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IRRTÜMER: Irrtum!

Alkohol mit einem Strohhalm zu trinken macht nicht schneller betrunken. Ausnahmsweise scheint diese »Alltagsweisheit« zu stimmen. Ein exakter wissenschaftlicher Beweis muss aber noch erbracht werden.

Noch größere Pyramiden

Die größten Pyramiden der Welt findet man nicht in Ägypten sondern in Mexiko. 10 km vor Mexico City steht eine Pyramide mit einer Grundfläche von 18 Hektar und einer Höhe von 54 Metern, erbaut zu Ehren des Gottes Quetzalcoatl.

Geizige Engländer

Schotten sind geizig. Stimmt nicht! Studien ergaben, dass die Schotten wesentlich mehr Geld ausgeben als beispielsweise die Engländer.

Alte Feuerzeuge

Streichhölzer sind nicht älter als Feuerzeuge. Das erste Feuerzeug wurde 1816 gefertigt. Streichhölzer kamen erst ab 1830 auf.

Trüffelhunde

Nicht nur Trüffelschweine suchen nach den edlen Pilzen, sondern im nördlichen Mittelmeerraum sind es vorwiegend Hunde, die zur Suche eingesetzt werden.

Harmloser Spinnenbiss

Der Biss einer Vogelspinne ist nicht tödlich, wie viele Leute annehmen. Er ist von seiner Wirkung her vielmehr mit dem Stich einer Biene zu vergleichen.

Die Wiege des Whiskey

Schottland gilt als die Wiege des Whisky, was aber leider nicht stimmt. Die Iren sind die stolzen Erfinder des Gebräus, und das schon im 11. oder 12. Jahrhundert.

Berliner Wiener

Wiener Würstchen stammen nicht aus Wien, sondern aus Berlin. Dort wurden sie in einer Weinstube namens »Wiener« erfunden.

Strohhalmtrinken

Alkohol mit einem Strohhalm zu trinken macht nicht schneller betrunken. Ausnahmsweise scheint diese »Alltagsweisheit« zu stimmen. Ein exakter wissenschaftlicher Beweis muss aber noch erbracht werden.

Gefährliche Pflanzen

Dass Blumen in Krankenhäusern nachts aus den Zimmern gestellt werden, weil sie den Sauerstoff aus der Luft verbrauchen, stimmt nicht. Bei der Photosynthese bindet die Pflanze zunächst das Kohlendioxid aus der Luft. Dies geschieht am Tag. In der Nacht allerdings »atmet« die Pflanze tatsächlich, sie bindet Sauerstoff, um aus Traubenzucker Energie gewinnen zu können. Allerdings verbrauchen Blumen sehr sehr wenig Sauerstoff, sodass die Angst, sie könne den Kranken so schaden, unbegründet ist. Allerdings sind Topfpflanzen in Kliniken oft verboten, weil sie Pilzsporen und anderes Ungeziefer enthalten.

Tödliches Wasser

Destilliertes Wasser kann nicht tödlich sein. Oft wird ja behauptet, dass destilliertes Wasser, dass ja keinerlei Salze enthält, die Zellen zum Platzen bringen lasse. Dies wäre zwar theoretisch denkbar, der Körper ist aber nicht so empfindlich.

Ätzende Coke

Mit Coca Cola kann man kein Fleischstück über Nacht auflösen. Dieses Schauermärchen aus dem Chemieunterricht diente wohl eher zur Abschreckung vor der braunen Limonade. Allerdings sieht das Fleischstück dennoch recht übel aus nach dieser Nacht und riechen tut es auch nicht mehr besonders. Schuld ist wohl die in Cola enthaltene Phosphorsäure.

Trinksprüche und Legenden

Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir. Dieser gut gemeinte Trinkspruch gehört ins Reich der Legende. Es ist völlig egal, in welcher Reihenfolge man die beiden trinkt. Experten zweifeln sogar an, dass durcheinander trinken besondere Auswirkungen nach sich zieht – vorausgesetzt, der Alkohol ist rein und es geschieht in Maßen.

Voll aktiv

Wir nutzen nur 10 Prozent unserer Gehirnaktivität...ist falsch. Erstens ist das oft für Scientology-Werbezwecke verwandte Einstein-Zitat sehr wahrscheinlich gar nicht von Einstein und zweitens stimmt es nicht, dass jede zehnte Hirnzelle aktiv ist. Viele Gehirnprozesse sind hemmender Natur, unterdrücken also andere Prozesse. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir ständig epileptische Anfälle erleiden.

