VG-Wort Pixel

Mitsubishi Starion 2.6 Turbo Dicke Backen aus Japan

Mitsubishi Starion 2.6 Turbo
Mitsubishi Starion 2.6 Turbo
© press-inform - das Pressebuero
Man mag es kaum glauben, aber Mitsubishi hat eine sportliche Historie. Während heutzutage in erster Linie SUV, Vans und Kleinwagen den Ton angeben, war das in den 80er und 90er Jahren ganz anders. Doch wer kennt heute noch einen Mitsubishi Starion?

An das Luxuscoupé des Mitsubishi 3000 GT erinnern sich gerade in Deutschland nicht nur durch die Franz-Beckenbauer-Sonderedition noch einige, doch der Starion parkte schon damals in der dritten Reihe von konnte sich gegen Wettbewerber wie VW Scirocco / Corrado, Porsche 924 / 944 oder Toyota Celica kaum in Szene setzen. Dabei war er gerade als Turboversion eine wahre Schau und wurde im interkontinentalen Ausland unter der Bezeichnung Conquest auch von den Chrysler-Marken Chrysler, Dodge und Plymouth angeboten. Nicht ungewöhnlich für die 1980er Jahre: auch der Starion war mit Klappscheinwerfern und einer großen Glasheckscheibe ausgestattet, die einigen Sportwagen den Charme einer ganz besonderen Zeit gab. Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Scheinwerfer-Wischwaschlange waren dabei mehr, als die meisten Wettbewerber serienmäßig boten.

Besonders spektakulär ist der knapp 1,4 Tonnen schwere Mitsubishi Starion als 2,6 Liter große Turboversion, die ab 1987 als Breitbau mit einem sogenannten Widebody angeboten wurde. Ähnlich wie Audi Quattro oder Lancia Delta bekam der Mittelklassesportler nicht nur einen leichten Leistungsnachschlag, sondern auch ausgestellte Radhäuser und üppiges Spoilerwerk, was ihn deutlich aggressiver aussehen ließ. Dabei hatte der Starion Widebody trotz seines 2,6 Liter großen Vierzylinders mit Turboaufladung und Intercooler gerade einmal 114 kW / 155 PS und ein maximales Drehmoment von 284 Nm, das allerdings bei ungewöhnlich niedrigen 2.500 U/man anlag.

Unterhalb dieses Bereichs passiert beim Beschleunigen nicht viel, doch hat der Tourenzähler erst einmal die magische Marke hinter sich gebracht, sieht es ganz anders aus. Dann hängt der 4,43 Meter lange 2+2-Sitzer mit seinen ordentlich konturierten Sportsitzen gut am Gas und macht den Japaner zu einem ernsthaften Wettbewerber von Porsche 944 und Co. Der Motor läuft wegen zwei in ihm verbauter Ausgleichswellen ungewöhnlich sanft und ruhig für ein Zylinderquartett mit stattlichen 2,6 Liter Brennraum. Die in Aussicht gestellten 10,6 Liter Normalkraftstoff pro 100 Kilometer ließen sich mit einem sportlichen Gasfuß jedoch deutlich steigern. Für einen echten Schluckspechtverbrauch war der Vierzylinderturbo jedoch zu schwach auf der Brust.

Der Fahrer blickt während der Fahrt auf rote Sportinstrumente, die links wie rechts von Drucktasten flankiert werden, über die sich das Lichtorchester bedienen lässt. Charakteristisch für die damalige Zeit - gerade bei japanischen Modellen: ein gut in der Hand liegendes Sportlederlenkrad und spindeldürre Lenkstockhebel. Es ist ein echtes Cockpit im Starion, das auch aus einem Raumschiff stammen könnten, wenngleich die verspielten Digitalanzeigen einiger Nippon-Modelle fehlen. Dazu war der Mitsubishi Starion trotz seiner dicken Backen und den Sportwagencharmes einfach zu hausbacken. Die Sportsitze lassen sich ungewöhnlich vielfältig verstellen - selbst Seitenpolster und Oberschenkelauflage passen sich mit leicht kniffliger Verstellung dem Fahrer und Beifahrer an. Das Anti-Blockier-System ABS hieß bei Mitsubishi damals übrigens noch ASBS - Anti-Schleuder-Brems-System. Ungewöhnlich: mit 1,47 Metern ist die Spurweite vorne etwas breiter als hinten mit 1,45 Metern.

Aus dem Stand geht es bei einem wohl geübten Zusammenspiel aus Kupplung, Gas und Fünfgang-Handschaltung in kaum mehr als acht Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei immerhin 215 km/h. Nicht viel, aber für die an sich vergleichsweise schmalen 155-Turbo-PS ein ordentlicher Wert. Vorne wie hinten gibt es eine McPherson-Achse und durch den Widebody-Kit die deutlich besseren 16-Zoll-Felgen. Die Schmalbaubauvariante war noch auch 195/70 VR 14-Räderjn unterwegs. Zudem bekam der Breitbau Mischbereifung mit 205ern vorn und 225er hinten, was der Optik noch besser tat als dem Fahrverhalten selbst.

Das Angebot an gebrauchten Mitsubishi Starion ist winzig. In Deutschland und Europa werden kaum Fahrzeuge angeboten. Die Preise beginnen bei unter 10.000 Euro, doch mit einer entsprechenden Historie und in einem vertretbaren Pflegezustand kann ein gut gepflegter Starion Turbo schon einmal 15.000 Euro oder mehr kosten. Die Qualität ist abgesehen von den Kunststoffoberflächen im Innern und den in die Jahre gekommenen Sitzen nebst Verkleidungen meist sehr ordentlich. Und man fährt für unter 20.000 Euro einen echten Sportwagenexoten aus den coolen 1980er Jahren.

pressinform

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker