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Boom: Der Swimmingpool im eigenen Garten – die Alternativen für überfüllte Strände

Deutschland steht ein Hitzesommer bevor und nicht jeder wird wegen der Auflagen einen Platz am Strand ergattern. Die einfachste Art, Kinder zu bespaßen, ist ein Wasserbecken im Garten. Wir stellen die Möglichkeiten vor, vom einfachen Planschbecken bis hin zum edlen Whirlpool.

Ein Außenwhirlpool ist die edelste Form des Planschbeckens. 

Ein Außenwhirlpool ist die edelste Form des Planschbeckens. 

Getty Images

Europa steht ein Rekordsommer bevor – ausgerechnet zur Corona Zeit. In Großbritannien werden die Strände von Massen gestürmt. In Cornwall herrscht mediterranes Klima – Badefreuden wären eigentlich kein Problem. Doch Abstand und Social Distancing ignorieren die Briten am Beach.

Für Badefreunde sind das düstere Perspektiven, denn dahinter steht ein unlösbares Problem. Es ist gut möglich, dass die britische Regierung die Strände kurzerhand komplett schließt, dann badet dort niemand. Vielleicht gelingt es, wie am Mittelmeer mit Absperrbändern Distanzzonen beim Sonnenbaden einzuführen. Doch dann darf auch nicht jeder an den Strand, der es will. Die Kapazität sinkt erheblich. Im Fall der britischen Strandinvasion würde das bedeuten: der Großteil der Erholungssuchenden sieht das Meer nur von Weitem.

Das ist ein Problem, dass viele Ferienregionen teilen, immer dann, wenn viele Betten auf schmale Strände treffen. Und auch der Hotelpool wird keine Erfrischung bieten. Wo normalerweise Liege an Liege steht, müssen nun große Distanzlücken gelassen werden. Die unausweichliche Folge: Auch hier stehen deutlich weniger Plätze zur Verfügung.

Ein echter Swimmingpool

Kein Wunder also, dass in ganz Europa das Baden im eigenen Garten Konjunktur hat. In vielen Ländern boomen Swimmingpools – etwa in Spanien, das einen Rekordsommer erwartet. Doch ein echter Swimmingpool, mit einem richtigen Schwimmbecken, das in einer Grube ruht, ist mit hohen Kosten und Aufwand verbunden. Mit 15.000 Euro sollte man auf jeden Fall rechnen - eher mit mehr. Denn nach Bau des Swimmingpools muss der umgebende Garten neu angelegt werden. Diese Investition sollte gut überlegt werden.

In den späten 1960er Jahren gab es in Westdeutschland schon einmal einen Pool-Boom – in den 1970er Jahren waren die meisten Becken dann verwaist, nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, lohnte sich der Betrieb nicht mehr. Häufig gammelten die aufgegebenen Becken Jahre vor sich hin, weil die Besitzer den teuren Abriss und Rückbau der Grube scheuten.

Und auch wenn man sich jetzt für einen richtigen Pool entscheidet, das ist ein Projekt, das nicht in der nächsten Woche fertig wird. Vermutlich werden Sie erst in der nächsten Saison darin baden können.

Zum Glück gibt es günstigere Alternativen, bei denen der Preis auch dann noch stimmt, wenn sie nur ein paar Jahre benutzt werden.

Minibecken

Sollen vor allem kleine Kinder bespaßt werden, ist schon das altbekannte Planschbecken eine Alternative. Kleine Kinderplanschbecken zum Aufblasen gibt es ab 10 Euro. Größere bis zu 50 Euro. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen. Kleine Kinder juchzen und toben auch in so einem Minibecken ausgelassen herum. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass so ein Becken keine Anschaffung fürs Leben ist und vermutlich in einer Saison verschlissen ist.

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So ein Riesenbecken kostet etwa 200 Euro.

So ein Riesenbecken kostet etwa 200 Euro.

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Planschbecken in XXL

Nur für Teenies und Erwachsene ist so ein Minibecken nicht geeignet. Die 14-jährige Tochter wird es als peinliche Zumutung ansehen. Aber es gibt auch Planschbecken in XXL. Bei einer runden Form wäre das ein Durchmesser von über zwei Metern, rechteckig Becken können bis zu zwei mal drei Metern messen. Auch die Tiefe nimmt zu. Zum Schwimmen reicht das bei Weitem nicht, aber doch zum Relaxen im kühlen Nass. Derartige Becken kosten etwa 100 Euro – hier sollte man unbedingt auf beigefügtes Flickzeug achten.