Lemming-Märtyrer

Lemminge laufen nicht kollektiv in den Selbstmord. Diese Legende hält sich weiterhin zäh und die Gruppendynamik der lieben kleinen Tierchen ist mittlerweile schon zum geflügelten Wort geworden. Wahr ist, dass wenn eine Lemming-Population zahlenmäßig stark angeschwollen ist, die Tiere Massenmigrationen veranstalten, bei denen es oft zum Tod vieler Individuen kommt.

Schlimmer Goldfinger

Das vollständige Bedecken des Körpers mit Farbe oder einer Flüssigkeit führt nicht zum Ersticken. Besonders der James-Bond-Film »Goldfinger« trug zu diesem Gerücht kräftig bei, als berichtet wurde, dass man angeblich mit besonderer Vorsicht die Hauptdarstellerin fast vollständig mit Gold überzog. Der Anteil der Hautatmung beträgt lediglich 1 Prozent. Allerdings kann es zu Überhitzung kommen, da das Schwitzen beeinträchtigt ist.

Hasenheld

Der Hase ist gar kein Angsthase. Im Gegenteil: nähert sich ein Feind dem Hasen, verharrt dieser bis zum letzten Moment in geduckter Haltung und in vollem Vertrauen auf seine Tarnfarbe in seiner Position. Erst wenn der Räuber bis auf Armeslänge heran gekommen ist, nimmt der Hase mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h reissaus.

Apfel rehabilitiert

Es ist gar nicht so sicher, dass der Apfel die verbotene Frucht war, die die listige Eva dem gutgläubigen Adam reichte. In der Bibel wird jedenfalls nichts von einem Apfelbaum erwähnt. Wörtlich heißt es: »Nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.« Zudem gab es im Nahen Osten zu der Zeit auch keine Apfelbäume. Naja, vielleicht war es ja ein Granatapfel...

Unerkannter Brutus

»Auch du mein Sohn, Brutus...« Diesen berühmten Satz soll Cäsar im Moment seiner Ermordung gesagt habe. Augenzeugen überliefern aber keinen Beleg dafür. Cäsar hätte den Mörder auch gar nicht sehen können, denn er bekam die ca. 8 Dolche von hinten in den Rücken gerammt. Unbestritten ist aber, dass Brutus an der Ermordung beteiligt war.

Bierophile Westfalen

Viele halten die Bayern für die größten Biertrinker Deutschlands. Schließlich zelebrieren sie den Bierkult ja alljährlich auf dem Oktoberfest. Aber tatsächlich sind die Westfalen die eifrigsten Bierschlucker.

Farblose Blausäure

Blausäure hält man ja in der Regel auch tatsächlich für blau – nomen est omen, denkt man. Dem ist aber nicht so, denn Blausäure ist eine farblose Flüssigkeit. Der Name stammt von »Berliner Blau«, einer der ältesten künstlichen Farbstoffe, aus dem sie 1782 zum ersten Mal hergestellt wurde.

Stadt der Brücken

Man könnte meinen, dass in Venedig, der Stadt der Lagunen und Gondeln, auch die meisten Brücken existieren. Stimmt nicht! Schon Amsterdam hat mehr Brücken, und sogar Berlin hat da mehr. Aber im europäischen Vergleich schlägt Hamburg alles: 2124 Brücken gibt es in der Hansestadt.

Farblose Farbenlehre

Über Chinesen gibt es leider die unfeine Bezeichnung der »gelben Rasse«. Dass Chinesen genauso wenig gelb sind wie Indianer rot, leuchtet wohl jedem ein. Diesen Humbug verzapft hat ein Göttinger Medizinprofessor namens Johann Friedrich Blumenbach, der Mitte des 18. Jahrhunderts meinte, eine allgemeine Farbenlehre der menschlichen Rassen aufstellen zu müssen. Demnach waren Kaukasier weiß, Afrikaner schwarz, Asiaten gelb und Indianer rot. Erstaunlich wie sich mancher Unsinn beharrlich hält.

Das Ei des Kolumbus

Das Ei des Kolumbus hat es nie gegeben. Man sagt dem offiziellen Entdecker Amerikas die Geschichte nach, er habe ein Ei auf seiner Kuppe zum Stehen gebracht, was niemand nach seiner Aufforderung geschafft hatte. Er habe es einfach leicht eingedrückt und auf den Tisch gestellt. Stimmt nicht! Kolumbus war zu dem Zeitpunkt, als sich diese Geschichte zutrug, schon lange tot.

