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Android 3.0 "Honeycomb": Googles flotter Dreier

Konkurrenz für Apples iPad: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona gibt es die ersten Tablet-PCs zu sehen, die auf Googles neuem Android-Betriebssystem "Honeycomb" laufen. stern.de hat aus der Honigwabe genascht.

Von Ralf Sander, Barcelona

Kleine grüne Männchen überall. Das Maskottchen des Smartphone-Betriebssystems Android - ein kleiner grüner Roboter - grinst dem Besucher des Mobile World Congress (MWC) im Minutentakt entgegen. Von T-Shirts, als Bonbonschalen-Halter am Messestand, sogar als Ansteck-Pin in rund 40 Varianten. Wer irgendetwas mit Googles Betriebssystem Android zu tun hat, bekennt sich dazu - ob App-Entwickler, Businesspartner oder Gerätehersteller. Und so dominiert in Barcelona nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch Android die weltgrößte Messe für mobile Kommunikation.

Apple, der große Gegner, fehlt allerdings, wie immer. In der Welt der Smartphones sind iPhone und die Android-Geräte die Supermächte. Bei den derzeit angesagten Tablets hat Google dem iPad von Apple nichts entgegenzusetzen – bis jetzt. Die heiß erwartete, speziell für Tablets optimierte Android-Version 3.0 steht kurz vor der Fertigstellung. stern.de hat auf dem MWC das Betriebssystem mit dem Codenamen "Honeycomb" (Honigwabe) erstmals ausprobiert.

Größe zählt doch

Weil Tablets größere Displays haben als Smartphones, bedient Android 3.0 höhere Auflösungen als die bisherigen Versionen. Beim Xoom des US-Herstellers Motorola mit seinem 10,1-Zoll-Bildschirm sind das beispielsweise 1280 x 800 Pixel. Doch die neue Schärfe ist nicht die offensichtlichste Veränderung: Bei "Honeycomb" herrscht viel Bewegung auf der Oberfläche. "Eine der wichtigsten Neuerungen sind die aktiven Widgets", sagt Motorola-Manager Andrew Morrow. Widgets gibt es bei Android schon länger - das sind Informationsschnipsel, die zum Beispiel das Wetter, den nächsten Termin oder aktuelle Nachrichten anzeigen und beliebig auf dem Bildschirm angeordnet werden können.

"Mit den neuen, aktiven Widgets kann der Nutzer interagieren. Früher startete sofort das dazugehörige Programm, wenn man ein Widget antippte", erklärt Morrow. Bei "Honeycomb" hingegen kann man sich beispielsweise im E-Mail-Widget mit einer Fingerbewegung durch die Nachrichten scrollen und die gesuchte Mail direkt aufrufen. Genauso funktioniert auch das Kalender-Widget. Fotos, aber auch die Browserfavoriten, können als eine kleine Bildergalerie dargestellt werden. Besonders stolz ist Morrow auf das neue Youtube-Widget: Die Vorschaubilder der Videos werden schräg hintereinander angeordnet, man kann wie durch eine Sammlung von Plattencovern blättern. Macht der User nichts, wird automatisch alle paar Sekunden weitergeblättert. Für Youtube-Videos gibt es außerdem eine aufgehübschte Abspielstation. Einen Riesensprung hat auch die überarbeitete Version von Googlemail gemacht, die neue mehrspaltige Darstellung ist übersichtlicher und praktischer.

Hübsch und aufgeräumt

Generell sieht "Honeycomb" edler aus als die bisherigen Smartphone-Androids, dank hübscher Animationen und neu gestalteter Designelemente. Die aktiven Programme kann man sich als kleine Fenster anzeigen lassen und so schnell zwischen ihnen hin- und herspringen - ähnlich wie beim Mac und Windows. Und wer Widgets oder Programmsymbole auf dem Desktop ablegen oder verschieben will, muss sich nicht mehr mühsam durch die fünf für Android typischen Bildschirmseiten scrollen, um einen freien Platz zu finden. Bei "Honeycomb" teilt sich dafür der Bildschirm, in der oberen Hälfte gibt es die Vorschau aller fünf Seiten, während unten alle zur Verfügung stehenden Icons und Widgets versammelt sind. Sie können einfach an ihren Platz in der Übersicht gezogen werden. Kurz: Für die großen Bildschirme der Tablets wurde Android ein ordentlicher Wohlfühlfaktor spendiert. Dazu passt auch, dass "Honeycomb"-Geräte keine Tasten mehr haben. Die vier Tasten, die für Android-Smartphones Pflicht sind, wurden durch Schaltflächen am unteren Bildschirmrand ersetzt.

