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Durban Compact G8 - Trenoli Patto 20: Sie sind klein, handlich und bärenstark - Mini-Räder mit Elektromotor im Vergleich

Wozu ein großes, sperriges Rad fahren, wenn ein kleines Rad genauso schnell, aber viel praktischer ist. Der Elektromotor macht es möglich. Wir haben uns das Kalkhoff Durban Compact G8 und das Trenoli Patto 20 genauer angesehen.

Gleiche Größe - aber zwei verschiedene Konzepte.

Gleiche Größe - aber zwei verschiedene Konzepte.

Hersteller

Elektrofahrräder sind das neue Spielzeug der Deutschen. Im letzten Jahr wurden über 700.000 Stück verkauft, in diesem Jahr werden es noch mehr. Dabei haben die sportlicheren Radformen – Mountainbike und Trekkingräder – die gemütlichen Tiefeinsteiger für Senioren längst überholt.

Dabei macht ein E-Antrieb bei einem anderen Fahrrad-Typ am meisten Sinn: Räder mit kleinen Reifen werden durch den Motor ideal ergänzt. Die etwas schlechteren Laufeigenschaften der Mini-Reifen gleicht die Kraft des Akkus locker aus. Auch sind die Räder wesentlich kompakter und handlicher als Räder mit den klassischen 28-Zoll-Rädern.

Wir stellen zwei grundverschiedene Minis vor: das Kalkhoff Durban Compact G8 und das Trenoli Patto 20 - beide mit 20-Zoll-Rädern

Das Designstück als Preisschnapper

Das Durban Compact G8 ist ein echter Hingucker. Vor allem im edlen Gun-Metallic-Look. Und das Besondere: Das Designstück ist nicht teurer als vergleichbare Modelle. Im Gegenteil: Mit einem Preis von 1600 Euro ist es billiger als die meisten Elektroräder von Markenherstellern.

Möglich wurde das, weil der Design-Rahmen nicht komplett neu entwickelt werden musste, dann wurde richtig gespart, weil kein Motor von Yamaha oder Bosch verbaut wird. Der Antrieb des Durban Compact trägt den Namen "Groove Go" und kommt aus China. Anstelle des heute üblichen Mittelmotors, sitzt der Motor hier in der Hinterradnabe. 

Das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Bei diesem System wirkt die Power des Motors nicht auf Kette und die Ritzel der Schaltung. Das dürfte die Lebensdauer deutlich erhöhen.

Pluspunkt beim Durban: Sehr gelungenes Design und der praktische, vordere Lastenträger. 

Pluspunkt beim Durban: Sehr gelungenes Design und der praktische, vordere Lastenträger. 

Die Kapazität des 7-Ah-Akkus reicht für die Stadt aus. Wir haben mit merklicher Unterstützung durchaus 50 Kilometer zurücklegen können. Außerdem gibt es kein Display – der Motor wird mit Knopfdruck auf den Akku gestartet. Eine Kilometeranzeige fehlt daher.

Unsere Meinung: Das ist kein Mangel, ohne Display und Verkabelung wirkt das Rad viel "cleaner". Wer regelmäßig Rad fährt, benötigt kein Display, um seine Geschwindigkeit abzuschätzen.

Das Besondere an dem Rad ist das Design, und hier trumpft das Durban Compact richtig auf.

Auffällige Erscheinung

Anstelle einer Konstruktion mit Ober- und Unterrohr kreuzen sich die Rohre wie ein Andreaskreuz. Um die breiten Ballonreifen schmiegen sich enganliegende Schutzbleche. Und der Clou: Hinten besitzt das Durban Compact keinen Gepäckträger – auch wenn sich wohl einer montieren ließe – das Minifahrrad besitzt einen breiten Lastenträger über dem Vorderrad. Wer mag, kann dort eine Vintage-Obstkiste montieren. Das ist sehr schick und liegt im Trend. Vor allem Frauen schätzen es, wenn sie ihre Tasche vorn im Sichtfeld unterbringen können.

Das Trenoli punktet mit dem ausgereiften Panasonic-Antrieb. Außerdem lässt es sich sehr platzsparend zusammenlegen.

Das Trenoli punktet mit dem ausgereiften Panasonic-Antrieb. Außerdem lässt es sich sehr platzsparend zusammenlegen.

Hersteller

Das transportable Reiserad 

Das Trenoli Patto 20 geht einen ganz anderen Weg – sowohl von der Technik her, wie auch vom Design.