Brave Cowboys

Die Cowboys im wilden Westen waren gar nicht so wild. Nervenaufreibende Revolverduelle in der glühenden Mittagssonne, wie jeder Western sie suggeriert, gehören hauptsächlich ins Reich der Legende. Cowboys waren überwiegend hart schuftende Vieharbeiter ohne große Schießkunst. Munition war zudem recht teuer. Echte Revolverhelden gab es, die verdienten sich ihr Geld aber entweder auf Jahrmärkten, als Sheriffs oder als Banditen. Nur etwa ein Dutzend Duelle sind historisch wirklich belegt.

Ungerechte Geschichte

Oft werden große Entdeckungen einer einzelnen Person zugeschrieben und oft genug auch zu Unrecht. So auch die Erfindung der Dampfmaschine, die man allgemein als Leistung James Watts anerkennt. Tatsächlich hatte schon 1695 der französische Physikprofessor Denis Pain die Idee für eine Dampfmaschine. Seine erste Maschine war allerdings zu klein. 1705 baute der englische Schrotthändler Thomas Newcomen dann die erste brauchbare Dampfmaschine. Aber James Watts war 1796 so schlau, als erster das Patent dafür anzumelden (und die Dampfmaschine noch zu verbessern). So gebiert Geschichte Erfinder.

Diogenes und die Tonne

Diogenes, der bekannte griechische Philosoph und Asket, lebte nicht in einer Tonne. Da haben einige Übersetzer aus dem Altgriechischen geschlampt: die Athener der damaligen Zeit bezeichneten Diogenes offenbar kleine und schäbige Hütte gutmütig spöttelnd als »Tonne«.

Echter Dracula

Graf Dracula hat es wirklich gegeben. Bram Stokers Vorbild für seinen berühmten Roman war der karpatische Kleinfürst Wojwode Vlad II., der von 1431 bis 1476 lebte. Aufgrund seiner grausamen Vorliebe, Feinde, Verbrecher und unliebsam gewordene Freunde vor seiner Burg auf Pfähle zu spießen, »so daß ihre Gedährme erbarmungsvoll aus dem Laibe quollen«, wurde er von seinen Untertanen »Dracul« genannt, was übersetzt »der Pfähler« bedeutet.

Einsteins schlechte Noten

Einstein sei ein schlechter Schüler gewesen, heißt es und hat nicht selten als Rechtfertigung für so manch verkanntes Genie herhalten müssen. Das ist so aber nicht wahr. In Mathematik und Physik zeigte er schon zu Schulzeiten herausragende Fähigkeiten. Sport und Sprachen interessierten ihn nur mäßig, weswegen er von einigen Lehrern für einen nichtsnutzigen Träumer gehalten wurde. Da kann man mal sehen, wie wichtig Träume sein können.

Elefanten-Legenden

Elefanten werden gerne Besonderheiten wie ein unfehlbares Gedächtnis, hohes Alter und Angst vor Mäusen zugeschrieben. Dies alles trifft nicht zu. Die meisten der Dickhäuter sterben vor dem 50. Lebensjahr. Ihr Gedächtnis ist nicht viel außergewöhnlicher als das anderer Tiere auch. Und was Mäuse anbelangt: die werden von den grauen Riesen meistens einfach »platt« gemacht. Aus die Maus sozusagen.

Graues England

Englang=Regenland. Dieses Vorteil ist meteorologisch völlig unbegründet. Rom gehört zu den trockensten Städten Europas: nur 590mm Niederschlag im Jahr gegenüber beispielsweise Rom mit 760mm oder Genua mit unglaublichen 1100. Allerdings verteilen sich in England die Niederschläge aufs ganze Jahr, während es in Mittelmeerregionen fast nur im Winter so richtig schüttet.

»Big Apple«

Die Erde ist eine Kugel. Leider auch falsch. Nein, nein, sie ist auch keine Scheibe. Das hatten wir schon mal. Aber tatsächlich haben Satelliten belegt, dass unsere Erde in etwa die Form eines Apfels hat. Wissenschaftliche Bezeichnung: »Abgeflachtes Rotationsellipsoid«.

