Jeder fünfte Badesee ist keimverseucht

28. Juni 2012, 12:02 Uhr

Gesundheitsrisiko statt Wasserspaß: Der ADAC hat 60 der beliebtesten Badestellen in Deutschland getestet - und kam zu teils alarmierenden Ergebnissen. Vor allem für Kinder stellen die verunreinigten Seen eine Gefahr dar.

Stille Wasser sind nicht tief, dafür aber dreckig. Das gilt zumindest, wenn es um den Uferbereich an Deutschlands Badeseen geht. mehr...

Unmittelbar vor der Haupturlaubssaison hat der ADAC die Sauberkeit der deutschen Gewässer beanstandet. Getestet wurden die 60 beliebtesten Badestellen in Deutschland. An jeder Fünften stellten die Prüfer gesundheitsgefährdende Verunreinigungen fest. Vor allem für Kinder wird der Wasserspaß oft zum Gesundheitsrisiko.

O-Ton: Dr. Knut Eichstaedt, Hydrobiologe

„Also wir sind hier in den Flachwasserbereich gegangen und haben hier Wasserproben genommen, in ungefähr 40 - 30 Zentimeter Wassertiefe, um festzustellen, wie ist die Wasserqualität im absoluten Flachwasserbereich. Die EU misst die Wasserqualität in einem Meter Wassertiefe, da sind aber keine Kinder. Wir wollen wissen: Wie ist die Wasserqualität, da wo die Kinder baden.“

Hier waren die Messergebnisse besonders alarmierend. Im Strandbad Horn am Bodensee lauert die Gefahr nicht in der Tiefe, sie wird geradezu ans Ufer gespült. Wie der Automobilclub in München mitteilte, sei hier die höchste Keimkonzentration gemessen worden.

O-Ton: Nicolas Adunka, Projektleiter ADAC

„Allein bei zwei von drei Messungen wurde der vom Umweltbundesamt empfohlene Grenzwert für ein Badeverbot deutlich überschritten. Entsprechend kann man sagen, dass an dieser Stelle jeder Badegast während der Badesaison mit potenziell krankmachenden Keimen in Kontakt gekommen ist.“

Und diese können gerade bei Kindern gefährliche Infektionen auslösen, warnen die Experten. Für eine solche Verunreinigung sei häufig Tierkot verantwortlich.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Zwölf Badeseen erhielten die Note „sehr gut“. Testsieger ist der Badestrand am Südwestufer des Großen Plöner Sees in Schleswig-Holstein. Hier kann der Nachwuchs noch ganz ungetrübt auch in Ufernähe planschen. Schließen