VG-Wort Pixel

News zum Coronavirus Corona: RKI meldet 1345 neue Infektionen - R-Wert steigt weiter an

Sehen Sie im Video: Neue Corona-Regelung ab Oktober – Das müssen Urlauber jetzt beachten.
Quelle: n-tv.de
Mehr
Spahn: Gesundheitssystem trotz Corona-Anstiegs noch nicht überlastet +++ Karneval in NRW weitgehend abgesagt +++ Höchster Tageswert an Corona-Neuinfektionen in Dänemark +++ Karnevalsveranstaltungen in NRW weitgehend abgesagt +++ News zur Coronavirus-Pandemie.

Tausende demonstrieren in Düsseldorf gegen Corona-Maßnahmen

Begleitet von Gegendemonstrationen und starken Polizeikräften haben einige Tausend Menschen in Düsseldorf gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Der Demonstrationszug durch die Innenstadt war von einer regionalen Gruppe der Initiative Querdenken angemeldet worden. Der Veranstalter sprach von 5000 bis 6000 Teilnehmern. Eingestellt waren Veranstalter und Polizei auf deutlich mehr. An einer Gegendemonstration der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" beteiligten sich einige Hundert Menschen. Unter ihnen waren der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und sein Herausforderer bei der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus am kommenden Sonntag, Stephan Keller (CDU).

RKI meldet 1345 neue Infektionen - R-Wert steigt weiter an

Am Sonntag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) 1345 neue Infektionen mit dem Corona-Virus Sars-CoV-2 in Deutschland. Der Wert ist wie immer Sonntags etwas niedriger als während der Woche, weil die Gesundheitsämter ihre Daten am Wochenende nur verzögert melden. Vergleicht man den Wert mit den Sonntagen der letzten Wochen, ist ein starker Anstieg zu verzeichnen. So lag der Wert am letzten Sonntag noch bei 948 neuen Fällen, am 30. August waren gar nur 785 neue Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesopfer ist nur um zwei Personen gestiegen, insgesamt erlagen seit Beginn der Pandemie 9386 Menschen ihrer Erkrankung.

Beunruhigend ist, dass die Reproduktionsrate angibt, weiter steigt. Der sogenannte R-Wert lag am Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Damit steckt jeder Erkrankte im Schnitt mehr als einen weiteren Menschen an. Auch der 7-Tage-R, der einen Schnitt der letzten Woche anzeigt und so weniger stark Tagesschwankungen unterworfen ist, geht nach oben. Er liegt aktuell bei 1,24 (Vortag: 1,21). Der Wert zeigt das Infektionsgeschehen vor etwa 8 bis 16 Tagen.

Spahn: Gesundheitssystem trotz Corona-Anstiegs noch nicht überlastet

Das deutsche Gesundheitssystem ist derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch nicht überlastet. Mit fast 2300 Neuinfektionen an einem Tag sei zwar der höchste Wert seit April erreicht worden, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter. "Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt", fügte er hinzu. Er appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten.

Höchster Tageswert an Corona-Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - das ist der höchste Tageswert, seit das Virus Ende Februar erstmals im nördlichsten deutschen Nachbarland nachgewiesen worden war. Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird.

Wieder Rekord bei Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat zum zweiten Mal in zwei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Fälle lag bei 290, teilte das Nationale Gesundheits-Informationszentrum mit. Dies war der höchste Wert sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 235 Fälle. In der Slowakei haben sich nach offiziellen Angaben bislang 6546 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 39 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

2297 Neuinfektionen an einem Tag: RKI meldet höchsten Wert seit April

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 steigen stark an. 2297 Personen hatten sich gestern als positiv erwiesen, meldet das Robert Koch-Institut (RKI). Das ist der höchste Wert seit April. Vom Höchststand zu Anfang der Pandemie sind die Werte aber noch weit entfernt: Im März und April waren teilweise über 6000 neue Ansteckungen pro Tag erfasst worden. Die Entwicklung ist trotzdem beunruhigend. Seit Mai war lediglich im August einmal ein Wert knapp über 2000 gemeldet worden. Die Zahl der Todesopfer war mit 6 nur deutlich geringfügiger gestiegen.

Der R-Wert, der die Übertragungsrate erfasst, lag laut dem RKI gestern bei 1,16 (Donnerstag: 1,07). Der 7-Tage-R-Wert, bei dem durch den Wochenschnitt tägliche Schwankungen herausgerechnet werden, lag bei 1,21.

Karnevalsveranstaltungen in NRW weitgehend abgesagt

Die Karnevalisten in Nordrhein-Westfalen müssen in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie weitgehend auf den traditionellen Straßen-, Sitzungs- und Kneipenkarneval verzichten. "Wir haben in den vergangenen Wochen alle Möglichkeiten durchgespielt und sind leider zu dem Schluss gekommen, dass nach derzeitigem Stand nur eine klare Absage an geselligen Veranstaltungen wie Sitzungen, Bällen, Partys und Umzügen erfolgen kann", sagte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, nach Beratungen der Verbände mit der Landesregierung in Düsseldorf.

"Gesellige Karnevalsveranstaltungen" seien in diesem Jahr "nicht möglich", sagte der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef Nathanael Liminski. Er rief die Karnevalisten auf, in diesem Jahr "zu Hause im kleinen Kreis" zu feiern.

Liminski verwies auf die geltenden Corona-Schutzbestimmungen: Für den Karneval könne hier "keine Ausnahme gemacht werden", sagte er. "Das gilt auch für den Straßenkarneval - ein Umzug fällt unter das Verbot von Straßenfesten."

Für die Karnevalisten stehe "Gesundheit an erster Stelle", sagte Kuckelkorn. "Es kann kein Feiern um jeden Preis geben." Den Karnevalisten verlange diese Saison "viel Kreativität" ab, sagte Kuckelkorn. Es gehe nun darum, den "kleinen Rahmen zu nutzen, der uns bleibt".

Roche: Erfolg bei Behandlung einer coronabedingten Lungenentzündung

Ein Medikament des Pharmakonzerns Roche senkt nach Angaben des Unternehmens die Gefahr eines besonders schweren Verlaufs einer coronabedingten Lungenentzündung. Eine Phase-3-Studie habe gezeigt, dass Patienten, die das Roche-Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) bekommen hätten, eine um 44 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit hatten, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen als eine mit Placebos behandelte Vergleichsgruppe. Das teilte Roche mit. Es liefen aktuell noch weitere Studien zur Wirksamkeit des Medikaments. Actemra/RoActemra sei bisher nicht zur Behandlung von coronabedingter Lungenentzündung zugelassen.

