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Neuer Opel Astra : Grundsolide reicht nicht für den ersten Platz

Mit dem neuen Astra will Opel wieder zu den Erfolgsmodellen in der Kompaktklasse aufschließen. Der beblitzte Neuling ist besser denn je; doch der Klassenabstand zum VW Golf bleibt.

Opel Astra 1.4 Turbo - die Start-Stopp-Automatik kostet Aufpreis

Opel Astra 1.4 Turbo - die Start-Stopp-Automatik kostet Aufpreis

Kadett und Astra - das waren einmal echte Verkaufsschlager mit dem Blitz im Kühlergrill. Doch mit den nur mäßig erfolgreichen Vorgänger-Generationen wurde das Kompaktklassemodell von Opel immer weiter nach hinten durchgereicht. Wenn es überhaupt noch etwas zu holen gab, war das in der Liga der Kombis, denn der Astra Sports Tourer erfreute sich als Einsteigerdienstwagen großer Beliebtheit. Wer bei Passat, A4 oder 3er BMW nicht zuschlagen durfte oder konnte, griff bisher gern zum schmucken Raumwunder. So waren in Europa von der auslaufenden Astra-Generation zwei von drei Zulassungen Nachfolger des einstigen Kadett Caravan. Die ehemals beliebte Limousine: unter ferner liefen.

Grundsolide
Opel Astra 1.4 Turbo - 4,37 Meter lang

Opel Astra 1.4 Turbo - 4,37 Meter lang

Der 4,37 Meter lange Opel Astra Fünftürer sieht insbesondere von vorn schick aus und die leicht geschrumpften Dimensionen sind nunmehr mit einem standesgemäßen Innenraum kombiniert. Der Astra bietet ein gutes Platzangebot für vier Erwachsene und notfalls reist es sich kurz auch einmal zu fünft. Das Laderaumvolumen liegt zwischen 370 und 1210 Litern. Wer sich für einen Astra entscheidet, sagt aktiv und für jeden deutlich vernehmbar "nein" zum Klassenprimus VW Golf und ganz nebenbei ein internationales "no" zu europäischen Bestsellern wie Ford Focus, Kia Ceed, Peugeot 308 oder Renault Megane. Auch wenn der Astra moderner denn je daherkommt und je nach Modellvariante um mindestens 120 Kilogramm abgespeckt hat, ist der Golf-Express abgefahren. Wer sich den Astra-Innenraum mit angestaubten Instrumenten, Bedienelementen und zahlreichen Hartplastikverkleidungen anschaut, sieht unverändert einen Klassensprung zum Wolfsburger. Daran ändern auch exzellente Sitze mit Klimatisierung und Massagefunktion nichts, die unterhalb der Premiumkompakten Audi, BMW und VW das neue Maß der Dinge darstellen und selbst eine Mercedes A-Klasse alt aussehen lassen. Das würde man sich auch vom Navigationsgerät wünschen, dass - fair gepreist - trotz kundenorientiertem On-Star-Servicedienst viele Wünsche in Sachen intuitive Bedienung und Funktionen (Echtzeit-Verkehrsinformationen) offen lässt.

