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Extremwetter in Deutschland: Heftige Gewitter und Regenfälle ziehen über Deutschland

Gewitter am Wochenende +++ Grillverbot in Frankfurt +++ Ohne Klimaanlage: Fahrgäste stranden in Rotenburg +++ Blumensprengen mit Wasserwerfern +++ Aktuelle News und Infos zur Hitzewelle in Deutschland.

Am Samstag kommt es in Teilen Deutschlands zu heftigen Gewittern. Abgebildet ist ein Unwetter aus dem April über Berlin.

Am Samstag kommt es in Teilen Deutschlands zu heftigen Gewittern. Abgebildet ist ein Unwetter aus dem April über Berlin.

DPA

Hitzegeplagte müssen weiter auf wirkliche Abkühlung warten. Wie der Deutsche Wetterdienst am Samstag mitteilte, zieht das für die hochsommerlichen Verhältnisse verantwortliche Tiefdruckgebiet "Juli" vorerst nicht weiter. "Daher macht sich bereits am morgigen Sonntag rasch wieder Hochdruckeinfluss breit, die Sonne kann erneut kräftig einheizen und die Temperaturen wieder auf Werte um 30 Grad treiben", sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert. Am Montag würden teilweise wieder Temperaturen um die 35 Grad erreicht, dazu werde es schwül. Auch bis zur Wochenmitte bleibt es demnach warm bis heiß. Allerdings bleibt das Schauer- und Gewitterrisiko Teilen Deutschlands zunächst erhalten. 

Der stern hält Sie im Ticker über die wichtigsten Nachrichten und Informationen rund ums Wetter auf dem Laufenden:

+++ Hamburg Tennis-Halbfinale wegen Unwetters unterbrochen +++

Das zweite Halbfinale beim German-Open-Tennisturnier in Hamburg zwischen Nicolas Jarry aus Chile und dem Georgier Nikolos Bassilaschwili ist unterbrochen worden. Diese Entscheidung fällte die Turnierleitung zum einen, da beim Stand von 4:3 für Jarry ein Unwetter einsetzte. Zum anderen war das Problem, dass sich das Dach über dem Centre Court wegen einer defekten Steuereinheit nicht schließen ließ. 

+++ Positiver Nebeneffekt der Hitze +++

Den Mücken schmeckt der derzeitige Hochsommer nicht so recht. Wegen der andauernden Trockenheit sind nach Einschätzung von Fachleuten in diesem Jahr deutlich weniger Plagegeister in Deutschland unterwegs. "Im Moment gibt es so gut wie keine Mücken", sagte der Biologe Dirk Reichle dem "Südkurier". Nach zahlreichen Niederschlägen zum Jahresstart hatten Experten zuerst eine mückenreiche Saison erwartet. Reichle betonte nun: "Dieses Jahr bleibt voraussichtlich eher mückenarm."

+++ Unwetter und starke Regenfälle über dem Norden und Nordosten +++

Vor allem in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommt es am Samstag zu heftigen Unwettern und Starkregen. Eine von Westen anrollende Kaltfront samt Gewitterlinie bringt Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen in den Norden und Nordosten der Republik. Die Unwetterzentrale warnt zudem vor starkem Gewitter im Raum zwischen Köln und Frankfurt, sowie in Teilen von Bayern, Thüringen und Sachsen.

 

+++ Bahn sperrt Strecke zwischen Bremen und Hannover +++

Die Bahn hat die Zugstrecke zwischen Bremen und Hannover wegen eines umgefallenen Baumes vorerst gesperrt. Der Baum sei zwischen Langwedel und Etelsen umgestürzt, sagte ein Bahnsprecher in Berlin am Samstagnachmittag. "Unser Notfallmanager ist unterwegs dorthin." Auf der Strecke fährt stündlich ein Fernverkehrszug, auch Regionalbahnen und die Bremer S-Bahn nutzen die Trasse. In der Region gab es nach Angaben der Bahn Gewitter. Wie lange die Sperrung dauern wird, war am Nachmittag noch unklar. Offen war auch noch, ob Züge umgeleitet werden können oder ob Busse die Reisenden an ihr Ziel bringen müssen.