München überschreitet wichtigen Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen

Als erste deutsche Millionenstadt hat München am Freitag bei der sogenannten Siebentageinzidenz aktuell den kritischen Wert 50 überschritten. Nach den vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlichten Zahlen stieg der Wert auf 50,7. Das bedeutet, dass sich pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage etwas mehr als 50 Menschen mit dem Coronavirus infizierten.    

Noch offen ist, wie weitgehend die Stadtverwaltung nun reagiert. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärte am Donnerstag, dass auch ein Wert von über 50 keinen Automatismus für Maßnahmen auslöse. Insbesondere will Reiter möglichst weder Kindergärten noch Schulen schließen. 

Dafür gilt ein zeitlich und örtlich begrenztes Alkoholverbot. Außerdem untersagte die Stadt auch Zuschauer für das Fußballspiel FC Bayern München gegen Schalke 04 am Freitagabend.

WDR: Karnevalisten fordern Komplett-Absage des Karnevals

Der Sitzungs- und Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen soll nach WDR-Informationen für die Saison 2020/21 komplett abgesagt werden. Einen entsprechenden Vorschlag wollten die Chefs der Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen am Nachmittag beim Karnevalsgipfel in der Staatskanzlei der Landesregierung unterbreiten, berichtete der WDR. Eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval wollte den Bericht nicht kommentieren.

Hessen hebt Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf

Hessen hebt die coronabedingten allgemeinen Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf. Es werde keine verbindlichen Vorgaben des Landes zur Dauer und Anzahl der Besuche mehr geben, teilten Staatskanzlei und Sozialministerium in Wiesbaden mit. Maßgeblich seien nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen.

Großbritannien plant angeblich erneuten Lockdown – "letztes Mittel der Verteidigung"

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times". Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden. Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Johns Hopkins: Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr als 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, dort gibt es 6,6 Millionen Infektionen und mehr als 197.000 Todesfälle. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns-Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA – dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Zweiter Lockdown in Israel – neue Restriktionen treten in Kraft

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitag, 14 Uhr Ortszeit an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte eine weitere Verschärfung der Maßnahmen notwendig werden. "Ich werde nicht zögern, zusätzliche Beschränkungen zu verhängen, falls die Notwendigkeit besteht", sagte er.  Viele Länder haben mit lokalen Maßnahmen auf wieder gestiegene Corona-Zahlen reagiert. Israel ergreift nun aber landesweite Maßnahmen und ist damit weltweit ein Vorreiter.

 


Nachrichten zum Coronavirus von Donnerstag, den 17. September

Bericht: Mindestens zwei Milliarden Euro Kosten für Krankenkassen durch Corona

In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind für das deutsche Gesundheitssystem zusätzliche Kosten von mindestens zwei Milliarden Euro entstanden. Das geht laut einem Bericht der Düsseldorfer "Wirtschaftswoche" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Getragen würden diese Kosten allein von den gesetzlichen Krankenkassen, private Krankenversicherungen blieben außen vor, hieß es dazu weiter. Die von der Regierung mit Gesetzen und Verordnungen bestimmten Sonderausgaben werden demnach aus der Reserve des Gesundheitsfonds gespeist, in den die gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland einzahlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernahmen dem Bericht zufolge aufgrund von Entscheidungen der Bundesregierung etwa Kosten für nicht genutzte Intensivbetten in den Krankenhäusern von 556 Millionen Euro und Überbrückungshilfen für Physiotherapeuten, Logopäden und andere Heilberufe von bisher 814 Millionen Euro.    

Rund zehn Prozent der Menschen in Deutschland sind allerdings in einer privaten Krankenversicherung (PKV), vor allem Beamte, Gutverdiener und Selbstständige. Die Bundesregierung erklärt deren fehlende Beteiligung der Antwort zufolge damit, dass die Privatassekuranz Versicherten nur entstandene Kosten erstatte und "dass Leistungen in der PKV regelhaft einen Einzelleistungsbezug aufweisen". Dass die Versorgung sicher funktioniere, werde "im Wesentlichen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlt", hieß es dem Bericht zufolge.

Corona-Sonderregeln für Praxisbesuche künftig regional möglich 

Bei stark steigenden Corona-Infektionszahlen in einzelnen Gegenden sollen Sonderregeln für Patienten künftig auch regional ermöglicht werden – etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Das legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen in einem Grundsatzbeschluss fest. Es gelte, schnell auf starke Anstiege in einer bestimmten Region reagieren zu können, um eine Virus-Ausbreitung zu verhindern. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen. Im Frühjahr hatte es solche Sonderregelungen jeweils bundesweit gegeben.

Wehrbeauftragte Högl vorsorglich in Corona-Quarantäne 

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, hat sich am Donnerstag vorsorglich in Corona-Quarantäne begeben. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem sie bei einem Truppenbesuch Kontakt zu einer infizierten Soldatin gehabt habe, bestätigte ihr Büro der Nachrichtenagentur DPA in Berlin. "Entsprechend der allgemein und speziell in der Bundeswehr geltenden Vorsichtsmaßnahmen bleibt die Wehrbeauftragte bis Dienstag in häuslicher Quarantäne", sagte eine Sprecherin. "Ein Test ist erfolgt, Ergebnis liegt noch nicht vor."

Österreich beschränkt Teilnehmerzahl bei privaten Feiern in Gebäuden 

Als Reaktion auf die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus limitiert Österreich die Zahl der Teilnehmer bei privaten Zusammenkünften. Bei Feiern in Gebäuden seien ab Montag nur noch zehn Personen erlaubt, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag. Eine Kontrolle von Privatwohnungen sei allerdings nicht geplant, da sie nicht grundrechtskonform sei. Es gehe um Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Einzige Ausnahme von den neuen Auflagen seien  Begräbnisse. Bei Veranstaltungen im Freien seien wie bisher bis zu 150 Menschen erlaubt.

Nicht betroffen seien die professionell organisierten Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich. Dort bleibe es bei der Obergrenze von 1500 Menschen in Gebäuden und 3000 im Freien, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Binnen 24 Stunden wurden in Österreich zuletzt 780 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist das ein etwa dreimal höherer Wert als aktuell in Deutschland.

Bundespolizei ermahnt rund 15.000 Reisende ohne Gesichtsmaske

Die Bundespolizei hat innerhalb von fünf Tagen fast 15.000 Reisende an Bahnhöfen oder in Zügen ermahnt, die keinen Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus getragen haben. Das jeweilige Gesundheitsamt sei in 221 Fällen informiert worden, um Bußgelder nach den entsprechenden Corona-Regeln der Länder zu verhängen, teilte die Bundespolizei am Donnerstag in Potsdam mit. Der ganz überwiegende Teil der Reisenden habe sich einsichtig gezeigt. Die Bundespolizei ermahnte zwischen dem 12. und dem 16. September genau 14.676 Menschen ohne Gesichtsmaske.