Der erste Eindruck von Android 3.0 ist positiv, sein wahres Potenzial wird aber erst dann deutlich werden, wenn mehr Apps verfügbar sind. "Es wird einen speziellen Android-Markt für 'Honeycomb' geben", sagt Motorola-Mann Andrew Morrow, "das ist schon aufgrund des größeren Bildschirms und der aktiven Widgets notwendig." Apps, die nicht für Android 3.0 angepasst wurden, werden zwar laufen, allerdings aufgrund ihrer geringeren Auflösung entweder sehr pixelig aussehen oder einen schwarzen Rand haben. "Das entscheiden die App-Entwickler", so Morrow.

Warum so spät?

Neben dem Xoom von Motorola gibt es auf dem MWC nur zwei weitere funktionsfähige "Honeycomb"-Vorserienmodelle, die ausprobiert werden können: das Galaxy Tab 10.1 von Samsung und das LG Optimus Pad. Diese Modelle unterscheiden sich bei der Hardwareausstattung zum Teil deutlich, das Betriebssystem selbst fühlte sich aber auf allen gleich an. Hersteller wie Toshiba, Asus oder Acer haben auch Geräte angekündigt, zeigen sie aber nicht. Sie sind einfach nicht so weit. "Einige Unternehmen haben engere Beziehungen zu Google als andere und werden als bevorzugte Partner früher in die Entwicklung mit einbezogen", erklärt Acer-Manager Stefan Ketzer, weshalb die neuen Iconia-Tablets noch mit einem alten Android gezeigt werden. "Das kann sich mit jedem Durchgang ändern. Diesmal gehören wir nicht dazu." Manche Partner stellen Google außerdem frühzeitig Geräte zur Verfügung, damit Hard- und Software aufeinander abgestimmt werden können. Motorola-Manager Morrow: "Das Xoom ist das Referenzdesign. Wir haben 150 Ingenieure direkt bei Google sitzen gehabt und rund 450 Geräte für die Entwicklung zur Verfügung gestellt."

Ab dem zweiten Quartal, vermutlich im April oder Mai, wird ein ganzer Schwarm Tablets mit Android 3.0 auf den Markt kommen. Dann wird Apple auch sein iPad 2 vorstellen und zeigen, ob und wie es den Vorsprung von einem Jahr genutzt hat. Einen "wahren Tablet-Krieg" hat LG-Boss Jong-Seok Park auf der Präsentation des Optimus Pad für dieses Jahr prophezeit, nachdem 2010 nur einige wenige Geräte stark unterschiedlicher Qualität veröffentlicht wurden. Die großen und auch kleineren Hersteller bringen ihre Tablet-Truppen in Stellung, viele setzen auf Android als Waffe.

Google - provozierend entspannt

Und was macht Google? Zumindest auf dem MWC gibt sich der Konzern fast unverschämt entspannt. Der Stand ähnelt einem Freizeitpark, komplett mit Rutsche und Saftbar. Mannshohe Statuen des grünen Androiden in bizarren Verkleidungen bilden Themenschwerpunkte: Ein Android im Bikini? Hier geht es um Reise-Apps. Mit Mantel, Hut und Kamera? Klar, da sind Presse-Apps zu sehen. Und irgendwo dazwischen wird auch ein bisschen "Honeycomb" gezeigt. Als ein flauschiges Projekt von vielen. Das harte Business können die anderen machen. Als wollte Google sagen: "Euren Tablet-Krieg fechtet mal schön unter euch aus. Wir gewinnen sowieso."

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.