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Toyota IQ als Elektroauto: Japanischer Zwerg mit Ladehemmung

Beim Hybridantrieb war Toyota einst Pionier. Doch bei Elektroautos halten sich die Japaner zurück. In einer Kleinserie startet nun der IQ als Elektroversion - zu einem sündhaften teuren Preis.

Der Smart Fortwo electric drive hat es vorgemacht: für Kleinstwagen kann der Elektroantrieb durchaus ein Thema sein. Umso überraschender, wieso sich Toyota bei seinen Planungen derart bedeckt hält. Es ist kein Geheimnis, dass Toyota den Elektroantrieb allenfalls in Kleinstfahrzeugen sieht, die in den Millionenstädten wie Tokio, Paris oder New York unterwegs sind.

Auf längeren Strecken setzen die Japaner auf Benziner, Diesel, Hybridantrieb und langfristig auf die Brennstoffzelle. Eine Kleinserie von rund 100 Toyota IQ wurde nun zu Elektrofahrzeugen umgebaut. Statt der kleinen Verbrennermotoren arbeitet im Vorderwagen des 3,14 Meter langen Cityflitzers ein leise surrender Elektroantrieb mit 47 kW / 68 PS und einem maximalen Drehmoment von 163 Nm.

65 statt 85 Kilometer Reichweite

Das 217 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akkupaket, das den Tank verdrängt hat, befindet sich flach im Fahrzeugboden verbaut. Gut für einen niedrigen Schwerpunkt und die Konstruktion des Toyota IQ allgemein, denn der Innenraum des IQ EV unterscheidet sich nicht von dem eines Serienmodells.

Kühl und feucht ist es an diesem Morgen in Köln. Von der in Aussicht gestellten Reichweite von 85 Kilometern ist beim Starten des kleinen Elektro-Japaners nicht viel zu sehen. Das blaue Informations-Display zeigt zwar 100 Prozent Leistung, jedoch nur eine Reichweite von 65 Kilometern an. Wer morgens zur Arbeit muss oder eine mittellange Strecke in der Innenstadt zurückgelegen will, bekommt bei dieser Reichweite schweißnasse Hände - trotz der fünf Grad Außentemperatur.

Feldversuch mit 100 IQs

In den USA und Japan geht die Kleinserie des Toyota IQ Electric Vehicle gerade an einige Firmen, Verbände und Organisationen. Ein realistischer Feldversuch mit den rund 100 Autos soll beleuchten, wie ein Cityflitzer mit Elektromotor aus dem Hause Toyota angenommen und genutzt wird. Der Preis ist gesalzen. Mit umgerechnet 36.800 Euro ist der Toyota IQ EV genauso teuer wie drei Benzinmodelle gleichen Typs.

Dazu die geringe Reichweite, und selbst der Strompreis von rund drei Euro pro 100 Kilometer lassen kein Geschäftsmodell entstehen. "Erst nach rund 260.000 Kilometern würde sich der Toyota IQ EV rentieren", räumt Toyota-Sprecher Dirk Breuer ein, "und das Batterieleasing, wie es andere Wettbewerber machen, ist bei uns kein Thema."

Eine Tonne Kleinwagen auf der Waage

Erst einmal elektrisch losgezuckelt sieht es schon freundlicher aus. Der kleine Elektromotor reißt mit seinen 47 Kilowatt keine Bäume aus, sorgt aber allemal für lockeres Fortkommen Richtung Brühl. Die Höchstgeschwindigkeit des blauen Elektromodells liegt bei 125 km/h. Geradezu gewichtsneutral wurde der IQ 1070 Kilogramm schwere EV auf einen Elektroantrieb umgerüstet. An der 220-Volt-Steckdose dauert das Nachladen des drei bis vier Stunden. Es dauert eine Zeit, bis der Innenraum auf Temperatur kommt. Daher gibt es nicht nur Sitz- und Heckscheibenheizung, sondern auch eine Heizmatte in der Frontscheibe, damit nichts beschlägt. Der normale Automatikwählhebel mit seinen drei Modi D, S und B beeinflusst mehr das regenerative Bremsen als das Fahren selbst.

Gutmütiges Fahrverhalten

Im D-Modus ist man normalerweise unterwegs. In B ist der Fahrbetrieb besonders eng mit Gaspedal gekoppelt. An die maximale Rekuperation und eine direkte Gasannahme muss man sich jedoch erst einmal gewöhnen. Das Fahrverhalten des Toyota IQ EV ist gut. Kein Gedanke daran, in einem Kleinserienfahrzeug unterwegs zu sein.

Nach rund einer Stunde und nicht einmal 25 Kilometern Strecke ist der kurze Ausflug beendet. Der Bordcomputer zeigt neben weitere Informationen eine Restreichweite von 31 Kilometern an. Nicht gerade beruhigend und schon gar nicht ausreichend, wenn man über 35.000 Euro ausgegeben haben sollte. Also wieder die kleine Stromklappe im Kühler geöffnet und ab an die Steckdose. Da ist der normale Toyota IQ die deutlich bessere Wahl.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.