16. Auto Motor International in Leipzig "Gähn"-Messe im Zweitaktland


Die Sachsen wollen schon. Aber können? Zum 16. Mal findet die AMI jetzt statt. Erneut eine nette Show-Veranstaltung für die ganze Familie. Aber große Neuheiten gibt es auch in diesem Jahr nicht. Die meisten Journalisten blieben lieber gleich zu Haus.

In punkto Neuigkeitswert hat die AMI seit ihrer Taufe einen schweren Stand. In diesem Jahr kommt es besonders dick. Der übermächtige Genfer Salon ist erst seit knapp drei Wochen vorbei. Kein Wunder, dass die Hersteller die Frage nach echten Neuheiten meist mit einem Kopfschütteln quittieren müssen. Alles schon gezeigt – und zwar am Genfer See. Neue Modelle gibt es im modernen Leipziger Messegelände an allen Ecken. Doch rund 100 Deutschlandpremieren locken zwar das Publikum, sorgen jedoch nicht für das so wichtige internationale Image. Dabei ist die diesjährige AMI zusammen mit der am Jahresende stattfindenden Tuningmesse in Essen die wichtigste deutsche Messe. Schließlich setzt die IAA im Zweijahres-Rhythmus aus und findet erst im September 2007 wieder statt. Auf der 16. AMI werden bis zum 9. April mehr als 270.000 Zuschauer erwartet. Die bekommen auch rund um die Neuheiten viel geboten. Viele neue Modelle kann man rund um das Messegelände gleich einmal testen.

Nasse Knallfrösche, statt lauter Böller

Echte Highlights müssen Autoexperten dagegen mit der Lupe suchen müssen. Da ist die Elektroversion der gebeutelten DaimlerChrysler-Tocher Smart und der Peugeot 307 HDI 90. Beides alles andere als große Knaller; doch immerhin stehen so zwei Weltpremieren auf der Habenseite. Die Stars der nächsten Tage heißen Porsche 911 GT3, Porsche 911 Turbo, Opel GT oder Ford Focus Coupe-Cabrio. Alles schön und sehenswert, doch eben keine der so wichtigen Weltpremieren. Das merkt man auch am Andrang der Journalisten am Pressetag. International verirren sich gerade einmal zwei handvoll Schreiber und Fotografen in den fünf Messehallen. Die meisten ausländischen Berichterstatter kommen aus Polen und Tschechien.

Der Osten ist nah

Auch beim Publikum spielt Osteuropa eine große Rolle. Im vergangenen Jahr kamen rund 30.000 Zuschauer über die Ostgrenzen nach Leipzig um einen Blick auf die aktuellsten Automobile zu werfen. Gerade die deutschen Premiummarken stehen auch auf der diesjährigen AMI im Fokus. Audi Q7, Audi Allroad oder S6 – gerade die Ingolstädter trommeln mächtig. Doch auch die Franzosen glänzen. Wer es klein mag, kann sich sicher für den neuen Peugeot 207 begeistern. Größer und stärker sind Modelle wie der Peugeot 407 HDI oder der Citroen C5 – beide mit bärkenstarken Biturbo-Diesel-Aggregaten. Als Diesel und Benziner lieferbar sind die neuen Ford-Mannschaftswagen S-Max und Galaxy. Beide bieten Platz für jeweils sieben Personen.

Individualität ist Trumpf

Eine kräftige Brise kommt aus Norditalien über den Alpenkamm geweht. Alfa-Romeo will es mit dem neuen Gefühls-Trio 159 SW, Spider und Brera wissen. Ebenfalls sehenswert, aber eine ganze Ecke praktischer dagegen der neue Skoda Roomster oder das Zwillingspaar Fiat Sedici und Suzuki SX4. Die neuen Trends der Autobranche sind auch in Leipzig klar zu erkennen. Individualität steht vor allem; günstige Modelle sind wichtig – stehen aber nicht in den ersten beiden Reihen. Wer es ökologisch mag, sollte einen Blick auf Modelle wie den Honda Civic Hybrid werfen. Deutlich bodenständiger sind die Alternativantriebe von Saab oder Opel mit Äthanol und Gasantrieb. Erdgas und Flüssiggas sind auf der AMI seit Jahren ein wichtiges Thema – mehr als auf allen anderen Messen.

Stefan Grundhoff/Press-Inform


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