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Halleneinsturz in Kattowitz: Notkontrolle aller Flachdächer

Dem Halleneinsturz in Kattowitz sind mindestens 67 Menschen zum Opfer gefallen. Die Ursachensuche läuft auf Hochtouren. Zur Sicherheit werden nun in ganz Polen die Flachdächer großer Bauten untersucht.

Nach dem Einsturz einer Messehalle im oberschlesischen Kattowitz ist am Montag die Suche nach den Ursachen mit Hochdruck fortgesetzt worden. Alle das Gebäude betreffenden Unterlagen sollten genau geprüft werden, sagte der Leiter der von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission, Jerzy Krawczyk, am Montagmorgen im Nachrichtensender TVN 24.

Transportminister Jerzy Polaczek, der auch für das Bauwesen zuständig ist, hatte am Sonntagabend berichtet, auf dem Dach der größten Messehalle des Kattowitzer Messegeländes habe ersten Ermittlungen zufolge mehr Schnee gelegen, als die Sicherheitsnormen zulassen. Die Betreiberfirma bestreitet dies. Das Dach der Halle war am Samstag während einer Brieftaubenmesse eingestürzt und hatte hunderte Menschen lebendig begraben. Mehr als tausend Einsatzkräfte versuchten die Verschütteten in Sicherheit zu bringen. 67 Tote wurden bisher geborgen, unter ihnen zwei Deutsche. Mehr als 140 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Anzahl der Toten kann noch steigen

Ob es noch mehr Todesopfer gibt, ist weiterhin unklar. Die Einsatzkräfte waren am Sonntag zwar überzeugt, dass keine Leichen mehr in den Trümmern der Halle liegen, doch noch immer melden sich bei der Polizei Menschen, die Angehörige vermissen und sie weder unter den geborgenen Toten noch den Verletzten finden konnten.

Leichenspürhunde sollen noch einmal die zusammengestürzte Halle durchsuchen. Zuvor wollten Experten beraten, wie die Trümmer beseitigt werden. Da dabei schweres Räumgerät eingesetzt wird, wollten die Einsatzkräfte sicher sein, dass sich keine Toten mehr unter den Trümmern befinden.

Verspäteter Aktionismus

Als Konsequenz aus dem Unglück werden nun die Flachdächer großer Bauten wie Messehallen, Supermärkte, Einkaufszentren oder Schwimmbäder in ganz Polen von der Bauaufsicht untersucht. Bereits am Sonntagabend wurde im oberschlesischen Bytom ein Supermarkt geräumt, nachdem Risse in einer Wand bemerkt worden waren. Schon am Sonntag hatten Bauinspektoren unter anderem den Warschauer Flughafen und den Hauptbahnhof auf mögliche Risiken überprüft. Die polnische Regierung will in Kattowitz zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um sich mit dem Unglück und seinen Folgen befasst.

DPA / DPA
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