HOME
+++ Ticker +++

News des Tages: Gauland relativiert seine "Vogelschiss"-Äußerung

Alexander Gauland: "Vogelschiss"-Äußerung war "politisch unklug" +++ Bericht: Ali B. gesteht Mord an Susanna +++ China stiehlt geheime US-U-Boot-Raketen-Pläne +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Alexander Gauland spricht beim Parteitag der bayerischen AfD 

Alexander Gauland spricht beim Parteitag der bayerischen AfD 

Picture Alliance / DPA

Die Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Alexander Gauland relativiert seine "Vogelschiss"-Äußerung (18.58 Uhr)
  • Neonazi-Festival in Thüringen läuft weiter: Polizei zählt 33 Gesetzesverstöße von 500 Teilnehmern (13.26 Uhr)
  • Bericht: Ali B. gesteht Mord an Susanna (11.13 Uhr)
  • Eine Tote und Verletzte bei Busunfall in Baden-Württemberg (5.35 Uhr)
  • China stiehlt geheime US-U-Boot-Raketen-Pläne (4.09 Uhr)
  • HBO will "Game of Thrones"-Vorgeschichte drehen (3.02 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 18.58 Uhr: Alexander Gauland relativiert seine "Vogelschiss"-Äußerung +++

AfD-Chef Alexander Gauland hat seine relativierende Äußerung über die Nazi-Zeit als "missdeutbar und damit politisch unklug" bezeichnet. "Ich habe nichts bagatellisieren, sondern die moralische Verkommenheit von Hitler und seinen Spießgesellen ausdrücken wollen", sagte Gauland in Nürnberg. Er trat dort beim Parteitag der bayerischen AfD auf und sagte in seiner Rede, wegen des NS-Regimes habe es 50 Millionen Tote und darunter sechs Millionen ermordete Juden gegeben - dies "kann mit dem von mir verwendeten Begriff nicht angemessen ausgedrückt werden". Er fügte hinzu: "Und deshalb war der Begriff eben eine Dummheit."

+++ 15.16 Uhr: Kipping und Riexinger als Parteivorsitzende +++

Die Linken haben ihre Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger für weitere zwei Jahre an die Parteispitze gewählt. Auf dem Parteitag in Leipzig erhielt Kipping 64,46 Prozent der Stimmen, für Riexinger votierten 73,8 Prozent der Delegierten.

+++ 14.37 Uhr: Von der Leyen gibt Mängel bei der Bundeswehr zu +++

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Mängel und Versäumnisse bei der Bundeswehr eingeräumt. 25 Jahre des Kürzens und Schrumpfens hätten Lücken bei Material und Ausstattung hinterlassen, sagte sie beim Tag der Bundeswehr in Oldenburg. Immer wieder gebe es Schlagzeilen, was "gerade wieder nicht schwimmt, nicht rollt oder nicht fliegt oder wo es an der persönlichen Ausstattung der Soldaten hapert". Einiges sei sicher übertrieben, aber vieles treffe zu. "Was 25 Jahre lang gekürzt worden ist, das schütteln wir nicht ohne weiteres in zwei, drei Jahren wieder aus den Kleidern", sagte die Ministerin und sprach von einem langem Atem.

+++ 13.26 Uhr: Neonazi-Festival in Thüringen läuft weiter: Polizei zählt 33 Gesetzesverstöße von 500 Teilnehmern +++

Bei dem Neonazi-Festival im thüringischen Themar hat die Polizei bis zum Mittag 33 Verstöße gegen das Gesetz registriert, unter anderem Volksverhetzung, Drogendelikte und Körperverletzung. So soll ein 27-Jorunalist von einem 33 Jahre alten Festival-Besucher ins Gesicht geschlagen wollen.


Die Polizei sprach von gegenwärtig rund 500 Besuchern der Veranstaltung. Insgesamt wird mit bis zu 1500 Teilnehmern gerechnet. Trotz der hohen Anzahl von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten sehen die Sicherheitsbehörden in Thüringen derzeit keinen Anlass, die Veranstaltung beenden. "Die Auflösung der Versammlung und somit ein Eingriff in ein hohes Grundrecht muss unter anderem einer Verhältnismäßigkeitsprüfung standhalten“, teilte die Polizei mit.