+++ Grillverbot in Frankfurt +++

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff. Ob im Job oder zuhause, die Temperaturen kratzen überall an der 40-Grad-Marke und eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Stadt Frankfurt hat nun auf die anhaltende Waldbrandgefhar reagiert und ein generelles Grillverbot an öffentlichen Plätzen ausgesprochen. In Frankfurt und im Taunus darf am Wochenende in öffentlichen Parks und Grünflächen nicht gegrillt werden. Wer sich bei den Temperaturen also auf einen Nachmittag im Park mit Fleisch, Wurst und kalten Getränken gefreut hat, der wird enttäuscht sein. "Wegen der anhaltenden Hitze und großen Trockenheit kann jeder Funke einen verheerenden Brand auslösen“, teilte das Frankfurter Grünflächenamt mit. Die Nichtbeachtung des Grillverbots kann zu einem saftigen Bußgeld oder zu einem Platzverweis führen.

+++ Potsdam: Situation bei Waldbrand weiter riskant +++

Der Waldbrand in Fichtenwalde bei Potsdam ist zwar unter Kontrolle - doch die Situation bleibt riskant. Das sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel am Freitag im RBB-Inforadio. "Man hat es zwar im Griff", so
Engel. "Aber man muss aufpassen, wie sich das heute entwickelt. Der Wind wird in den Morgenstunden wieder zunehmen, und dann muss man sehen, wie man die Löschangriffe koordiniert." Schwierig sei vor allem, dass die Einsatzkräfte nicht in das betroffene Gebiet hinein könnten, weil dort alte Kampfmittel im Boden lägen. "Es gab auch die ersten Informationen, dass es hier und da zu Detonationen gekommen ist", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte.
deswegen sei Vorsicht geboten. Die Sicherheit der Helfer gehe vor. 

Die Feuerwehrleute sorgten nun vor allem dafür, dass sich der Brand nicht weiter ausbreite. Dafür wurde unter anderem mit einem sogenannten Schaumteppich eine Barriere entlang des Europa-Radweges hergestellt. Unterstützung gab es am Donnerstagabend durch Hubschrauber der Bundespolizei und der Bundeswehr.  Möglicherweise sei noch mehr Hilfe von außen nötig, etwa aus Berlin. Im Moment reichten die Kräfte in Brandenburg noch aus, sagte Engel.
"Wenn wir viele Brände haben, wird es eng", ergänzte er jedoch. Neben dem Großbrand in der Ortschaft Fichtenwalde beschäftigt die Brandenburger Feuerwehr vor allem auch ein großflächiges Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming.


Nachrichten von Donnerstag, 26. Juli:

+++ Zoll stoppt Transporter mit 74 unverpackten Spanferkeln auf der Ladefläche +++

Bei brütender Hitze haben Einsatzkräfte des Zolls in Nordrhein-Westfalen 74 geschlachtete Spanferkel in einem Kleintransporter entdeckt. Die Tiere hätten unverpackt und ohne ausreichende Kühlung auf der Ladefläche gelegen, teilte das Hauptzollamt Dortmund am Donnerstag mit. Die Weiterfahrt sei untersagt worden. Das Veterinäramt verfügte die Vernichtung der Schweine.

Die Beamten hatten das Fahrzeug mit bulgarischem Kennzeichen am Dienstag auf der Autobahn 2 in Recklinghausen kontrolliert. Der 47-jährige Fahrer gab an, auf dem Weg aus den Niederlanden nach Bulgarien zu sein. Wegen des Verdachts der Unterbrechung der Kühlkette und Verstößen gegen die Hygienevorschriften durfte er nicht weiterfahren. Danach übernahm das Veterinäramt den Fall. Es ordnete an, die Ferkel in einem Verwertungsbetrieb zu entsorgen.

+++ ICE bleibt stehen: Fahrgäste warten Stunden ohne Klimaanlage +++

Hitze Extremwetter ICE

450 Passagiere strandeten mit dem ICE in Rotenburg. Dann fiel auch noch die Klimaanlage aus. 

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Einige Pendler und andere Fahrgäste der Deutschen Bahn bekamen am Mittwochabend die volle Wucht des extremen Wetters zu spüren. Wie der "Weser Kurier" berichtet, musste ein ICE  zwischen Kiel und Karlsruhe mehrere Stunden in Rotenburg anhalten. Grund dafür war eine defekte Oberleitung, die durch einen umkippenden Baum beschädigt wurde. Die Arbeiten an der Leitung dauerten etwa drei Stunden. Durch den Zwischenfall wurde die Stromversorgung des ICE gekappt, sodass die Klimaanlage nicht mehr funktionierte. Die insgesamt 450 Passagiere  mussten die drei Stunden in dem nicht klimatisierten ICE bei über 30 Grad Außentemperatur ausharren. Mitarbeiter und Einsatzkräfte kümmerten sich um die Fahrgäste. 

