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KW 47/2005: Kann sich eine Sprache (oder Dialekt), ein Leben lang gesprochen, auf die Mimik bzw. die Prägung eines Gesichtes auswirken?

"Frau Merkel spricht Ostdeutsch, das sieht man eindeutig an ihren traurigen Gesichtszügen", meint Milan aus Peru. Auch an Schwarzeneggers, Bushs, Stoibers und Lindenbergs Gesicht wollen unsere Leser die Sprache ablesen können.

Natürlich wirkt sich der lebenslange Dialekt aus. Warum würden die Ossis sonst immer mit solch einem traurigen Gesichtsausdruck durch die Gegend laufen? Gruß, der Lachende Sepp aus Bayern

Sepp, München

sepp(at)bayern.de

Es kann sich auf z.B. auf die Mundhöhle auswirken, mit welcher, unter Zuhilfenahme der Zunge, der Zähne und der Lippen wir die Laute bilden. Deswegen ist bei der Fremdsprachenerlernung so schwierig wie die Einheimischen zu sprechen: unsere Muttersprache hat bereits, nach ihren Bedürfnissen, unseren Mund geformt.

Vesna, Essen

v.i(at)gmx.net

Einfluss der Sprache aufs Gesicht? Aber ja! Beispiel: Elefant!

Mimi Mamouth aus Mimizan (F)

Dann müsste es eine Typische "Bayernrübe", eine "Rheinländerfresse" oder ein "Sachsenmaul" geben. Gibt es aber nicht. Man bewirft sich stattdessen mit Vorurteilen über Kleidung, Gewohnheiten oder Charakterzüge.

Astrid Zeitz-Fehse

zeitz-fehse (at) iza.org

Ja, genauso wie sich "die Gestik des Försters auf seinen Hund überträgt" und alte Ehepaare sich in der Mimik ähnlich sind.

Grubmüller, A-2410 Hainburg/Donau

grubmueller(at)gmx.at

Ich denke, man kann das im Gesicht ablesen. Mir fallen die Unterschiede zwischen Franzosen und Amerikanern auf. Die Franzosen haben oft einen feineren Mund, die Amerikaner einen breiten, schlafferen. Ich denke, das liegt an den differenzierten Lauten mit vielen runden O und U in Französisch und den A und Ä im Amerikanischen Englisch?

Karin, Essen

rabe7(at)ao..com

...wenn ich mir die Sachsen so angucke... JA! Trotzdem liebe ich einen davon ;-)

j.s. Cuxhaven

Ich denke ja. Ich lebe seit 10 Jahren im Ausland und habe mich einmal selbst folgendes gefragt: Wenn ich nun taub wäre, würde ich an der Mimik einer sprechenden Person erkennen können, aus welchem Land sie ist? Meine spontane Antwort war ja. Das gilt sicher nicht für alle Nationen und Sprachregionen, aber bei einigen dürfte es möglich sein. Ich dachte zum Beispiel an die Spanier mit ihrer TH-ähnlichen Aussprache des Buchstabens "C" vor "E" und "I". Das gibt dem Gesicht eine andere Mimik. Und ich meine damit nicht nur die Zunge.

Atze, Valencia

hferbi(at)hotmail.com

Ich denke schon - vor allem Udo Lindenberg ist der lebende Beweis für diese These. Sieht man sich sehr frühe Fotos seines Karrierebeginns an und vergleicht sie mit denen der letzen 15-20 Jahre, sieht man, wie sich die Mimik ( vor allem der Mund )Jahr für Jahr mehr an sein typisches "Genuschel" angepasst hat. Es bedarf sicherlich einer sehr ausgeprägten Mundart um derartige "Anpassungen" zu ermöglichen aber es ist möglich....

Rayko Aben, Hamburg

rayko.aben(at)hamburg.de

Der seinerzeit in der DDR lebende Schriftsteller Stephan Heym zäumte das Thema gern von hinten auf. Wenn er auf seinen Lesungen in der Bundesrepublik gelegentlich gebeten wurde, ein Kapitel "im sächsischen Dialekt" darzubieten, entsprach er der Bitte oft mit der verschmitzten Einleitung, das Sächsische sei kein Dialekt, sondern "eine widernatürliche Verkrümmung des Unterkiefers". Den schob er dann demonstrativ vor und legte mit großem Vergnügen los.