Mehrere hundert Menschen beteiligen sich in der Kleinstadt an Protesten gegen das Festival der Rechtsextremisten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, darunter sind auch Beamte aus anderen Bundesländern.

Das Verwaltungsgericht Meiningen hatte erst am Freitag ein generelles Alkoholverbot gekippt, so dass auf dem Rechtsrock-Konzert ab 20.00 Uhr Bier und Bier-Mischgetränke ausgeschenkt werden dürfen.

+++ 12.28 Uhr: Heftige Waldbrände in Colorado +++

Heftige Waldbrände toben im westlichen US-Bundesstaat Colorado und zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Mehr als 300 Häuser wurden allein evakuiert, als sich die Flammen der Ortschaft Hermosa im Südwesten des Staates näherten,
berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Feuerwehr. Bisher seien aber keine Gebäude beschädigt worden.

Das Feuer war bereits am 1. Juni auf dem Gebiet des San Juan National Forest ausgebrochen. Seitdem wurden mehr als 1600 Häuser und Wohnungen evakuiert. Fast 700 Feuerwehrleute waren zuletzt im Einsatz. Die Brände erstreckten sich über eine Fläche von knapp 3000 Hektar. Der Südwesten der USA leidet derzeit unter einer schweren Dürre.

+++ 11.37 Uhr: Journalist bei Neonazi-Festival in Themar angegriffen +++

Beim Neonazi-Festival im südthüringischen Themar ist ein Journalist angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, sei ein 33 Jahre alter Festival-Besucher am späten Freitagabend zum Presse-Bereich auf dem Veranstaltungsgelände gekommen und habe einem 27 Jahre alten Journalisten ins Gesicht geschlagen. Angaben zum Motiv des Täters oder den Hintergründen des Vorfalls konnte die Polizei  nicht machen. 

Einer Sprecherin zufolge ist die Identität des mutmaßlichen Täters bekannt. Der Journalist sei leicht verletzt worden. Ermittlungen wegen Körperverletzung liefen.

+++ 11.13 Uhr: Bericht: Ali B. gesteht Mord an Susanna +++

Der Verdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna soll die Tat einem Medienbericht zufolge im Irak gestanden
haben. Das meldete der kurdisch-irakische TV-Sender Rudaw unter Berufung auf einen lokalen Polizeioffizier. Ali B.
habe nach seiner Festnahme in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak ausgesagt, es sei zu einem Streit mit dem Opfer gekommen, sagte Polizeigeneral Tarik Ahmed aus der Stadt Dohuk dem Sender. 

Das Mädchen habe versucht, die Polizei anzurufen, was Ali B. dann zu der Tat getrieben habe. Eine Auslieferung an Deutschland sei Angelegenheit der kurdischen Autonomieregierung, sagte der Polizeioffizier. In Deutschland hatte die "Bild"-Zeitung zuerst über das Interview des Polizisten berichtet. Die zuständige Staatsanwaltschaft iN Hessen war am Vormittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen

Medienberichte, wonach Ali B. schon am Abend in Frankfurt landen soll, konnte die Bundespolizei auf stern-Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Der Verdächtige hatte nach der Tat sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden.

+++ 10.14 Uhr: Pflegebeauftragter fordert Reform der Pflegeversicherung +++

Der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine grundlegende Finanzreform der gesetzlichen Pflegeversicherung. "Ohne mehr Geld geht es nicht, wenn wir den Gedanken der Solidarität ernst nehmen", sagte Westerfellhaus der neuen Ausgabe des Magazins "Spiegel". Dabei dürfe es kein Tabu sein, auch auf Kapitaleinkünfte wie Mieten Beiträge zur Pflegeversicherung zu erheben. 

"Wir müssen die gesetzliche Pflegeversicherung finanziell auf breitere Füße stellen", forderte der Pflegebeauftragte. "Es kann nicht sein, dass die Zukunft der Erben wichtiger sein soll als die Zukunft der Pflege." Er verwies auf die "gigantischen Herausforderungen" in der Pflege. Es werde dringend mehr Personal gebraucht und die Arbeitsbedingungen müssten sich deutlich verbessern.

