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E10-Desaster: Der Tankende ist der Dumme

Die Mineralölindustrie hat es nicht geschafft, das Ethanolbenzin E10 erfolgreich einzuführen. Drohende Strafzahlungen will BP nun auf die Autofahrer umlegen. So produziert man Wutkunden.

Ein Kommentar von Gernot Kramper

Die Mineralölindustrie wird im Jahr 2011 zuviel fossile und zu wenig nachwachsende Rohstoffe in Deutschland verkaufen. Das ist schlecht für das Klima, und daher droht der Branche eine stattliche Geldbuße. Kein Problem, sagt nun der BP-Chef von Europa, Uwe Franke. Denn er hat überhaupt nicht vor, wegen der Buße einen geringeren Gewinn zu akzeptieren, die Strafe also aus dem Firmenvermögen zu bezahlen. Nein, der Kunde an der Zapfsäule soll zusätzlich blechen. Es geht nicht um Peanuts, die Branche rechnet mit einer Buße von 300 und 400 Millionen Euro. Die Argumentation des Managers ist simpel: Den Unternehmen bleibe nichts anderes übrig bleiben, als die entstandenen "Kosten an die Kunden weiterzugeben". Ergänzen möchte man: Und weil die anderen Mineralölkonzerne das vermutlich genauso sehen werden, wird den Kunden nichts anders übrig bleiben, als mal wieder zähneknirschend mehr zu zahlen.

Mit der BP-Methode machen Strafzettel Spaß. Die scheinheilige Argumentation des BP-Managers stellt dabei alle rechtstaatlichen Verhältnisse auf den Kopf. Bußen und Strafen sind eben keine normalen betriebswirtschaftlichen Kosten, sondern sollen für ein Fehlverhalten strafen. In diesem Fall soll die Mineralölindustrie bestraft werden, weil sie die gesetzlich geforderte Quote von Ethanol verfehlt hat. Wenn sie die Strafe per Umlage einfach an Dritte weiterreichen kann, verfehlt das ganze System seinen Sinn.

Gegenüber dem Kunden nimmt sich der BP-Boss eine nicht zu überbietende Arroganz heraus und verkauft sie obendrein auch noch für dumm. Das E10-Desaster war für die Konzerne nämlich ein gutes Geschäft. Lange Zeit blieb ratlosen Kunden an vielen Tankstellen gar nichts anderes übrig, als das teure Super Plus oder gar einen Premiumsprit wie V-Power zu tanken, wenn sie dem E10 misstrauten. Am Edelbenzin wird sehr gut verdient. Zu Recht sagt der ADAC, dass die Industrie mit diesen Mehreinnahmen die Strafe bereits reingeholt habe.

Bisher wunderte man sich, warum ein erklärungsbedürftiges und für viele Motoren nicht ungefährliches Produkt wie das E10-Benzin einfach ohne jede weitere Hilfestellung an der Säule angeboten wurde. Die katastrophale Markteinführung von E10 erscheint nach den entlarvenden Äußerungen von Franke auf einmal ganz logisch: Warum hätte man sich große Mühe mit Aufklärung machen sollen, wenn man die drohende Buße sowieso nicht selbst bezahlen will, sondern dafür ja uns hat, die Kunden?

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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