Die Bundespolizisten dürfen kein Bußgeld verhängen, wenn jemand ohne Gesichtsmaske unterwegs ist – dafür sind die Länder zuständig. Wer sich weigert, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, kann allerdings von den Verkehrsunternehmen von der Weiterreise per Zug ausgeschlossen werden. Dabei hilft die Bundespolizei mit. 

Drosten über Neuinfektionen: Sind jetzt wieder im Anstieg

Bei der Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht der Virologe Christian Drosten Unterschiede im Vergleich zum August. Der am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Wert von rund 2200 Neuinfektionen sei "schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg", sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin beim Kommunikationskongress des Bundesverbands der Kommunikatoren, wo er für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.  

Im August sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, "die in Deutschland nicht weitergegangen sind", so Drosten. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund – die dann in Deutschland liegen. Ein Cluster kann beispielsweise eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier sein. "Das heißt wir müssen uns eigentlich jetzt so drauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann auch dann wieder kontrollieren muss", sagte Drosten. 

Beim Coronavirus sorgen die meisten Infizierten laut früheren Ausführungen von Drosten für relativ wenige Ansteckungen, während einzelne Infizierte – die sogenannten Superspreader – unter bestimmten Umständen sehr viele Folgefälle auslösten, beispielsweise in einem Cluster.

Rund 600 Gäste von Corona-Ausbruch in Hamburger Bar betroffen

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von rund 600 Betroffenen aus. 500 Menschen aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die die Bar "Katze" am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, habe man bereits erreicht, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Nachrichtenagentur DPA. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang seien sechs Corona-Tests positiv ausgefallen, "darunter auch bei mehreren Beschäftigten der Bar". Nach etwa 100 Barbesuchern werde noch gesucht. Viele hatten den Angaben zufolge falsche Kontaktdaten hinterlassen.  

Am vergangenen Wochenende seien dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der "Katze" bekanntgeworden. Der Betreiber habe die Bar in dem beliebten Szene- und Partyviertel freiwillig geschlossen, sagte Helfrich. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen.

WHO warnt vor steigenden Infektionszahlen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist besorgt über die wieder steigenden Corona-Zahlen in Europa. Die wöchentlichen Fallzahlen überstiegen nun diejenigen, die während der ersten Hochphase des Coronavirus in Europa im März gemeldet worden seien, sagte der Direktor des WHO-Europa-Büros, Hans Kluge, auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Obwohl diese Zahlen auch die umfassenderen Tests widerspiegelten, zeigten sie alarmierende Übertragungsraten in der europäischen Region.

"Die September-Fallzahlen sollten für uns alle als ein Weckruf dienen." Gleichzeitig blieb Kluge optimistisch: "Wohin sich die Pandemie von hier aus entwickelt, liegt in unseren Händen. Wir haben sie schon einmal zurückgeschlagen und können sie wieder zurückschlagen." Wirksame Maßnahmen wie umfassende Tests, das Waschen der Hände, das Abstandhalten zueinander und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Situationen, wo dieser Abstand nicht möglich sei, sowie das Vermeiden größerer Versammlungen müssten dringend eingehalten werden, mahnte Kluge an. Zugleich müssten die Sorgen und Nöte der Menschen ernstgenommen und auf die entstandene Corona-Müdigkeit eingegangen werden, die angesichts der langen Zeit der Pandemie verständlich sei. "Müdigkeit ist ganz natürlich. Sie muss verstanden und angesprochen werden, wo sie uns in Gefahr bringt."

Umfrage: Mehr als zwei Drittel halten Corona-Maßnahmen für richtig

Laut einer Umfrage steht die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinter den staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen. 69 Prozent der Befragten halten das Vorgehen für richtig, wie aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer hervorgeht. Fast jeder Fünfte wünsche sich demnach sogar noch weitergehende Maßnahmen. Lediglich elf Prozent hielten die Schutzbestimmungen für übertrieben. Entsprechend schlecht fiel die Beurteilung der in jüngerer Zeit verstärkt auftretenden Proteste gegen die Corona-Maßnahmen aus. Nur 14 Prozent finden die Proteste "gut", 83 Prozent hingegen "nicht gut". 

Biontech will Werk für mögliche Impfstoffproduktion übernehmen

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen und sein US-Partner Pfizer wollen im Falle eines Erfolgs der aktuell laufenden klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Beide Unternehmen hatten Ende Juli einen weltweiten Test zu dem möglichen Impfstoff mit derzeit 29.000 Probanden gestartet. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III – mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit sowie möglicher Nebenwirkungen und der Bestimmung der geeigneten Dosis – war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

"Dieser Zukauf unterstreicht Biontechs Engagement, die Produktionskapazitäten erheblich zu erweitern, um nach Marktzulassung eine weltweite Versorgung mit einem potenziellen Impfstoff zu ermöglichen", sagte Finanzvorstand Sierk Poetting. "Wir arbeiten eng mit Novartis zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen."

Reiche Länder sichern sich offenbar Löwenanteil an Corona-Impfstoff

Mehrere reiche Nationen, die zusammen nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, haben sich laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam bereits mehr als die Hälfte der angekündigten Corona-Impfstoffdosen gesichert. Für die in den USA veröffentlichte Studie beleuchtete Oxfam Verträge, die die Hersteller der fünf derzeit potenziell aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten abgeschlossen haben. Die gemeinsame Produktionskapazität dieser Unternehmen schätzte Oxfam auf 5,9 Milliarden Dosen. Dies wäre genug für die Immunisierung von etwa drei Milliarden Menschen, da die meisten der potenziellen Impfstoffe voraussichtlich eine zweimalige Impfung erfordern.

Die Hersteller AstraZeneca, Gamaley/Sputznik, Moderna, Pfizer und Sinovac haben dem Bericht zufolge bereits Verträge über die Lieferung von 5,3 Milliarden Dosen abgeschlossen. 2,7 Milliarden davon wurden von hochentwickelten Ländern oder Staatengruppen wie den USA, der EU, Australien, Großbritannien und der Schweiz gekauft. Die restlichen 2,6 Milliarden Dosen haben sich Schwellenländer wie Brasilien, Indien, Mexiko und China gesichert.

