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Verkehrsrecht: "Finanztest" zu Verkehrsrechtsschutz – die teure Hilfe beim Rechtsstreit

Ein Unfall, Bußgelder oder Betrug beim Autokauf – in diesen Fällen hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung. Aber nur 23 von 130 Policen erhielten die Note "Sehr gut".

Eine Versicherung für den Verkehrsrechtschutz hilft auch bei Unfällen im Ausland.

Eine Versicherung für den Verkehrsrechtschutz hilft auch bei Unfällen im Ausland.

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Stellen Sie sich vor, Sie gehen über die Straße und ein Auto fährt Sie an. Sie können nie wieder gehen, doch die Versicherung des Unfallfahrers weigert sich zu zahlen und bestreitet einfach die Schuld ihres Kunden. Also müssen Sie klagen. Bei einem Streitwert von 200.000 Euro beträgt das Kostenrisiko in der ersten Instanz bereits 18.840 Euro – in der dritten wären es sogar 66.275 Euro.

Das sind Mittel, die nur die wenigsten zur Verfügung haben. Gegen diesen Fall schützt eine Verkehrsrechtsschutzverssicherung. Sie übernimmt die Kosten des Prozesses. Und nicht nur Autofahrer können so eine Versicherung gebrauchen, sagt "Finanztest". In der aktuellen Ausgabe wurden 130 Angebote von Verkehrsrechtsschutzpolicen untersucht – davon erhielten 23 die Note sehr gut und 22 sind gut.

Die Angebote sind in mehrere Gruppen eingeteilt - je nachdem ob ein Single oder eine Familie versichert ist. Auch die Zahl der Fahrzeuge spielt eine Rolle. Es gibt durchaus Versicherungen für Kunden ohne eigenes Auto.

Hoher Preis für den Schutz

In der Praxis beschäftigen sich die meisten Fälle mit Problemen nach einem Unfall oder mit Bußgeldern. Durch den Dieselskandal gibt es derzeit eine Sonderkonjunktur zum Thema "Autokauf" – viele Kunden kämpfen mit ihrer Versicherung gegen einen Schummel-Diesel. Für Neukunden dürfte diese Frage nicht mehr wichtig sein, denn einen alten Kauf kann man mit einer neuen Versicherung nicht anfechten.

Grundsätzlich ist ein Rechtsschutz in Verkehrssachen nicht verkehrt. Das Problem ist nur, dass diese Versicherungen relativ teuer sind. Eine Haftpflichtversicherung für die ganze Familie kostet etwa 120 Euro. Der Testsieger für den Verkehrsrechtsschutz einer Familie mit eigenem Auto kostet ohne Selbstbehalt stolze 188 Euro (Advocard), das zweit platzierte Angebot von LVM kostet 155 Euro – beide Versicherungen mit unbegrenzter Deckungssumme in Europa.

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Man sollte nicht vergessen, dass die Familien für den Preis von 155 oder 188 Euro einen Rechtsschutz ausschließlich bei Verkehrssachen genießen – kommt es zu einem Unfall im Treppenhaus, ist man nicht geschützt.

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Punktesünder zahlen drauf

Auto-Rabauken mit hohem Punktestand in Flensburg bauen mehr Unfälle und zahlen also höhere Beiträge - das ist eine nahe liegende Vermutung. Die bei den meisten Verträgen schlicht nicht zutrifft. Nur einzelne Versicherer sehen das anders. Dann gibt es allerdings einen deftigen Aufschlag von bis zu 20 Prozent. Bei einem Beispielfahrer sind das etwa 140 Euro im Jahr. Da lohnt es, den Versicherer zu wechseln.

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Gegen so eine Lücke im Versicherungsschutz hilft nur eine umfassende Rechtsschutzversicherung. Doch auch die ist teuer. Die Advocard-360°-Privat kostet für eine Familie über 450 Euro im Jahr.

Klagefreudige Kunden 

Der hohe Preis kommt daher, weil ein Verkehrsrechtsschutz eine aktive Versicherung ist – der Kunde hat es selbst in der Hand, ob es zu einem Rechtsstreit kommt oder eben nicht. Auch wenn kaum eine Versicherung Klagen gegen geringfügige Bußgelder unterstützt, gibt es doch genug Rotlicht- und Temposünder, die vor Gericht ziehen. Und wenn es ihnen nur darum geht, die Buße etwas zu reduzieren.

Nicht vergessen sollte man auch, dass die Rechtsschutzversicherung nur die Kosten des Rechtsstreits trägt, aber natürlich kein Garant dafür ist, dass der Fall auch gewonnen wird. Im eingangs genannten Beispiel des angefahrenen Fußgängers lindert die Versicherung nur die Kosten im schlimmsten Fall. Nämlich: Der Prozess geht verloren, es gibt keine Entschädigung und der erfolglose Kläger bleibt auf den Kosten des Verfahrens sitzen. Ist er versichert, bleiben ihm diese Kosten erspart – eine Entschädigung gibt es nicht. Gewinnt er hingegen den Prozess, muss die Gegenseite die Kosten für das Verfahren tragen.

Fazit: Im Falle eines Falles ist es gut, eine leistungsstarke Verkehrsrechtsschutzversicherung zu haben. Wegen der Kosten sollte der Abschluss gut überlegt sein. Wem rote Ampeln egal sind und wer sich nur gegen die Folgen eines Unfalls absichern will, sollte sich das Angebot einer Unfallversicherung ansehen. Die zahlt nämlich auch, wenn man selbst den Unfall verursacht hat.

Den ganzen Test können Sie gegen Gebühr hier einsehen.


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