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Suzuki Celerio: Ein Wagen, der zu spät kommt

Technisch ist der Celero okay, aber Ausstattung und Design sind lieblos. Gegen die Lifestyle-Konkurrenz sieht dieser Suzuki leider alt aus.

Vor fünf Jahren wäre das Design noch okay gewesen, aber heute reicht es nicht mehr aus.

Vor fünf Jahren wäre das Design noch okay gewesen, aber heute reicht es nicht mehr aus.

Der Suzuki Celerio übertreibt es mit der Bescheidenheit. Er ist unauffällig bis zur Langweile. Kaum eine Linie, kaum eine Fuge und keine Proportion, die einem ins Auge springen möchte. Zudem rollt er auf winzig wirkenden 14-Zöllern.

Keine Frage für einen Einstiegspreis von 9690 Euro sind keine Wunder zu erwarten. Und auf den ersten Blick ist das 3,60 Meter lange Gesamtpaket durchaus stimmig. So bietet der in Thailand produzierte Kleinwagen fünf Türen, sehr ordentliche Platzverhältnisse und einen Laderaum, der nicht nur leicht zu beladen ist, sondern auch 254 Liter fasst, die sich durch Umklappen der Rücksitze auf 726 Liter vergrößern lassen. Bei der Konkurrenz können in der zweiten Reihe allenfalls Kinder sitzen. Der Laderaum spielt bei ihnen eine untergeordnete Rolle.

Suzuki Celerio 1.0 Eco+: Für die Frau ab 50....
Suzuki Celerio 1.0 - das Design ist blass

Suzuki Celerio 1.0 - das Design ist blass

Anders als die anderen

Die starke Kleinstwagenkonkurrenz mit Opel Adam, Hyundai i10, Kia Picanto, Skoda Citigo oder dem Triumvirat aus Citroen C1, Peugeot 108 oder Toyota Aygo setzt auf trendige Städter, die komfortabel, fesch und höchst individuell unterwegs sein wollen.

Suzuki geht mit dem Celerio einen völlig anderen Weg. Das unverhohlene Bekenntnis zur Damenwelt in den besten Jahren könnet auf den ersten Blick ein kluger Schachzug sein, einfach weil kein Konkurrent es so macht, doch die Ausführung wirft Fragen auf. Auch die Frau um die 50 will nicht unbedingt lieblos behandelt werden. Warum gibt es keine Möglichkeit, Sitze oder Außenspiegel zu beheizen? Möchte sie auf Sicherheitsausstattungen wie einen City-Notbremsassistenten, Rückfahrkamera oder Einparkhilfen verzichten und empfindet sie ein Display, das die Navigationsfunktion des eigenen Smartphones widergibt, als störend? Sicher nicht.

Der Suzuki Celerio patzt bei den Komfortausstattungen wie kaum ein anderer. Selbst die manuelle Klimaanlage gibt es ebenso wie ein blechern aus zwei Boxen dröhnendes Radio (immerhin mit Bluetooth) erst in der mittleren Ausstattungsvariante. Die kostet 10.890 Euro - vorausgesetzt man entscheidet sich nicht für das Eco+-Paket, das den Suzuki-Einsteiger mit sinnvollen Details wie Start-Stopp-Automatik, Berganfahrhilfe und LED-Tagfahrlicht krönt. Denn dann liegt der Celerio als 1.0 Club Eco+ bereits bei 11.990 Euro. Wenig nachvollziehbar: mit dem moderneren der beiden 68-PS-Triebwerke lassen sich sinnvolle Details die Alufelgen, Nebelscheinwerfer und elektrische Fensterheber im Fond gar nicht kombinieren.

Dieser Verzicht auf alles Nette im Auto wäre noch zu verschmerzen, wenn der Suzuki die Konkurenz preislich deutlich unterbieten würden. Das macht er aber nicht, für gleiche Geld kann man auch VW Up fahren. Schaut man sich die Up-Preise in einer der Autobörsen an, bietet der Wolfburger für 10.000 Euro sogar eine ansehliche Komfortausstattung.

Im Discounter-Auto

Die verwendeten Oberflächen und Kunststoffe haben in einem Fahrzeug des Modelljahres 2015 selbst im A-Segment nichts mehr zu suchen. Das ist traurig, denn der Fünftürer hat neben dem guten Platzangebot auch starke Seiten. Dazu gehört der akustisch etwas zu präsente, aber durchaus flotte Dreizylinder, der in beiden Ausbaustufen 50 kW / 68 PS leistet. Dank des geringen Leergewichts von rund 900 Kilogramm zwar nicht viel, aber allemal ausreichend für den Cityeinsatz.

Flottes Motörchen

Die sinnvolle Eco+-Variante leistet die gleichen 68 PS wie die Normalversion, verspricht jedoch einen Normverbrauch von 3,6 Litern (84 g/CO2), der sich in der Realität bei 4,5 Litern einpendelt. Ein sehr guter Wert. "Wir sind stolz auf diesen geringen Verbrauch", sagt Suzuki-Chefentwickler Mitsuhiko Onuma, "der für uns bei der Entwicklung im Vordergrund stand. Ermöglicht wird dies unter anderem durch eine homogenere Einspritzung aus zwei Düsen." Spurtwunder kann man aufgrund des fehlenden Turboladers und Dank 93 Nm Drehmoment bei 3.500 U/min nicht erwarten, aber 155 km/h sind durchaus drin, auch wenn oberhalb von 110 km/h die Geräuschdämmung an ihre Grenzen kommt. Das Fahrwerk könnte jedoch komfortabler sein. Besser: die leichtgängige Lenkung und die gute Übersichtlichkeit.

Kein Käufer in Sicht

Fragt sich dennoch, wer den Suzuki Celerio kaufen soll. Einen Wagen, der zahlreiche Ausstattungslücken aufweist und mit einem Design vorfährt, das mehr langweilt, denn beeindruckt.

Wer nur auf den Cent schaut, der wird mit den Einstiegsmodellen von Skoda, Toyota oder Dacia besser bedient - und zahlt auch nicht mehr. Das Topmodell des Dacia Sandero Lauréate kostet mit einem 75 PS starken Benziner zum Beispiel weniger als 9.000 Euro.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.