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Vorgebliche Bewerbung: Aktuelle Abzock-Masche: So richten Betrüger ein Bankkonto in Ihrem Namen ein

Identitätsdiebstahl wird im Internet zu einem immer größeren Problem. Aktuell wird vor einer Masche gewarnt, mit der sich Betrüger im Namen von unbescholtenen Menschen ein Bankkonto einrichten - und sich von ihnen dabei sogar helfen lassen.

Die Betroffenen wissen gar nicht, dass sie ein neues Konto eröffnet haben (Symbolbild)

Die Betroffenen wissen gar nicht, dass sie ein neues Konto eröffnet haben (Symbolbild)

Getty Images

Es klingt wie eine klassische Job-Ausschreibung: Firmen suchen auf Ebay-Kleinanzeigen oder Job-Portalen nach Mitarbeitern in Teil- oder Vollzeit im Home Office. Teilweise werden auch Arbeitssuchende direkt als Antwort auf ihre Gesuche angeschrieben. Die Angebote sind in ordentlichem Deutsch verfasst, wirken auf den ersten Blick seriös. Doch dahinter steckt eine knallharte Abzockemasche, an deren Ende die Bewerber ein Bankkonto unter ihrem eigenen Namen eröffnen - ohne etwas davon zu wissen.

Davor warnt aktuell der gemeinnützige Verein "Watchlist Internet". Demnach treten in Deutschland und Österreich vorgebliche Firmen wie "CEBIT GmbH" an Jobsuchende heran. Die Angebote erscheinen realistisch, einem Betroffenen wurden etwa für 20 Wochenstunden im Home Office 1549,99 Euro Brutto monatlich angeboten. Keine Beträge also, bei denen man sofort Verdacht schöpfen würde. 

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So funktioniert die Betrugsmasche

Spätestens beim nächsten Schritt sollte man aber misstrauisch werden. Die Firma fordert sämtliche persönliche Daten des Bewerbers, etwa Adresse und Familienstand, zudem behauptet man, einen Scan des Personalausweises zu benötigen. Begründet wird das damit, dass es wegen des Home Office nicht zu einer persönlichen Bewerbung käme. Diese Daten an Unbekannte zu senden, wäre an sich schon gefährlich genug. Doch sie sind nur ein Vorspiel zum wirklichen Ziel.

Den neuen Mitarbeitern wird nun nämlich vorgegaukelt, sie sollten die Video-Identifikation von Banken testen. Bekannt sind etwa Fälle bei N26. Dabei wird ihnen eingebläut, sich keinesfalls als Tester zu erkennen zu geben. Was die "Tester" nicht wissen: Im Hintergrund haben die Betrüger tatsächlich ein Konto unter dem Namen des Opfers eröffnet - und lassen es sich nun ganz offiziell bei der Bank bestätigen. Die Mitarbeiter des Video-Ident-Dienstes ahnen nichts davon, auch die Bank glaubt, einen ganz gewöhnlichen Kunden gewonnen zu haben. Und die Betrüger können am Ende ganz offiziell ein Konto unter dem Namen des Opfers betreiben, von dem dieses nicht einmal etwas ahnt.

Gefährliche Konten

Aufgeflogen ist die Masche per Zufall, erklärt Declan Hiscox von "Watchlist Internet". "Wohl durch einen Fehler der Betrüger hatte eine der Betroffenen eine Debitkarte für das neue Konto in der Post erhalten und sich an die Polizei gewandt." Die Abzocker gehen bei der Registrierung der Konten sehr gewissenhaft vor. "Sie legen sogar echt klingende E-Mail-Adressen für das jeweilige Opfer an", so Hiscox.

Mit den Konten lässt sich viel Schindluder treiben. Besonders dramatisch ist etwa eine Nutzung für Geldwäsche, sie kann den Betroffenen sogar juristischen Ärger einbringen, wenn die Polizei ihr auf die Schliche kommt. Auch das Einrichten und Ausnutzen eines Dispokredits sind denkbar. Die Opfer blieben dann auf Schulden und einer gesunkenen Kreditwürdigkeit sitzen. Wer auf die Masche hereingefallen ist, sollte sich deshalb so schnell es geht an die Polizei sowie die jeweilige Bank wenden.

Der Verein warnt entsprechend davor, Personal-Dokumente an Unbekannte zu schicken. Sollte man für eine Bewerbung oder ähnliches nicht daran vorbeikommen, empfiehlt "Watchlist Internet" ein Wasserzeichen über den Scan zu legen, das klar den Empfänger des Dokuments und das Datum nennt. So wird der Scan für Kriminelle wertlos. Wie man ein solches Wasserzeichen setzt, erfahren Sie hier

Quelle: Watchlist Internet

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