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Faszination: Porsche Carrera GT: Sag zum Abschied leise Servus

Er wird als einer der ruhmreichsten Porsche in die Automobilgeschichte eingehen. Das Projekt Carrera GT war filigran durchgeplant. Von der ersten Schraube bis zum Ende der Produktion in diesen Tagen - super schnell, hoch exklusiv und Imageträger.

Die Sportwagen aus Zuffenhausen haben seit 75 Jahren wie Donnerhall. 356, 917 oder 911 – bei diesen Ziffernfolgen jagen nicht nur Autofanatiker Schauer über den Rücken. Doch nachdem die Sportwagenkonkurrenz in den 80er und 90er Jahren heftig drauf sattelte und so am Thron rüttelte, wollten die Stuttgarter einmal wieder ein Zeichen setzen und sportliche Automobilgeschichte schreiben. Es ging nicht nur um ein neues Auto mit schier unbegrenzter Leistung. Es ging um ein Statement über das eigene Selbstverständnis. Die Aussage war klar: Wir bauen nach wie vor die besten Sportwagen der Welt. Und da war er – der Carrera GT, der im Herbst 2000 im Pariser Louvre vorgestellt wurde.

Das Museum war ein Präsentationsort mit Symbolgehalt: Kaum jemand hat den Carrera GT je in freier Wildbahn gesehen - die meisten stehen in privaten Sammlungen oder Automuseen. Von den anfangs geplanten 1.000 und letztlich gebauten 1.270 Fahrzeugen blieben nur ein paar handvoll in Europa. Ähnlich wie den Mercedes SLR braucht auch niemand wirklich ein Auto wie den Porsche Carrera GT. Der Besitz zählt - nicht die Jahres-Kilometerleistung. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen aus Zuffenhausen ist dieser Zweisitzer auch nur bedingt eine Designikone. Er ist puristisch um eine mit Technik voll gestopfte Rennmaschine herum gebaut – nicht mehr. Und nicht weniger.

Der GT ist vor allem eines: schnell. Nein, superschnell. Porsche ließ die Muskeln spielen und die wenigen, die ihn in Bewegung sahen, rieb sich dabei die Augen. Als die ersten Bilder vom Carrera GT durch die Postillen und über Bildschirme huschten, sprach noch keiner über hohe Benzinpreise, volle Straßen oder einen Cayenne mit Hybridantrieb. Es ging um 612 PS Leistung, 450.000 Euro und Rallyelegende Walter Röhrl. Porsche wurde nicht müde, seinem prestigeträchtigsten Baby mit dem Gesicht des hageren Seriensiegers aus Regensburg ein sympathisches Leben einzuhauchen. Röhrl stimmte den Carrera GT auf der Nordschleife ab - und die Kameras klickten. Na, dann muss es ja ein Knaller werden. Wurde es auch. Der Porsche Carrera GT gilt bis dato als der wohl beste Straßenrennwagen.

Das Statement an die Außenwelt war bitter nötig. Noch ein paar Jahre zuvor war Porsche noch am Stock gegangen und galt als Übernahmekandidat. Dann holte der Boxster die Stuttgarter Autoschmiede wieder zurück auf die Erfolgsspur. Das war Mitte der 90er. Und ein paar Jahre später rang die Supersportwagenkonkurrenz von Ferrari, Maserati, Mercedes oder BMW angesichts des rasanten Aufstiegs nach Luft. Potente Käuferschichten aus der ganzen Welt gierten nach einem Rennwagen mit Straßenzulassung. Besonders die nordamerikanischen Millionäre und die Scheichs im mittleren Osten konnten sich bald freuen: Mehr als die Hälfte der rund 450.000 Euro teuren Boliden gingen in die USA - wo man maximal 80 Meilen schnell schleichen darf.

In Europa bekamen nur eine handvoll Leute den 612 PS starken Boliden zu sehen. Der ein oder andere Besucher staunte zum Beispiel an der Nürburgring-Nordschleife. Hier konnte man ihn bei letzten Testfahrten im Jahre 2003 erleben. Auf deutschen Straßen war der Carrera GT so gut wie nicht existent. Er war und ist eben ein echter Rennwagen.

Einen Nachfolger für den schon jetzt legendären Carrera GT wird es so bald nicht geben. Die Zeiten haben sich geändert: Nach Aussagen von Porsche ist der Markt für einen Supersportler wie ihn erst einmal erschöpft. Und schließlich ist das Statement angekommen, das man setzen wollte. "Der Carrera GT hat nicht nur das Markenimage von Porsche als Sportwagenhersteller deutlich gesteigert und gezeigt, dass wir mit unserer Produktstrategie voll ins Schwarze getroffen haben", sagt Porsche Vorstandschef Wendelin Wiedeking. "Mit dem Carrera GT hat Porsche darüber hinaus auch Geld verdient."

Damit ist er ein grandioses Beispiel dafür, dass es beim Thema Auto nach wie vor um Leidenschaft geht. Nur wenige können sich ein derartiges Spielzeug leisten, doch viele bekommen schon bei dem Gedanken an ein solches Hightech-Spielzeug feuchte Hände. Porsche ist ein Risiko eingegangen - und hat gewonnen.

Die zumeist grau- oder silberfarbenen Kraftmeier hatten aber auch noch weitere wichtige Rollen auszufüllen. Neben dem deutlich vernehmbaren Lebenszeichen ging es darum, das seinerzeit technisch mögliche zu zeigen. Dass der Carrera GT auch noch wirtschaftlich ein Renner wurde, spielte nur die dritte Geige.

Und noch aus einem anderen Grund sorgte der Rennwagen für einen Imagegewinn: Porsche ließ den Carrera GT in seinem neuen Leipziger Werk in Handarbeit bauen. Das sorgte für Arbeitsplätze in den neuen Ländern und war ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Insgesamt arbeiteten 70 Spezialisten in der Carrera GT-Produktion. Die Porsche-Mitarbeiter sind stolz auf ihr prestigeträchtiges Topmodell. "Das Fahrzeug weckt Emotionen schon bei der Produktion", sagt Werksleiter Siegfried Bülow: "Unsere Mitarbeiter waren sich immer bewusst, was es heißt, das Topmodell von Porsche bauen zu dürfen."

All das ist jetzt Legende. Die Produktion ist ausgelaufen. Und in Leipzig wartet man nun auf ein viertüriges Coupé namens Panamera.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.