Erkältungen ohne Kälte

Erkältungen haben mit Kälte eigentlich gar nichts zu tun. Seltsam, dass sie so heißen. Natürlich treten Schnupfen und Husten vermehrt im Winter auf. Das liegt aber eher daran, dass der Körper auf Kälte mit einer Schwächung des Immunsystems reagiert. Und vielleicht breiten sich im Winter Viren vermehrt aus, weil man sich in dieser Jahreszeit häufiger in warmen und geschlossenen Räumen aufhält, mit vielen anderen Menschen.

Fette Frauen

Dass Frauen mehr Fettgewebe haben, ist ein Gerücht. Männer und Frauen haben in etwa gleich viel Fett, allerdings verteilen sich die Mengen bei Männern und Frauen unterschiedlich. Hier bildet die Gürtellinie einen natürlichen Äquator der Problemzonen.

Fötus und Embryo

Fötus ist kein Synonym für Embryo. Bis zum dritten Monat spricht man ausschließlich von Embryo. Danach, wenn die menschliche Gestalt ausgebildet ist und die Bewegungen der Extremitäten beginnen, spricht man von Fötus.

Sehende Fledermäuse

Fledermäuse sind gar nicht blind, wie man immer glaubt. Zwar orientieren sie sich hauptsächlich – wie allgemein bekannt – vorwiegend über ihr Ultraschall-Ortungssystem, aber auch die Augen spielen eine Rolle bei der Orientierung. Allerdings sind sie wirklich nicht besonders gut, die Fledermaus kann nur Umrisse mit ihnen erkennen.

Rebellischer Galilei

»Und sie bewegt sich doch!«. Diesen berühmten Satz soll Galileo Galilei gesagt haben, nachdem die katholische Kirche ihn zum Widerruf seines heliozentrischen Weltbildes gezwungen hatte. Auch dieses Zitat muss einem übereifrigen Historiker zugeschrieben werden, der es Galilei angedichtet hat. Außerdem hat die katholische Kirche Galilei nie gefoltert oder wie allgemein angenommen massiv unter Druck gesetzt. Er durfte weiter forschen, nur seine Ergebnisse durfte Galilei nicht öffentlich machen. Ihm wurde von der Kirche bis zu seinem Tod sogar eine (großzügige) Rente gezahlt.

Absolutes Gehör

Das sogenannte absolute Gehör, das viele hochmusikalische Menschen besitzen, ist allerdings kein Garant für musikalische Begabung an sich. Ein gutes Gehör lässt sich durch Training zu einem absoluten verbessern. Das musikalische Talent kann man aber nicht erlernen.

Langsames Licht

Licht ist nicht immer gleich schnell, wie man vielleicht zu glauben geneigt ist, sondern hängt auch vom Medium ab, in dem es sich ausbreitet. Im luftleeren Raum legt es tatsächlich die bekannten 300.000 km/s zurück, im Wasser sind es aber schon mal nur noch 230.000 km/s und auch in der Atmosphäre breitet sich Licht langsamer aus.

Schlauer Gutenberg

Gutenberg war streng genommen nicht der Erfinder des Buchdrucks. Auf ihn geht lediglich die Erfindung der beweglichen Druckbuchstaben zurück, die man zu einzelnen Worten und Zeilen anordnen konnte. Nach dem Druck konnten diese weiter verwendet werden. Er erfand auch eine Gießerei für die Lettern und eine Druckpressen. Druckversuche hatte es aber schon lange vor Gutenberg gegeben. Er nur hatte alle Ideen vereint und ein geeignetes System entwickelt.

Hippieleichen

Eine nette Schauergeschichte, die immer mal wieder erzählt wird, ist die, dass die Haare und die Fingernägel von Toten nach lange Zeit weiter wachsen. Stimmt nicht! Nach Stillstand des Blutkreislaufs hören Haare und Nägel auf zu wachsen, da sie von ihm abhängig sind.

Echter Hamburger

Der Hamburger hat seinen Namen tatsächlich, weil er aus Hamburg kommt und nicht etwa, weil er ein Burger aus Ham ist oder mal war. Im 14. Jahrhundert entwickelten die Hanseaten Hackfleischscheibchen als schnelle Zwischenmahlzeit. 400 Jahre später kam dem aus Pinneberg stammenden Amerika-Einwanderer Georg Knecht die Idee, das Hackfleisch zwischen zwei Brotscheiben zu klemmen – als schneller, einfacher Mittagstisch für die Gäste.