+++ Ed Sheeran in Hamburg: 330 Fans mussten mit Kreislaufproblemen behandelt werden +++

Die große Hitze hat vielen der 80 000 Besuchern des Konzerts von Superstar Ed Sheeran in Hamburg zu schaffen gemacht. Rund 330 Musikfans wurden bei schwülem Wetter mit Kreislaufproblemen behandelt, wie ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr am Donnerstag sagte. Zwölf Konzertbesucher seien vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. 

Wegen der hohen Temperaturen auf der Bahrenfelder Trabrennbahn hatte die Feuerwehr schon vor dem Konzert Besuchern dazu geraten, viel zu trinken und Hüte aufzusetzen. Die Tipps hätten gewirkt, sagte ein Sprecher. Im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen hätten bei dem Konzert nur wenige Menschen behandelt werden müssen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Am Mittwoch waren in Hamburg bis zu 34 Grad registriert worden.

+++ Unwetter in Coesfeld im Münsterland und über München +++

Über die münsterländische Stadt Coesfeld ist am Mittwochabend ein Unwetter mit Starkregen hinweggezogen. Wie der WDR berichtet, zählte die Feuerwehr fast 160 Einsätze, vor allem wegen umgeknickter Bäume und vollgelaufener Keller. An einer Stelle hätten Baumwurzeln ein zwei Meter hohes Loch in die Fahrbahn gerissen, ein Altenheim wäre zeitweise ohne Strom gewesen. 

Auch die bayerische Landeshauptstadt München wurde von Unwettern heimgesucht. Wie der "Merkur" berichtet, sorgten Starkregen und Orkanböen in der Metropole für etliche entwurzelte Bäume. 


Nachrichten von Mittwoch, 25. Juli:

+++ Blumensprengen mit Wasserwerfern +++

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Wasserwerfer der Hamburger Polizei versprühen im Stadtpark Wasser auf Bäume und Sträucher

DPA

Wasser für Blumen statt für Randalierer: Mit zwei Wasserwerfern der Polizei sind im Hamburger Stadtpark die Pflanzen gegossen worden. Die beiden Fahrzeuge mit ihren jeweils 10.000 Liter großen Tanks wurden am Mittwoch eingesetzt. "Das Wasser in den Tanks muss regelmäßig ausgetauscht werden und das war jetzt wieder fällig. Das macht doch Sinn, das kostbare Trinkwasser sinnvoll und zugunsten der Umwelt einzusetzen", sagte Polizeisprecherin Heike Uhde zu der Aktion. Am Mittag herrschte in Hamburg mit Temperaturen um die 33 Grad tropische Hitze.

+++ Feuerwehr: Schwere Waldbrände hierzulande unwahrscheinlich +++

Trotz anhaltender Rekordhitze hält der Deutsche Feuerwehrverband verheerende Waldbrandkatastrophen wie in Schweden und Griechenland in der Bundesrepublik kaum für möglich. Unter anderem sei die Vegetation völlig anders, zudem mache die hohe Feuerwehrdichte eine schnelle Brandbekämpfung möglich, sagte dessen Präsident Hartmut Ziebs der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch.

"Nach menschlichem Ermessen sind solche dramatischen Brände wie in Schweden oder Griechenland bei uns nicht möglich", so Ziebs. Er verwies unter anderem auf Unterschiede in der Vegetation und die im internationalen Vergleich sehr stark aufgestellte Feuerwehr im dicht besiedelten Deutschland. "Wir sind schnell vor Ort und bekommen solche Brände vergleichsweise schnell in den Griff."

Zudem seien in Deutschland bei der Aufforstung Brandschneisen in den Wäldern angelegt worden, die ebenfalls eine katastrophale Ausbreitung verhinderten. Nach seinen Angaben fehlen aber schwere Löschhubschrauber. Nur die CH53-Helikopter der Bundeswehr könnte große Löschtanks bewegen, seien aber oft im Auslandseinsatz oder aus anderen Gründen nicht verfügbar. Andere Hubschrauber könnten nur kleine Tanks nutzen. Löschflugzeuge seien aber nicht nötig.

