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Vor Zweitliga-Spiel: ADAC-Hubschrauber föhnte Fußballplatz trocken

Was kann man nicht so alles mit dem Fluggerät des ADAC machen. Nicht nur Funktionäre und deren Nachwuchs flogen damit durch die Welt. Ein ADAC-Heli kann auch einen Rasen föhnen. Und das tat er auch.

Ein Hubschrauber des ADAC ist in Braunschweig dazu genutzt worden, einen unter Wasser stehenden Fußballplatz mit dem Wind seiner Rotorblätter trocken zu föhnen. Vor der Zweitliga-Partie zwischen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden im Jahr 2006 habe der damalige ADAC-Vorsitzende in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Reinhard Manlik, den Hubschrauber angefordert, teilte der ADAC am Mittwoch in Laatzen bei Hannover mit. Er bestätigte damit mehrere Medienberichte.

Manlik sitzt für die CDU im Braunschweiger Stadtrat. Das für die Sicherstellung der Luftrettung zuständige Innenministerium habe den Flug damals gerügt, woraufhin der Einsatz von der Stadt Braunschweig bezahlt worden sei, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Mit dem Jet in den Tauchurlaub

Mit diesem Detail ist die Skandalserie um den ADAC um eine Episode weiter. Die "Bild"-Zeitung berichtet zudem, eine frühere Führungskraft des Vereins habe ihren Sohn mit einem Rettungs-Jet in den Urlaub fliegen lassen. Er und ein Freund hätten damals ihren Abflug nach Ägypten zu einem Tauchurlaub versäumt. Mit dem Jet - ausgestattet mit Intensivmedizin-Geräten und für schwere Notfälle gedacht - wurden die beiden nach Ägypten mitgenommen. Der Jet soll in das Land geflogen sein, weil dort ein kranker Deutscher abgeholt und nach Hause gebracht werden sollte. Dem "Bild"-Bericht zufolge unterschrieb die Frau später einen Auflösungsvertrag. Der ADAC bestätigte inzwischen den Bericht.

Vertrauen verspielt

Laut einer Forsa-Umfrage für den stern haben mittlerweile 46 Prozent der Deutschen eher geringes (29) oder sehr geringes Vertrauen (17) in den ADAC. Ein Teil der rund 19 Millionen ADAC-Mitglieder möchte sogar persönliche Konsequenzen ziehen: Der Umfrage zufolge überlegen 7 Prozent, mithin gut 1,3 Millionen Mitglieder, den Pannendienst zu verlassen.

Auch die Kritik an der Nutzung der Hubschrauberflotte des Vereins geht weiter: Der ADAC bestätigte einen Bericht des stern , wonach auch die Vorsitzenden der ADAC-Regionalclubs mit den Rettungshubschraubern in die Luft gegangen sind. Dies sei aber ausschließlich im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit bei Veranstaltungen geschehen, sagte eine Sprecherin. Bislang hatte der ADAC rund 30 Helikopterflüge von Präsidiumsmitgliedern in den vergangenen Jahren eingeräumt.

Angesichts der vielen Enthüllungen, die mit Manipulationen bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" begonnen hatten, will sich der Verein neu aufstellen. Die Struktur des Autoclubs und seiner wirtschaftlichen Aktivitäten will Präsident Meyer nun überprüfen lassen. Die Mitglieder sollen mehr eingebunden werden. In einer außerordentlichen Hauptversammlung, der ersten seit 66 Jahren, soll die Neuausrichtung beschlossen werden. Das Präsidium sei "überzeugt, dass nur ein umfassendes Maßnahmenpaket die Glaubwürdigkeit des ADAC wieder herstellen" könne.

Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) sprach von einem "notwendigen ersten Schritt" zur Rückgewinnung verlorenen Vertrauens. "Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Produkttests und Umfragen nicht manipuliert werden", sagte Maas. Standards für Tests und Umfragen sollten offengelegt und zumindest ein Vier-Augen-Prinzip eingehalten werden. Darüber hinaus "werden wir auch mit dem ADAC reden", sagte der Minister.

anb/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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