Hippokrates ohne Eid

Der Eid des Hippokrates wurde nicht von diesem erfunden. Erst später wurde ihm dieser angedichtet, um einer medizinischen Schrift mit dem Namen des berühmten griechischen Arztes mehr Gewicht zu verleihen.

Höhlenmenschen im Freien

Höhlenmenschen haben womöglich gar nicht überwiegend in Höhlen gewohnt. Zu dieser Annahme verleiten die vielen Funde der Urahnen, die überwiegend in Höhlen gefunden wurden. Dies liegt aber einzig und allein daran, dass sie dort besser konserviert wurden. Der »Höhlenmensch« hielt sich meistens im Freien auf und suchte in Höhlen nur Schutz vor Gefahren und schlechtem Wetter.

Kamelhöcker

Kamele gelten als Überlebenskünstler, die es schaffen lange Zeit ohne Wasser in der Wüste zu überleben. Sie speichern aber keinesfalls das Wasser in ihren Höckern – diese dienen als Fettspeicher.

Chinesischer Ketchup

Ketchup ist keine amerikanische Erfindung. Chinesische Einwanderer brachten ihre Lieblingssoße »Ke-tsiap« mit in die USA. Dort wurde sie von einem deutschstämmigen New Yorker Namens Henry John Heinz entdeckt und bis heute mit großem Erfolg vermarktet.

Irrtümliche Platzangst

Klaustrophobie heißt nicht wirklich Platzangst, auch wenn dieser Begriff oft in diesem Zusammenhang verstanden wird. Klaustrophobie bezeichnet die krankhafte Furcht vor geschlossenen Räumen. Platzangst bezeichnet die Angst, alleine über große, freie Flächen zu laufen. Der korrekte wissenschaftliche Begriff hierfür lautet Agoraphobie.

Überflüssige Organe

Blinddarm und Mandeln. Diese beiden gelten gemeinhin als überflüssig und bilden keinen wirklichen Verlust. Bei den Mandeln stimmt dies aber nicht ganz: Rachenmandeln schützen vor örtlichen Infektionen.

Morsen ohne Morse

Weder das Morsealphabet noch der Morseapparat wurden von Samuel Morse erfunden. Der talentierte Maler, Gelehrte und Unternehmer wurde auf die Idee der elektronischen Übermittlung von Impulsen während einer Schiffsreise von einem Mitreisenden gebracht. Zurück in den USA beauftragte er zwei junge Techniker mit der Entwicklung dieses »Telegraphen« (einer der beiden ersann auch das Morsealphabet). Aber Morse war es, der das Patent anmeldete.

Richtiges Verhalten bei Nasenbluten

Bei Nasenbluten ist es nicht gut, wie immer geraten, den Kopf nach hinten zu legen, weil sonst das Blut in den Rachen laufen kann. Lieber sollte man sich aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne neigen. Mit einem Taschentuch ins Nasenloch gedrückt, lässt sich die Blutung am besten stoppen.

Gute Rabeneltern

»Rabeneltern« sind fürsorgliche Eltern. Sie leisten beim Schlüpfen ihrer Jungen intensive Geburtshilfe, decken ihre Jungen bei Kälte zu. Raben haben deshalb ihren sprichwörtlichen schlechten Ruf weg, weil sie ihre Jungen sehr früh aus dem Nest schubsen, sobald diese flügge geworden sind. Allerdings tun sie das zum Wohl der Jungen, denn kleine Raben sind ein gefundenes Fressen für Feinde.

Keine Space-Bratpfannen

Teflon ist der »Raumfahrt-Abfallstoff«. Leider auch dies eine Legende. Teflon ist keineswegs ein Nebenprodukt teurer Raumfahrttechnologie und Traum vieler Hausfrauen. Es wurde schon in den 30er Jahren entdeckt, wurde aber erst 1954 von einem Franzosen industriell eingesetzt – bereits damals schon als Bratpfannenbeschichtung und in den USA äußerst beliebt. Teflon als NASA-Produkt anzupreisen, war ein geschickter Marketingschachzug der 70er Jahre.

Deutsches Telefon

Das Telefon wurde nicht von Alexander Graham Bell erfunden, sondern 1860 von dem deutschen Lehrer Johann Philipp Reis. Allerdings war Reis´ Telefon noch rein mechanisch und von schlechter Übertragungsqualität. Bell gelang es 1876 auf elektrischem Weg menschliche Stimmen verständlich übertragbar zu machen.

