HOME

Hintergrund: 800 CNG EcoFuel Tour: Bergfest für die Turbo-Tourer

Die erste Hälfte des Marathons zu allen Erdgastankstellen Deutschlands ist geschafft. Rainer Zietlow berichtet zur Halbzeit über besondere Gasautos, den Spaß am Öko-Turbo und den Zustand deutscher CNG-Zapfsäulen.

Viel Gepäck kann Christian A. nicht mitnehmen: Im Kofferraum seines Kleinwagens macht sich ein knallroter Erdgastank breit. Doch der Polo-Fahrer, der zur Arbeit von Bürgstadt nach Aschaffenburg pendelt, spart mit seinem auf CNG-Betrieb umgerüsteten Auto täglich bares Geld. Genau wie der Aschaffenburger, der seinen Ford Mondeo mit Gas befüllt – und dazu die Motorhaube öffnen muss. In Deutschland ist die ungewöhnliche Position des Tankstutzens eine echte Rarität, in Südamerika und Asien sieht man das öfter.

Mehr als 400 der 800 deutschen Erdgastankstellen haben Rainer Zietlow und der Fotograf Franz Janusiewicz schon besucht. Täglich tauschen sie sich mit anderen Erdgaspiloten aus, die serienmäßige CNG-Fahrzeuge fahren. Manche haben ihr Auto aber auch nachträglich umrüsten lassen. "Private Erdgasfahrer kennen sich mit der Technik und den Hintergründen dieses Kraftstoffes meistens perfekt aus", berichtet Rainer Zietlow. So auch mit dem Unterschied zwischen H- und L-Gas: "Wegen des höheren Energiegehalts ist H-Gas sozusagen das SuperPlus des Erdgaskraftstoffs", erläutert Zietlow.

Der Mannheimer macht täglich an rund einem Dutzend Erdgastankstellen Station, hat bei minus 18 Grad das Allgäu durchquert, am Deutschen Eck in Koblenz getankt und mit dem Passat das Brandenburger Tor umkurvt. Die erste Bilanz zum Tankstellennetz fällt positiv aus: Von über 400 Zapfsäulen waren trotz teilweise extremer Temperaturen nur vier nicht betriebsbereit, technische Probleme beim Tanken gab es nirgends. "Die Tankstellen sind in sehr gutem Zustand, vor allem bei den großen Ketten. Auch die öffentlichen Zapfstationen bei Stadtwerken können sich sehen lassen – von wenigen Ausnahmen abgesehen", so das erste Fazit des Erdgas-Tourers.

Die Kraftstoffpreise sind regional unterschiedlich. "In den neuen Bundesländern kostet das gute H-Gas aus Russland immer weniger als 1 Euro pro Kilogramm", sagt Zietlow. Im Süden des Landes lägen die Preise dagegen manchmal höher – zum Teil bis 1,10 Euro pro Kilogramm. "Es fällt auf, dass immer mehr Taxifahrer und Handwerker mit Erdgasfahrzeugen unterwegs sind", berichtet Zietlow. Er sieht darin einen "enormen Push" für die Verbreitung des alternativen Kraftstoffes.

VW und Opel setzen auf Erdgas-Turbos

Die Marathon-Fahrer sind mit einem Passat TSI EcoFuel unterwegs. "Wir hatten bislang keinerlei Probleme mit unserem Wagen, auch nicht bei extrem niedrigen Temperaturen. Der Motor ist trotz des geringen Hubraums sehr durchzugsstark. Erdgasautos sind längst keine lahmen Kisten mehr – man kann Fahrspaß durchaus mit diesem ökologischen Kraftstoff verbinden", ist Zietlow überzeugt. Der Passat TSI EcoFuel gehört neben dem Opel Zafira CNG ecoFlex zu den ersten Erdgasfahrzeugen mit Turbomotor. Opel und VW erhoffen sich von der neuen Technik einen Nachfrage-Schub bei Erdgasautos. Beim Passat wird der Erdgasantrieb mit einem 1,4 Liter großen Turbomotor kombiniert.

Rainer Zietlow und sein Copilot Franz Janusiewicz werden in der zweiten Tourhälfte unter anderem die erste Biogastankstelle Deutschlands an der B 248 zwischen Lüchow und Dannenberg besuchen. Bei der Flächeneffizienz (erzeugte Energie bezogen auf die benötigte landwirtschaftliche Fläche) gilt Biogas als einer der effizientesten Biokraftstoffe. Das Rohmaterial wird lokal – also von Landwirten aus der jeweiligen Region - aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Grassilage erzeugt. Damit lässt sich auch die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus dem Ausland verringern. "Auf unserer Tour konnten wir beobachten, dass immer mehr Bauernhöfe über Biogasanlagen verfügen", berichtet Rainer Zietlow.

Die 800 CNG EcoFuel Tour begann am 7. Januar 2009 am Irschenberg und wird nach rund 20.000 Kilometern im März an der nördlichsten Erdgastankstelle Deutschlands in Westerland auf Sylt enden. Wie schon bei der ersten Erdgas-Weltumfahrung und der Erdgas-Asientour wird Rainer Zietlow auch diesmal für jeden gefahrenen Kilometer 20 Cent für zwei SOS-Kinderdörfer spenden. Die Spendensumme wird er den SOS-Kinderdörfern in Berlin und Sulzburg vor Ort übergeben.

Auf der Webseite www.800cng.de kann man täglich verfolgen, wie weit die Langstrecken-Erdgaspiloten schon gekommen sind. Seit Beginn der Tour ist das Tankstellennetz um 10 neue Stationen angewachsen. "Weil wir so gut im Zeitplan liegen, werden wir jede einzelne Tankstelle besuchen, die bis zum Ende unserer Reise eröffnet wird", verspricht Rainer Zietlow.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.