Opel Astra 1.4 Turbo - das Motorenspektrum reicht von 95 bis 200 PS

Opel Astra 1.4 Turbo - das Motorenspektrum reicht von 95 bis 200 PS


Bei den Motoren fährt der Opel Astra abgesehen vom 100 PS starken Einsteigermotor ohne Aufladung auf der Höhe der Zeit. Das Spektrum reicht zum Marktstart von 95 bis 200 PS. Für die meisten Kunden dürfte der 110 kW / 150 PS starke Astra 1.4 Turbo die rechte Wahl sein. Ungewöhnlich, dass man die verbrauchsreduzierende Start-Stopp-Automatik mit 200 Euro extra bezahlen muss. Das reduziert den Normverbrauch von 5,4 auf 4,9 Liter Super, kostet jedoch auch einiges an Dynamik, denn der Zwischenspurt 80 auf 120 km/h erhöht sich durch eine andere Getriebeabstufung von 9,0 auf fast 11 Sekunden. Überhaupt hat man im aufgeladenen 1,4-Liter-Triebwerk selten das Gefühl, mit 150 PS und einem maximalen Drehmoment von 245 Nm (2.000 bis 3.500 U/min) unterwegs zu sein. Besonders aus dem Drehzahlkeller tut sich der Astra schwerer, als man es erwartet. Die Fahrleistungen sind mit 215 km/h Höchstgeschwindigkeit und 0 auf Tempo 100 in 8,5 Sekunden jedoch in Ordnung.

Opel Astra 1.4 Turbo - bequeme Frontsitze mit allem Komfort

Opel Astra 1.4 Turbo - bequeme Frontsitze mit allem Komfort


Das Mindergewicht von 120 bis nahezu 200 Kilogramm je nach Karosserie- und Motorvariante macht sich im Fahrverhalten deutlich bemerkbar. Flott und leichtfüßig ist der 1,3 Tonnen schwere Fronttriebler auch auf kleinkurvigen Landstraßen unterwegs und zeigt sich auf Autobahnpassagen betont komfortabel ausgelegt. Präzise, aber nicht frei von Antriebskräften: die Lenkung. Mit kurzen Schlägen auf die Achsen hat der Opel Astra jedoch schon einmal seine Probleme. Bei den meisten Konkurrenten längst etabliert sind verschiedene Fahrprogramme, die Einfluss auf Motorsteuerung, Lenkung, Getriebeabstufung und insbesondere das Fahrwerk haben. Beim neuen Opel Astra gibt es nichts von alledem und das ist schon deshalb überraschend, weil der Vorgänger ein solch variables Verstellfahrwerk im Programm hatte und dies zum Beispiel bei der jüngst überarbeiteten Mercedes A-Klasse im Rahmen der Modellpflege kostenintensiv nachgeliefert wurde. Auch bei den Antriebsvarianten gibt es Lücken. So spart sich Opel beim Astra unverändert einen Allradantrieb oder einen leistungsstarken Topdiesel aus, verzichtet auf Doppelkupplungsgetriebe und bietet bei der optionalen Sechsstufenautomatik zunächst keine Start-Stopp-Funktion an.

Bleibt bei der zweiten Reihe

So wird es dabei bleiben, dass sich der auf Wunsch mit strahlendem LED-Matrix-Licht auszustattende Opel Astra trotz unbestrittener Qualitäten mit der zweiten Reihe der Kompaktklassekonkurrenz auseinandersetzt, die in dem Blitzmobil einen neuen, starken Gegner haben. Der Astra wird zunächst als Fünftürer angeboten; der geräumige Kombi folgt im Frühjahr. Das dynamische GTC-Coupé wird ohne Astra-Annex in der Nomenklatur zunächst weiter gebaut. Es wird wegen schwacher Verkaufszahlen jedoch keinen Drei-Tür-Nachfolger geben.


Der Basispreis des 105 PS starken Dreizylinders im Opel Astra 1.0 liegt bei 17.960 Euro. Dafür gibt es jedoch nicht viel mehr als fünf Gänge, manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und ein Grundpaket an Sicherheitsausstattungen. Kauftipp ist der mindestens 23.710 Euro Astra 1.4 Turbo Dynamic mit Tempomat, Touch Screen, Nebelscheinwerfer und On-Star-System. Doch selbst hier müssen Klimaautomatik und Start-Stopp-System extra geordert werden. Sinnvoll allemal das Navigationssystem (ab 790 Euro), sowie Winterpaket (410 Euro) und LED-Scheinwerfer (ab 1.150 Euro). Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass Opel-Modelle meist unterhalb der Listenpreise angeboten werden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.