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GTI-Treffen am Wörthersee: Vom Fantreffen zum Konzern-Ballermann

Alle Jahre wieder VW für die jungen Freunde der Marke am Wörthersee ein feuchtfröhliches Treffen aus. Die echten GTI-Fans sind schon längst geflüchtet.

Die Skoda-Hostessen beim 34. GTI-Treffen am Wörthersee

Die Skoda-Hostessen beim 34. GTI-Treffen am Wörthersee

"Früher war mehr Lametta!", nervte schon Opa Hoppenstedt in dem berühmten Weihnachs-Sketch von Loriot. Ähnlich könnte man das GTI-Treffen am Wörthersee beschreiben, das an diesem Wochenende zum 34. Mal stattgefunden hat. "Mehr Lametta" heißt in diesem Fall: Mehr aufgemotzte Fan-Fahrzeuge, mehr hochglanz verchromte Motoren, mehr ausgefallene Eigenkreationen, mehr Phantasie. Mehr Partymeile als Fan-Treffen. Ein bisschen Ballermann am Wörthersee. Seat läßt gar ein "Party-Boat" auf dem See zwischen Klagenfurt, Reifnitz und Velden kreuzen.

GTI-Treffen am Wörthersee: PS-Party am See
Eine schier endlose Autoschlange wälzt sich beim GTI-Treffen am Wörthersee durchs beschauliche Reifnitz

Eine schier endlose Autoschlange wälzt sich beim GTI-Treffen am Wörthersee durchs beschauliche Reifnitz

Die "wahren" GTI-Fans haben längst begonnen, sich eine Ausweichveranstaltung aufzubauen. Die meisten von ihnen tauchen schon ein, zwei Wochen vor dem offiziellen VW-Event ein paar Kilometer entfernt am Faaker See auf. Fachsimpeln und Spaß haben - viele der Fans sehen dazu in Reifnitz keine Möglichkeiten mehr. Zu viel Rummel. Zuwenig GTI.

Die Industrie macht sich breit

Den Wörthersee hat der VW-Konzern in Beschlag genommen. Die Zuschauer - "bis zu 200.000" schätzt VW - kommen zwar immer noch vor allem ins österreichischen Reifnitz, um Autos zu sehen, frisch in den Asphalt gebrannte Donuts auf dem "Gummiplatz" oder die eher knapp bekleideten Mädels an den Ständen der Tuner. Aber schon ein Blick auf die Autos, die sich im Schleichverkehr durch Reifnitz schieben zeigt: Das "GTI-Treffen" ist längst kein reines GTI-Treffen mehr, sondern beliebig geworden. Auf der Imponiermeile zwischen VW- und Seat-Stand sind mittlerweile auch Marken unterwegs, deren Besitzer sich früher nie hierher getraut hätten. Bentley, Porsche oder Lamborghini mag man da noch tolerieren - gehören ja mittlerweile irgendwie zu Volkswagen. Aber BMW und Mercedes, dazwischen ein Mitsubishi Cabrio - sogar ein paar Opel.

Ansonsten: Das meiste wie gehabt. Die Hotels rings um den Wörthersee sind ausgebucht, die Campingplätze ebenfalls. Die besseren Chancen hat man noch auf der Reifnitz gegenüber liegenden Seite des Sees und am Nordufer. Einen Großteil ihres Saisonumsatzes erwirtschaftet die Tourismusbranche - Hotels und Herbergen, Caterer und T-Shirtverkäufer - mittlerweile mit dem GTI-Treffen und den Veranstaltungen im Vorfeld. So wird die eigentliche Vorsaison dank Volkswagen & Co. für ein paar Wochen zur Saison.

Wo sind die Fans nur geblieben?

