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News von heute: "Dritter Schritt" aus dem Abkommen: Iran nimmt Atom-Forschung "umgehend" wieder auf

SPD-Kandidatenduo Lange/Ahrens zieht Bewerbung um Vorsitz zurück +++ Peter Lindbergh mit 74 Jahren gestorben +++ Zeitung: Hongkongs Regierung will Auslieferungsgesetz zurückziehen +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Irans Präsident Hassan Ruhani spricht bei einer Kabinettssitzung

Irans Präsident Hassan Ruhani spricht bei einer Kabinettssitzung

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Ruhani: Iran nimmt Atomforschung wieder auf (21.49 Uhr)
  • Unterhaus stimmt für Gesetz gegen No-Deal-Brexit (20.57 Uhr)
  • SPD-Vorsitz: Duo Lange/Ahrens verzichtet (18.50 Uhr)
  • Ein Toter und ein Verletzter nach Steinlawine in Österreich (16.25 Uhr)
  • Neue Regierung in Italien steht (15.42 Uhr)


Die News von heute im stern-Ticker:

+++ 23.18 Uhr: Mexiko: Polizei entdeckt zehn zerstückelte Leichen in Plastiktüten +++

In einem verlassenen Wohnhaus in Mexiko sind die Überreste von zehn Menschen entdeckt worden. Die Leichenteile von neun Männern und einer Frau befanden sich in 17 Plastiktüten, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Jalisco am Mittwoch mitteilte. Nachbarn hatten die Polizei gerufen, weil aus dem Haus in der Stadt Tlajomulco de Zúñiga, etwa 600 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt, schlechter Geruch drang.

Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten. Diese gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführung und Erpressung verwickelt sind. Im vergangenen Jahr gab es in dem lateinamerikanischen Land einen bisherigen Höchststand von fast 36.000 Morden. Zudem gelten rund 40.000 Menschen als verschwunden. Jalisco ist einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos. Es ist die Wiege des mächtigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación. Funde zerstückelter Leichen sind dort keine Seltenheit.

+++ 23.00 Uhr: Kutsche kippt im Watt um - zwei Schwerverletzte +++

Bei einem Unfall einer Pferdekutsche im Wattenmeer vor der Insel Neuwerk sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Vier weitere Insassen erlitten leichte Verletzungen. Nach Polizeiangaben hatte ein Pferd am Mittwochvormittag gescheut, nachdem ein Wagenrad durch ein Loch im Wattboden gerollt war. Das Pferd zog darauf nach rechts und schlug einen Bogen nach links, woraufhin die Kutsche umstürzte. Die beiden 68 und 63 Jahre alten Schwerverletzten wurden mit einem geländegängigen Fahrzeug zurück ans Festland bei Cuxhaven transportiert. Die Leichtverletzten kehrten auf anderen Pferdewagen zurück. Die Kutschenfahrerin blieb unverletzt.

+++ 22.23 Uhr: Razzia in Brandenburg - Bericht über Terrorverdacht +++

Die Polizei hat am Mittwoch auf Anordnung des Generalbundesanwalts in Brandenburg zwei Objekte durchsucht. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Durchsuchungen. Zuvor hatte darüber der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet. 

Der RBB berichtete, Hintergrund der Aktion in Brandenburg an der Havel seien Ermittlungen gegen eine "deutschlandweit agierende Gruppe, die unter Terrorverdacht steht". Festnahmen gab es demnach zunächst nicht.

+++ 21.50 Uhr: Serverstörung: Vodafone-Kunden leiden unter Internetproblemen +++

Wegen Serverproblemen haben Vodafone-Kunden in Deutschland seit dem Nachmittag mit Kabel-Internet-Problemen zu kämpfen. Internetseiten könnten nicht geladen werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Betroffen seien Kunden unter anderem in den Regionen Bremen, Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Chemnitz und Nürnberg. Techniker des Unternehmens arbeiteten bereits an einer Lösung. "Wir sind optimistisch, dass das Problem im Laufe des Abends behoben sein wird", sagte der Sprecher. Einen verlässlichen Zeitpunkt konnte er nicht nennen. Kunden von Telefon, Mobilfunk, TV und DSL hätten keine Probleme, hieß es.

+++ 21.49 Uhr: Ruhani: Iran nimmt Atomforschung wieder auf +++

Der Iran hebt nach Angaben von Präsident Hassan Ruhani sämtliche Beschränkungen für Forschung und Entwicklung aus dem internationalen Atomabkommen auf. Ruhani gab am Abend in einer Fernsehansprache den "dritten Schritt" zum Rückzug aus dem Abkommen bekannt. Ruhani sagte, die iranische Atomenergiebehörde solle "umgehend" alle erforderlichen Maßnahmen im Forschungs- und Entwicklungsbereich ergreifen und sich an "alle Verpflichtungen in dem Bereich" nicht mehr halten.

+++ 21.04 Uhr: Johnson stellt Neuwahlen zur Abstimmung +++

Als Reaktion auf seine Abstimmungsniederlage hat der britische Premier Boris Johnson einen Antrag auf eine Neuwahl am 15. Oktober gestellt.

+++ 20.57 Uhr: Unterhaus stimmt gegen No-Deal-Brexit +++

Das britische Unterhaus hat ein Gesetz gegen einen ungeregelten EU-Austritt am 31. Oktober angenommen. Damit bezog es am Abend klar Stellung gegen Premierminister Boris Johnson. Bei der Abstimmung nach dritter Lesung stimmten im Unterhaus in London 327 Abgeordnete für den Gesetzentwurf und 299 dagegen. Dieser sieht eine Verschiebung des bisher für Ende Oktober geplanten EU-Austritts bis zum 31. Januar 2020 vor, falls es keine Einigung auf ein Abkommen mit Brüssel gibt. Das Gesetz muss nun noch vom Oberhaus abgesegnet werden.

+++ 20.37 Uhr: US-Staat Michigan verbietet E-Zigaretten mit Aromastoffen +++

Michigan hat als erster US-Bundesstaat die Aromastoffe in E-Zigaretten verboten. Gouverneurin Gretchen Whitmer begründete dies am Mittwoch damit, dass die Hersteller diese süßlichen Stoffe gezielt verwendeten, "um Kinder an Nikotin zu gewöhnen" und den irreführenden Eindruck zu erwecken, "dass ihre Produkte nicht gefährlich sind". E-Zigaretten ohne die Aromastoffe bleiben in Michigan aber erlaubt.

Der Konsum von E-Zigaretten ist unter jungen Leuten in den USA weit verbreitet. Schätzungen zufolge nutzen dort rund 3,6 Millionen Schüler die batteriebetriebenen Geräte, in denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird. Der Geschmack von Süßigkeiten, mit denen sie oft versetzt sind, macht die E-Zigaretten für viele Jugendliche besonders attraktiv.

+++ 19.54 Uhr: Feueralarm: DFB-Team muss kurzzeitig aus dem Hotel +++

Kurzer Schreckmoment im Teamhotel: Nach einem Feueralarm mussten die deutschen Fußball-Nationalspieler am Mittwochnachmittag ihre Zimmer im Hamburger "The Fontenay" verlassen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, waren alle Gäste der Nobelherberge an der Außenalster davon betroffen - auch der komplette DFB-Tross. Nach rund zehn Minuten stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hat. 

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw steht in der EM- Qualifikation vor zwei richtungsweisenden Partien: An diesem Freitag (20.45 Uhr/RTL) tritt die DFB-Auswahl in Hamburg gegen die Niederlande an. Drei Tage später ist in Belfast Tabellenführer Nordirland der Gegner.

+++ 18.50 Uhr: SPD-Kandidatenkür - Duo Lange/Ahrens zieht zugunsten von Esken/Walter-Borjans zurück +++

Im Rennen um den künftigen SPD-Vorsitz hat das Kandidatenduo Simone Lange und Alexander Ahrens seine Bewerbung zurückgezogen. Die Flensburger Oberbürgermeisterin und der OB von Bautzen unterstützen stattdessen den Ex-Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, der gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken antritt. Das teilte Simone Lange bei der ersten Regionalkonferenz der Kandidaten am Mittwoch in Saarbrücken sagte.

SPD-Kandidatenduo Alexander Ahrens und Simone Lange

Nehmen sich während der ersten Regionalkonferenz überraschend selbst aus dem Rennen um den SPD-Vorsitz: Bautzens OB Alexander Ahrens und die Flensburger OB Simone Lange. 

DPA

+++ 18.29 Uhr:  Gesetzentwurf gegen No-Deal-Brexit nimmt erste Hürde im Parlament +++

Die Gegner eines ungeordneten EU-Austritts im britischen Parlament haben Premierminister Boris Johnson eine erneute Niederlage bereitet. Die Abgeordneten stimmten in zweiter Lesung mehrheitlich für ein Gesetz gegen einen No-Deal-Brexit am 31. Oktober: 329 votierten dafür, 300 waren dagegen. Johnson muss damit rechnen, dass der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung durchgeht. Mit der Abstimmung wird erst nach 20 Uhr (MESZ) gerechnet. Für diesen Fall will der Premier noch am selben Abend über eine Neuwahl am 15. Oktober abstimmen lassen.

+++ 17.37 Uhr: Google willigt in Entschädigung wegen Datensammlungen über Kinder ein +++

Wegen der mutmaßlich illegalen Verwendung der Daten minderjähriger YouTube-Nutzer hat die Mutterfirma Google in den USA in Entschädigungszahlungen von 170 Millionen Dollar (154 Millionen Euro) eingewilligt. Einen entsprechenden Vergleich schloss Google mit der Verbraucherschutzbehörde FTC und der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats New York, wie die FTC mitteilte. Es handelt sich um die bislang höchste Entschädigungssumme, die aufgrund eines US-Gesetzes von 1998 zum Schutz der Daten von Kindern im Internet gezahlt werden soll. Der Vergleich muss noch von einem Bundesgericht abgesegnet werden. Nach Angaben von Behördenvertretern hatte sich die Videoplattform über eine Bestimmung hinweggesetzt, wonach spezifisch an Kinder gerichtete Websites und Onlinedienste die Zustimmung der Eltern einholen müssen, wenn sie die persönlichen Daten von Kinder sammeln.