+++ Bisheriger Temperatur-Jahreshöchstwert in Niedersachsen +++

Am Dienstag war es in Norddeutschland besonders heiß. "Der absolute Höchstwert des Tages wurde mit 35,9 Grad im niedersächsischen Lingen gemessen", sagte ein DWD-Meteorologe Florian Engelmann am Abend. "Das war dort der bisher wärmste Tag des Jahres."

Auf Platz zwei der heißesten Orte am Dienstag schaffte es dem DWD zufolge Barsinghausen-Hohenbostel in der Region Hannover. Dort wurden 35,6 Grad gemessen. Marginal kühler war es in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt: Mit 35,1 Grad schaffte es die Kreisstadt auf Rang drei.

+++ Klimaforscher: Heißer Sommer in 30 Jahren wohl Normalität +++

Was aktuell noch als ungewöhnlich warmer Sommer gilt, könnte nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein. "In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon 1,4 Grad zugenommen", sagte PIK-Klimafolgenforscher Fred Hattermann. Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer.

"Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel", sagte Hattermann. Der Temperaturanstieg führe dazu, dass bestimmte Getreidepflanzen nicht mehr angebaut werden könnten. Daneben seien Extremereignisse wie Brände und Hochwasser als Folge des Klimawandels zu beobachten.

"Das mögliche Ausmaß dieser Extremereignisse ist für uns noch nicht vollständig absehbar", warnte Hattermann. Anpassungsstudien und Hochrechnungen zu Hochwasser oder Trockenheiten würden helfen, sich auf bestimmte Szenarien vorzubereiten. Städte und Gemeinden sollten auch lokale Extremereignisse wie kurze, aber heftige Niederschläge und damit verbundene Sturzfluten im Blick behalten und Vorsorge treffen. "Es geht nicht nur um das große Hochwasser." Wichtig sei, dass Menschen sensibel für Extremereignisse würden.

+++ Check-In am Flughafen Hannover läuft wieder +++

Nach der stundenlangen Sperrung wegen eines Hitzeschadens sind die Check-In-Schalter am Flughafen in Hannover am frühen Morgen wieder geöffnet worden. Das erste Flugzeug, eine Condor-Maschine nach Antalya, solle um kurz nach 6 Uhr abheben, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. 

Der Flugbetrieb war am Dienstagabend unterbrochen worden, weil sich bei der großen Sommerhitze Platten der Nordbahn angehoben hatten. Den Angaben eines Flughafensprechers zufolge waren von der Sperrung 41 Abflüge und 44 Landungen betroffen.

+++ Wieder Temperaturen deutlich über 30 Grad +++

Auch heute kommt Deutschland wieder ordentlich ins Schwitzen: Die Höchsttemperaturen liegen laut Prognose dann bei 30 bis 36 Grad. Vergleichsweise kühl wird es mit 26 bis 29 Grad im höheren Bergland sowie an den Küsten von Nord- und Ostsee, wie es in der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) heißt.

+++ Bis zu 23 Grad warm: Deutschland erlebt tropische Nacht +++

Deutschland hat eine tropische Nacht hinter sich. "Es hat sich heute Nacht etwas abgekühlt. Wobei "abgekühlt" eine kleine Übertreibung ist", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In Hamburg zeigte des Thermometer in der Nacht 23 Grad, im Saarland 22 Grad und in Berlin 20 Grad. "Das ist wirklich viel, wirklich warm", betonte der Sprecher. Dabei war der Himmel vielerorts wolkenlos und sternenklar. 


Nachrichten von Dienstag, 24. Juli:

+++ Mann soll Bäume gießen und löscht stattdessen brennendes Auto

Ein städtischer Mitarbeiter in Nürnberg hat ein brennendes Auto gelöscht - obwohl er eigentlich nur ein paar Bäume gießen sollte. Der Mann war am Dienstag mit einem Bewässerungsfahrzeug der Stadt Nürnberg wegen der Hitze unterwegs gewesen, als er bemerkte, dass am Straßenrand aus dem Motorraum eines Autos Flammen schlugen. Daraufhin richtete er den Wasserstrahl einfach auf die Motorhaube, wie die Stadt Nürnberg mitteilte. So dämmte er das Feuer ein, bis die Feuerwehr kam und den Brand endgültig löschte.