Auch die Veranstalter haben längst begriffen, dass ihnen das eigentliche Fan-Publikum mehr und mehr abhanden kommt. Doch bisher greifen die Gegenmaßnahmen eher zaghaft. So sollte das seinerzeitige "Jägermeister-Areal", eine Wiese in der Nähe des Spielplatzes, zum Teilemarkt für Schnäppchenjäger werden. Von der Auspuffanlage bis zum Ersatzblinker - Private verkaufen an Private. So richtig funktioniert hat dieser Versuch, den Kommerz wenigstens hier etwas einzudämmen, allerdings noch nicht: Die Zahl der Stände auf dem GTI-Flohmarkt war eher bescheiden - und durchweg gewerblich ausgerichtet. Es sind denn auch eher Imbiss- und Jahrmarktsbuden, die in Reifnitz die Flanierstraßen säumen. Wer wenigstens mal bei dem ein oder anderen Tuner vorbeischauen will, muss ein wenig suchen - wird dann aber durchaus fündig.

Mag sein, dass es nicht mehr nur die hardcore GTI-Fans zu Christi Himmelfahrt nach Reifnitz zieht - nach wie vor sind es aber vor allem Autofans. Das garantiert gebührende Aufmerksamkeit für die Schätzchen, die Audi, Seat, Skoda und allen voran natürlich Volkswagen selbst im Reisegepäck haben. Audi möchte in Reifnitz seinem Slogan "Vorsprung durch Technik" gerecht werden - der Audi TT Clubsport Turbo hat einen Fünfzylinder unter der Haube, dem zwei Turbolader zusätzlich Dampf machen - einer davon wird elektrisch angetrieben. Vorteile soll das vor allem bei niedrigen Drehzahlen bringen - ein Turboloch gibt es praktisch nicht mehr, dafür Schub ab Standgas. Seinen Strom zieht der eTurbo aus dem 48-Volt-Teilbordnetz. Die Leistungsausbeute ist entsprechend: satte 600 PS.

34. GTI-Treffen am Wörthersee 2015

Ein paar Unentwegte haben es doch geschafft.

VW zeigt - wie immer - einen aufgebohrten GTI

Volkswagen selbst reist schon traditionell mit einer besonders starken GTI-Version an den See. Zum 40. Geburtstag des Volks-Sportlers debütiert diesmal der Golf GTI Clubsport mit 195 kW/265 PS. Das sind 35 PS mehr als der Golf GTI Performance hat. Per Boost-Funktion liefert der Motor kurzfristig noch einmal zehn Prozent mehr Leistung. Spektakulärstes Modell auf dem VW-Stand: der VW Golf GTE Sport. Der Flügeltürer sieht rasant aus und hat jede Menge Leistung. Insgesamt drei Motoren, vereinigt zu einem Plug-In-Hybrid liefern eine Systemleistung von 295 kW/400 PS an alle vier Räder. Vorne arbeitet der aus dem VW Polo R WRC adaptierte 1,6-Liter-TSI mit 220 kW/299 PS. Die beiden unterstützenden Elektromotoren steuern jeweils 85 kW/115 PS bei. Das Gesamtdrehmoment des Antriebssystems beträgt 670 Nm. Der Lohn der Mühe: eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h und ein Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden.

Am Anfang stand eine Rohkarosse - 13 VW-Azubis haben daraus ein dreitüriges GTI-Showcar entwickelt. "Der See ruft ..." ziert als Wahlspruch die beiden Außenspiegel. Zwischen 17 und 25 Jahre alt sind die vier Frauen und neun Männer, die ihren GTI fit gemacht haben für den Stand am See. Ebenfalls eigens für das GTI-Treffen haben 23 Azubis der tschechischen VW-Tochter Skoda den FUNstar auf die Breitreifen gestellt - einen spacigen Kombi. Basis für den FUNstar war der neue Serien-Fabia. Der wurde von Grund auf umgemodelt: Zweilinsen-Scheinwerfer und LED-Leuchten für Tagfahrlicht und Rückleuchten, Leuchtstreifen rings um, eigenes Farbkonzept und natürlich ein mit robusten Metallplatten ausgelegte Ladefläche. Unter der Haube arbeitet ein 1,2-Liter-TSI-Benziner mit 90 kW/122 PS, für die Vermittlung der Kraft auf die Straße sorgt ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.