RKI meldet 2194 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 265.857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt laut RKI bei 9371. Seit gestern wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. 237.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, gibt das RKI mit 1,00 an (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.  Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Kinobranche fordert weniger strenge Abstandsregeln

Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat für die Kinos "Abstandsregelungen mit Augenmaß" gefordert. "Wir appellieren an die Politik, die Abstandsregeln bundesweit auf einen Sitzplatz zwischen Besuchergruppen zu reduzieren, ohne Maskenpflicht am Platz während des Films", heißt es in einer Erklärung zur 20. Filmkunstmesse Leipzig. Dort treffen sich laut der Mitteilung zum ersten Mal seit Langem mehr als 700 Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmschaffende aus ganz Deutschland.

In den meisten Bundesländern gilt demnach noch der Abstand von 1,50 Metern zwischen den Besuchern im Saal. Die Auslastung sei auf 25 bis 30 Prozent beschränkt. "Dies kommt praktisch einem Berufsverbot gleich", so die AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Die Bundesländer Sachsen und Nordrhein-Westfalen hätten bereits eine solche Regelung umgesetzt, wie sie der Verband nun einheitlich will.

150 Millionen Kinder laut UN wegen Corona-Pandemie zusätzlich in Armut

Die Coronavirus-Pandemie hat Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks und der Hilfsorganisation Save the Children, der jetzt veröffentlicht wurde. Für den Bericht seien Daten unter anderem zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden. 

"Covid-19 und die Lockdown-Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung haben Millionen Kinder tiefer in die Armut gestürzt", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. "Familien, die gerade dabei waren, der Armut zu entkommen, sind wieder hineingezogen worden, während andere mit nie gesehenen Entbehrungen umgehen müssen. Am besorgniserregendsten ist, dass wir näher am Anfang der Krise als an ihrem Ende sind." Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.

 


Nachrichten zum Coronavirus von Mittwoch, den 16. September

RKI erklärt Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten

Die österreichische Hauptstadt Wien steht auf der Liste der Corona-Risikogebiete. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Abend mit. Der Schritt war bereits erwartet worden. "Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen", hatte die österreichische Tageszeitung "Der Standard" deutsche Regierungskreise zitiert. Das Bundesland Wien ist derzeit das einzige Corona-Risikogebiet in Österreich.

Ebenso wie Wien steht nun Ungarns Hauptstadt Budapest auf der RKI-Liste. Daneben wurden am Abend die französische Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réuinion, die Regionen Brod-Posavina und Virovitica-Podravina in Kroatien, die niederländischen Provinzen Noord-Holland und Zuid-Holland, das Schweizer Kanton Fribourg (Freiburg), die Mittelböhmische Region Středočeský in Tschechien und die Kreise Neamt und Caras Severin in Rumänien zu Risikogebieten erklärt. Die rumänischen Kreise Arges und Dambovita gelten dagegen nicht mehr als besonders stark vom Coronavirus betroffen. Es ist zu erwarten, dass das Auswärtige Amt für die neuen Risikogebiete in Kürze eine Reisewarnung ausspricht.

Kein weiterer Infizierter bei Massentests in Garmisch gefunden 

Die Massentests nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen haben kein weiteres positives Ergebnis erbracht. Zu den drei bekannten Fällen sei keiner hinzugekommen, teilte das Landratsamt am Mittwoch auf Grundlage von rund 300 weiteren Testergebnissen mit. Die vier neuen Infektionen, die am Mittwoch im Landkreis registriert wurden, stünden in keinem Zusammenhang mit dem Geschehen im Nachtleben. Die bei den amerikanischen Streitkräften beschäftigte US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Sie könnte nach aktuellem Stand rund 30 Menschen angesteckt haben.

Ermittlungen wegen Corona-Ausbruch: Beweismaterial in Potsdamer Klinik sichergestellt

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Mittwoch bei einer Durchsuchung im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann Akten und Unterlagen sichergestellt. Hintergrund seien laufende Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung im Zusammenhang mit dem Covid-19 Ausbruchsgeschehen, sagte Wilfried Lehmann, leitender Staatsanwalt auf Anfrage. Beweismittel im Ermittlungsverfahren gegen drei leitende Mediziner und die beurlaubte Geschäftsführung des Klinikums seien gesichert worden, sagte Lehmann. In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Von Ende Januar bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet worden. 47 Corona-Patienten starben in der Klinik.

Madrid plant wieder Ausgangssperren für einige Stadtteile

Madrid will in Stadtteilen mit stark steigenden Corona-Ansteckungsraten wieder Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängen. Der stellvertretende Chef der Gesundheitsbehörden in der spanischen Hauptstadt, Antonio Zapatero, kündigte an, die neuen Maßnahmen bis Ende der Woche zu verhängen. Die Ansteckungsraten seien in Stadtteilen im Süden Madrids derzeit besonders hoch, sagte Zapatero. Welche Stadtteile genau betroffen sein werden, sagte er aber nicht. Mehrere Arbeiterviertel im Süden von Madrid und südliche Vororte der Hauptstadt hatten in den vergangenen zwei Wochen jeweils 700 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern oder sogar noch mehr verzeichnet. Im dicht besiedelten Stadtteil Puente de Vallecas wurden sogar 1000 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern gemeldet. Madrids Regionalregierung hatte den Bewohnern stark betroffener Stadtteile bereits im August empfohlen, möglichst zu Hause zu bleiben und Kontakte einzuschränken. Das blieb aber ohne Wirkung.

Verbraucherschützer: Bahn soll Sitzplatzreservierungen wegen Corona kostenlos anbieten

Verbraucherschützer haben an die Bahn appelliert, für die Sicherheit ihrer Fahrgäste in Corona-Zeiten kostenlose Sitzplatzreservierungen anzubieten. Der Aufsichtsrat des Konzerns solle die Bahn auffordern, "die Gebühr für die Sitzplatzreservierung für mindestens ein Jahr auf allen Tickets zu streichen und auch Änderungen der Platzreservierung unkompliziert zu ermöglichen", sagte die Verkehrsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Marion Jungbluth, dem "Tagesspiegel". Bislang kosten Reservierungen in der zweiten Klasse vier Euro. "In der Pandemie-Zeit haben viele Menschen Sorgen, lange Zeit in überfüllten Zügen zu reisen", sagte Jungbluth der Zeitung. Die Abstandsregel könne in den Bahnen nicht stringent eingehalten werden. Es müsse daher alles getan werden, damit Fahrgäste intelligent in allen Wagen verteilt werden.