+++ Deutschland fehlt Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung +++

In Deutschland fehlen einem Medienbericht zufolge Spezialisten und Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung. "Es ist tatsächlich so, dass die Länder und der Bund über kein einziges Löschflugzeug verfügen", sagte die Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, Marianne Suntrup, der "Rheinischen Post".

Der Verband der Feuerwehren (VdF) in Nordrhein-Westfalen kritisierte, dass es bundesweit an Spezialisten sowie an entsprechender Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden mangele. Es fehle eine beträchtliche Zahl an Löschhubschraubern, um Waldbrände aus der Luft zu bekämpfen, sagte der Waldbrandexperte und Düsseldorfer Branddirektor Ulrich Cimolino vom VdF der Zeitung.

"In Deutschland verfügen nur die Bundeswehr, die Bundespolizei und vereinzelt die Länderpolizei (etwa Bayern) und einzelne private Anbieter über für solche Einsätze benötigte Hubschrauber", sagte Cimolino. "Und von den rund 40 größeren Hubschraubern der Bundeswehr ist meist rund die Hälfte im Einsatz und die andere Hälfte ist entweder kaputt oder bei Wartungsarbeiten", sagte Cimolino, der zu dem Thema promoviert hat.

+++ Bauernpräsident erwartet Schäden in Milliardenhöhe +++

Die anhaltende Hitzewelle hat massive Folgen für die Ernte und den Viehbestand. "Wir erwarten Schäden in Milliardenhöhe", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der "Passauer Neuen Presse". Allein beim Getreide sei mit sieben bis acht Millionen Tonnen weniger Ernte zu rechnen, das wäre ein Schaden von rund 1,4 Milliarden Euro. Wegen der Trockenheit stiegen der "Wirtschaftswoche" zufolge auch die Schlachtzahlen deutlich an.

Rukwied sagte, zu den erwarteten Ernteausfällen beim Getreide kämen Trockenschäden bei den Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln. Er verwies auf "Regionen, in denen der Mais gerade mal kniehoch steht". Normalerweise habe er im Juli eine Höhe von 2,50 Meter.

Rukwied forderte erneut Hilfe von der Politik: "Wichtig ist, dass die Politik die Notstandssituation ausruft, damit dort, wo die Trockenheit extrem zugeschlagen hat, die Landwirte direkt mit Liquiditätshilfen unterstützt werden können." In Regionen, in denen es seit Wochen nicht geregnet habe, stünden einige Betriebe ohne Unterstützung vor dem existenziellen Aus.

+++ Wegen Brandgefahr: Werden Wälder am Niederrhein für Besucher gesperrt? 

Wegen anhaltender Hitze und ausbleibendem Niederschlag gilt bereits jetzt in vielen Wäldern am Niederrhein die zweithöchste Waldbrandstufe. Mit einer Entspannung der Gefahrenlage sei angesichts der Prognose für die nächsten Tage nicht zu rechnen, teilte das Regionalforstamt Niederrhein auf seiner Homepage mit. Man behalte sich deshalb auch vor, das Waldbetretungsrecht je nach Wetterlage einzuschränken, sprich Wälder für Besucher zu sperren.

Generell werden Besucher und Pkw-Fahrer gebeten, sich derzeit besonders vorsichtig zu verhalten und erhöht aufmerksam zu sein.

+++ Gefahr von "Blow-ups": Erste gedrosselte Tempolimits auf Autobahnen +++

Autofahrer in Baden-Württemberg müssen sich wegen der zu erwartenden Hitze in den kommenden Tagen auf besondere Tempolimits auf zwei Autobahnen einstellen. Das Regierungspräsidium Stuttgart kündigte hitzebedingte Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 80 Kilometer pro Stunde auf den Autobahnen 81 und 7 an. Grund seien mögliche Aufwölbungen auf älteren Betonfahrbahnen, die bei hohen Temperaturen auftreten könnten. 