+++ 17.34 Uhr: Mindestens 13 Menschen sterben bei Bootsunglück im Südsudan +++

Beim Zusammenstoß zweier Passagierboote auf dem Weißen Nil im Südsudan sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Kinder. Das Unglück habe sich am frühen Morgen nahe der Stadt Bor ereignet, teilte der Informationsminister des Bundesstaates Jonglei am Mittwoch mit. 

Nach der Kollision seien die Boote mit jeweils rund 45 Menschen an Bord gekentert. Die Unglücksursache stand zunächst nicht fest. Wegen der anhaltenden Gewalt und der desolaten Infrastruktur ist der Nil ein wichtiger Transportweg für Menschen und Waren in dem ostafrikanischen Krisenland.

+++ 17.28 Uhr: Kurdische Behörden im Irak schließen Restaurant mit Namen "Hitler" +++

Die Behörden in den nordirakischen Kurdengebieten haben ein Restaurant geschlossen, dem der Besitzer den Namen "Hitler" gegeben hatte. Das Restaurant in der Stadt Dohuk dürfe erst wieder geöffnet werden, wenn der Name geändert sei, sagte ein Offizier der kurdischen Asajisch-Sicherheitskräfte am Mittwoch. Aus der kurdischen Regionalregierung hieß es nach Angaben des TV-Kanals Kurdistan 24, Nazi-Ideologie und Rassismus würden nicht toleriert. 

Ein Video des Senders zeigt, wie der Schriftzug auf dem Schild des Restaurants entfernt wird. Beseitigt wird auch ein Symbol mit großer Ähnlichkeit zum Hakenkreuz, das neben dem Namen prangte. 

Um die Lokalität war zuvor lokalen Medienberichten zufolge ein heftiger Streit entbrannt. Der Besitzer sagte der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw, er habe den Namen des Diktators nicht gewählt, weil er Hitler möge. "Ich habe das nur gemacht, um mein Restaurant unter den Leuten bekannt zu machen", erklärte er demnach. Das Schild des Restaurants zeigte den Namen "Hitler" sowohl in arabischen als auch in lateinischen Buchstaben. In der lateinischen Fassung war er jedoch als "Hetlar" geschrieben. 

+++ 17.27 Uhr: Bank of England: No-Deal-Brexit wäre "weniger schlimm" als bisher gedacht +++

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ohne Abkommen wäre nach Ansicht der Zentralbank des Landes inzwischen "weniger schlimm" als bisher gedacht. Die Vorbereitungen für einen sogenannten No-Deal-Brexit seien verbessert worden, konstatierte am Mittwoch der Chef der Bank of England, Mark Carney, in einen Brief an das Parlament. Deshalb würden die Prognosen inzwischen besser aussehen als noch bei der bisher letzten Vorhersage im November vergangenen Jahres. 

Aktuell sagt die Zentralbank bei einem No-Deal-Brexit im schlimmsten Fall einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 5,5 Prozent voraus - im November waren es noch acht Prozent. Die Arbeitslosigkeit würde statt der bisher angenommenen 7,5 Prozent nur auf sieben Prozent steigen, erklärte Carney. Allerdings wäre auch das ein enormer Sprung: Derzeit liegt die Quote auf dem tiefsten Wert seit 45 Jahren bei 3,8 Prozent.

+++ 17.21 Uhr: Barenboim weist Vorwurf eines Übergriffs auf Mitarbeiterin zurück +++

Der Dirigent Daniel Barenboim (76) hat den Vorwurf eines körperlichen Übergriffs gegen eine Mitarbeiterin der Berliner Staatsoper Unter den Linden zurückgewiesen. Er habe die Orchestermanagerin weder geschüttelt noch berührt, erklärte der Generalmusikdirektor der Staatsoper am Mittwoch in Berlin. Er räumte ein, die Mitarbeiterin bei einer Diskussion angeschrien zu haben. Er sei jederzeit bereit, die Unrichtigkeit der Behauptungen der Mitarbeiterin eidesstattlich zu versichern, hieß es weiter in der Erklärung der Staatsoper, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Orchestermanagerin hatte im Online-Klassikmagazin "Van" berichtet, Barenboim habe sie im März 2018 in der Garderobe der Staatsoper mit beiden Händen zwischen Schulter und Hals gegriffen und geschüttelt. In dem Bericht warf die Frau Staatsoper-Intendant Matthias Schulz vor, nicht ausreichend auf ihre Beschwerden reagiert zu haben. Ihr Vertrag an der Staatsoper sei nicht mehr verlängert worden. Barenboim erklärte weiter, er habe sich bei der Mitarbeiterin dafür entschuldigt, dass er sie angeschrien habe. Er habe sie aber "kategorisch nicht geschüttelt oder anderweitig berührt". Die Entscheidung, ihren Vertrag nicht zu verlängern, hätten Intendant, Orchester und er gefällt.

+++ 17.10 Uhr: Brasiliens Präsident wirft UN-Menschenrechtskommissarin "Einmischung" vor +++

Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro hat der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet "Einmischung in die inneren Angelegenheiten und die Souveränität Brasiliens" vorgeworfen. Die ehemalige Präsidentin Chiles folge dem Beispiel von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, indem sie "unsere mutigen Polizisten und Militärs angreift", schrieb Bolsonaro am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bachelet hatte sich zuvor wegen Menschenrechtsverletzungen in Brasilien besorgt gezeigt. 

Bachelet hatte auf einer Pressekonferenz in Genf unter anderem "Angriffe gegen Verteidiger der Menschenrechte" in den vergangenen Monaten kritisiert. Zudem sei unter dem ultrarechten Präsidenten Bolsonaro in Brasilien die Zahl der Menschen drastisch gestiegen, die von der Polizei getötet wurden. Davon seien vor allem Afrobrasilianer und Bewohner der Armutsviertel betroffen.

+++ 17.08 Uhr: Youtube zahlt Millionenstrafe wegen Sammelns von Kinderdaten +++

Google zahlt 170 Millionen Dollar Strafe nach dem Vorwurf von US-Behörden, die zum Unternehmen gehörende Videoplattform Youtube habe illegal Daten von Kindern zur Anzeige von Werbung gesammelt. Die Vergleichszahlung beendet Ermittlungen der Verbraucherschutzbehörde FTC und der New Yorker Staatsanwaltschaft. Google und Youtube versicherten zugleich, dass auf Kinder ausgerichtete Videos künftig klar gekennzeichnet werden sollen und man bei ihnen vor der Datensammlung eine nachweisliche Zustimmung der Eltern einholen werde.

+++ 17.07 Uhr: Kubicki und Gabriel: Politiker haben heute zu wenig Lebenserfahrung +++

Die junge Politikergeneration von heute hat nach Auffassung von Wolfgang Kubicki (FDP) und Sigmar Gabriel (SPD) zu wenig Lebenserfahrung. "Wie viele Leute, die heute im Bundestag sitzen, haben denn einen Beruf, den sie auch ausüben?", fragte der Bundestags-Vizepräsident und stellvertretende FDP-Vorsitzende Kubicki am Mittwoch in Berlin. Er stellte dort sein neues Buch "Sagen, was Sache ist!" vor. Kubicki ist auch Strafverteidiger.

+++ 16.58 Uhr: Netanjahu: Wir werden für immer in Hebron bleiben +++

Bei einem seltenen Besuch in Hebron hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die jüdische Verbindung zu der geteilten Stadt im Westjordanland betont. "Hebron wird niemals "judenrein" sein", sagte Netanjahu am Mittwoch und gebrauchte dabei das deutsche Wort. "Wir werden für immer in ihr bleiben", sagte er weniger als zwei Wochen vor der Parlamentswahl. Netanjahu gedachte der 67 jüdischen Opfer eines Massakers, das arabische Bewohner vor 90 Jahren in der Stadt verübt hatten. Netanjahu ist nach einem Bericht der "Jerusalem Post" damit der erste israelische Ministerpräsident, der seit 1998 Hebron betreten hat.

+++ 16.53 Uhr: EU-Bürger können sich mit Unterschrift für Bienenschutz engagieren +++

EU-Bürger können sich in den kommenden Monaten mit einer Unterschrift für eine bienenfreundlichere Landwirtschaft einsetzen. Eine entsprechende Bürgerinitiative sei angenommen worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Auch Initiativen zur Bekämpfung der Klimakrise und gegen Korruption seien registriert worden. Die Initiatoren haben nun ein Jahr Zeit, eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern für ihre Anliegen zu sammeln. Dann müsste die EU-Kommission sich damit beschäftigen und anschließend entscheiden, ob sie den Forderungen nachkommt. Unterschrieben werden kann online.

+++ 16.47 Uhr: Drei Jahre Straflager für Demonstrationsteilnehmer in Moskau +++

Ein Gericht in Moskau hat einen Demonstrationsteilnehmer zu drei Jahren Straflager wegen angeblicher Gewalt gegen einen Polizisten verurteilt. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch. Ermittler werfen dem 28-jährigen Kirill Schukow vor, während einer nicht genehmigten Demonstration Ende Juli einen Polizisten geschlagen und diesem damit "physischen Schmerz" zugefügt zu haben. Ein in Online-Netzwerken verbreitetes Video zeigt Schukow, wie er ein Mitglied der Nationalgarde mit der Hand leicht am Kinn berührt.