Superspreader-Hochzeit steht in Verbindung mit sieben Toten

Ein Coronavirus-Ausbruch im Zusammenhang mit einem Hochzeitsempfang im US-Bundesstaat Maine hat zu mindestens sieben Todesfällen geführt. Nach Angabe des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Maine sind bislang 175 Infektionen bestätigt. Es müsse allerdings davon ausgegangen werden, dass weit mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind. Auf der Hochzeitsfeier Anfang August waren 65 Gäste geladen. Unter ihnen war ein Vollzugsbeamter des York County Gefängnisses – er trug das Virus in die Haftanstalt, berichtet das CDC. Ein anderer Gast sei Angestellter eines Rehabilitationszentrums in Madison gewesen – dort starben in der Folge allein sechs der insgesamt sieben Todesopfer an den Folgen der Infektion. Die Hochzeit in der 4500-Einwohner-Stadt Millinocket ist nicht die einzige Veranstaltung, die mit einer wachsenden Zahl von Fällen in Verbindung gebracht wird. Auch das größte Biker-Treffen der Welt in South Dakota wurde zum Corona-Hotspot, ebenso eine Chorprobe in Washington.

Bericht: Wien soll Corona-Risikogebiet werden

Die deutsche Bundesregierung will Wien einem Bericht zufolge noch am Mittwoch zum Corona-Risikogebiet erklären. "Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen", zitierte die österreichische Tageszeitung "Der Standard" deutsche Regierungskreise. Demnach soll Wien noch am Nachmittag zum Risikogebiet erklärt werden.Am Sonntag hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärt, in dem Land habe seiner Einschätzung nach die zweite Infektionswelle begonnen. Zuletzt war dort ein drastischer Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet worden. In Deutschland müssen sich Rückkehrer aus den Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für 14 Tage in Selbstisolation begeben.

Von der Leyen für neue "Europäische Gesundheitsunion"

Nach der Coronakrise hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mehr Macht und mehr Geld für die Europäische Union in Gesundheitsfragen gefordert. "Für mich liegt klar auf der Hand: Wir müssen eine stärkere Europäische Gesundheitsunion schaffen, es ist Zeit", sagte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Konkret schlug die Kommissionschefin eine neue EU-Agentur für biomedizinische Forschung und Entwicklung vor. Zudem drängte sie das Europaparlament, mehr Mittel für das Gesundheitsprogramm "EU4Health" auszuhandeln. Grundsätzlich müsse man über die Zuständigkeiten in Sachen Gesundheit sprechen. Das sei eine lohnende und dringende Aufgabe für die geplante Konferenz über die Zukunft Europas.

Mann benutzt Schlange im Bus als "Corona-Maske"

Ein Mann hat sich eine große Schlange offenbar als Ersatz für eine Corona-Maske in einem Bus um den Kopf gewickelt. Der Fahrgast war mit dem Reptil um Nacken und Mund im Großraum der britischen Stadt Manchester unterwegs. "Nicht einer hat auch nur mit der Wimper gezuckt", berichtete eine Frau der Nachrichtenagentur PA. Sie selbst habe das lustig gefunden. Später schlängelte sich das Tier beim dem Vorfall am Montag auch noch über eine Stange im Bus. In den öffentlichen Verkehrsmitteln in England besteht Maskenpflicht. Bei wem es sich um den Mann handelte, war am Mittwoch noch unklar. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde in Manchester reagierte humorvoll: Als Ersatz für richtige Masken würden Tücher und Schals akzeptiert, nicht aber Schlangenhaut – "vor allem nicht, wenn sie noch an der Schlange befestigt ist". Ein Sprecher des Busunternehmens fand den Vorfall dagegen überhaupt nicht lustig: "Die Sicherheit unserer Kunden und Angestellten hat absolute Priorität. Wir sind schockiert über die Berichte und nehmen sie sehr ernst."

RKI-Kommission rechnet mit mehreren Corona-Impfstoffen in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das Coronavirus geben wird. "Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden", sagte die Vizevorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, der Funke Mediengruppe. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären – zum Beispiel für Ältere. Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte 2021. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Indien zählt mehr als fünf Millionen Corona-Infizierte

In Indien hat die Zahl der Corona-Fälle die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Das Gesundheitsministerium vermeldete am Mittwoch einen Anstieg der Neuinfektionen binnen 24 Stunden um mehr als 90.000 auf 5,02 Millionen. Bei der Zahl der Corona-Toten wurde mit 1290 ein neuer Tageshöchstwert erreicht. Die Pandemie breitet sich auf dem Subkontinent immer schneller aus. Dauerte es zunächst 167 Tage, um die Zahl von einer Million Infektionen zu erreichen, erhöhte sich die Zahl innerhalb von 21 Tagen auf zwei Millionen. Dieser Sprung erfolgte laut der Zeitung "Times of India" schneller als in den USA und Brasilien. Weitere 29 Tage später zählte Indien vier Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und landete damit Anfang September auf Platz drei hinter den USA und Brasilien.

RKI meldet 1901 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Morgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 266.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit gestern wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

 


Nachrichten zum Coronavirus von Dienstag, den 15. September

Mund-Nasen-Schutz-Debakel in Griechenland 

Für den Schulstart in Corona-Zeiten hat die griechische Regierung in Athen hunderttausende Masken für Schüler bestellt – leider sind alle viel zu groß. Die "Zorro"-Masken seien ein "katastrophaler Fehler", räumte die Abgeordnete und Schwester des konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis, Dora Bakoyannis, ein, nachdem am Montag hunderte Schüler Fotos von sich mit das ganze Gesicht bedeckendem Mund-Nase-Schutz in sozialen Netzwerken teilten und über ihre "Fallschirme" witzelten. Die griechische Journalistin Maria Louka schrieb auf Twitter, das Bildungsministerium bestehe aus unwissenden Menschen, deren Beziehung zum gelebten Alltag der Bürger den Masken entsprächen, die sie an den Schulen verteilten. Der Hersteller wies die Verantwortung für das Desaster zurück. "Die Größe war von Anfang an überdimensioniert", sagte Yiannis Stathopoulos dem Fernsehsender Open TV. "Es gab ein Missverständnis", sagte dagegen Vize-Gesundheitsminister Vassilis Kontozamanis am Dienstag vor Journalisten. Die angegebenen Maße hätten sich auf "vorgenähten" Stoff bezogen. Das Problem werde behoben. Seit dem Schulbeginn am Montag gilt für griechische Schüler Maskenpflicht. Bislang kam das Land vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Rund 13.000 Infektionsfälle und 313 Tote wurden registriert.

