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Terror-Anschlag: Soldaten erschießen mutmaßlichen Attentäter im Brüsseler Zentralbahnhof

Panik im Bahnhof Centraal im Zentrum Brüssels: Nach einer Explosion wird am Abend ein Verdächtiger erschossen. Die Behörden gehen von einem versuchten Attentat aus.

Militär und Polizei auf dem Grand Place vor dem Hauptbahnhof im Zentrum Brüssels: Dort wurde am Abend ein Mann von Sicherheitskräften "neutralisiert".

Militär und Polizei auf dem Grand Place vor dem Hauptbahnhof im Zentrum Brüssels: Dort wurde am Abend ein Mann von Sicherheitskräften "neutralisiert".

Im Brüsseler Zentralbahnhof hat es am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr eine, wie es heißt, kleinere Explosion gegeben. Ein Mann wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Soldaten "neutralisiert". Wie die Staatsanwaltschaft am späten Abend bestätigte, sei er von Soldaten, die im Bahnhof regulär auf Patrouille waren, erschossen worden. Nach Informationen der belgischen Zeitung "Het Laatste Nieuws" hatten Zeugen beobachtet, dass Kabel an der Kleidung des Mannes zu erkennen gewesen seien. Zunächst war von einem Sprengstoffgürtel berichtet worden, davon war nun nicht mehr die Rede. Staatsanwaltschaft Eric van der Sijpt bestätigte am Abend, dass die Ermittler von einem Terroranschlag ausgehen.

"Es gab eine kleinere Explosion an oder bei dem Mann", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine van Wymersch, der Deutschen Presse-Agentur. Laut belgischen Medien brachte der Verdächtige offenbar einen Trolley zur Explosion. Derzeit hat die Staatsanwaltschaft nach eigener Aussage noch keine Erkenntnisse zu seiner Identität. Sonst sei niemand zu Schaden gekommen. Die Lage sei wieder unter Kontrolle.

Täter soll Allah-u Akbar "gemurmelt" haben

Nach Angaben eines Augenzeugen sagte der Verdächtigte Allah-u Akbar (Gott ist groß). Der etwa 30-Jährige habe das nicht laut gerufen, sondern eher gemurmelt, berichtete der Bahnhofsmanager Jean Michel, der unmittelbar daneben stand. Ein anderer Zeuge schilderte, wie ein Mann in Handschellen abgeführt wurde. Zuvor sei der bereits niedergestreckte mutmaßliche Attentäter am Boden festgehalten und von Sprengstoffexperten nach funktionstüchtigen Sprengsätzen durchsucht worden. 

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, der Bahnhof sei geräumt worden und werde weiter durchsucht. Auch umliegende Gebäude würden vorsichtshalber geräumt. Die Bahngesellschaft SNCB teilte auf der Internetplattform Twitter mit, der Bahnverkehr sei auf Anweisung der Polizei unterbrochen worden, auch in anderen großen Stationen wie Brüssel-Nord und Brüssel-Midi.

Grand Place von Brüssel nicht geräumt

In der Station Centraal und an den Gleisen brach nach Informationen der Agentur Belga Panik aus. Augenzeugen berichteten von einem Knall im Bahnhof. Viele Menschen seien daraufhin schnell in Restaurants und andere Gebäude gelaufen.

Brüssels nahe gelegene Hauptsehenswürdigkeit, der Grand Place mit dem historischen Rathaus, wurde jedoch entgegen früheren Meldungen nicht geräumt. Der unterirdisch gelegene Bahnhof Centraal ist einer der großen Umsteigebahnhöfe der belgischen Hauptstadt. Ein Regierungssprecher sagte, Premierminister Charles Michel und Innenminister Jan Jambon verfolgten die weitere Entwicklung.

Polizei weist Menschen auf dem Grand Place in Brüssel an, sich vom Bahnhof Centraal zu entfernen

Die Polizei von Brüssel weist Menschen auf dem Grand Place an, sich vom Bahnhof zu entfernen.


Erinnerung an frühere Anschläge geweckt

Belgiens Hauptstadt war bereits mehrfach von Anschlägen erschüttert worden. Im März 2016 hatten mehreren Bomben islamistischer Attentäter am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet. Im Mai 2014 erschoss im Jüdischen Museum ein französischer Islamist vier Menschen. Seitdem gehören nicht nur Polizisten, sondern auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Militärpatrouillen zum Stadtbild.

dho mit / DPA / AP