+++ 9.05 Uhr: Eine Tote und Verletzte bei Busunfall in Baden-Württemberg +++

Eine 18-jährige Autofahrerin ist in Baden-Württemberg frontal in einen Reisebus geprallt und tödlich verletzt worden. In dem Bus wurden elf Jugendliche und zwei Erwachsene verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der schwere Unfall ereignete sich am Abend auf der Bundesstraße 465 zwischen Schemmerhofen  - einer kleinen Gemeinde nahe Ulm - und Ingerkingen (Kreis Biberach). 

Bei dem Unfall auf der B465 starb eine 18-Jährige

Bei dem Unfall auf der B465 starb eine 18-Jährige

DPA

Die Fahranfängerin wurde in ihrem Auto eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Der 37 Jahre alte Busfahrer, ein 29 Jahre alter Mann und elf Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Jugendgruppe war auf dem Weg zu einem Musikfest in Ertingen (Kreis Biberach). 

Warum die 18-Jährige mit ihrem Wagen in den Bus geriet, war am Morgen noch völlig unklar.

Der ungefähre Unfallort auf der Karte:

+++ 5.10 Uhr: Bremer Bamf-Skandal: Regierung weiß nicht, ob Asylbewerber getäuscht haben +++

Das Bundesinnenministerium hat nach eigenen Angaben bislang keine Informationen über mögliche Täuschungsversuche von Asylbewerbern bei der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Das geht aus einer schriftlich nachgereichten Antwort auf eine Frage hervor, die die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke im Bundestag gestellt hatte. 

Nach dem Bericht der internen Bamf-Revision vom 11. Mai seien in 824 Fällen "Identitätsfeststellungsregeln im Rahmen des Asylverfahrens missachtet" worden, antwortete ihr der Parlamentarische Staatssekretär Günter Krings aus dem Innenministerium. Daher sei unklar, ob es sich tatsächlich um Bewerber aus Syrien oder dem Irak handelte. Dies werde nun geprüft. "Erst dann kann festgestellt werden, ob die Betroffenen über ihre Identität getäuscht haben; dazu
gibt es derzeit noch keine Erkenntnisse." Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt in ungefähr 1200 Fällen, in denen
Menschen ohne rechtliche Grundlage Asyl erhalten sollen.

+++ 4.09 Uhr: China stiehlt geheime US-U-Boot-Raketen-Pläne +++

Chinesische Hacker haben im Auftrag ihrer Regierung einem Bericht zufolge geheime US-Pläne zur Entwicklung
einer Rakete für U-Boot gestohlen. Die "Washington Post" berichtete, einem Lieferanten der US-Marine seien bereits im Januar und Februar riesige Mengen an entsprechenden Daten entwendet worden. Dabei habe es sich um Pläne für eine Überschall-Antischiffsrakete für U-Boote gehandelt. Das gesamte Material könne als geheim eingestuft werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Die Marine habe mit Unterstützung des FBI Ermittlungen eingeleitet.  

+++ 3.34 Uhr: Studie: Deutsche Chefs kulant in Sachen Fußballgucken +++

Arbeitnehmer können bei der anstehenden Weltmeisterschaft auf mehr Verständnis ihrer Vorgesetzten hoffen als noch vor vier Jahren. 38 Prozent der Chefs in Deutschland sind laut einer Studie der Universität Hohenheim damit einverstanden, wenn ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit die Spiele im Fernsehen gucken. Das sind vier Prozentpunkte mehr als bei der gleichen Befragung vor der WM 2014. Radioübertragungen sind demnach sogar für 57 Prozent der Vorgesetzten in Ordnung (2014: 48 Prozent).

+++ 3.02 Uhr: HBO will "Game of Thrones"-Vorgeschichte drehen +++

Gute Nachricht für Fans der Fantasy-Serie "Game of Thrones": Der US-Sender HBO will in einem Prequel die Vorgeschichte der Kämpfe um den Thron des Kontinents Westeros erzählen. Der Sender habe nun einen Pilotfilm für die noch titellose geplante Serie bestellt, wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete.