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Das altbekannte Fahrradflickzeug eignet sich für die meisten Kunststoffe nicht. Außerdem benötigen Sie eine spezielle Folie, die verhindert, dass kleine Steine aus dem Boden das Becken beschädigen. Und nicht zuletzt brauchen Sie auch eine Pumpe, um das große Becken in absehbarer Zeit aufzublasen. Da es zu Hause verwandt wird, kann es auch eine Pumpe mit Stromanschluss sein.

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Bei Planschbecken ob klein oder groß wird das Wasser nicht gefiltert. Einerseits müssen Sie nicht die Kosten für eine Filteranlage bezahlen, aber andererseits müssen Sie das Wasser regelmäßig wechseln. Sie kommen nicht den ganzen Sommer mit einer Wasserfüllung aus. Die Methode, das Wasser einfach wegzuschütten, stößt ab einer gewissen Größe des Beckens an seine Grenze. Faustregel: Wenn Sie ein klein wenig "schwimmen" wollen, müssen Sie an eine Filteranlage und auch an eine Abdeckung des Beckens denken.

Aufstellbecken

Wer schwimmen will, benötigt ein Aufstellbecken. In der Rundform haben sie meist drei bis vier Meter Durchmesser, die Wassertiefe beträgt dann etwa einen Meter. Dabei gibt es zwei Grundprinzipien: Die wasserdichte Folie hängt entweder in einem Metallrahmen oder das Becken wird außen von einer Wand abgeschirmt. Als Material kommen dann Metall, Holz oder Polyrattan zum Einsatz.

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Die zweite Variante ist stabiler und sieht besser aus. Sie ist aber auch doppelt so teuer und benötigt zerlegt mehr Stauraum. Ein Becken dieser Größe muss zwingend mit einem Filter betrieben werden, dazu gehört eine Leiter zum Ein- und Aussteigen, eine Abdeckplane und eine Folie für den Untergrund. Aber Achtung: Das Wasser wird nicht nur gefiltert, es werden auch Chemikalien zugegeben. Es muss allerdings nicht immer Chlor sein, es gibt verträgliche Alternativen.

Komplett-Sets mit Rahmenbauweise gibt es schon für 350 und 500 Euro – bis zu einer Größe vier Meter. Sets mit fester Wand liegen schon um 1000 Euro. Es gibt auch XXL-Becken von sieben und mehr Metern Länge, das sind aber Seltenheiten. Diese Aufstellbecken können, wenn sie ordentlich behandelt werden, viele Jahre halten. Undichten Stellen lassen sich mit entsprechendem Flickzeug leicht reparieren.

Außenwhirlpool

Das Planschbecken für Erwachsene ist ein Außenwhirlpool. Aufblasbare Exemplare sehen von Weitem auch aus wie ein Kinderbecken in XXL. Sie werden meist mit einem Set vertrieben – Abdeckung, Filter und anderes Zubehör ist dann inklusive. Whirlpools haben zudem eine Besonderheit: Sie werden beheizt und können auch genutzt werden, wenn die Temperatur frischer wird. Aufblasbare Außenwhirlpools kosten im Set ab etwa 1200 Euro. Außerhalb der Saison können sie halbwegs platzsparend abgestellt werden. Alternativ kann man sie auch relativ einfach in einem Innenraum aufstellen.

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Festgefügte Außenwhirlpool sind meist deutlich aufwendiger ausgestattet – etwa, was die Massagedüsen angeht. Hier liegt man nicht auf einem aufgeblasenen Plastikkissen, sondern streckt sich auf einer ergonomisch geformten Wanne aus. Es kommt echtes Whirlpool-Feeling auf. Gereinigt wird mit einem Ozon-Generator. Die Preise liegen aber auch um 5000 Euro – das ist ein deutlicher Preissprung zu allen hier genannten Varianten. Den Winter muss der Pool abgedeckt im Freien verbringen. Im Prinzip kann auch ein festgebauter Whirlpool bewegt werden, wenn das Wasser zuvor abgelassen wurde. Aber wenn er nicht komplett demontiert wird, bleibt es doch ein sehr großer und schwerer Block. Man wird ihn nicht einfach in den Keller transportieren können. Die Geräte werden mit 220 Volt betrieben, benötigen aber häufig eine eigene, extra abgesicherte Leitung, die ein Installateur legen muss. Sie dürfen nicht einfach in eine Verlängerungsdose eingestöpselt werden.


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