Peter Kiesgen, Frankfurt am Main

Peter.Kiesgen(at)ArneckeSiebold.de

Könnte theoretisch schon: Da man aber nicht ununterbrochen sein Leben lang spricht, sondern auch mal zuhört, schläft und trinkt, prägen sich die Einprägungen wieder aus. Anders gesagt: Gesendete Kommunikationseinheiten gleichen zugefügte Deformationen wieder aus.

Müller-Fiedler, Halle/Saale

jum-buchhandlung(at)t-online.de

Ist der Gesichtsausdruck der designierten Bundeskanzlerin nicht der Beweis dafür, dass Gedanken, Sprache und Mimik ein Gesicht prägen? Klare Antwort: Ja! Denn: So schön kann kein Mensch sein, dass ein kurzer Verstand und eine verknappende Sprache nichts dran' verdürben. Und charmante Dialekte machen kluge Menschen mitunter noch schöner...

Eva Schwayer, Düsseldorf

schwayer(at)artbuyers-club.com

Ja, da die Bewegungen des Mundes, der Wangen und so weiter von Sprache zu Sprache und zu Dialekt dem Sprachrhythmus, der Geschwindigkeit anpassen. Ein Schwabe spricht langsamer als ein Norddeutscher, also sieht er eben auch meist gemütlicher aus...

M. Fentsahm, HH

fenmic(at)web.de

Aber ja! Sehen Sie sich doch nur einmal manche Amerikaner an, die ihr Leben lang ein lässiges Englisch sprechen. Sie unterscheiden sich allein schon von den Engländern. Auffallend auch bei Skandinaviern, während ich Asiaten schwer einordnen kann.

Brigitte Schönfeld-Herbst, 30926 Seelze

B.Schoenfeld-Herbst(at)freenet.de

Ja klar, denn wenn ein Schwabe nur noch bruddelt, dann kriegt man schon dementsprechende Falten und bruddelige Gesichtszüge:-).

Sandra Janz, Stuttgart im Schwobaländle

sand1901(at)web.de

Sie kann's nicht nur, sie tut's auch. Soweit ich weiß wurde es bereits bewiesen. Die Muttersprache beeinflusst die Entwicklung der Gesichtsmuskeln und -knochen des Kindes, sie ""formt"" sie quasi, also kann man sie später regelrecht ""vom Gesicht ablesen"". Was die Mimik anbelangt, so gehört sie einfach - genauso wie Intonation, Tonlage etc. - zur Sprache selbst.

Eva H., Dortmund

moi-meme(at)web.de

Nein, auch deutschsprachige Asiaten sehen nicht anders aus als ihre Landsmänner, die kein Deutsch sprechen.

Silke Schmitt

Ludwigshafen

Auf jeden Fall! Zum Beispiel Sprachen, die viele ü-Laute haben (Französisch, Türkisch), bewirken, dass der Mensch öfters bestimmte Labialmuskeln einsetzt, als zum Beispiel Spanier, die mehr offene a-Laute haben.

SL, München

Mir wurde letztens gesagt, dass ich Berlinerin bin, hört man nicht, sondern sieht man an der Mundbewegung!

Katia Lemke

katia.lemke(at)web.de

Nein. Wenn eine bestimmte Volksgruppe immer total miesepetrig guckt (z.B. Engländer), dann liegt das am dort üblichen Essen (Rumpsteak mit Pfefferminzsauce) und nicht an der Sprache... :-P

Irgendwer, vom Mars

irgendwer (at) sonstwo.mars

Ja. Sonst würden Bayern nicht wie Bayern aussehen.

Guenther Hornung, Düsseldorf

guenther.hornung1(at)t-online.de

Ja, ohne weiteres möglich! Bei wortkargen Menschen wird viel über die Mimik ausgedrückt. Die richtigen Östreicher, sind ein Beispiel für das Wort im Gesicht.