Als Autoren wurden die britische Schriftstellerin Jane Goldman ("Kingsman: The Golden Circle") und ihr US-Kollege George R.R. Martin verpflichtet. Martin ist der Schöpfer der Fantasy-Saga "Das Lied von Eis und Feuer", auf der die Fernsehserie "Game of Thrones" beruht.

Die Vorgeschichte soll mehrere Tausend Jahre vor der Mittelalter-Saga "Game of Thrones" spielen und erzählen, wie ein goldenes Helden-Zeitalter zu einer düsteren Welt wird.  

+++ 2.24 Uhr: Unwetter in Ungarn: vier Menschen von Baum erschlagen +++

Bei einem schweren Unwetter sind in Ungarn am späten Abend vier Menschen ums Leben gekommen. Ein 40 Meter hoher, durch Sturmböen entwurzelter Baum stürzte in der südungarischen Stadt Dombovar auf den Pkw, in dem sie unterwegs waren, wie die Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Katastrophenschutz berichtete. Nur ein Insasse des Fahrzeugs überlebte die Tragödie. In mehreren Orten im Südwesten Ungarns mussten die Feuerwehren
ausrücken, weil Baumstämme auf Straßen und Stromleitungen gefallen waren. 

+++ 0.37 Uhr: Ingolf Lück gewinnt "Let's Dance" +++

Der Komiker und Entertainer Ingolf Lück hat das Finale der RTL-Show "Let's Dance" gewonnen. Der 60-Jährige ("Wochenshow") setzte sich in drei Tänzen gegen seine Konkurrenten durch. Die Opernsängerin und Moderatorin Judith Williams (46), die dem TV-Publikum vor allem als Investorin aus der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt ist, tanzte sich auf den zweiten Platz. Dritte wurde Barbara Meier (31), "Germany's Next Topmodel"-Siegerin im Jahr 2007.

+++ 0.08 Uhr: Schießerei: Seilbahn am Zuckerhut in Rio geschlossen +++

Die berühmte Seilbahn am Zuckerhut in Rio de Janeiro ist wegen einer Schießerei vorübergehend geschlossen worden.
Bei dem Schusswechsel zwischen bewaffneten Männern und der Polizei wurde ein Beamter verletzt, wie die Militärpolizei mitteilte. Später wurde die Bahn dann wieder eröffnet. Der Vorfall wurde mit mehreren anderen Auseinandersetzungen Bewaffneter mit der Polizei in den vergangenen Tagen im Süden der brasilianischen
Metropole in Verbindung gebracht. 

Aus Sicherheitsgründen wurde zudem ein Terminal des Flughafens Santos Dumont 15 Minuten geschlossen, wie das Online-Portal der Zeitung "Globo" berichtete. Es habe eine Festnahme gegeben, teilte die Polizei auf Twitter mit. Nach Angaben des "Globo" berichteten mehrere Bewohner auch von Auseinandersetzungen am Strand Praia Vermelha, der unterhalb des Zuckerhuts liegt und als einer der ruhigsten und entspanntesten in der Stadt gilt.

+++ 0.01 Uhr: Trump hält gemeinsame G7-Erklärung für möglich +++

US-Präsident Donald Trump hält trotz der tiefen Differenzen mit den G7-Partnern beim Gipfel in Kanada eine gemeinsame Abschlusserklärung für möglich. "Ich glaube, es wird eine gemeinsame Erklärung gebe", sagte Trump vor Journalisten nach einem Treffen mit dem kanadischen Gastgeber Justin Trudeau am Rande des Gipfels in La Malbaie. 

Das Zustandekommen eines solchen Dokuments wurde zuletzt von vielen Seiten bezweifelt, auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Grund sind große inhaltliche Differenzen beim Welthandel, Klima und dem Umgang mit Iran: Die USA stehen auf der einen Seite, die anderen sechs Länder der G7 auf der anderen. 

Trump und Kanadas Premier Trudeau bemühten sich, Streitigkeiten herunterzuspielen. Trump sagte, man habe in Gesprächen über die Themen Handel und Zölle gute Fortschritte erzielt. Man müsse aber sehen, in welcher Form etwa die gemeinsame Freihandelszone Nafta weiterbestehen werde.

wue / AFP / DPA