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Erfahrungen im In- und Ausland: Kostenlosen Nahverkehr gibt’s im Ausland – und in Merkels Heimat-Ort

Deutschland diskutiert über den kostenlosen Nahverkehr. In großen Städten im Ausland gibt es ihn schon – und in einem Ort in der Uckermark. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich.

Angela Merkel steigt aus einem Auto

Wenn Angela Merkel in die Heimat fährt, könnte sie - theoretisch - dort auch extrem günstig Bus fahren. Eine Kurkarte für 44 Euro im Jahr gewährt freie Fahrt in Templin in der Uckermark.

Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr – diese Idee wird derzeit in Deutschland heiß diskutiert, seitdem Vertreter der Bundesregierung in einem Brief nach Brüssel Ideen für eine saubere Luft in den Städten darlegten. Deutschland versucht mit diesem Vorstoß eigentlich nur, eine Klage der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof wegen hoher Stickoxid- und Feinstaubbelastung abzuwenden. Die Idee aus Berlin: in einigen Gemeinden testweise einen kostenlosen Nahverkehr einführen, um die Zahl der Autos zu reduzieren. Seitdem tobt ein Streit. Ist so etwas finanzierbar – und fahren dann wirklich weniger Menschen mit ihren Privatautos in die Städte?

Erfahrungen mit kostenlosem Nahverkehr gibt es – im Ausland und sogar in Deutschland. Hier ein paar Beispiele:

Talinn, Estland: Nahverkehr nur für Einheimische kostenlos 

Estlands Hauptstadt Tallinn ist die erste in Europa, die den kostenlosen Nahverkehr 2013 einführte. Allerdings waren die Bedingungen dort sehr speziell: Viele Menschen hatten zuvor auch nichts zahlen müssen, und der Nahverkehr wurde nur für Stadteinwohner kostenlos. Touristen etwa müssen zahlen.

Finanzieren konnte die Stadt den Schritt auch durch Steuermehreinnahmen: Die Stadt wuchs seit der Einführung um mehr als 25.000 Menschen auf 443.000 Einwohner. Fraglich ist laut einem Bericht von Stadtforschern aber, wie sich das System dauerhaft angesichts steigender Kosten finanzieren soll. Die Zahl der Zustiege zum ÖPNV stieg laut Forschungsbericht um zehn bis 15 Prozent - der Effekt auf die Zahl der Autohalter war aber kaum spürbar.

Manchester, Großbritannien: gratis in die City

Im nordenglischen Manchester wurden seit 2002 in der Innenstadt drei kostenlose Buslinien eingerichtet. Sie sollten mehr Menschen anregen, in der Innenstadt einzukaufen, oder sie einfacher zur Arbeit bringen. Außerdem sollten weniger Autos in die Innenstädte fahren. Auf allen anderen Linien müssen die Fahrgäste weiter zahlen.

Zunächst verzeichneten die Buslinien einen steilen Anstieg der Passagierzahlen und wirkten wie ein Erfolgsmodell. Elektro- und Hybridbusse trugen dazu bei, die Luftverschmutzung im Stadtzentrum zu reduzieren. In den vergangenen drei Jahren nahm die Passagierzahl aber deutlich ab, was die Betreiber unter anderem auf Baustellen im Stadtzentrum schieben.

Hasselt, Belgien: Es wurde zu teuer

Die belgische Stadt Hasselt hatte 1997 einen komplett kostenlosen Busverkehr eingeführt, der die Stadt berühmt machte. Binnen eines Jahrzehnts stieg die Zahl der täglichen Fahrgäste bis 2006 auf das 13-Fache an, was auch die Kosten für die Stadt in die Höhe schießen ließ. Seit 2013 gibt es nun ein anderes Modell: Während Kinder und Senioren weiterhin kostenlos fahren, müssen alle anderen 60 Cent pro Fahrt zahlen - was immer noch vergleichsweise günstig ist.

Paris, Frankreich: gratis bei Smog

Im Dezember 2016 ließen die Pariser Verkehrsbetriebe für einige Tage alle Fahrgäste kostenlos fahren. Grund waren hohe Smog-Werte wegen schwacher Winde. Zusätzlichen durften abwechselnd Autos mit geraden oder ungeraden Kennzeichen-Nummern nicht fahren. Langsam gingen die Smog-Werte zurück.

Daneben gibt es immer wieder Aktionstage, an denen die Pariser Metro kostenlos ist, beispielsweise zu den vergangenen beiden Jahreswechseln.

Templin, Brandenburg: Busfahren ohne Fahrschein in Merkels Heimat-Ort

Dass ein kostenloser – oder zumindest sehr günstiger - Nahverkehr in Deutschland keine Utopie bleiben muss, zeigt die 16.000-Einwohner-Gemeinde Templin in der Uckermark. Uckermark? Da klingelt doch was? Richtig, hier steht das Wochenendhaus Angela Merkels, die dort aufwuchs.

Templin liegt 80 Kilometer von Berlin. Es gibt dort Wälder, Seen und Kopfsteinpflaster, über das ein paar Stadtbusse fahren - in die lange kaum einer einstieg. So lange, bis 1997 die Stadt die Kosten für den Bus übernahm und Fahrkarten abschaffte. Ziel: weniger Lärm und Dreck, mehr Kurgäste. Schon vier Jahre später stiegen 15 Mal so viele Menschen in den Bus.

Zwar ist seit 2002 Schluss mit der Kostenfreiheit für Fahrgäste. Es bleibt aber sehr billig: Eine Kurkarte für 44 Euro im Jahr gewährt freie Fahrt. 150.000 Euro schießt die Gemeinde jährlich zu. "Die Vorteile überwiegen: 20 Prozent weniger Autos, weniger Unfälle, mehr Lebensqualität“, sagt Bürgermeister Detlef Tabbert. Einen Fahrschein jedenfalls benötigt man in Templin noch immer nicht.

Tübingen, Baden-Württemberg: Samstag ist es kostenlos

Erst vor einer Woche führte die Stadt kostenlose Busse an Samstagen ein, der Gemeinderat hatte dafür 200.000 Euro bereit. Das Projekt entstand auch deshalb, weil ein zentrales Parkhaus für eine Dauer von 20 Monaten saniert werden soll und dadurch viele Parkplätze wegfallen.

Tübingen würde gern zu den Modellstädten gehören, bei denen ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr für Deutschland getestet werden soll. Seine Stadt sei "politisch und sachlich bestens vorbereitet", Modellkommune zu werden, schrieb Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) am Mittwoch in einem Brief an die Bundesregierung. Tübingen mit rund 90.000 Einwohnern habe außerdem etwas anzubieten, das in keiner anderen Stadt vorliege: ein fertiges Konzept für kostenlosen Nahverkehr. 

Demnach müssten rund neun Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen im Jahr ersetzt werden, damit die Tübinger gratis Bus und Bahn fahren können. Fällt die Barriere "Fahrpreis", rechnet die Kommune mit einem Drittel mehr Fahrgäste. 


anb / AFP / DPA

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