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Interview mit Thilo Mischke: "Ich bin ebenso unberechenbar wie der Zuschauer"

Sieben Tage ohne Privatsphäre: stern-Reporter Thilo Mischke wird eine Woche in einem Glaskasten auf dem Burgplatz in Essen leben. Im Interview erzählt er, warum er das kuriose Experiment wagt.

Thilo Mischke im "Galileo"-Experiment: "Was kriegt man noch alles über mich raus?"

Was passiert, wenn die Privatsphäre verschwindet und das Leben komplett öffentlich wird? stern-Reporter Thilo Mischke probiert es für den Fernsehsender Pro Sieben aus. Eine Woche lang lebt er in einem Glascontainer auf dem Burgplatz im Herzen von Essen. Jede Bewegung, die der 33-Jährige macht, kann von allen, die vorbeigehen, beobachtet werden. Wenn er telefoniert, erschallt das Gespräch aus Lautsprechern über den Platz. Seine Textnachrichten erscheinen auf einem großen Display an der Außenwand des Wohn-Containers. Dort sieht man auch, welche Seiten er gerade im Internet aufruft. Alle Fotos, die der Reporter im Handy gespeichert oder irgendwann mal im Internet hochgeladen hat, sind vor der Glasbox auf einem Touchscreen einsehbar.

Die Zuschauer beeinflussen das Experiment: Auf der "Galileo"-Homepage können sie die Challenges mitgestalten. Warum Thilo Mischke sich dieser Erfahrung aussetzt und was er auf keinen Fall tun würde, erzählt er im Kurzinterview.

Thilo Mischke im "Galileo"-Experiment: "Man kann mit Google sehen, was man ist"

Thilo, ab 20. Juli lebst du sieben Tage lang unter Maximalüberwachung. Was motiviert dich mitzumachen?
Die Extreme liegen im Kleinen, dachte ich mir, als ich davon gehört habe. Öffentlichkeit ist ein abstrakter Begriff. Ich will wissen, wo der Unterschied zwischen individueller Öffentlichkeit auf der Facebook-Seite, bei Instagram oder Twitter und der inszenierten Öffentlichkeit eines Fernsehprogramms liegt. Diese beiden Phänomene gleichzeitig zu erleben ist eine äußerst Interessante Erfahrung. Glaube ich. Hoffe ich.

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Was denkst du, was in dieser Zeitspanne passieren wird?
Ich habe keine genaue Vorstellung davon, wie sich eine allgegenwärtige Öffentlichkeit anfühlt. Es wäre so, als würde mich jemand fragen, wie ich mir einen Außerirdischen vorstelle – den habe ich noch nicht gesehen und kann ihn mir deswegen nicht vorstellen. Lediglich aus Versatzstücken zusammenstellen. Und so wird das dann wohl auch in dem Container sein. Die Bewusstmachung einer Edward Snowdenschen Totalüberwachung, Orwells 1984 Big Brother auf der Schulter, und, das wird das Interessanteste, die Beraubung meiner Freiheit. Alles drei zusammen ist mit Sicherheit unangenehm, aber interessant zu erleben.

Was könnte aus deiner Sicht schlimmstenfalls passieren?
Ich gehe nicht davon aus, dass dieses Experiment bleibende Schäden hinterlässt. Am meisten fürchte ich, dass ich meine jetzige Leichtsinnigkeit bereuen werde. Nicht unähnlich dem, was eine Milliarde Facebook Nutzer denken, wenn sie tagtäglich diese Maschine mit privaten Informationen füttern. Jetzt ist es lustig, aber was passiert danach? Für den Zuschauer ist das Projekt irgendwann beendet, aber meine Daten schlummern als Live-Video irgendwo im Internet und verraten mehr über mich, als mir lieb ist. Wie ich lebe, wie ich mit Stress umgehe …

Was wäre bei diesem Experiment ein absolutes Tabu für dich?
Ich mache keinen Polygraphentest. Ich will das Klo als überwachungsfreie Zone. Nacktheit ist ein Tabu. Das Schöne allerdings ist: Da ich ja ein Mensch bin, keine Reportermaschine, bin ich ebenso unberechenbar wie der Zuschauer.

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.