MTFAU(at)web.de

Das kann gut sein. Versuchen Sie z.B. mal ein "helles hohes I" mit herunterhängenden Mundwinkeln zu sprechen. Thailand nennt sich eben nicht ohne Grund "das Land des Lächelns", was man in diesem Zusammenhang auf weitere Ost-Asiatische Staaten übertragen könnte, in deren Sprachen eine Menge I-Laute vorkommen (Achtung Klischee). ChIng-ChIng-Chung... Ebenso möchte ich wetten, dass eine "Berliner Schnauze", wie man so schön sagt, die den ganzen Tag plappert, also die Gesichtsmuskeln stark belastet und somit ausprägt, im Alter weniger Falten im Gesicht trägt, als in Regionen, wo man eher wortkarg ist... Um noch mal völligen Blödsinn zu erzählen: Ein Chinese mit Kontrabass und Berliner Schnauze kann also nach meiner Theorie im hohen Rentenalter ein makelloses Gesicht haben und den ganzen Tag lächeln. Vielleicht sollten unsere Politiker unsere Rentner allesamt zu Chinesisch-Kursen schicken und regelmäßige Kaffeekränzchen organisieren als Trainingseinheiten für die Gesichtsmuskulatur. Wenn alle lächeln ist auch keiner mehr unglücklich. So. Das war eine ausreichende Quatschportion für heute! Gruß aus Köln

O.S. Köln

olikoeln.de

Der Dialekt drückt sich in der Mimik aus. Ich bin Neu-Leipziger und habe das hier beobachtet. Hier wird ein extremer Dialekt gesprochen, man lässt die Worte "aus dem Mund loofen" (laufen), und das prägt. Ich bin Nürnberger, also auch ein markanter Dialekt. Wenn ich meine Freunde so im Geist passieren lasse, wir haben wirklich alle eine ähnliche "Fresse". Auf das Ergebnis bin ich gespannt.

Gunther Schirmer 04155 Leipzig

gbschirmer(at)msn.com

JA - schauen Sie sich die künftige Bundeskanzlerin an.

Jonathan Livingston Seagull

jlseagull(at)web.de

Der sächsische Dialekt produziert bei vielen Sachsen einen erstaunten Gesichtsausdruck, denn spätestens nach dem 2. Satz sind die Angesprochenen blitzartig verschwunden. Anders bei den Bayern, hier entsteht bei manchen Ur-Bazis ein misstrauisch-verkniffener Gesichtsausdruck wegen des unbändigen Gelächters der Zuhörer.

Bernd Hübler, Wissen

owie(at)huebler-wissen.de

Ja, klar. Seht Euch doch nur die Fratze von George W. Bush an!

S. Missalla, Neuss

Ja! Die Physiognomie passt sich der Sprache an, wie sich die Finger der Arbeit anpassen und Schwielen bekommen. Um überhaupt die Mundart zu können muss der Klangkörper entsprechend geformt werden. Dies beginnt bereits in der Jugend. Dies ist ein Grund weshalb ältere Personen niemals in der Lage sind nach Umzug einen Dialekt oder eine Sprache so wiederzugeben wie Einheimische. Es sei denn die Physiognomie passt perfekt zu der Sprache oder Mundart.

Fredi Meier, Universum

John.Doe(at)dev.null

Nein! Sprache, Laute, Töne entstehen durch zwei Stimmritzen im Bereich der oberen Luftröhre und haben nach meiner Auffassung keinen Einfluss auf Mimik oder Prägung eines Gesichtes. Mich überzeugt eher die Annahme, dass ein Gesicht ein Spiegelbild der Seele ist.

Kurt-Joachim Hormann, 63329 Egelsbach

Kurt.Hormann(at)serviceforce.de

Frau Merkel spricht Ostdeutsch, das sieht man eindeutig an ihren traurigen Gesichtszügen.

Milan, Peru

Natürlich. Wenn man spricht, bewegt man unzählige Muskeln im Gesicht. Je nach dem welche Muskeln man am meisten bewegt, wird das Gesicht dementsprechend geprägt.

Fontessa Hippolyte, Niagara Falls, Canada

pennypress(at)cogeco.ca

Es ist durchaus möglich, dass die Sprache, der Dialekt die/den man ein Leben lang spricht, Auswirkungen auf die eigene Physiognomie hat. Allerdings steht die Sprache in einem Wechselspiel mit anderen Einflussgrößen, wie z.B. der Identifikation mit dem jeweiligen Lokalkolorit, der Übernahme von Gewohnheiten/Ticks sowie persönliche positive wie negative Erfahrungen, die in ihrer Gesamtheit den Charakter eines Gesichts ausmachen.

