert werden ist in Ordnung
Nur leider hat man, angesichts der Rekordverschuldung den Eindruck, dass es irgendwie der falsche Zeitpunkt ist. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Wenn es nach der Bevölkerung geht, wohl nie :)

Politische Termine richten sich nun mal nicht nach den Flugzeiten der Airlines am Markt, ergo werden die Maschinen gebraucht. Da beißt die Maus kein Faden ab. Und für den technologie Standort Deutschland sind die Oldtimer nun wirklich kein Aushängeschild. Kein Wunder das Amerika EADS aus dem Bieterwettkampf für Tankflugzeuge rausgedrängt hat. Was sein muss, muss sein. Also Leute beruhigt euch wieder.
Administrator (23.03.2010, 11:08 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
iosono (23.03.2010, 08:52 Uhr)
Corazito3333
das ist gar nichts im vergleich mit anderen.schauen sie sich andere staaten an-dann wissen sie was ein hofstaat ist
iosono (23.03.2010, 08:50 Uhr)
concorde
die ist doch günstig abzugeben.oder muss man erst warten bis die grünen an der macht sind?
mit einer concorde kann man das 3-fache am tag erledigen,und das schützt die umwelt-so oder ähnlich stelle ich mir die begründung vor .(so kaputt wie die politik heute ist würde das mich nicht wundern - ))
MEHR ZUM ARTIKEL
China Köhler muss Linie fliegen

Ungewohnt unglamourös musste Bundespräsident Horst Köhler aus China abreisen: Weil sein Bundeswehrairbus nicht rechtzeitig repariert werden konnte, verabschiedete sich Köhler per Linienflug aus Peking. Allerdings nicht mit der Lufthansa, sondern mit Air China. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe