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EcoFuel Eurasia: Sushi und Sibirien

Der Rekordfahrer Rainer Zietlow war von Lissabon über Moskau bis Tokio nur mit Erdgas unterwegs. Autofahren im riesigen Russland und im winzigen Japan - das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und doch leben beide Länder in einer automobilen Symbiose.

Illegale Videoüberwachung und sterile Mautbrücken? Das muss nicht sein. Wer auf den blank gewienerten japanischen Autobahnen fährt, dem wird sogar das Bezahlen schmackhaft gemacht: Ein Japaner im Senioren-Alter mit Helm auf dem Kopf kassiert mit extremer Höflichkeit das Geld, verbeugt sich im 90 Grad-Winkel und wünscht noch eine angenehme Fahrt auf dem streng tempolimitierten Highway. "Ich habe noch nie ein Land erlebt, in dem die Menschen so freundlich sind und in dem so defensiv gefahren wird", berichtet der Erdgas-Rekordfahrer Rainer Zietlow von seiner Tour, die ihn von Lissabon nach Tokio führte.

17.742 Kilometer stehen auf dem Tacho des VW Caddy Maxi EcoFuel, mit dem Zietlow die Reise unternommen hat. Der Weg führte den Mannheimer über die Transkontinentale, die mit mehr als 10.000 Kilometern längste Straße Russlands. Und von höflichen Mauteintreibern oder sauberen Autobahnen konnte Rainer Zietlow auf seiner Fahrt über Moskau nach Wladiwostok nur träumen: "Im Osten Russlands sind die Straßen schlammig und dreckig. Man kann auf der Transkontinentalen zwar mit rund 100 Km/h fahren, aber es ist immer noch mit hohen Risiken behaftet", berichtet Zietlow. Auch der Blick auf die Dörfer rechts und links offenbarte eine triste Realität: "Man fühlt sich dort um Jahrzehnte zurück versetzt. In vielen Dörfern holen die Leute ihr Trinkwasser noch aus Brunnen", erzählt der erfahrene Erdgas-Tourer.

Deutsche Autofahrer haben es schwer in Japan

Abgesehen von Sibirien war Zietlow auf der ganzen Strecke ausschließlich mit Erdgas unterwegs. In Russland tanken allerdings nur Nutzfahrzeuge Erdgas, mit seinem VW Caddy war Rainer Zietlow an jeder Zapfsäule ein Exot. "Private Erdgas-PKW sieht man nirgends, und noch immer gibt es Uralt-Technik an den Tankstellen", berichtet Zietlow. Doch irgendwie klappte das Tanken immer, und der Mannheimer blieb nirgends wegen Treibstoffmangel oder technischer Defekt liegen. In Japan freilich waren die Verhältnisse fast schon paradiesisch: 230 blitzsaubere Erdgas-Stationen warten im Land der aufgehenden Sonne, auch wenn sie vor allem von Bussen benutzt werden.

Doch obwohl die Straßen blitzsauber, die Menschen höflich und die Unfallzahlen im Vergleich zu Russland mikroskopisch klein sind, hat man es als deutscher Autofahrer in Japan nicht einfach. Der Linksverkehr sei noch das geringste Problem, sagt Zietlow: "Die Straßen sind extrem eng. Was bei uns der Größe eines Feldwegs entspricht, ist in Japan eine Ortsdurchfahrt. Auch das Parken ist zum Teil völlig verrückt: Man fährt in eine Art Hochhaus und dann mit dem Wagen in einem Fahrstuhl nach oben zu den Parkdecks", erzählt der Marathon-Fahrer. Auch der Fuhrpark der Japaner ist ungewöhnlich. Europäische Fabrikate sieht man kaum, dafür zahllose Kleinstwagen, die in Japan Kei-Cars heißen. "Deren Räder sind so groß wie mein Lenkrad", sagt Rainer Zietlow. Wer sein eigenes Auto nach Japan mitnehmen will, muss wegen einer komplizierten Rechtslage übrigens zahlreiche Formalitäten hinter sich bringen. Und der deutsche Führerschein wird nur anerkannt, wenn man eine offizielle japanische Übersetzung des Dokuments mit sich führt.

Von Feuerland nach Alaska

Auch wenn Welten das automobile Leben in Russland und Japan voneinander trennen, gibt es doch eine besondere Beziehung zwischen beiden Ländern. Denn je weiter man im russischen Riesenreich nach Osten kommt, desto mehr japanische Autos bekommt man zu Gesicht. "Viele davon sind Rechtslenker - es sind aus Japan importierte Gebrauchtwagen", berichtet Rainer Zietlow, "Wladiwostok zum Beispiel ist praktisch eine Lada-freie Zone, nur die Polizei muss noch Lada fahren." Da Japaner ihre Autos häufig wechseln und es im Land der aufgehenden Sonne fast keinen Gebrauchtwagenmarkt gibt, geht der Weg trotz sinkender Nachfrage in der Wirtschaftskrise per Fähre oder Frachtschiff nach Westen. Pro Jahr werde fast eine Million Gebrauchtwagen aus Japan nach Russland eingeführt, schätzt die russische Mazda-Verkaufsdirektorin Marina Belinskaya. "Viele Leute tauschen ihre alten Ladas gegen drei bis vier Jahre alte Mazdas, Toyotas oder Nissans aus", so Belinskaya.

Nach seiner Erdgasfahrt vom Atlantik zum Pazifik legt Rainer Zietlow nun eine Atempause an, doch in wenigen Wochen geht es weiter. Denn die Eurasia-Tour war nur der erste Teil eines zweiteiligen Marathons: Im Januar wird Zietlow von Feuerland nach Alaska aufbrechen und bei der "EcoFuel TransAmerica" die Panamericana befahren. Die Zielflagge wollen Zietlow und sein Team im April 2010 in Barrow (Alaska) an der nördlichsten Erdgastankstelle der Welt sehen. Abstecher werden sie auch nach Brasilien und zur Ostküste der USA führen. Rainer Zietlow hat bereits in einem Erdgasauto einen Höhenrekord aufgestellt und den Globus umrundet, wofür er Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde erhielt.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.