+++ 16.26 Uhr: Elvis-Fotograf Ed Bonja in Berlin gestorben +++

Der langjährige Fotograf von Elvis Presley, Ed Bonja, ist tot. Das teilte der Berliner Showproduzent Bernhard Kurz am Mittwoch unter Berufung auf Informationen aus dem Krankenhaus mit. Bonja und Kurz arbeiteten seit Jahren für eine Musical-Produktion über Elvis Presley (1935-1977) in Berlin zusammen. Bonja sei am Mittwoch im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus gestorben, hieß es. Der Fotograf kannte Presley nach eigenen Angaben seit den 60er Jahren und war in den 70er Jahren Konzertfotograf des Rock'n'Roll-Musikers. Aufnahmen von Bonja zieren auch LP-Cover des Musikers. Sein Archiv mit zum Teil noch unveröffentlichten Aufnahmen umfasst den Angaben zufolge rund 9000 Fotos von Elvis Presley.

+++ 16.25 Uhr: Ein Toter und ein Verletzter nach Steinlawine in Österreich +++

Beim Abgang einer Steinlawine nahe Kaprun in Österreich ist am Mittwoch ein Wanderer getötet worden. Ein weiterer Alpinist sei bei dem Unglück auf 2700 Metern Höhe verletzt worden, sagte eine Sprecherin der Bergrettung. Zwei Menschen aus der vierköpfigen Gruppe seien mit dem Schrecken davongekommen.

Der Stausee Mooserboden bei Kaprun: Hier soll sich das Unglück ereignet haben

Der Stausee Mooserboden bei Kaprun: Hier soll sich das Unglück ereignet haben

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Die große Steinlawine ging unweit des Großglockners bei bestem Wanderwetter auf einen hochalpinen Wanderweg nieder und stürzte mehrere hundert Höhenmeter bis in den Bereich eines Stausees ins Tal. Dutzende Einsatzkräfte hatten das Gebiet vorsorglich nach weiteren möglichen Opfern abgesucht. Eine weitere Wandergruppe von vier Personen auf einem anderen Wanderweg blieb unverletzt.

+++ 16.23 Uhr: Polen plant Milliardenausgaben für Modernisierung des Militärs +++

Polen will nach Angaben seines Verteidigungsministers in den kommenden Jahren Milliardenbeträge in die Modernisierung der Armee investieren. Bis zum Jahr 2026 seien dafür 185 Milliarden Zloty (42,33 Milliarden Euro) vorgesehen, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Mittwoch laut Nachrichtenagentur PAP. Demnach verhandelt Polen gegenwärtig mit den USA über den Preis für F35-Kampfjets. Die Regierung in Warschau plant den Kauf von 32 dieser Flugzeuge. Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda hatte Anfang der Woche beim Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence auch Interesse an neuen amerikanischen Hubschraubern für die Armee seines Landes geäußert.  

+++ 16.03 Uhr: Millionenstrafe gegen Amazon in Frankreich verhängt +++

Das französische Handelsgericht hat eine Rekordstrafe von vier Millionen Euro gegen den Online-Händler Amazon verhängt. Das Pariser Gericht hält es für erwiesen, dass der US-Konzern Anbieter auf seinem "Marktplatz" im Internet benachteiligt, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hervorgeht. Nach Angaben der Abteilung für Betrugsbekämpfung im Pariser Wirtschaftsministerium ist es die höchste Strafe, die in einem solchen Fall in Frankreich bisher verhängt wurde. Das Gericht urteilte, Amazon habe in seine Verträge mit den Händlern unrechtmäßige Klauseln eingebaut.    

Amazon nahm sich laut dem Gericht das Recht heraus, die Verträge mit den Anbietern kurzfristig zu ändern, kürzere Lieferzeiten zu verlangen oder Lieferungen zu blockieren. Über die weltweit tätige Plattform vertreiben in Frankreich rund 10.000 kleine und mittlere Unternehmen ihre Waren.

+++ 15.55 Uhr: Arbeitnehmer machen Druck: Postbank-Filialen bleiben geschlossen +++

Wer am Donnerstag ein Paket in einem Postbank-Center aufgeben will, dürfte vor verschlossenen Türen stehen. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, laden die Betriebsräte der Bank an dem Tag zu Betriebsversammlungen eingeladen - dadurch blieben  die allermeisten der bundesweit rund 800 Filialen ganztägig zu. Nur sehr vereinzelt würden die Einrichtungen doch aufhaben, sagte ein Verdi-Sprecher. Für NRW rechnet er mit 150 Filialschließungen. In Köln und Essen sind zudem zentrale Verdi-Kundgebungen geplant. 

In den Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten, den Arbeitgebern ist das zu viel. In der Auseinandersetzung gab es bereits Warnstreiks. Am 9. September sollen die Verhandlungen in Königswinter bei Bonn fortgesetzt werden.

+++ 15.42 Uhr: Neue Regierung in Italien steht +++

Die neue italienische Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) steht. Sie soll am Donnerstag (10 Uhr) vereidigt werden. Dies teilte das Büro von Staatspräsident Sergio Matterella am Mittwoch nach einem Treffen des Präsidenten mit dem designierten Premierminister Giuseppe Conte mit. Danach müssen beide Parlamentskammern der Regierung ihr Vertrauen aussprechen.  

Sterne-Chef Luigi di Maio wird demnach neuer italienischer Außenminister, das Innenministerium soll die Spitzenbeamtin Luciana Lamorgese übernehmen. Sie löst den Hardliner Matteo Salvini ab, dessen rechte Lega aus der Regierung ausgeschieden ist. Neuer Wirtschaftsminister wird der PD-Politiker und bisherige EU-Abgeordnete Roberto Gualtieri. 

+++ 15.37 Uhr: US-Touristin in Russland wegen Cannabis-Besitzes festgenommen +++

 Eine Touristin aus den USA ist in Russland wegen des Besitzes von Cannabis festgenommen worden, das sie aus medizinischen Gründen bei sich trug. Bei der 19-jährigen Studentin aus New York waren während einer Kontrolle am Pulkowo Flughafen in St. Petersburg 19 Gramm Cannabis sowie eine medizinische Nutzungserlaubnis gefunden worden, wie die Pressestelle der Stadt mitteilte. Demnach sei die Genehmigung jedoch "auf russischem Gebiet nicht gültig". 

Russischen Medien zufolge befand die Studentin sich zusammen mit ihrer Mutter auf einer Touristenreise. Bis zu ihrer Anhörung soll die 19-Jährige in Haft bleiben. Der jungen Frau drohen bis zu drei Jahre Gefängnis. Russland ist für seine strenge Drogenpolitik bekannt. 

+++ 15.35 Uhr: Gesetzliche Kassen fahren im ersten Halbjahr Defizit von 544 Millionen Euro ein +++

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2019 ein Defizit von gut einer halben Milliarde Euro eingefahren: Den Einnahmen in Höhe von rund 124,7 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 125,2 Milliarden Euro gegenüber, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Damit lag das Defizit bei 544 Millionen Euro. Die Einnahmen der Krankenkassen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent und die Ausgaben um 4,7 Prozent gestiegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies darauf, dass Leistungsverbesserungen beschlossen worden seien, die jetzt bei den Versicherten ankämen. 

+++ 15.28 Uhr: Zwei Piloten beim Absturz eines russischen Kampfjets gestorben +++

ei einem militärischen Übungsflug sind zwei russische Piloten mit einem Kampfjet vom Typ Suchoi Su-25 in den Tod gestürzt. Die Maschine sei bei einem missglückten Looping in der Nähe von Stawropol im Nordkaukasus auf dem Boden aufgeschlagen, meldete die Staatsagentur Tass am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitsbehörden.

Einsatzkräfte fanden demnach die Leichen in dem Wrack in unbewohntem Gebiet. Nach dem Unglück am Vortag hatten die Behörden zunächst vermutet, dass die Offiziere sich bei dem Trainingsflug mit dem Schleudersitz retten konnten. Untersucht werde nun, ob menschliches Versagen oder technische Ursachen zu dem Unglück führten.

+++ 15.06 Uhr: Eltern sind grundsätzlich zufrieden mit den Schulen +++

Die große Mehrheit der Eltern in Deutschland ist mit der Schule ihrer Kinder zufrieden. In dem von der Wochenzeitung "Zeit" veröffentlichten Schulbarometer gaben 77 Prozent der befragten Eltern an, sie würden die Schule ihrer Kinder weiterempfehlen. Außerdem sagten 72 Prozent, dass die Lehrkräfte ihrer Kinder engagiert seien, wie die Zeitung am Mittwoch vorab aus ihrer neuen Ausgabe berichtete. Bei den Grundschuleltern bezeichneten sogar 81 Prozent die Pädagogen als engagiert. Unter den Eltern, deren Kinder eine weiterführende Schule besuchen, waren es 66 Prozent. 75 Prozent aller Eltern finden zudem, dass die Lehrkräfte einen anstrengenden Beruf haben. Die große Mehrheit der Eltern hält die Beurteilung ihrer Kinder zudem für fair.

+++ 15.02 Uhr: Mindestens 16 Tote bei Explosion in Feuerwerksfabrik in Indien +++

Bei einer schweren Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Indien sind mindestens 16 Menschen getötet und 14 verletzt worden. Das sagte ein lokaler Behördenmitarbeiter am Mittwochnachmittag vor Reportern. Dutzende weitere Menschen wurden vermisst, wie örtliche Medien berichteten. Das Gebäude in der nordindischen Stadt Gurdaspur sei vom Feuer und die Explosion völlig zerstört worden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Rettungskräfte suchten zurzeit in den Trümmern nach weiteren Opfern. Die Zahl der Toten werde wahrscheinlich noch stiegen, sagte der Sprecher. Was die Explosion verursacht hätte, war zunächst unklar. 

+++ 14.57 Uhr: Präsident Macron macht sich mit Außenpolitik bei Franzosen beliebt +++

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich als Vermittler im Streit der USA mit dem Iran offenbar bei vielen Franzosen beliebt gemacht. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifop vom Mittwoch gaben 55 Prozent der Befragten an, dass der Präsident "Frankreichs Interessen im Ausland gut vertrete". Das ist ein Plus von sieben Prozentpunkten. Macrons gesamten Kurs unterstützen derweil unverändert nur 38 Prozent. 