Erste Überraschung: Mit 2500 Euro ist das Trenoli deutlich teurer als das Kalkhoff-Rad. Das vergleichbare Tinker vom Nobelhersteller Riese und Müller kostet in vergleichbarer Ausstattung allerdings 3200 Euro – so gesehen ist das Trenoli nicht teuer, sondern eher günstig.

Für 2500 Euro bietet das Patto 20 auch einiges mehr: Hier wird ein Mittelmotor von Panasonic mit Display und 12-Ah-Akku verbaut. Von allen Markenherstellern hat Panasonic die längste Erfahrung mit Fahrradmotoren. Den Motor kann man zu Recht als ausgereift bezeichnen. Dazu kommt die wesentlich höhere Akkukapazität. Zusätzlich wurden dem Patto bessere Bremsen spendiert. Wenn auch die Tektrobremsen des Durban vollkommen ausreichend sind, fühlen sich die von Shimano doch wertiger an.

Das Durban besitzt eine 8-Gang-Shora-Kettenschaltung, das Trenoli eine 8-Gang-Nexus-Nabe mit Drehgriff. Beide liegen auf dem gleichen Niveau. Wir meinen, dass die Nabenschaltung besser zum Charakter der kleinen Räder passt.

Perfekt für den Transport

Das Trenoli sieht gut aus bei uns im frischen Blau-Metallic – aber es ist kein ausgesprochenes Designstück. Dafür ist es deutlich praktischer. Denn so cool der breite Lastenträger des Durban auch wirkt: Das Rad wird dadurch deutlich sperriger und ein Transport zur echten Aufgabe. Wer nicht gerade einen VW Bus hat, wird das Rad kaum bewegen können. Möglich wäre ein Transport nur mit einem Gepäckträger, der für vier Räder gedacht ist, wenn drei Slots für das Durban reserviert werden.

Auch in Keller und Wohnung benötigt das Rad viel Platz. Das Patto 20 hingegen wurde mit Blick auf den Transportraum konstruiert. Der Lenker lässt sich mit einem Griff abklappen, die beigelegten Pedale sind ebenfalls abklappbar. Für den Transport im Auto oder auch im Wohnmobil ist das ideal.

Echte Falträder lassen sich noch kürzer zusammenlegen, dafür wird das Paket dann aber breiter. Das Volumen bleibt gleich.

Das E-Fahrerlebnis des Trenoli rangiert dank des Panasonic-Motors über dem des Durban, zumindest wenn man die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erreicht. Dafür ist das schicke Rad auch 900 Euro billiger. Beide Räder lassen sich mit ihren kleinen, fetten Reifen sicher auch auf unbefestigten Grund bewegen. Für echten Offroad-Einsatz sind sie genauso wenig geeignet, wie Räder mit großen schmalen Reifen. Durch die geringeren Ausmaße sind sie agiler als 28er-Räder, ohne unsicher zu wirken. Die große Auflagefläche der Reifen und die Scheibenbremsen ermöglichen bei beiden Rädern starke Verzögerungen. Auch wenn man in die Eisen geht, bleiben die Räder gutmütig und kontrollierbar.

Der Lenker des Trenoli ist gerade und eher schmal, der des Durban neigt sich gemütlich zum Fahrer hin. Beide Räder sind ungefedert, dafür stecken die Ballonreifen die härtesten Schläge weg. Die Handgelenke schützen bei beiden ergonomische Handgriffe. Das Patto bietet zudem eine gefederte Sattelstütze an, das schont Wirbelsäule und Bandscheiben.

Unser Fazit

Wer ein stylisches E-Bike für die Stadt sucht und nicht unbedingt einen Radurlaub plant, sollte sich das Durban ansehen. Es ist ein echter Blickfang, und für den Weg ins Büro oder zum Markt ist der Lastträger vorn eine ideale Lösung. Selten wurden wir so häufig auf ein Fahrrad angesprochen. Die Defizite beim Antrieb sind bei dieser Radform zu verschmerzen. Hier bekommt man für wenig Geld ein sehr schönes, auffälliges Rad für die Stadt.

Ein Rad wie das Trenoli bietet sich an, wenn man auch im Urlaub, bei Ausflügen oder mit dem Boot oder dem Wohnmobil e-mobil bleiben möchte. Das Rad ist sehr viel kleiner als ein 28er-E-Bike, die Fahrleistungen liegen dank des Motors auf dem der großen E-Räder. Ideal also für Reisende.

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