Irische Regierung geht komplett in Quarantäne

Die gesamte irische Regierung hat sich nach dem Rat von Gesundheitsexperten in Corona-Quarantäne begeben. Nachdem Gesundheitsminister Stephen Donnelly am Dienstag Covid-19-Symptome gezeigt hatte, seien seine Kabinettskollegen vom Parlament aufgefordert worden, sich selbst zu isolieren, wie unter anderem die "Irish Times" berichtete. Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben. Das Parlament soll nun den Berichten zufolge eine Woche lang pausieren. Donnelly selbst wollte sich schnellstmöglich auf das Coronavirus testen lassen.

Update, 16. September, 9:17 Uhr:

Die irische Regierung muss nun doch nicht in Quarantäne, nachdem der Corona-Test eines Ministers negativ ausgefallen ist. Dies berichteten irische Medien am Dienstagabend. Auch das Parlament müsse nun doch nicht pausieren, sagte ein Regierungssprecher der "Irish Times".

Uno: Internationale Tourismusbranche verliert wegen Corona 388 Milliarden Euro

Die internationale Tourismusbranche hat nach Angaben der Vereinten Nationen wegen der Corona-Pandemie einen historischen wirtschaftlichen Absturz im ersten Halbjahr 2020 verzeichnet. Wegen der vorübergehend fast vollständig zum Stillstand gekommenen Reiseaktivitäten habe die Tourismusbranche von Januar bis Juni einen Umsatzverlust von 460 Milliarden Dollar (388 Milliarden Euro) erlitten, erklärte die Welttourismusorganisation in Madrid. Der Umsatzverlust war demnach fünf Mal höher als während der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Insgesamt sei die Zahl der weltweiten Touristen im ersten Halbjahr um 65 Prozent zurückgegangen. Zwar seien touristische Reisen in einigen Regionen der Welt zuletzt wieder möglich gewesen, erklärte die Organisation. Allerdings könnten die weiter schwache Nachfrage und fehlendes Vertrauen der Verbraucher der Tourismusbranche nachhaltig zusetzen.

Dänemark erlässt wegen steigender Corona-Zahlen strengere Vorschriften

Angesichts steigender Corona-Zahlen erlässt Dänemark strengere Vorschriften. Künftig müssen in der Hauptstadt Kopenhagen und ihren Vororten Bars und Restaurants um 22 Uhr schließen, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke mitteilten. Jeder, der sich in einer Bar oder einem Restaurant bewegt, muss Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich Gäste nach Hause einlädt, muss diese um 22 Uhr nach Hause schicken. Im übrigen Dänemark dürfen Bars und Restaurants bis 2.00 Uhr geöffnet bleiben – in der Stadt Odense nur bis Mitternacht. Zu Fußballspielen sind maximal 500 Zuschauer zugelassen. Die neuen Vorschriften sollen mindestens bis zum 1. Oktober gelten. Die dänische Behörde für Infektionskrankheiten, SSI, sprach sich zudem dafür aus, dass die Menschen ihre sozialen Kontakte generell auf fünf bis zehn Menschen beschränken: "Mit ihnen sollten wir den Herbst verbringen."

Emirate lassen Corona-Impfstoff für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens mit einem noch in der Testphase befindlichen Coronavirus-Impfstoff genehmigt. Das Mittel werde "unseren Helden an der Front zur Verfügung stehen, die am stärksten gefährdet sind, sich mit dem Virus zu infizieren", teilte die Notfallschutzbehörde (NCEMA) am Montag im Onlinedienst Twitter mit. Der Impfstoff durchläuft derzeit noch die letzte Testphase, in der das Mittel an Menschen erprobt wird.     

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hatte im Juli die dritte Testphase für seinen Impfstoff in den Emiraten gestartet. Nach Angaben der emiratischen Behörden fielen die Ergebnisse positiv aus. Demnach wurde der Impfstoff an 31.000 Probanden getestet. Dabei seien nur "milde und erwartbare" Nebenwirkungen aufgetreten. 

Länder offenbar einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr

Die Bundesländer haben sich rechtzeitig zum Start der Fußball-Bundesliga auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der Chefs der Staatskanzleien verständigten sich diese am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern. Die Grenze liegt demnach oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität.

Lesen Sie hier mehr dazu:

Anmerkung der Redaktion: Zunächst hatten wir an dieser Stelle berichtet, dass sich Bund und Länder geeinigt hätten. Die Nachrichtenagentur DPA auf die sich die Meldung beruft, hat diese Angabe korrigiert: Es handle sich um eine Länder-, nicht um eine Bund-und-Länder-Einigung. Wir haben den Eintrag entsprechend aktualisiert.

Söder bekräftigt: Einheitliche Regelungen für Fan-Rückkehr

Vor neuen Beratungen über eine Fan-Rückkehr in Stadien schon am Wochenende hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Forderung nach einer bundeseinheitlichen Linie bekräftigt. "Es kommt darauf an, dass wir eine einheitliche Regelung bekommen", sagte Söder am Dienstag am Rande einer Klausurtagung der CSU-Fraktion im Landtag in München. Alle andere wäre "für die Liga und die Akzeptanz sehr schwierig". Zudem gehe es nicht nur um Fußball, sondern auch um Volleyball, Handball oder Eishockey.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollten an diesem Dienstag (16.00 Uhr) erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten. Söder wollte aber nicht prognostizieren, ob eine Lösung gelingt. "Es gibt noch kein Ergebnis, und es kann auch noch scheitern", sagte er. 

Kassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie ansteigen

Die Krankenkassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr ansteigen. Geplant ist eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent, wie aus einem Maßnahmenpaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag.     

Um die gestiegenen Ausgaben im Gesundheitswesen zu bewältigen, soll zugleich der Bundeszuschuss an die gesetzlichen Kassen um fünf Milliarden Euro angehoben werden. Zudem führen die Krankenkassen einmalig Finanzreserven in Höhe von acht Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds ab, um einen Teil der Finanzierungslücke zu schließen.     

Das Maßnahmenpaket stelle sicher, dass die von den Regierungsparteien beschlossene "Sozialgarantie 2021" eingehalten werden könne, heißt es in dem Papier, über das zunächst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.  Die vom Koalitionsausschuss im Juni beschlossene "Sozialgarantie 2021" sieht vor, die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren.

Lettland verkürzt Corona-Quarantäne von 14 auf zehn Tage

Lettland schickt Neuankömmlinge und Heimkehrer aus Risikogebieten künftig nur noch zehn statt 14 Tage in Corona-Quarantäne. Die Regierung in Riga nahm auf einer Kabinettssitzung am Dienstag einen entsprechenden Vorschlag des Gesundheitsministeriums an. Bislang mussten sich Menschen, die aus Ländern mit hohen Infektionsraten in das baltische EU-Land einreisen, für zwei Wochen isolieren.