+++ 14.46 EU verspricht Hunderte Millionen Euro Hilfe bei No-Deal-Brexit +++

Bei einem ungeregelten Brexit will die Europäische Union besonders hart getroffenen Mitgliedstaaten, Unternehmen und Arbeitnehmern mit bis zu 780 Millionen Euro helfen. Die Summe nannten EU-Beamte am Mittwoch. Das Geld soll aus zwei bestehenden Hilfsfonds kommen. Diesen Vorschlag der EU-Kommission müssten das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten allerdings noch zustimmen. 

Angesichts der Lage in London bleibe ein EU-Austritt ohne Abkommen am 31. Oktober ein "möglicher, wenn auch nicht erstrebenswerter Ausgang". Alle "Interessenträger" seien erneut aufgefordert, sich auf ein No-Deal-Szenario vorzubreiten. Für Unternehmen veröffentlichte die Kommission eine sechsseitige Checkliste mit Hinweisen zu künftigen Regeln, Genehmigungen, Zöllen, Steuern und ähnlichem. Wer als Bürger eine Frage hat, kann gebührenfrei beim Call Center Europe Direct anrufen.

+++ 14.44 Uhr: Täglich sterben in Deutschland zwei Menschen bei der Arbeit  +++

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland im Schnitt jeden Tag zwei Menschen bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin ums Leben gekommen. Von 730 Unfallopfern starben 420 am Arbeitsplatz und 310 auf dem Arbeitsweg, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Vergleich zum Jahr zuvor gab es nur ein Todesopfer weniger. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle nahm hingegen leicht um 0,4 Prozent auf 877 198 zu. Das sind im Schnitt gut 2400 Fälle am Tag. Neue Unfallrenten nach schweren Unfällen wurden gut 18.100 Arbeitnehmern zugesprochen.

+++ 14.31 Uhr: Mallorca: Zwei Deutsche wegen Vergewaltigungsfall weiter in U-Haft +++

Zwei Monate nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung auf Mallorca sitzen zwei verdächtige Deutsche auf der Urlaubsinsel weiterhin in U-Haft. Es gebe zu dem Fall bisher nichts Neues, sagte ein Justizsprecher in Palma am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen dauern demnach an. Eine junge Deutsche soll Anfang Juli in dem Ort Cala Rajada im Nordosten Mallorcas von Landsleuten vergewaltigt worden sein. 

Die 18 Jahre alte Touristin hatte damals Anzeige erstattet und angegeben, sie sei in einem Hotelzimmer von zwei Männern im Beisein von zwei anderen vergewaltigt worden. Bei medizinischen Untersuchungen waren Gerichtsquellen zufolge Verletzungen am ganzen Körper festgestellt worden, die bestätigten, dass die junge Frau Opfer sexueller Gewalt wurde.

Kurz darauf waren vier Tatverdächtige festgenommen worden. Ein Gericht ordnete für zwei von ihnen wegen des Vorwurfs der "sexuellen Aggression" Untersuchungshaft ohne Kaution an. Zwei weitere Männer aus Deutschland wurden auf freien Fuß gesetzt.

+++ 13.58 Uhr: Unbekannte zünden in Berlin Bettdecke von schlafendem Obdachlosen an +++

Unbekannte Täter haben in Berlin die Bettdecke eines auf einer Parkbank schlafenden Obdachlosen angezündet. Der 35-jährige Mann verletzte sich an der Hand, als er in der Nacht zum Mittwoch das Feuer selbst löschte, wie die Polizei mitteilte. Er war demnach wegen des Brands seiner Decke aufgewacht. Die Ermittlungen ergaben laut Polizei, dass die Bettdecke vorsätzlich angezündet worden war. Ein Fachkommissariat ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

+++ 13.49 Uhr: Ausschreitungen im Migrantenlager von Moria auf der Insel Lesbos +++

Im völlig überfüllten Migrantenlager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist es am Mittwoch zu Gewalt bei Protesten gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde Tränengas eingesetzt, als einige Migranten Steine auf Polizeibeamte und Mitarbeiter des Registrierzentrum schleuderten. Informationen über schwere Verletzungen lagen zunächst nicht vor. Die Lage habe sich anschließend beruhigt, teilte die Polizei weiter mit.

Die Ausschreitungen hatten begonnen, als rund 50 Minderjährige lautstark forderten, dass sie aufs Festland gebracht werden. Im Registrierlager von Moria mit einer Aufnahmekapazität für 3000 Menschen sind zurzeit mehr als 9000 Migranten. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chis, Samos, Leros und Kos sind restlos überfüllt.

+++ 13.18 Uhr: Erneut angeklagter IS-Terrorist Nils D. schweigt zu Vorwürfen +++

Der bereits verurteilte IS-Terrorist Nils D. muss sich seit Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Kriegsverbrechen und Mord verantworten. "Dem Angeklagten wird vorgeworfen, als Mitglied des Islamischen Staates in der Stadt Manbidsch Gefangene gefoltert zu haben. In mindestens drei Fällen sind die Opfer verstorben", sagte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft am ersten Verhandlungstag. D. schwieg am Mittwoch zu den Vorwürfen.

Nils D. soll der Anklageschrift zufolge in einem Gefängnis der Terrororganisation Islamischer Staat im Jahr 2014 Mitglied eines Sturmtrupps gewesen sein, der Abtrünnige und Deserteure aufspüren sollte. D. wurde bereits als IS-Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

+++ 13.13 Uhr: Boris Johnson schlägt Neuwahlen am 15. Oktober vor +++

Der britische Premierminister Boris Johnson will am 15. Oktober ein neues Parlament wählen lassen, sollten ihm die Abgeordneten den Weg zu einem No-Deal-Brexit per Gesetz versperren. Das sagte Johnson während einer lebhaften Fragestunde des Unterhauses. Johnson ist auf die Zustimmung der Opposition angewiesen, um eine Neuwahl auszulösen. Denn dafür ist eine Zweidrittelmehrheit im Parlament nötig. Die Opposition zeigt sich jedoch zögerlich, weil sie fürchtet, Johnson könnte den Wahltermin nach einer Abstimmung nachträglich auf einen Termin nach dem EU-Austritt verschieben, um doch noch einen Brexit ohne Abkommen zu erreichen. Johnson will Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union führen - "komme, was wolle". Die Nachrichtenagentur AFP hatte berichtet, Johnson habe einen Antrag auf Wahlaufforderung gestellt, nachdem das Unterhaus am Dienstag gegen seine Brexit-Strategie gestimmt hatte.

+++ 12.51 Uhr: Russland begleicht seine Schulden beim Europarat +++

Russland hat seine noch ausstehenden Mitgliedsbeiträge an den Europarat fast vollständig gezahlt. Der Großteil der rund 54,7 Millionen Euro sei überwiesen worden, bestätigte Europarat-Sprecher Daniel Höltgen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Straßburg. Einige Formalien müssten noch geregelt werden. Man sei sich aber sicher, dass diese bald geklärt würden.

Die Schulden stammen aus den Jahren 2017 und 2018. Russland hatte wegen Sanktionen die Zahlung der Mitgliedsbeiträge an den Europarat eingestellt. Die Strafmaßnahmen waren eine Reaktion auf die russische Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim gewesen. Ende Juni erhielt Moskau dann wieder alle Rechte als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung (PACE) der Staatenorganisation zurück.

+++ 12.47 Uhr: Amazon: Kein Einwegplastik mehr in Verpackungen in Indien ab 2020 +++

Amazon will bei seinen Verpackungen in Indien von Juni 2020 an auf Einwegplastik verzichten. Statt mit Plastikkissen und Luftpolsterfolie sollen die verschickten Gegenstände etwa mit Polsterung aus Papier geschützt werden, wie der Onlinehändler am Mittwoch in Bangalore mitteilte. Die Verpackungen sollen dadurch wiederverwertbar werden, hieß es. In Deutschland hingegen hat Amazon zurzeit keine Pläne, ganz auf Einwegplastik zu verzichten, wie ein Sprecher sagte. Der Konzern benutze unter anderem Plastikverpackungen, weil sie besonders leicht seien und man mehr Päckchen in einen Lieferwagen packen könne. Aber: "Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Verpackungs- und Recyclingmöglichkeiten", sagte der Sprecher.

+++ 12.40 Uhr: Gericht in Edinburgh erklärt Zwangspause des Londoner Parlaments für zulässig +++

Ein Gericht im schottischen Edinburgh hat die vom britischen Premierminister Boris Johnson verhängte Zwangspause des britischen Parlaments für zulässig erklärt. Der Court of Session, das höchste schottische Zivilgericht, wies einen Antrag von 75 Abgeordneten zurück, die Zwangspause für unzulässig zu erklären. Richter Raymond Doherty befand, Johnsons Entscheidung falle in den Bereich politischer Entscheidungen, die nicht von rechtlichen "Standards" abhängig seien. Die schottische Abgeordnete Joana Cherry kündigte an, in die Berufung zu gehen.

+++ 12.40 Uhr: Wegen Preisverfalls: Indonesien lässt zehn Millionen Eier vernichten +++

In Indonesien ist mit der Vernichtung von zehn Millionen ausgebrüteten Eiern begonnen worden, um den Verfall des Hühnerfleisch-Preises zu stoppen. Nach Angaben des nationalen Hühnerzüchterverbandes kostet das Kilo in dem Inselstaat aktuell nur noch 9000 indonesische Rupiah - umgerechnet 58 Euro-Cent. Vor einigen Wochen waren es mit umgerechnet 1,22 Euro noch mehr als doppelt so viel.

+++ 12.39 Uhr: Unterwasser-Observatorium aus Eckernförder Bucht bleibt verschwunden +++

Von einem verschwundenen Unterwasser-Observatorium in der Ostsee fehlt weiter jede Spur. Man habe bisher auch keine plausible Erklärung, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Anlage gilt seit dem 21. August als verschollen - an dem Tag war die Datenübertragung plötzlich abgebrochen. "Wir können uns nicht vorstellen, dass Diebe gezielt das in 22 Meter Tiefe auf dem Meeresboden stehende Observatorium gefunden und dann mit schwerem Gerät entwendet haben", sagte ein Sprecher des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel. 