Tetanus

Tetanus, also Wundstarrkrampf, holt man sich nicht, indem man sich an rostigen scharfen Gegenständen verletzt, sondern durch das Bakterium Clostridium Tetani. Nicht der Rost ist der Verursacher der Krankheit... allerdings mag es sein, dass sich an rostigem altem Metall Clostridien befinden, die den Tetanus auslösen.

Traubenzucker ohne Trauben

Traubenzucker wird nicht aus Trauben gewonnen. Zwar kommt er auch in ihnen vor, aber in allen anderen süßen Früchten ebenfalls. Industriell gewonnener Traubenzucker wird aus Kartoffeln und Maisstärke gewonnen.

Erdbeere=Erdnuss?

Die Erdbeere ist gar keine Beere! Botanisch gesehen handelt es sich bei der Erdbeere um eine sogenannte »Sammelnussfrucht«. Und ebenso wenig wie die Erdbeere eine Beere ist, ist die Erdnuss eine Nuss. Die Erdnuss zählt zu den Hülsenfrüchten.

Eskimos ohne Iglus

Alle Eskimos wohnen in Iglus? Das war einmal. Heute wohnen Eskimos oft in ganz normalen Häusern.

Feuerland woanders

Die südlichste Spitze Südamerikas ist allgemein bekannt unter dem Namen Feuerland. Dies ist aber nicht korrekt. Feuerland ist eine durch die Magellanstraße von Südamerika getrennte Insel. Der südlichste Punkt Südamerikas liegt auf der Peninsula Brunswick.

Knochige Springbrunnen

Fontanellen klingen wie Springbrunnen oder Fontänen. Haben aber leider herzlich wenig mit beiden zu tun. Die Fontanellen sind die Knochenlücken am Schädel von Neugeborenen und Kindern, die sich während der ersten drei Lebensjahre schließen.

Miss Liberty steht nicht in New York

Die Freiheitsstatue, das Wahrzeichen Amerikas, steht nicht in New York. Wie bitte? Ja, tatsächlich, wenn auch kaum zu glauben, steht Miss Liberty im Bundesstaat New Jersey, nicht in New York.

Glibberiger Glaskörper

Ein Glaskörper ist kein Körper aus Glas sondern der gallertartige und durchsichtige Körper im Inneren des Augapfels.

Mückenvogel

Eine Grasmücke ist keine Mückenart, die sich bevorzugt im Gras aufhält, sondern ein Singvogel.

Haare lassen

Häufiges Haare waschen beschleunigt Haarausfall. Auch dies ist ein Gerücht. Egal wie oft man sich die Haare wäscht, jeder Mensch verliert ca. 100 Haare am Tag.

Holzlarve

Der Holzwurm ist kein richtiger Wurm, sondern die Insektenlarve des Klopfkäfers.

Hurenkind

Ein Hurenkind ist das Kind einer Hure. Das stimmt auch, nur besitzt das Wort Hurenkind noch eine völlig andere Bedeutung: man bezeichnet damit auch die an den Beginn einer neuen Spalte gesetzte, aber nicht ausgefüllt Schlusszeile eines Absatzes.

Iranischer Kaviar

Der beste (und teuerste) Kaviar kommt nicht aus Russland, sondern aus dem Iran. Im iranischen Teil des kaspischen Meeres ist das Wasser tiefer und sauberer. Außerdem werden dort weitaus gründlichere Kontrollen bei der Weiterverarbeitung vorgenommen.

Beutelkoala

Der Koala-Bär ist kein Bär, sondern ein Beuteltier. Der kleine Freund von Eukalyptusblättern sieht zwar aus wie ein Bär und wäre sicher auch ein guter Bär, aber er ist nun mal keiner.

Mandelrose

Die Mandel ist nicht, wie allgemein angenommen, eine Nuss, sondern gehört zu den Rosengewächsen!

Pferderettich

Der Meerrettich hat nichts mit Meer zu tun, wenn man ihn auch gerne zu Lachs ist. Sein Name leitet sich ab vom Pferderettich. Früher bezeichnete man ein Pferd auch als Mähre und so müsste der Meerrettich eigentlich korrekt »Mährrettich« heißen, aber die Schreibweise mit den zwei E hat sich durchgesetzt.

