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Genfer Autosalon 2014 Diese Minis starten durch


Die größten Neuigkeiten des Autosalons kommen von den kleinsten Autos. Die Minis werden schicker und luxuriöser und beweisen nebenbei, dass Autofahren auch preiswert möglich ist.
Von Gernot Kramper

Auf einer Automesse konzentrieren sich die Kameras auf PS-Boliden und Luxusautos. Die Diven erhalten die meiste Aufmerksamkeit. In Genf rollen aber auch andere Autos an den Start: Wagen, die klein und bezahlbar sind. Und weitaus besser in eine Gesellschaft passen, in der viele Haushalte nur aus einem oder zwei Person bestehen. Und die sich in eine Konsumlandschaft einfügen, in der viele nicht mehr so viel Geld für das teure Gut Auto ausgeben wollen. Manche, weil sie bessere Verwendungsmöglichkeiten für ihr Einkommen gefunden haben. Und andere, weil sie sich teure Autos nicht leisten können.

Das Trio der Kleinwagen

Neu vorgestellt wird die zweite Generation des Kleinstwagen-Trios Citroen C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo. Die Drillinge bauen auf der gleichen Plattform auf und rollen in der gleichen Fabrik vom Band, unterscheiden sich aber in Ausstattung und Design merklich. Als das Zwergen-Trio 2005 erstmals vorgestellt wurde, waren die Wagen eine Revolution. Damals wurde erstmals erkannt, dass es nicht immer nur größer und teurer werden musste. Die Einstiegspreise liegen und lagen unter 10.000 Euro, und die Wagen waren dennoch keine reinen Sparschachteln. Inzwischen hat sich die Situation gründlich geändert. Seit der Volkswagenkonzern den VW Up und seine Brüder von Skoda und Seat in Rennen schickte, sind die Mikro Cars endgültig salonfähig geworden.

Viele Informationen zum neuen Aygo gibt es noch nicht. Toyota beharrt darauf, dass eine Premiere auf der Messe auch eine Überraschung sein muss. Sicher ist, dass der Kleinwagen noch frischer gestaltet wird. Das neue Design heißt "J-Playful" und nimmt Anleihen an der japanischen Jugendkultur. Der Toyota wird auch in Zukunft für die Kunden interessant sein, die Wert auf das Qualitätsversprechen der Japaner und eine möglichst vollständige Sicherheitsausstattung legen. Citroen bietet seinen C1 in Zukunft auch mit Faltdach an. Ein Open-Air-Erlebnis bietet Peugeot auch für den 108 an und setzt zudem auf Individualisierungsmöglichkeiten. Jeder 108 soll eine Persönlichkeit für sich sein, sagen die Franzosen. Es existieren sieben Design-Themen und drei Farbwelten, um ein individuelles Modell zu konfigurieren.

Vom 108 sind die Eckdaten bereits bekannt, die mit Abstrichen auch auf die Geschwister übertragen werden können. Der Peugeot wiegt nur 840 kg und misst übersichtliche 3,47 Meter Länge. Das Trio bleibt also auch in Zukunft klein und wendig. Der Kofferraum fällt mit 196 Litern klein aus, lässt sich aber auf 770 Liter erweitern.

Nutzwert von Suzuki

Etwas größer ist der Suzuki Celerio. Als Nachfolger des Altos ist der Wagen in Indien bereits unterwegs. Suzuki wird den Celerio billiger als die Konkurrenzmodelle anbieten, wenn auch nicht zu seinem Indienpreis von umgerechnet etwa 5000 Euro. Anstelle von Farbwelten und Individualisierungs-Chichi stellt Suzuki nutzwertige Vorzüge in den Mittelpunkt. Der Miniwagen soll durch einen geringen Kraftstoffverbrauch und niedrige Schadstoffwerte überzeugen. Trotz der Größe von nur 3,6 Metern verspricht Suzuki ein großzügiges Raumgefühl. Interessant dürfte auch sein, dass der Kleinstwagen mit einem automatisierten Schaltgetriebe angeboten wird. Es erreicht nicht den Komfort eines DSG-Getriebes, macht das Fahren in der Stadt aber deutlich leichter.

Die größte Überraschung seit dem Up

Die größte Überraschung bei den Kleinen kommt von Renault. Die dritte Generation des Twingo hat es in sich. Zur Erinnerung: Der Twingo Nummer 1 besaß diese süßen Kulleraugen und wurde dann von einem austauschbaren Kleinwagen ohne Seele abgelöst. Der Twingo 3 verwandelt sich nicht in automobiles Kuscheltier zurück, dafür wird er ein jugendlich-sportliches Cityauto.

Mit einer Gesamtlänge von 3,60 Meter erinnert der Renault in den Proportionen an einen Fiat 500 mit Muskelzuwachs. Besonders auffällig: Er sieht aus wie ein Zweitürer, wird aber nur als Viertürer angeboten. Den Effekt erreicht Renault durch versenkte Türgriffe hinten. Weil der Twingo auf der gleichen Plattform wie der kommende Smart Forfour basiert, sitzt der Motor im Heck. Er ist unter dem Kofferraumboden montiert, doch leider gibt es keinen zweiten Kofferraum unter der vorderen Haube wie früher im Käfer. Renault kündigt einen Einstiegspreis von knapp über 10.000 Euro an. Welche Preise Smart für den Forfour aufrufen wird, ist noch unbekannt, aber sicherlich wird der Twingo weitaus günstiger sein.

Jenseits der Kleinstwagen

Eine Klasse größer spendiert Volkswagen dem Polo ein größeres Facelift. Die Veränderungen des Außendesigns können nur Experten erkennen, Innenraum und Cockpit werden aber spürbar aufgewertet. Gleichzeitig wird die Motorenpalette modernisiert.

In der Golfklasse zeigt der chinesische Hersteller den Qoros 3 erstmals als Schrägheck. Diese Variante wurde speziell für den europäischen Markt entwickelt. Qoros gilt als Angstgegner der europäischen Autoindustrie, seitdem die Qoros-3-Limousine als erstes chinesisches Auto fünf Sterne im europäischen Crashtest erhalten hatte. Sie erreichte damit das beste Gesamtergebnis aller Autos des Jahrganges 2013. Das war ein Schock für die etablierten Hersteller, sah man doch, wie schnell die Chinesen aufholen und sich sogar an die Spitze setzen können. Einen Termin für die Markteinführung in Deutschland gibt es noch nicht.


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