Betroffen sind auf der A81 der Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und der Jagsttalbrücke Widdern in beiden Richtungen und der Bereich zwischen der Anschlussstellen Boxberg und Osterburken in Fahrtrichtung Norden. Auf der A7 wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zunächst zwischen Ulm und dem Kreuz Feuchtwangen (Bayern) in beiden Richtungen herabgesetzt. Beobachtet werde außerdem ein Abschnitt südlich der Anschlussstelle Westhausen, hier könnte das Tempo ab Donnerstag gedrosselt werden. 

Die Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten ab Dienstag voraussichtlich bis Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Zur Vermeidung der "Blow-ups" genannten Hitzeschäden würden betroffene Autobahnabschnitte derzeit erneuert oder mit sogenannten Entlastungsstreifen versehen. 

+++ Rotes Kreuz: Erhöhter Trinkbedarf wegen Hitze +++

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mahnt ausreichendes Trinken während der aktuellen Hitzewelle an. Die empfohlene tägliche Menge von anderthalb bis zwei Litern Wasser sollte "mindestens um einen Liter erhöht werden", erklärte die medizinische Hilfsorganisation.

Das DRK rechnet deshalb mit mehr Hitzenotfällen insbesondere bei älteren und kranken Menschen. Ältere haben nach Angaben von Bundesarzt Peter Sefrin oft das Durstgefühl verloren und trinken nicht mehr ausreichend. Außerdem können bestimmte Medikamente entwässernd wirken. Auch direkte Sonnenstrahlung kann gefährlich werden. Ältere Menschen und Kinder sollten Schutzhüte tragen, körperliche Anstrengungen in der Sonne sollten vermieden werden.

Erste Hinweise auf einen bevorstehenden Hitzenotfall können dem Mediziner zufolge Kreislaufprobleme oder Muskelkrämpfe vor allem in den Beinen sein. Dann helfen gekühlte elektrolytische Getränke wie Apfelsaftschorle, das Öffnen beengender Kleidung sowie Kühlung durch kalte Umschläge oder das Zufächeln von Luft. Wenn sich der Zustand nicht bessert, muss der Rettungsdienst verständigt werden.

Mehr Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze lesen Sie hier:

+++ Fällt schon heute die 35-Grad-Marke? +++

Deutschland steht ein schweißtreibender Tag bevor - und die Temperaturen klettern weiter. Die Höchstwerte sollen am Dienstag 30 bis 35 Grad erreichen, wie der Deutsche Wetterdienst am Morgen auf seiner Internetseite schrieb. Nur im Südosten Bayerns, im höheren Bergland und an den Küsten wird es weniger heiß.

Bad Nauheim in Hessen war am Montag mit 32,7 Grad bundesweit der wärmste Ort. Dahinter folgte Lingen in Niedersachsen mit 32,5 Grad. Die Stadt im Emsland könnte Anwärter für einen neuen Jahres-Hitzerekord sein: Dort wurde am 29. Mai mit 34,2 Grad die bisher höchste Temperatur 2018 erreicht.

+++ Mindestens 50 Tote bei Feuerkatastrophe bei Athen +++

Bei extremer Hitze und Trockenheit wüten nahe der griechischen Hauptstadt Athen starke Waldbrände. Mindestens 50 Menschen starben in der Feuerwalze, hunderte andere flüchteten sich ins Meer.

+++ In Niedersachsen wachsen auch Pfirsiche +++

Steigende Temperaturen und moderne Anbaumethoden machen es möglich: Niedersachsens Obstbauern ernten zurzeit nicht nur Kirschen, sondern auch Aprikosen. Selbst Pfirsiche und Nektarinen wachsen im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstbaugebiet Europas. In den vergangenen drei Jahrzehnten sei die Durchschnittstemperatur in der Region um fast zwei Grad gestiegen, sagte Matthias Görgens vom Obstbauzentrum in Jork. "Daher können wir heute andere Arten anbauen." Zwar handele es sich bei den Pfirsichbäumen im Alten Land noch um eine Anzahl im niedrigen vierstelligen Bereich. "Aber das können sicherlich mehr werden."

+++ Auch Tiere leiden unter der Hitzewelle - Tipps für Besitzer +++

Nicht nur Menschen, auch Haustieren machen die heißen Temperaturen zu schaffen. Wie Sie Hund, Katze und Co. gut durch die Hitzewelle bekommen, erfahren Sie hier:

fin/mod/fk/rös / DPA / AFP