Maurenkopf

Ein Mohr und ein Schwarzer sind nicht dasselbe. Als Mohren bezeichnete man eigentlich einen Mauren, also einen Araber, der in Spanien oder an der südlichen Mittelmeerküste lebt.

Dicke Pampelmuse, kleine Grapefruit

Eine Pampelmuse ist nicht dasselbe wie eine Grapefruit. Die Grapefruit ist wahrscheinlich ein Zufallssämling der Pampelmuse und wird deshalb heute noch so bezeichnet. Pampelmusen werden so groß wie kleine Köpfe, können bis zu 2 kg schwer werden und sind nicht ganz so saftig wie Grapefruits.

Das älteste Gewerbe der Welt

Prostitution sei das älteste Gewerbe der Welt, heißt es immer so schön. Aber das älteste Gewerbe der Welt ist das Schamanentum. Schamanen sind nach heutigen Begriffen Seelsorger, Hypnotiseure, Mediziner und Suggesteure in einem.

Der Löffel in der Sektflasche

Ein Löffel in einer angebrochenen Sektflasche bewahrt so gut wie nicht vor schal werden. Oft angenommen, oft beherzigt, aber auch dies eine Legende. Allerdings gab es Untersuchungen, die einen signifikanten Unterschied im Kohlensäuregehalt bei Flaschen mit und ohne Löffel feststellten. Wichtig ist, dass der Löffel aus Metall ist. Wahrscheinlich wirkt er als Wärmeleiter und bewirkt ein schnelleres Abkühlen des Sekts im Kühlschrank. Und in kaltem Sekt bleibt mehr Kohlensäure enthalten.

Langsames Ergrauen

Über Nacht bekommt man keine grauen Haare. Graue Haare sind Haare ohne Farbe und diese können nur von der Wurzel in einem allmählichen Prozess nachwachsen.

Früh ins Bett

Dass der Schlaf vor Mitternacht der gesündeste ist, ist nicht wahr. Allerdings stimmt es, dass der Schlaf in den ersten beiden Stunden der erholsamste ist. Wenn man also rechtzeitig ins Bett geht, dann trifft der Spruch zu.

Geldstückreiben

Geldstücke am Automaten zu reiben, damit sie nicht mehr durchfallen ist völlig nutzlos. Der interne Prüfmechanismus der Münze wird dadurch nicht beeinflusst. Man kann auch weder Form und Gewicht, geschweige denn Magnetisierung der Münze durch Reiben verändern. Trotzdem hält sich dieser Glaube beharrlich, sehr zum Leid der Automatenbetreiber, deren Geräte stets schnell zerkratzt sind.

Gefährliche Bäume

Bei Gewitter ist der alte Spruch »Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!« verhängnisvoll. Vielmehr soll man überhaupt keine Bäume aufsuchen, das könnte extrem gefährlich werden!

Kopf hoch

Strauße stecken bei Gefahr nicht den Kopf in den Sand. Diese alte Legende stammt noch von den Arabern und wurde ungeprüft von den Römern abgeschrieben. Außerdem: was brächte es dem Strauß, wenn er sich so verhielte?

Einstürzende Brücken

Dass Brücken aufgrund der Resonanz von darüber im Gleichschritt marschierenden Soldaten einstürzen ist ein Gerücht, an dem nichts Wahres ist.

Der Strudel und die Corioliskraft

Die sogenannte Corioliskraft wird gerne im Physikunterricht bemüht als Ursache für solche erstaunliche Phänomene wie Badewannenstrudel, die sich, abhängig auf welcher Halbkugel man sich befindet, in jeweils umgekehrter Richtung drehen sollen. Doch um solche Auswirkungen zu bewirken, müsste die Corioliskraft viel viel stärker sein.

Eisenloser Spinat

Spinat enthält nicht besonders viel Eisen. Im vorigen Jahrhundert war es ein Kommafehler (um eine Stelle nach rechts gesprungen) bei der Analyse des Eisengehaltes, der diesen Irrglauben begründete. So war man der fälschlichen Ansicht, Spinat habe einen um Faktor 10 höheren Eisengehalt als anderes Gemüse.

Schrille Operndiven

Operndiven können mit schrillem Gesang Glas zum zerspringen bringen. Ein hartnäckiges Gerücht. Keine Operndiva dieser Welt könnte die um den Faktor 120 höhere erforderliche Gesangslautstärke aufbringen, um Glas wirklich bersten zu lassen.