"Zudem war die Anlage aus zwei 550 und 220 Kilo schweren Gestellen in einem Sperrgebiet für Sportboote und Berufsschifffahrt - und der genaue Standort war öffentlich nicht bekannt", hieß es weiter. Auch Fischerboote dürften dort nicht fahren, sagte ein Polizeisprecher. "Wir werden im Nachhinein zu klären versuchen, ob Schiffe am 21. August in dem Sperrgebiet unterwegs waren."

+++ 12.30 Uhr: Mann in Berlin offenbar getötet +++

In Britz, einem Ortsteil von Berlin-Neukölln, ist ein Mann blutüberströmt auf der Straße entdeckt worden. Die "B.Z." berichtet, er sei möglicherweise niedergestochen worden. Er soll in ein Krankenhaus gebracht worden sein, wo er nach Medienberichten später verstarb.

Die Polizei bestätigte auf Twitter zunächst nur dass es in Britz einen Einsatz gegeben habe, bei dem ein Mann "angegriffen und schwer verletzt wurde." Die Mordkommission ermittle. Später wurde dann auch der Tod des Mannes auf Twitter mitgeteilt. 

+++ 12.23 Uhr: Streit um angebliches Geheimkonto: Teilerfolg für Strauß-Sohn +++

Im jahrelangen Rechtsstreit um ein angebliches Geheimkonto des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß hat dessen ältester Sohn Max einen Teilerfolg erzielt. Das Kölner Landgericht untersagte einem Buchverlag die Aussage, wonach der ehemalige CSU-Chef seinen Kindern ein Konto mit rund 360 Millionen D-Mark hinterlassen habe (rund 180 Mio. Euro). Dies hatte der Autor Wilhelm Schlötterer in einem vor zehn Jahren veröffentlichten Buch behauptet. Anspruch auf eine Geldentschädigung habe Max Strauß aber nicht, befand die Zivilkammer am Mittwoch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 12.03 Uhr: Drogen- und Handyschmuggel ins Gefängnis? Vier Beamte suspendiert +++

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit sowie Drogenhandels gegen vier Beamte der Justizvollzugsanstalt Sehnde, 21 Gefangene sowie sechs weitere Personen. Am Sonntag seien Zellen und Arbeitsräume des Gefängnisses sowie zehn Privatwohnungen von Beschuldigten durchsucht worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. 200 Polizeibeamte, darunter auch SEK-Kräfte, waren im Einsatz. Darüber hatten zuvor mehrere Medien berichtet. 

+++ 11.50 Uhr: Hongkongs Regierungschefin will Auslieferungsgesetz zurückziehen +++

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam zieht das umstrittene Auslieferungsgesetz nach Angaben eines Abgeordneten endgültig zurück. "Es ist bestätigt, dass das Gesetz zurückgezogen wird", sagte der Parlamentsabgeordnete Felix Chung der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch nach einem Treffen Lams mit ihm und anderen regierungsnahen Politikern. Die Vorlage des heftig umstrittenen Gesetzes zu Auslieferungen an Festlandchina war Auslöser der heftigen Massenproteste, die in der chinesischen Sonderverwaltungszone seit nunmehr drei Monaten andauern.

+++ 11.49 Uhr: Bundesregierung will Glyphosat-Verbot ab Ende 2023 +++

Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Dann läuft auch die Genehmigung in der EU inklusive Übergangsfrist aus, wenn die Staaten sie nicht erneut verlängern. Die geplante "verbindliche Beendigung der Anwendung" von glyphosathaltigen Mitteln steht im "Aktionsprogramm Insektenschutz", das das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen hat. 

Bereits ab 2020 soll demnach mit einer "systematischen Minderungsstrategie" die Anwendung "deutlich" eingeschränkt werden. Geplant ist unter anderem ein Verbot für Haus- und Kleingärten, öffentliche Flächen wie Parks, sowie Einschränkungen für Bauern. Glyphosat tötet Unkraut und andere Pflanzen ab, weswegen Naturschützer es als schädlich für die ökologische Vielfalt kritisieren. Es steht außerdem im Verdacht, krebserregend zu sein.

+++ 11.44 Uhr: CSU-Vize Weber fordert harte Linie der EU gegen Johnson +++

Im Brexit-Streit fordert der CSU-Europapolitiker Manfred Weber eine harte Linie der Europäischen Union gegen die Regierung von Premierminister Boris Johnson. "Die Methode Johnson darf keinen Erfolg haben", sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) am Mittwoch in Brüssel. "Die EU muss stark und geeint sein, es darf keine Neuverhandlungen geben."

Johnson fordert Änderungen am EU-Austrittsvertrag und betont, die Chancen dafür seien gestiegen. Doch hat die EU-Seite bisher lediglich gesagt, falls Johnson konkrete neue Vorschläge mache, werde man sie sich anschauen. Dabei geht es um Alternativen zu der Garantieklausel für eine offene Grenze in Irland, zum sogenannten Backstop. Noch wartet die EU-Kommission aber auf die Vorschläge aus London. Weber sagte dazu: "Wir Europäer sind offen für eine Diskussion über alternative Vorschläge. Aber wir müssen unsere Position sehr strikt verteidigen." Die EU will eine feste Grenze mit Kontrollposten zwischen dem Mitgliedstaat Irland und dem britischen Nordirland nach dem Brexit unbedingt vermeiden. Denn es wird befürchtet, dass eine neue Teilung der irischen Insel zu neuen Spannungen in der früheren Bürgerkriegsregion führen würde.

+++ 11.39 Uhr: Ruhani: Atom-Zusagen werden "heute oder morgen" weiter zurückgefahren +++

Irans Staatschef Hassan Ruhani hat am Mittwoch angekündigt, sein Land werde die Erfüllung der Auflagen aus dem internationalen Atomabkommen "heute oder morgen" weiter zurückfahren. "Ich glaube nicht, (...) dass wir eine Übereinkunft erzielen - somit werden wir den dritten Schritt tun und die Details heute oder morgen bekannt geben", zitierte die Website der Präsidentschaft Ruhani. Mit den schrittweise vollzogenen Verstößen gegen das Abkommen reagiert die Führung in Teheran auf die Aufkündigung der Übereinkunft durch US-Präsident Donald Trump im Mai 2018.

+++ 11.38 Uhr: Als IS-Dschihadist verurteilter Nils D. wegen Mordes erneut vor Gericht +++

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat am Mittwoch ein neuer Prozess gegen den bereits als IS-Dschihadist verurteilten Nils D. aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken begonnen. In dem Verfahren im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Gerichts wirft die Bundesanwaltschaft dem früheren Mitglied der berüchtigten Dinslakener Dschihadistengruppe "Lohberger Brigade" vor, 2014 in Syrien mit weiteren IS-Mitgliedern mindestens drei Gefangene grausam gefoltert und ermordet zu haben.

+++ 11.37 Uhr: Gericht lehnt Klage gegen Zwangspause für britisches Parlament ab +++

Das oberste schottische Zivilgericht hat eine  Klage gegen die von Premierminister Boris Johnson erwirkte mehrwöchige Zwangspause des britischen Parlaments abgelehnt. Das berichtete die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch aus dem Gerichtssaal in Edinburgh.

Geklagt hatten etwa 75 Parlamentarier. Sie sehen in der von Johnson erwirkten wochenlangen Schließung des Unterhauses vor dem am 31. Oktober anstehenden EU-Austritt des Landes eine unzulässige Einschränkung des Parlaments. Ähnliche Klagen wurden auch vor Gerichten im nordirischen Belfast und in London eingereicht. 

Am Donnerstag sollte der Fall vor dem High Court in der britischen Hauptstadt verhandelt werden. Ein letztinstanzliches Urteil dürfte aber am Ende der Supreme Court fällen. Der Klage in London hatte sich auch der frühere konservative Premier John Major angeschlossen.

+++ 11.35 Uhr: Regierung beschließt staatliches Tierwohllabel für Schweinefleisch +++

Die Bundesregierung hat die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels auf freiwilliger Basis beschlossen. Das Kabinett nahm am Mittwoch einen Gesetzentwurf des Landwirtschaftsministeriums an, wonach die Kennzeichnung zunächst für Schweinefleisch gelten soll. Das Siegel ist ein sogenanntes Positivkennzeichen: Fleisch, welches das Label trägt, muss nach Kriterien erzeugt worden sein, die über den "gesetzlichen Mindesttierschutzstandard hinausgehen". Das betrifft Haltung, Transport und Schlachtung der Tiere.

+++ 11.25 Uhr: US-Prüfer: Keine neuen Regelverstöße bei Volkswagen +++

Der von der US-Regierung eingesetzte Prüfer Larry Thompson hat im zweiten Jahr seiner Untersuchungen keine neuen Regelverstöße bei Volkswagen festgestellt. Nachdem der Jurist bei seinem vorigen Zwischenbericht noch einige Defizite etwa bei der internen Weitergabe von Informationen und Transparenz gesehen hatte, kam er am Mittwoch in Wolfsburg zu einer positiveren Einschätzung. Thompson betonte jedoch, dass seine Prüfungen nicht abgeschlossen seien: "Ich habe nicht gesagt, dass alles in Ordnung ist."

Im dritten und letzten Jahr seines Mandats werde er "schlussendliche Empfehlungen erarbeiten", an welchen Stellen VW die Einhaltung von Regeln weiter verbessern kann. Rechtsvorständin Hiltrud Werner sagte, der aktuelle Bericht von Thompson enthalte Vorschläge für das interne Berichtswesen und für das Whistleblower-System. Insgesamt ist es aus ihrer Sicht aber "in den letzten zwölf Monaten gelungen, die wichtigen Prozessveränderungen wie vereinbart umzusetzen".