Ausgenommen von der Verkürzung sind Personen, die in Kontakt mit einem Corona-Infizierten waren – sie müssen weiter 14 Tage in Quarantäne. Das gilt grundsätzlich auch für Mitarbeiter von Gesundheits-, Sozial- und Bildungseinrichtungen, die in engem Kontakt mit anderen Menschen sind. Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1482 bestätigte Infektionen und 35 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Wann kommt der Impfstoff?

Auf einer Pressekonferenz zum Stand der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes hat Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Prognose abgegeben, dass "Mitte nächsten Jahres" ein Impfstoff zur Verfügung stehe. Sie ist also deutlich vorsichtiger als andere, was den Zeitraum angeht, ein wirksames Mittel gegen Sars-CoV-2 zu entwickeln. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte sie am Dienstag in Berlin. "Von dieser Linie werden wir in Deutschland und Europa nicht abweichen."

Neben dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac soll die Mainzer Firma Biontech Forschungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe für die Corona-Impfstoffentwicklung erhalten, wie Karliczek mitteilte. Davon sollen 252 Millionen Euro an Curevac gehen. Das war bereits Anfang September bekanntgeworden. Daneben soll Biontech 375 Millionen erhalten. Mit beiden Unternehmen seien die Verhandlungen über die Förderung nun abgeschlossen, sagte Karliczek. 

Gleichzeitig betonte die Ministerin, wie leistungsfähig die wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland seien. Grundsätzlich wird trotz des Tempos in der Entwicklung wert auf Gründlichkeit gelegt, denn der Impfstoff ist der "entscheidende Schlüssel" im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies daraufhin, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte so schnell ein Impfstoff entwickelt wurde. Gleichzeitig sagte er, dass das "Virus bleiben wird", aber mit dem Impfstoff könne man es kontrollieren. Wichtig sei die Strategie der Bundesregierung, gleichzeitig auf die Entwicklung von mehreren Impfstoffen und Technologien zu setzen. Und Spahn betonte, dass Impfung auf jeden Fall freiwillig sein wird. Darauf setze er.

Diskotheken sollen in Sachsen-Anhalt ab November wieder öffnen

In Sachsen-Anhalt sollen ab dem 1. November Klubs und Diskotheken wieder öffnen dürfen. Das beschloss die Landesregierung am Dienstag in Magdeburg mit der aktualisierten Corona-Verordnung. Die Diskotheken dürfen allerdings höchstens zu 60 Prozent ausgelastet sein. Zudem müssen Anwesenheitslisten geführt werden, auch muss auf Mindestabstände geachtet werden. Die aktuelle Verordnung, die am Donnerstag in Kraft tritt und bis zum 18. November gilt, erlaubt auch Weihnachtsmärkte, sofern diese über ein Hygienekonzept verfügen und die Entwicklung der Infektionszahlen eine Öffnung erlaubt. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen durch Zugangsbeschränkungen und Ordnungspersonal verhindert werden.    

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) begründete die Lockerungen mit dem vergleichsweise geringen Infektionsgeschehen im Land. Anwesenheitslisten sind in Sachsen-Anhalt künftig nur noch bei Veranstaltungen und Feiern sowie in Sportstätten und Diskotheken vorgeschrieben. Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktnachverfolgung und die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregelungen nicht möglich sind, bleiben bis Jahresende untersagt. Für Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern sind Ausnahmegenehmigungen möglich. 

Corona-Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4149. Zum Vergleich: Dem Robert Koch-Institut (RKI) meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt 1407 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Deutschland hat neunmal so viel Einwohner wie Israel. Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdwon. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern.

Bouffier drängt auf bundesweite Fan-Regelung: "Vernünftiges Konzept" 

 Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier drängt in der Debatte über die Wiederzulassung von Zuschauern im Profifußball auf eine schnelle bundesweite Regelung. "Ich erwarte, dass heute eine klare Entscheidung getroffen wird – ein weiteres Zuwarten nützt niemanden", sagte der CDU-Politiker vor den Beratungen der Chefs der Staatskanzleien an diesem Dienstag in einer Pressemitteilung. 

Bill Gates staunt über Verschwörungstheorien

Der nicht erst in der Corona-Pandemie zum Feindbild von Verschwörungstheoretikern avancierte Microsoft-Gründer Bill Gates ist tief besorgt über die Verbreitung von Desinformation und Lügen im Internet. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates bei "Bild Live". "Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein – und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich." Der Multimilliardär appellierte an die Vernunft der Menschen: "Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen." Zudem beklagte der Milliardär auf einer telefonischen Pressekonferenz zur Veröffentlichung des "Goalkeeper"-Berichts, dass die Corona-Pandemie zahlreiche in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichte gemacht habe. "Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt", sagte er.

Gemeinsam mit seiner Frau Melinda setzt sich Gates seit Jahren mit einer Stiftung im Kampf gegen Krankheiten weltweit ein, auch in der Corona-Pandemie. Zuletzt hatten sich zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien über ihn verbreitet. Demnach stecke Gates etwa selbst hinter der Verbreitung des Coronavirus und wolle den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen, um so die gesamte Menschheit zu überwachen.

1407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 261 762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montagabend bei 1,18 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Traditionelle Thanksgiving-Parade in New York findet nur online statt

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die traditionelle Thanksgiving-Parade in New York in diesem Jahr nur online stattfinden. Das Spektakel solle diesmal "neu gedacht" werden, teilten die Organisatoren der Kaufhauskette Macy's am Montag mit. "Es wird nicht dieselbe Parade werden, die wir kennen", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Aber auch bei der Online-Version würden die Menschen "den Geist und die Freude dieses Tags spüren" können.

Normalerweise werden zu dem Feiertag Thanksgiving im November jedes Jahr riesige Heliumballons mehr als drei Kilometer durch die Straßen der Millionenmetropole getragen. Rund 8000 Tänzer, Fahnenträger, Musiker und Verkleidete nehmen an der Parade teil. Mehr als drei Millionen Zuschauer stehen am Streckenrand, etwa 50 Millionen Menschen schauen das seit mehr als 90 Jahren stattfindende Spektakel im Fernsehen an.

Strengere Regeln wegen Corona in Bordeaux und Marseille

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die Behörden in Bordeaux und Marseille strengere Regeln verhängt. Private Treffen im Freien seien weitgehend auf zehn Personen beschränkt, kündigten die örtlichen Behörden am Montag an. Die Maskenpflicht wurde außerdem ausgeweitet. Tanzpartys seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt, sagte die Präfektin der Region Nouvelle-Aquitaine, Fabienne Buccio. Sie forderte Familien auf, Feiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu begrenzen. Die Behörden in Bordeaux haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten – in Marseille und Umland sind Konsum und Verkauf eingeschränkt. Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltungen im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1000 statt 5000 Menschen. Ähnliche Einschränkungen gelten in weiten Teilen auch im Département Bouches-du-Rhône, in dem Marseille liegt.