Haarlose Potenzprotze

Männer mit Glatze besitzen keine überdurchschnittliche Potenz. Oft wird die Glatze auf einen höheren Testosteron-Gehalt zurückgeführt, den man wiederum für eine erhöhte Potenz verantwortlich macht. Beides trifft nicht zu. Erhöhtes Testosteron kann zwar Glatzenbildung bewirken, aber dies ist nicht der einzige Grund für eine Glatze. Und selbst wenn: erhöhtes Testosteron bewirkt keine Potenzsteigerung.

Aus eins mach zwei

Zerteilt man einen Regenwurm, leben beide Teile nicht weiter. Es hängt davon ab, in welcher Höhe man Teile des Wurms abschneidet. Die Regenerationsfähigkeit nimmt zur Wurmmitte hin ab. Aber man kann man von beiden Enden ein Stück abschneiden und die verbleibende Wurmmitte lässt beide Enden nachwachsen.

Teure Pfennige

Der Materialwert von Ein- oder Zweipfennigmünzen ist nicht höher als der Nennwert. Aber es stimmt, dass die Herstellung der Münzen den Nennwert übertrifft.

Recycelte Nikoläuse

Alte Schokoladennikoläuse werden nicht zu Osterhasen umgeschmolzen. Schokoladenhersteller dementierten dieses beliebte Gerücht. Restbestände werden nach den Feiertagen meist billig verscherbelt oder in großen Mengen an Wohlfahrtsorganisationen gespendet.

Dauerbrenner

Elektrische Lampen verbrauchen beim Einschalten nicht besonders viel Strom, sodass es besser ist, sie ununterbrochen brennen zu lassen. Zumindest, wenn man den Raum für länger als zwei Minuten verlässt, sollte man die Lampe ausschalten.

Aufgewärmte Pilze

Dass man Pilze nicht nochmal aufwärmen soll, ist ein Gerücht. Dann dürfte man auch keine Tiefkühlpizzen essen, denn deren Pilze sind auch schon einmal gegart worden.

Mit Wasser ist gut Kirschen essen

Genuss von Kirschen und anschließendes Trinken von Wasser führt nicht zu Bauchschmerzen. Dieser Glaube rührt wohl noch von früher, als das Trinkwasser noch nicht solche Reinheit hatte, wie heute. Da konnte es schon vorkommen, dass die enthaltenen Keime und Hefepilze Gärprozesse in Gang setzten, die den Magen überforderten.

Unglaublicher Röntgen

Als Wilhelm Conrad Röntgen die Resultate seiner Forschung publik machte, wurden diese anfangs selbst von so renommierten Persönlichkeiten wie Lord Kelvin für einen »geschickten Schwindel« gehalten. Irrtum kann man da nur sagen.

Furioser Fourier

Jean-Baptiste Joseph de Fourier verkündete 1807, dass jede periodische Funktion als unendliche Summe von einfachen periodischen Funktionen (Sinus, Cosinus) dargestellt werden kann. Er stieß auf den Widerstand von berühmten Mathematikern wie Laplace, Poisson und Euler. Auch geniale Köpfe können irren. Heute ist die Fourier-Analyse elementares Werkzeug der Mathematik und Physik.

Betäubt

Carl Ludwig Schleich, Entdecker der Lokalanästhesie, musste sich einem Sturm der Entrüstung erwehren, als er vor einem Chirurgenkongress seine Entdeckung präsentieren wollte. Die Herren Chirurgen stimmten einfach ab, ob die Sache wahr war oder unwahr, ohne sich vorher eine einzige Demonstration gesehen zu haben

»Wiener Wüstling«

Siegmund Freud war ebenfalls Opfer wissenschaftlicher Ignoranz. Zuweilen wurde der Begründer der Psychoanalyse von seinen Fachkollegen auch als »Wiener Wüstling« beschimpft.

Radioaktiver Unsinn

Großen Glauben an die Radioaktivität schien der berühmte Physiker Ernest Rutherford nicht zu besitzen. 1933 noch bemerkte er: »Jeder, der in der Umwandlung der Atome eine neue Kraftquelle sucht, spricht kompletten Unsinn!«

Falsches Erbgut

Lange Zeit hielt man Proteine für die Träger der Erbinformation. Selbst als Oswald Avery 1944 die DNS als Träger der Erbinformation identifizierte, stieß er auf eine Mauer der Ablehnung.