+++ 10.59 Uhr: Peter Lindbergh ist tot +++

Der deutsche Modefotograf Peter Lindbergh ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie am Mittwoch in Frankreich mit. Lindbergh arbeitete für berühmte Modeschöpfer wie Jean-Paul Gaultier und Giorgio Armani sowie für internationale Magazine wie "Vogue" und "Vanity Fair" sowie den deutschen "Stern". Er prägte die Modefotografie vor allem mit seinen markanten Schwarzweißbildern. Auf seinem Instagram-Account wurde der Tod des Fotografen ebenfalls bestätigt. 

Er prägte das "Supermodel"-Phänomen der 90er Jahre: Lindbergh gilt als Entdecker und Karriereförderer von Supermodels wie Claudia Schiffer, Naomi Campbell und Kate Moss. Seine Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, darunter in München und Düsseldorf.

Er wurde 1944 unter dem Namen Peter Brodbeck in Polen geboren, von wo seine Familie nach Deutschland vertrieben wurde. Er arbeitete zunächst als Werbefotograf, hatte seinen Durchbruch dann aber 1978 mit einer Modefoto-Strecke für den "Stern". 

+++ 10.40 Uhr: Brasiliens Regierung will Bergbau in indigenen Gebieten erlauben +++

Brasiliens Regierung will in indigenen Schutzgebieten Bergbau ermöglichen. Der Stabschef von Präsident Jair Bolsonaro, Onyx Lorenzoni, habe darüber mit den Gouverneuren mehrerer Bundesstaaten gesprochen, berichtete die Zeitung "Folha de São Paulo" am Dienstag (Ortszeit). Brasiliens Verfassung verbietet bislang generell die wirtschaftliche Ausbeutung der Schutzgebiete. Erlaubt ist die Nutzung zur Selbstversorgung. 

"Brasilianisch zu sein ist eine Chance für alle, und jeder, der im Schutzgebiet bleiben will, hat das Recht dazu. Aber wer jetzt die Ärmel hochkrempeln, Hände und Füße in den Boden stecken und arbeiten will - dem sollte dies gewährt werden", sagte Lorenzoni nach dem Treffen am Dienstag in Manaus. Der Abbau von Bodenschätzen in den indigen bewohnten Gebieten sei bislang nicht geregelt. Die Öffnung der Schutzgebiete für den Bergbau würde seiner Ansicht nach die Lebensbedingungen der Bewohner verbessern.

+++ 10.37 Uhr: Iran: US-Sanktionen gegen Raumfahrtprogramm sind zwecklos +++

Der Iran hat US-Sanktionen gegen sein Raumfahrtprogramm als wirkungslos zurückgewiesen. "Der Weltraum gehört allen, nicht nur einigen", twitterte Telekommunikationsminister Mohammed Dschawad Asari Dschahromi am Mittwoch. Zu einem Bild vom Weltall schrieb der Minister, dass er dort die Amerikaner "nicht lokalisieren" könne und es daher auch keine Sanktionen geben könne. 

Die US-Regierung hatte am Dienstag Irans Raumfahrtprogramm mit Sanktionen belegt. Teheran nutze eine zivile Einrichtung und zwei damit verbundene Forschungszentren, um sein militärisches Raketenprogramm voranzutreiben, erklärte das Außenministerium in Washington.

+++ 10.33 Uhr: Medien: Verdächtiger gesteht Brandstiftung im Elsass +++

Ein Verdächtiger hat Medienberichten zufolge gestanden, einen Brand im Elsass, bei dem ein Elfjähriger ums Leben gekommen ist, gelegt zu haben. Der 22-Jährige sei bereits wegen Brandstiftung bekannt gewesen, berichtete der französische Nachrichtensender Franceinfo am Mittwoch in Berufung auf Ermittlerkreise. Der Mann konnte demnach über Aufnahmen einer Überwachungskamera in dem Gebäude in der nördlich von Straßburg gelegenen Gemeinde Schiltigheim identifiziert werden. 

Bei dem Brand am frühen Dienstagmorgen in einem Gebäude mit Sozialwohnungen waren elf Menschen verletzt worden. Der 22-Jährige wurde am Dienstag in Gewahrsam genommen und befragt, wie der stellvertretende Staatsanwalt Straßburgs, Alexandre Chevrier, Franceinfo sagte. Ein zweiter Verdächtiger war zuvor wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Motiv des mutmaßlichen Täters war zunächst unklar.

+++ 10.30 Uhr: DNA-Abgleich bestätigt Identität von Nathalie aus Nordfriesland +++

Bei der an einem Feld in Nordfriesland gefundenen Leiche handelt es sich zweifelsfrei um die 23-jährige Nathalie aus Stadum. Ein DNA-Abgleich habe die Identität der jungen Frau bestätigt. Zur Todesursache gebe es jedoch weiter keine Erkenntnisse, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Polizeidirektion Flensburg. Weiter äußerten sich die Ermittlungsbehörden nicht.

Nathalie wurde seit dem 17. August vermisst. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Tötungsdelikt aus. Ein 46-jähriger Deutscher aus Humptrup wurde wegen des dringenden Verdachts des Totschlags festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

+++ 10.21 Uhr: Verfassungsbeschwerde gegen BKA-Gesetz eingelegt +++

Das Bundesverfassungsgericht soll sich erneut mit dem BKA-Gesetz befassen. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) gab am Mittwoch bekannt, dass sie Verfassungsbeschwerde eingelegt habe. Die Organisation wendet sich demnach gegen Überwachungsmaßnahmen wie den Einsatz von Staatstrojanern zur Ausspähung von Computern und Handys sowie die Möglichkeiten zur Verarbeitung persönlicher Daten der Bürger, die dem Bundeskriminalamt (BKA) zur Verfügung stehen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Jahr 2016 das damalige BKA-Gesetz in weiten Teilen für verfassungswidrig erklärt. Im vergangenen Jahr trat ein reformiertes Gesetz in Kraft.

+++ 10.12 Uhr: Insektenschutz und Tierwohl-Label: Kabinett beschließt Agrar-Paket +++

Tierwohl-Label, Glyphosat-Ausstieg, mehr Geld für die Umwelt: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Paket für den Schutz von Nutztieren und Insekten beschlossen. Das neue Tierwohl-Kennzeichen von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) soll Verbrauchern helfen, zunächst beim Kauf von Schweinefleisch zu erkennen, ob die Tiere es zu Lebzeiten besser hatten als gesetzlich vorgeschrieben. Im Insektenschutz-Programm von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) werden unter anderem der Ausstieg aus dem umstrittenen Unkrautgift Glyphosat bestätigt und die Nutzung von Pestiziden in vielen Schutzgebieten stark beschränkt oder verboten.

Details wollen Schulze und Klöckner mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittag präsentieren. Das Insektenschutz-Programm ist erst einmal ein Fahrplan und soll über ein Insektenschutz-Gesetz umgesetzt werden. Auch die Kriterien für das Tierwohl-Kennzeichen müssen noch per Verordnung festgeklopft werden. Über beide Vorhaben gab es heftigen und zähen Streit in der großen Koalition, beendet ist dieser mit dem Kabinettsbeschluss wohl nicht.

+++ 10.05 Uhr: Hambacher Forst: NRW-Innenminister Reul räumt Gespräche mit RWE ein +++

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat Gespräche mit dem Energiekonzern RWE im Vorfeld der Räumung des Hambacher Forsts eingeräumt. Er korrigierte damit seine eigene Aussage in einem WDR-Interview in der vergangenen Woche, wonach er solche Gespräche nicht geführt habe. 

Ein Blick in seinen Kalender habe ihm inzwischen gezeigt, dass diese Aussage nicht richtig gewesen sei, sagte Reul am Dienstagabend in Düsseldorf. Er habe am 16. Juli und am 15. August 2018 persönlich an solchen Gesprächen mit der Unternehmensleitung teilgenommen. Diese hätten im Innenministerium stattgefunden. "Die Äußerung in dem Interview war also nicht richtig und tut mir leid", so der Minister. Er habe die zeitlichen Abläufe zu diesem Zeitpunkt anders in Erinnerung gehabt.

+++ 10.03 Uhr: Iran will sieben Crewmitglieder von britischem Tanker freilassen +++

In den Fall des seit Juli im Iran beschlagnahmten britischen Öltankers "Stena Impero" kommt Bewegung. Der Iran habe sich bereit erklärt, 7 der 23 Besatzungsmitglieder aus humanitären Gründen freizulassen. Das gab Irans Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Mittwoch im Nachrichtensender Khabar bekannt. Die sieben aus Indien, Russland und Lettland stammenden Crewmitglieder seien von dem Kapitän des "Stena Impero"-Tankers ausgewählt worden, sagte der Sprecher. Über die Freisetzung des Tankers selbst äußerte sich Mussawi nicht.

+++ 9.58 Uhr: Bericht: DHL-Mitarbeiter sollen in Kölner Zustellzentrum Pakete geplündert haben +++

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen und gewerbsmäßigen Diebstahl gegen drei ehemalige Innendienstmitarbeiter des Paketdienstes DHL. Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Mittwoch werden die 56, 55 und 32 Jahre alten Männer verdächtigt, in einem Zustellzentrum in Köln-Bilderstöckchen annähernd 200 Pakete geöffnet, in etwa 75 Fällen den Inhalt entnommen und die Pakete leer weiterverschickt zu haben.

Bei dem mutmaßlichen Diebesgut handelt es sich vor allem um wertvolle Smartphones, teure Armbanduhren, Damenhandtaschen, Münzsammlungen und andere "hochwertige Konsumartikel", wie ein Polizeisprecher der Zeitung bestätigte. Die Waren sollen die Verdächtigen behalten oder an Angehörige und im Bekanntenkreis verteilt haben. Der Gesamtwert der Beute beträgt laut dem Bericht etwa 40.000 Euro, der haftungsrechtliche Schaden beläuft sich auf mindestens 120.000 Euro.

+++ 9.50 Uhr: Papst Franziskus auf dem Weg nach Afrika +++

Papst Franziskus ist zu seiner Reise in das südliche Afrika aufgebrochen. Am Mittwochmorgen flog das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom ab in Richtung Mosambik, wie der Vatikan mitteilte. Am frühen Abend sollte er in Maputo, der Hauptstadt des südostafrikanischen Landes, ankommen. Auf seiner siebentägigen Reise wird er außer Mosambik auch Madagaskar und Mauritius besuchen, alles Länder, in denen Franziskus bisher noch nicht war. Diese sind stark vom Klimawandel bedroht. Die Zerstörung der Umwelt und die Erderwärmung stehen für Franziskus im Zentrum seines Pontifikats. Dazu hatte er 2015 schon die Enzyklika "Laudato si'" (Gelobt seist Du) veröffentlicht.

+++ 9.41 Uhr: Großeinsatz gegen Schleuser-Szene in Bremen +++

Die Bundespolizei ist mit einem Großeinsatz gegen Schleuserkriminalität in Bremen und zwei Orten in anderen Bundesländern vorgegangen. Die Aktion, an der am Mittwochmorgen rund 600 Beamte beteiligt waren, richtete sich gegen das Einschleusen von Ausländern, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Beamten hätten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bremen Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Aufgrund der am Morgen noch laufenden Aktion wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht, um den Einsatzerfolg nicht zu gefährden, wie es weiter hieß. Im Laufe des Tages sollten Details mitgeteilt werden.

+++ 9.18 Uhr: Wiesenhof-Chef kritisiert Freiwilligkeit des geplanten Tierwohllabels +++

Vor den Beratungen im Kabinett zur Einführung eines Tierwohllabels hat der Chef des Fleischproduzenten Wiesenhof die Freiwilligkeit der geplanten Kennzeichnung scharf kritisiert. "Mein Motto lautet: Besser gar kein Label als ein freiwilliges", sagte Peter Wesjohann, Chef des Mutterkonzerns PHW, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die derzeit angestrebte Lösung werde den Tierhaltungsstandort Deutschland eher schwächen und Produktion ins Ausland verdrängen.

Das Kabinett befasst sich am Vormittag mit der geplanten Tierwohl-Kennzeichnung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für Schweinefleisch. Vorgesehen ist eine freiwillige Kennzeichnung, was Umwelt- und Tierschützer kritisieren.

+++ 8.56 Uhr: Zeitung: Hongkongs Regierung will Auslieferungsgesetz zurückziehen +++

Nach monatelangen Protesten will die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam nach einem Zeitungsbericht den Entwurf für das umstrittene Gesetz für Auslieferungen nach China komplett zurückziehen. Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise, Carrie Lam werde am Nachmittag (Ortszeit) eine entsprechende Entscheidung verkünden. Der bereits auf Eis gelegte Gesetzentwurf war der Auslöser der Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Mit einem formellen Rückzug würde die Regierungschefin eine wesentliche Forderung der Demonstranten erfüllen und erstmals konkret Entgegenkommen demonstrieren. Das Gesetz hätte Auslieferungen von verdächtigten Personen nach China erlaubt, obwohl dessen Justizsystem nicht unabhängig ist und häufig als Werkzeug politischer Verfolgung dient.  

+++ 8.15 Uhr: Tote Frau nach Explosion in Antwerpen gefunden +++

Nach der Explosion im belgischen Antwerpen haben die Rettungskräfte eine Frau tot aus den Trümmern geborgen. Das teilten Polizei und Feuerwehr am Mittwochmorgen mit. Es handele sich um eine 87-jährige Frau. Die Hafenstadt Antwerpen war am Dienstag durch eine heftige Explosion in einem Wohngebiet erschüttert worden. Drei Menschen wurden lebend gerettet. Drei Häuser wurden zerstört. Die Ursache war nach Angaben der Polizei zunächst unklar. Der Bürgermeister von Antwerpen, Bart De Wever, sowie das Königshaus sprachen jedoch von einer Gasexplosion.

+++ 7.20 Uhr: Richter in Mexiko lässt Hauptverdächtigen im Fall verschwundener Studenten frei +++

Im Zusammenhang mit dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko im Jahr 2014 ist einer der Hauptverdächtigen auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Richter habe den letzten Anklagepunkt gegen Gildardo López Astudillo zurückgewiesen und seine Freilassung angeordnet, teilte am Dienstag die Menschenrechtsgruppe Centro Prodh mit, die die Familien der Opfer unterstützt. Die Entscheidung des Richters fiel demnach bereits am Samstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 2015 festgenommenen López Astudillo vorgeworfen, einer der Hauptverantwortlichen für die Entführung und mutmaßliche Ermordung der Studenten zu sein. Die Ermittlungen wurden immer wegen mutmaßlicher Inkompetenz und Korruption kritisiert. Mehr als 40 Menschen wurden festgenommen und mussten wegen Verfahrensfehlern der Ermittler wieder freigelassen werden, oftmals wegen unter Folter erzwungener Geständnisse.

+++ 7.10 Uhr: Neue Zwischenfälle in Hongkong - Polizei setzt Pfefferspray ein +++

Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende in Hongkong ist es in der Nacht zum Mittwoch zu neuen Zwischenfällen gekommen. Die Polizei räumte gegen Mitternacht eine Gruppe von Demonstranten von einem Platz vor der Polizeistation im Stadtviertel Mong Kok, wie der Sender RTHK am Mittwoch berichtete. Auch machte die Polizei in der U-Bahn-Station Prince Edward eine Festnahme. Bei beiden Polizeieinsätzen wurde Pfefferspray eingesetzt. Während die Protestwochenenden mit großen Demonstrationen und Zusammenstößen Schlagzeilen machen, kommt es auch unter der Woche immer wieder zu kleineren Zwischenfällen dieser Art. Seit mehr als drei Monaten dauern die Proteste schon an. Der Unmut der Demonstranten richtet sich gegen die eigene Regierung, gegen Polizeigewalt, aber auch gegen Chinas kommunistische Führung. Bei den Protesten und Ausschreitungen sind insgesamt bereits mehr als 1100 Menschen festgenommen worden.

+++ 6.45 Uhr: Mehrere Tote bei Busunglück in Neuseeland +++

Bei einem schweren Busunglück in Neuseeland sind am Mittwoch mindestens fünf Touristen ums Leben gekommen. Der Bus mit einer Reisegruppe aus China überschlug sich nach Angaben der Polizei auf einer Straße in der Nähe der Stadt Rotorua, einem beliebten Ausflugsziel auf der Nordinsel des Pazifikstaats. Nach bisherigen Ermittlungen saßen 23 Menschen darin. Es gab auch mehrere Verletzte. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, um die Unglücksursache zu klären. Rotorua ist vor allem durch seine heißen Quellen und die traditionelle Kultur der Maori bekannt, Neuseelands Ureinwohner. Die Rettungsdienste waren mit mehreren Hubschraubern im Einsatz, um Opfer schnell ins Krankenhaus bringen zu können.

Verwüsteter Hafen

+++ 6.05 Uhr: Grüne: AfD bringt bisher unbekannte Aggressivität in den Bundestag +++

Die Grünen im Bundestag werfen der dort seit 2017 vertretenen AfD vor, eine bis dahin unbekannte Schärfe in das Parlament gebracht zu haben. Emotionale und hitzige Debatten habe es schon immer gegeben, sagte die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Den großen Unterschied machen heute die Härte und Aggressivität aus, manche Debatten sind nahezu hasserfüllt." Am kommenden Samstag jährt sich zum 70. Mal die erste Sitzung des Deutschen Bundestags. Am 7. September 1949 trat das Parlament erstmals zusammen - damals in der früheren Turnhalle der Pädagogischen Akademie in Bonn, die zuvor zum Plenarsaal umgebaut worden war. Die AfD war 2017 mit 94 Abgeordneten in den Bundestag gewählt worden. Die Co-Bundesvorsitzende Frauke Petry erklärte umgehend, dass sie der Fraktion nicht angehören wolle. Zwei weitere Abgeordnete traten später aus. Derzeit zählt die Fraktion 91 Abgeordnete.

+++ 5.45 Uhr: Britische Polizei stellt Rekordmenge an Heroin sicher +++

Die britische Polizei hat auf einem Containerschiff im Hafen von Felixstowe im Südosten des Landes fast 1,3 Tonnen Heroin mit einem Verkaufswert von geschätzt rund 145 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) sichergestellt. Das Rauschgift sei bereits am Samstag unter Handtüchern und Bademänteln entdeckt worden, teilte die für organisierte Kriminalität zuständige Polizeibehörde NCA am Mittwoch mit. Das Schiff habe dann am Sonntag in Antwerpen in Belgien angelegt. Vier mutmaßlich mit dem Drogengeschäft in Zusammenhang stehende Menschen seien von Mitarbeitern der niederländischen und belgischen Strafverfolgungsbehörden in Rotterdam verhaftet worden.

Mehrere Päckchen mit Heroin liegen ausgebreitet auf dem Fußboden.

Unmengen an Heroin entdeckten britische Beamte auf einem Containerschiff im Hafen von Felixstowe

AFP

NCA-Direktor Matt Horne sagte: "Das ist für die Beschlagnahme von Heroin in Großbritannien ein Rekord und zugleich eine der größten (Sicherstellungen von Heroin) jemals in Europa." Die stellvertretende Direktorin des Grenzschutzes am Hafen von Felixstowe, Jenny Sharp, sagte, die Schmuggler hätten einen Kilogramm schwere Blöcke aus Heroin in die Handtücher eingenäht. Ihre Mitarbeiter hätten fast sechs Stunden gebraucht, um die Drogen sicherzustellen.