Zahl der infizierten Schüler in Bayern verdoppelt

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Bayern übers Wochenende mehr als verdoppelt. Das Kultusministerium in München sprach am Montag von 135 infizierten Kindern und Jugendlichen. Vor dem Wochenende waren es 66. Bei den Lehrern gebe es aktuell derzeit 43 Infektionen – ein Fall weniger. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte. Die Schule läuft nach dem Ende der großen Ferien seit dem 8. September wieder. Noch bis Ende der Woche gilt mit Ausnahme der Grundschulen auch in Klassenzimmern eine Maskenpflicht.

"Es wird in diesem Schuljahr leider ein Stück weit Normalität sein, dass Klassen oder Lehrkräfte von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Dem Ministerium zufolge sind momentan rund 2490 Schüler sowie knapp 400 Lehrer in Quarantäne. Oft wurden ganze Klassen heimgeschickt. Es kam aber auch schon zu Schulschließungen. So findet etwa an der Mittelschule in Furth im Wald kein Präsenzunterricht statt. Corona-Fälle gibt es auch an Kindertagesstätten: Rund 50 Einrichtungen sind ganz oder teilweise geschlossen.

Sorge um Engpässe bei Blutspenden – Erfolge mit Plasma

Transfusionsmediziner warnen in der Coronakrise vor Engpässen bei Blutprodukten. Die Blutspenden seien bereits zu Beginn der Pandemie zurückgegangen, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) zu ihrer 53. Jahrestagung am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Viele Spender seien aus Angst vor Ansteckung ferngeblieben, sagte der DGTI-Vorsitzende Hermann Eichler. Zugleich seien manche Blutprodukte nur sehr begrenzt haltbar, teils nur einige Tage. 

"Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken", sagte Eichler. Im Sommer gehe die Zahl der Spender ohnehin zurück. Bei der Spende herrsche keine Infektionsgefahr. Die Blutspendedienste hätten ihre ohnehin strengen Hygienestandards weiter erhöht. Patienten wiederum müssten sich nicht sorgen, sich über Blutprodukte mit dem Corona-Virus anzustecken. "Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem das Corona-Virus über gespendetes Blut übertragen wurde."

Mit Blick auf die Behandlung von Coronakranken sagte Tagungspräsident Hubert Schrezenmeier: Als aussichtsreich habe sich die Verabreichung von Immunplasma von Genesenen erwiesen. "Es gab Berichte, die vielversprechend waren", sagte der zweite Vorsitzende der DGTI. Viele Genesene seien zur Spende bereit, um schwer Erkrankten zu helfen. Allerdings gebe es hier genaue Kriterien, so dass nicht alle zugelassen werden könnten. 

Coronakrise trifft Frankreichs Wirtschaft weniger hart als befürchtet

Die Corona-Pandemie dürfte die französische Wirtschaft weniger hart treffen als bisher befürchtet: Die Nationalbank Banque de France rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 8,7 Prozent in diesem Jahr, wie aus einer neuen Prognose vom Montag hervorgeht. Bisher hatte sie ein Minus von 10,3 Prozent vorausgesagt.    

"Der Schock im zweiten Quartal ist weniger stark ausgefallen als erwartet", erklärte die Notenbank mit Blick auf den Lockdown zwischen März und Mai. Zudem ziehe die Wirtschaft seit einigen Monaten wieder stärker an. "Wir sind auf einem guten Weg", erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire dazu. Mit ihrer Voraussage ist die Banque de France etwas optimistischer als das Statistikamt Insee, das mit einer Rezession von neun Prozent in diesem Jahr rechnet. Die Regierung prognostiziert bisher ein Minus von elf Prozent, will die Zahl aber korrigieren. 

Berlusconi nach Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach seiner Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Danke, dass ich hier sein darf. Es war die gefährlichste Prüfung meines Lebens", sagte der 83-Jährige nach dem Verlassen der Klinik San Raffaele in Mailand am Montag. "Auch dieses Mal bin ich davongekommen", sagte der Oppositionspolitiker. Berlusconi wurde wegen seiner Infektion mit dem Virus insgesamt zehn Tage im Krankenhaus behandelt.

Berlusconi rief dazu auf, sich an alle Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Covid-19 sei eine "schwere und tückische Krankheit" warnte er, der wegen seines Alters und seiner Vorerkrankungen als Risikopatient gilt. Ob der Unternehmer vollständig von seiner Erkrankung genesen ist oder zu Hause weiter behandelt werden soll, blieb zunächst offen.

Nach sechs Monaten Corona-Pause: Italiens Schulen öffnen wieder

Begleitet von Debatten um die Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann am Montag nach über sechs Monaten Pause wieder der Unterricht. Das Land hatte seine Schulen wegen der Corona-Pandemie am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. 

Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler ab sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Allerdings stockt die von der Regierung versprochene Maskenlieferung ebenso wie die angekündigte Bereitstellung von 2,4 Millionen Einzeltischen. Zudem fehlt es an Lehrern und geeigneten Räumen, Unterricht soll daher teilweise auch draußen stattfinden. Eltern sind zudem dazu aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

Die Öffnung der Schulen und die nötigen Schutzmaßnahmen waren auch wegen der zuletzt wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien wochenlang kontrovers diskutiert worden. Es hatte auch Forderungen nach einer weiteren Verschiebung der Rückkehr gegeben, in einigen Regionen beginnt die Schule erst in der kommenden Woche.

Flugverkehr im Iran kommt nahezu zum Erliegen

Im Iran hat es aufgrund der Corona-Pandemie einen 96 prozentigen Rückgang der Anzahl der Flugpassagiere gegeben. Die nationale Luftfahrtbehörde hat im letzten Monat 84 Prozent weniger Auslandsflüge, 96 Prozent weniger Fluggäste und 80 Prozent weniger Luftfracht registriert. Mit diesem drastischen Rückgang ist der zivile Luftverkehr besonders stark von der Coronakrise im Land betroffen, so die Behörde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

WHO warnt vor Anstieg der Corona-Todesfallzahlen in Europa im Herbst

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. "Es wird härter werden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen relativ stabil geblieben.

Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. "Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Herrmann dem "Münchner Merkur" (Montag). "Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt."

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Coronatests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

948 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig – an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 259.428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,18 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

nik / tis / rw / fs / sve / wue DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker