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Silk-Road-Betreiber Ross Ulbricht verurteilt: Der Aufstieg und Fall des Cyber-Drogenbarons

Silk Road war der größte Drogenumschlagplatz im Netz und machte Ross Ulbricht zum Millionär. Nun wurde er vor Gericht zu lebenslanger Haft schuldig gesprochen. Wer ist der Mann?

Von Christoph Fröhlich

Der ehemalige Silk-Road-Betreiber Ross Ulbricht wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der ehemalige Silk-Road-Betreiber Ross Ulbricht wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Man braucht viel Ehrgeiz, ein gutes Timing und etwas Glück, um es im Silicon Valley zu etwas zu bringen. Hier, im südlichen Teil der der San Francisco Bay Area, versuchen jeden Tag Tausende von Entwicklern, das nächste Facebook, Twitter oder Google aus dem Boden zu stampfen. Oft kommen sie über die Garage nicht hinaus, nur wenigen gelingt es, den internationalen Markt aufzumischen.

Einer, der das geschafft hat, ist Ross William Ulbricht. Er hat Physik und Ingenieurswissenschaften in Austin im US-Bundesstaat Texas studiert und ist Mitte zwanzig, als er beschließt, die Welt zu verändern - auf seine Weise. Er will nicht noch ein soziales Netzwerk oder einen weiteren Pinterest-Klon auf die Welt loslassen. Seine Vision: das nächste Amazon. Doch statt Büchern und Heckenscheren wird es auf seinem Online-Marktplatz Drogen, Hackerangriffe und gefälschte Ausweise geben.

Innerhalb von zweieinhalb Jahren wird Ulbricht zu einem der größten Internet-Drogenhändler der Welt. Er verdient Millionen und wird zur Nummer eins eines weltweiten Drogenimperiums. Ein Krimineller, der US-Behörden zufolge selbst vor Mord nicht zurückschreckt.

Nun muss Ulbricht lebenslang ins Gefängnis. Das entschied am Freitag ein New Yorker Gericht. Er wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen, unter anderem Beihilfe zur Verbreitung illegaler Betäubungsmittel. Zudem soll er ein kriminelles Unternehmen mit mehr als fünf Personen unter seiner Aufsicht betrieben haben

Ulbricht gelang ein beispielloser, krimineller Aufstieg, doch er brachte sich selbst zu Fall. Wer ist der Mann, der in kurzer Zeit zum Cyber-Drogenbaron wurde?

Silk Road - ein Ebay für Dealer

Im Frühjahr 2011 wird die Online-Plattform Silk Road ("Seidenstraße") gegründet, kurz nach dem Start kauft Ulbricht das Projekt und arbeitet mit dem Gründer zusammen, um die Software zu verbessern. Schnell wird Silk Road zum Tummelplatz für Cyberkriminelle. Hier gibt es beinahe alles, was das kriminelle Herz begehrt, zu Spitzenzeiten sind im Frühjahr 2013 mehr als 10.000 Produkte im Angebot. 70 Prozent davon sind Drogen, darunter Ecstasy-Pillen, Kokain oder LSD. Auch Dienstleistungen werden auf Silk Road feilgeboten: So kann man gegen ein kleines Entgelt Accounts von sozialen Netzwerken hacken lassen, einige Händler bieten auch geklaute Netflix-Konten an. Selbst gefälschte Nebenkostenabrechnungen und Kreditkartenauszüge gibt es zu kaufen.

Über das normale Internet ist die Seite nicht zu erreichen, man muss mit einer Anonymisierungs-Software tief ins sogenannte Darknet vordringen, der Schmuddelecke des Internets. Offenbar ist das für viele Nutzer kein Hindernis: Mehr als eine Million User trieben sich laut FBI-Angaben auf dem Portal herum. Wie bei Ebay oder Amazon konnten die Käufer die Händler auf einer Fünf-Sterne-Skala bewerten. Bezahlt wurde ausschließlich über Bitcoins, einer virtuellen Währung. Eine Bitcoin-Münze besteht aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben und wird nicht durch Notenbanken erzeugt, sondern durch Computer, die komplizierte Rechenaufgaben lösen. Kein Staat beeinflusst den Wechselkurs und keine Bank bürgt für die virtuelle Währung. Mit ihr kann anonym gezahlt werden.

Der Drogenbaron aus dem Nachbarzimmer

Silk Road machte Ulbricht reich: Er verdiente an jedem Deal mit, zigtausende Dollar Umsatz am Tag. Die Plattform spülte seit dem Start etwa 15,8 Millionen US-Dollar auf sein Konto, 1,2 Milliarden wanderten Schätzungen zufolge insgesamt über die virtuelle Ladentheke. Trotz seines millionenschweren Vermögens hielt Ulbricht seine unscheinbare Fassade für die Außenwelt aufrecht: Die zwei Männer, die mit Ulbricht in der 15th Avenue zusammenwohnten und sich selbst Drew und Brandon nennen, sprachen mit der US-Zeitschrift "Forbes" über ihren kurzzeitigen Untermieter.

Ulbricht fand die Wohnungsanzeige auf Craigslist, einem Kleinanzeigenportal in den USA, und stellte sich als "freundlicher und sauberer Texaner" namens Josh vor. Er zog es vor, die Miete in Höhe von 1200 US-Dollar bar zu bezahlen. Stutzig machte das die Mitbewohner aber nicht: Er habe kein Handy und sei erst aus Sydney hergezogen, erklärte er ihnen. Mehrere Monate hatte Brandon mit Ulbricht zusammengewohnt, er sei "ein ganz normaler Kerl" gewesen, sagt er in dem Interview. Er sei freundlich und nett und habe nur wenige Dinge besessen - einen Laptop und ein paar Klamotten. Die meiste Zeit habe er in seinem Zimmer verbracht, den Kontakt zu Freunden habe er abgebrochen.

Er verließ so gut wie nie das Haus, selbst am 4. Juli, Amerikas Nationalfeiertag, blieb er in der Wohnung und kochte für sich alleine. Das Geld, das Ulbricht im Internet mit Drogen verdiente, gab er nicht aus. Niemand aus seinem nahen Umfeld glaubte, dass der unauffällige, junge Entwickler der Kopf hinter Silk Road war.

Diese Zeichnung zeigt Ross Ulbricht im Gerichtssaal.

Diese Zeichnung zeigt Ross Ulbricht im Gerichtssaal.

So fanden die Ermittler den Drogenkönig

So unscheinbar Ulbricht im echten Leben war, im Internet war er der gefürchtete "Dread Pirat Roberts" ("Grausamer Pirat Roberts"), eine Figur aus dem Film "Die Braut des Prinzen". Um sein lukratives Geschäft am Laufen zu halten, soll er dem FBI zufolge zwei Auftragsmorde befohlen haben. Einer richtete sich gegen einen Kanadier, der von Ulbricht im März 2013 500.000 Dollar erpressen wollte. Im Gegenzug würde er keine Liste mit Klarnamen einer großen Anzahl von Silk-Road-Usern veröffentlichen. Ulbricht soll daraufhin einem Auftragskiller 150.000 Dollar auf den Tisch gelegt haben. 24 Stunden später schrieb ihm der Auftragsmörder den Gerichtsakten zufolge: "Dein Problem hat sich gelöst … er wird niemanden mehr erpressen. Nie mehr."

Ob der Mord ausgeführt wurde, ist nicht bekannt. Laut Anklageschrift ist kanadischen Behörden kein entsprechender Todesfall bekannt. Im zweiten Fall beauftragte Ulbricht den Gerichtsakten zufolge einen Undercover-Ermittler, der einen Silk-Road-Mitarbeiter erst foltern, dann töten sollte. Ulbricht soll dafür 80.000 Dollar gezahlt haben, der verdeckte Ermittler soll im Gegenzug ein gefälschtes Beweisfoto geschickt haben. Das habe Ulbricht zunächst schockiert, doch kurz darauf soll er gesagt haben: "Ich glaube nicht, dass ich mich falsch entschieden habe."

Im Juni 2011 berichtete das populäre US-Blog "Gawker" über Silk Road, daraufhin gab es einen riesigen Medienhype. Auch US-Behörden wurden auf die Plattform aufmerksam. Mehr als ein Jahr ermittelte die Polizei an dem Fall, schreibt der "Guardian". Geleitet wurden die FBI-Untersuchungen von Christopher Tarbell. Er ist kein Unbekannter im Kampf gegen Cyberverbrechen: Tarbell war bereits an der Verhaftung von Hector Monsegur (Deckname Sabu) im Jahr 2011 beteiligt, einem der leitenden Köpfe des Anonymous-Kollektivs.

Ulbricht hinterließ viele Spuren

Das FBI kam "Dread Pirate Robert" auf die Schliche, weil dieser seine Identität mehrfach preisgegeben hatte. So bewarb er unter dem Nickname "altoid" im Januar 2011 auf mehreren Webseiten die Plattform Silk Road. Acht Monate später postete er dort einen Beitrag, in dem er eine E-Mail-Adresse hinterließ: rossulbricht@gmail.com. Dieser Post wird ihm zum Verhängnis.

Über eine Anfrage bei Google finden die Ermittler heraus, wem der Account gehört. Der Anklageschrift der US-Behörden zufolge verfügte Ulbricht auch über ein Google+-Profil und einen Youtube-Account. Das Profilbild aus Google+ verwendete Ulbricht auch auf seinem LinkedIn-Profil, dem US-Pendant des Karrierenetzwerks Xing. Auf Youtube favorisierte Ulbricht vor allem Videos des "Mises Institute", ein wirtschaftswissenschaftliches Institut, dessen Theorien er unter dem Decknamen "Dread Pirate Roberts" auch über Silk Road verbreitete.

Ein entscheidendes Indiz entdeckten die Ermittler auf der Programmierseite "Stackoverflow". Dort fragte Ulbricht unter Angabe seines echten Namens, wie man sich mit dem Tor-Netzwerk verbinden kann. Er fügte seinem Post ein paar Zeilen Programmcode hinzu, die sich auch auf den späteren Silk-Road-Servern fanden. Ulbricht schien seinen Fauxpas schnell gemerkt zu haben, innerhalb einer Minute änderte er seinen Nickname auf "frosty" - doch es war zu spät.

"Der sieht aus wie unser Untermieter"

Am 1. Oktober 2013 wurde Ulbricht vom FBI verhaftet. Es war ein sonniger Dienstagnachmittag, als um 15.15 Uhr FBI-Beamte in Zivilkleidung die Glen Park Bibliothek in der Diamond Street in San Francisco betraten und Ulbricht in der Science-Fiction-Abteilung festnahmen. In den Tagen darauf, als alle Zeitungen von der Festnahme berichteten, kaufte ein junger US-Amerikaner die Zeitung "Examiner" und sah Ulbrichts Gesicht auf der Titelseite, schreibt der "Guardian". Er machte mit seinem Handy einen Schnappschuss und schickte es an seinen Mitbewohner. "Lustig", sagte er. "Der sieht aus wie unser Untermieter." Sein Kumpel antwortete: "Er sieht nicht nur so aus. Er ist es", darunter ein Link zu einem Artikel. Der junge Amerikaner fasste sich kurz: "Heilige Scheiße."

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.