News im Video: Verletzte bei Explosion in Antwerpen

+++ 5.30 Uhr: Haushalte in Deutschland haben 2018 mehr geheizt +++

Die Heizkostenabrechnungen für die Haushalte in Deutschland sind im vergangenen Jahr im Durchschnitt um zwei Prozent höher ausgefallen als 2017. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist das eine Folge des ebenfalls um zwei Prozent gestiegenen Verbrauchs. Das DIW hat für seinen "Wärmemonitor 2018" Heizkostenabrechnungen des Essener Energiedienstleisters Ista für 300 000 Haushalte ausgewertet hat. Deutlich teurer sei das Heizen mit Öl gewesen, stellten die Forscher fest. Für Heizöl hätten die Verbraucher neun Prozent mehr ausgegeben müssen. Dagegen seien die Gaskosten um vier Prozent gesunken. Im Schnitt seien die Energiekosten stabil geblieben, so dass die Heizkosten je Quadratmeter wegen des höheren Verbrauchs erstmals seit 2013 zugenommen hätten. Laut DIW wird rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser in Deutschland mit Gas beheizt, ein Viertel mit Öl.

+++ 5.15 Uhr: Mindestens sieben Tote nach Hurrikan auf Bahamas +++

Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem verheerenden Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas ist auf sieben gestiegen. Zwei Menschen, die aus den besonders betroffenen Abaco-Inseln in ein Krankenhaus geflogen worden waren, seien ihren Verletzungen erlegen, erklärte Premierminister Hubert Minnis am Dienstagabend (Ortszeit). Weitere Opfer würden erwartet. "Dies sind nur vorläufige Informationen", sagte er. Zuvor hatte sich Minnis erstmals aus der Luft ein Bild der Lage auf den Abaco-Inseln gemacht. Der Ort Marsh Harbour, in dem rund 6000 Menschen lebten, sei zu mehr als 60 Prozent beschädigt, sagte der Regierungschef. Der Slum The Mudd, in dem vor allem haitianische Einwanderer lebten, sei komplett zerstört worden. Bei dem Überflug entdeckte das Regierungsteam nach Worten von Minnis auch 30 Menschen, die von der Außenwelt abgeschnitten waren. Diese seien gerettet worden.

+++ 5.05 Uhr: Pistorius will 450-Milliarden-Investitionsprogramm +++

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius hat kurz vor Beginn der Regionalkonferenzen um dem SPD-Vorsitz ein großes staatliches Investitionsprogramm gefordert. "Wir müssen deutlich mehr für Bildung und Forschung, für die Energiewende, Verkehrswende und Gebäudewende, die Infrastruktur und Digitalisierung tun", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Dafür wollen wir ein 450 Milliarden Euro Investitionsprogramm über zehn Jahre, damit wir im internationalen Vergleich endlich vorankommen und zukunftsfähig werden." Pistorius bewirbt sich zusammen mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping um den SPD-Vorsitz. Daneben sagte er: "Die Schwarze Null darf kein Selbstzweck sein." Um das Land wetterfest zu machen für die nächsten zehn Jahre und um den Klimaschutz zu stärken, müsse man ernsthaft darüber nachdenken, das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts zu opfern.

+++ 4.55 Uhr: Deutschland bei Flüchtlings-Aufnahme aus Krisengebieten in Verzug +++

Bei der staatlich organisierten Aufnahme von Flüchtlingen vor allem aus Krisenregionen hinken Deutschland und die EU-Staaten insgesamt dem Zeitplan hinterher. Bislang sind nur 4800 Menschen auf diesem Weg in die Bundesrepublik gekommen - obwohl eigentlich 10.200 Aufnahmen bis zum Herbst geplant waren. Das teilte das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. "Wegen der späten Regierungsbildung konnten die komplexen organisatorischen Vorbereitungen für die Aufnahmen erst verzögert beginnen", sagte ein Sprecher. Die aktuelle Regierung nahm die Arbeit erst ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl 2017 auf.

+++ 4.25 Uhr: Berufskrankheit Hautkrebs: Ärzte fordern mehr Prävention +++

Angesichts der rapide gestiegenen Zahl von Hautkrebspatienten haben Mediziner größere Präventionsanstrengungen gefordert. "Das Sonnenlicht wird unterschätzt. UV-Strahlung ist ein krebsauslösender Stoff wie zum Beispiel Lösungsmittel oder Pestizide", sagte Christoph Skudlik, Professor am Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück. Die tolerierbare Dosis werde bei im Freien tätigen Menschen regelmäßig überschritten. Hautkrebs ist seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Allein der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) wurden 2018 knapp 2944 neue Verdachtsfälle gemeldet, im ersten Halbjahr 2019 waren es schon etwa 1400 Meldungen. "Wir müssen die Arbeitszeiten verändern und über eine Siesta nachdenken", sagte Ralph von Kiedrowski, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD). Maurer in den Mittelmeer-Ländern bekommen laut einer Studie nicht wesentlich mehr UV-Strahlung ab als in Deutschland, vermutlich weil sie zwischen 11 und 16 Uhr eine lange Mittagspause machen.

+++ 4.05 Uhr: Syrien: Hilfsorganisation warnt vor Bildungsnotstand in Idlib +++

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children geht davon aus, dass Hunderttausende Kinder im kommenden Schuljahr in der umkämpften syrischen Rebellenhochburg Idlib keine Schule besuchen können. Rund die Hälfte der Bildungseinrichtungen sei zerstört oder verlassen worden und die noch funktionierenden Schulen könnten höchstens 300.000 der 650.000 Schulkinder aufnehmen, teilte Save the Children am Mittwoch mit. Hinzu komme, dass viele Eltern ihre Kinder wegen der schlechten Sicherheitslage lieber zu Hause behalten. Die Region um Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet in dem Bürgerkriegsland, die noch größtenteils unter Kontrolle von Aufständischen steht. Überwiegend islamistische Milizen, die unter anderem Al-Kaida nahestehen, kontrollieren das Gebiet. Seit April geht die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad gegen die Rebellen in dem Gebiet vor. 

+++ 3.15 Uhr: Studie: Jeder vierte Student wohnt zu Hause oder bei Verwandten +++

Wer in einer Großstadt studiert, wohnt oft noch bei den Eltern. Einer Studie des Personalanbieters für Studentenjobs "Studitemps" zufolge leben bundesweit 24,5 Prozent der Studierenden bei Eltern oder Verwandten. "Wer aus der Großstadt kommt und dort auch zum Studieren bleibt, wohnt einfach weiter bei den Eltern. Die hohen Mieten lassen den Schritt zu mehr Selbstständigkeit oftmals nicht zu", sagte Geschäftsführer Eckhard Köhn.  Aktuelle Zahlen aus dem vergangenen Wintersemester 2018/19 zeigen, dass beispielsweise in Frankfurt am Main weit mehr als jeder dritte Student (37,2 Prozent) noch zu Hause wohnt. Auch in Hamburg (28 Prozent) und München (33,3 Prozent) ist dies die beliebteste Art für Studenten unterzukommen. 

+++ 2.05 Uhr: Nachfolger für zurückgetretenen georgischen Ministerpräsidenten gefunden +++

Einen Tag nach dem überraschenden Rücktritt des georgischen Ministerpräsidenten Mamuka Bachtadse hat die Regierungspartei Georgischer Traum einen Nachfolger präsentiert. Neuer Regierungschef solle der umstrittene Innenminister Georgi Gacharia werden, sagte Parteichef Bidsina Iwanischwili im Fernsehen. Gacharia muss sich nun einer Abstimmung des Parlaments stellen, in dem die Regierungspartei jedoch über eine breite Mehrheit verfügt. Abgeordnete der Opposition protestierten während einer Sitzung des Parlaments gegen die Nominierung Gacharias durch seine Partei. Hunderte Menschen demonstrierten vor dem Parlamentsgebäude gegen die Personalie. Bachtadse hatte am Montag seinen Rückzug vom Amt des Ministerpräsidenten angekündigt. Er habe "seine Mission erfüllt", schrieb er im Onlinedienst Facebook.

+++ 1.15 Uhr: Altmaier: AfD hat möglicherweise ihren Zenit überschritten +++

Die AfD hat nach Ansicht von Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Ergebnissen bei den Landtagswahlen im Osten möglicherweise den "Zenit ihres Wirkens" erreicht. "In Sachsen und Brandenburg existieren Koalitionsoptionen jenseits der AfD. Und wir sehen schon länger, dass die AfD eher stagniert", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Gleichwohl dürfe es einen nicht kalt lassen, "dass im bundesweiten Durchschnitt 25 Prozent der Wähler für AfD oder Linkspartei stimmen". "Wir haben in der Politik auch Fehler gemacht und müssen darüber reden, was wir anders machen müssen. Eine wachsende Zahl von Bürgern fühlt sich mit ihren Erwartungen und Problemen von der Politik nicht abgeholt."

+++ 0.30 Uhr: Huawei mit schweren Anschuldigungen gegen US-Regierung +++

Der chinesische Telekom-Riese Huawei hat schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben. Huawei behauptete am Dienstag, die Justizbehörden seien von der Regierung angewiesen worden, Huawei-Mitarbeiter mit Drohungen und Nötigungen zur Kooperation gegen den Konzern zu bewegen. Das Justizministerium in Washington wollte sich auf Nachfrage nicht konkret zu den Anschuldigungen äußern. Ein Sprecher betonte jedoch, dass die Untersuchungsmethoden stets im Einklang mit dem Gesetz stünden. Alle Parteien, die im Fokus von Ermittlungen stünden, würden in den USA zudem die gleichen verfassungsmäßigen Rechte genießen. Huawei beschuldigte die US-Regierung, in den vergangenen Monaten "jedes zur Verfügung stehende" Mittel genutzt zu haben, um den normalen Geschäftsbetrieb zu stören, heißt es in einer Stellungnahme zur jüngsten Berichterstattung in US-Medien. Dabei sei Washington auch vor "skrupellosen Methoden" nicht zurückgeschreckt.

jek / ab / mik / dho / tkr / DPA / AFP