Paola Klinger, Hannover

pk(at)paolaklinger.de

Ich denke ja. Es kommt mir so vor, dass es viele Briten gibt, die schmale Lippen haben, weil sie sehr "gepresst" sprechen. (..eine etwas verkniffene Mundhaltung)

Sandra, Hamburg

skathoef(at)web.de

Als ich letztens in Wien war, hab ich schön gelacht. Die leicht vorgeschobene Unterlippe ist definitiv ein Resultat des Dialektes. Achtet mal bei Eurem nächsten Besuch darauf.

Caspar, Hamburg

besch(at)hamburg.telemaz.tv

Klar, schauen Sie sich doch nur die Kärntner oder die Schweizer an. Vor lauter Rachen-Lauten haben die Meisten einen Kropf.

Walhalla Burger

walhalla(at)yahoo.de

Selbstverständlich. Trainierte Muskeln, Sehnen... sehen anders aus, als untrainierte. Und jede Sprache hat diesbezüglich ihre ganz besonderen Eigenheiten.

Regine, Möhrendorf

Schaut euch die Merkel an....

Nicht Angie, M

Ja, natürlich, jede Sprache und jeder Dialekt hat Laute, die häufiger bzw. gar nicht vorkommen. Diese wiederum müssen, um ausgesprochen werden zu können, einem entsprechenden "Gesichtsmuskeltraining", von Geburt an erworben und mit den Jahren weiter entwickelt, nachfolgen. Und so kann sich wirkt sich das auch durchaus auf die Gesichtsmimik aus.

Mariana Haake, Landshut

Mariana(at)haake-translations.de

Natürlich! Schaut mal den Schwarzenegger an, wenn er Englisch spricht.

Jurgen Pohl, Bellevue

res0yizk(at)verizon.net

Ob die Sprache oder ein Dialekt Einfluss auf das Gesicht eines Menschen hat? Natürlich! Aber dies sicher nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Landesmentalität. Temperamentvolle Menschen, die dann natürlich auch eine entsprechend ausdrucksvolle Sprache pflegen, bewegen ihre Gesichtsmuskeln mehr als solche, die sich nur "mundfaul" etwas in den Bart nuscheln. Gut trainierte Gesichtsmuskeln sorgen für straffe Haut im Mundbereich und somit für frischeres, jüngeres Aussehen. Sieht man ja auch bei Profi- Sängern. Ist doch logisch?! Z.B. Italien: Sophia Loren und der MP von Italien Herr B.; Spanien: Iglesias, der Meistersänger; Rolling Stones Mick Jagger; England: Ex- Beatle Paul. Südeuropäer sehen eigentlich immer etwas jünger aus. Aber vielleicht liegt das auch nur am guten Olivenöl?

Sigvard Orts, Lübeck

sigvard.orts-jun(at)orts-gmbh.de

Ja, schaue man sich mal die schiefen Münder der Amis an!

aaa(at)bbb.com

Die universelle Sprache der Gewalt erscheint durchaus geeignet, ihre Spuren im Gesicht des 'Sprechers' zu hinterlassen ;-)

juergen-mahler(at)gmx.de

Ja! Ich bin Januar 2001 nach einem 9 jährigen Amerika-Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt. Nach meiner Rückkehr sprach ich Englisch besser als Deutsch, bzw. Deutsch mit einem starken amerikanischen Akzent. Mir wurde damals häufig gesagt, dass ich 'amerikanisch' aussähe. Nachdem ich nun fast fünf Jahre wieder in Deutschland lebe hat sich mein Deutsch wieder etwas gebessert ;-) und mir wurde in den letzten zwei/drei Jahren auch nicht mehr gesagt, dass ich amerikanisch aussähe.

Janke, Köln

amu(at)haewu.de

Ich denke ja. Bei den unterschiedlichen Lauten verschiedener Sprachen und Dialekte werden die beteiligten Muskeln auch in unterschiedlicher Kombination und Anspannung eingesetzt. Durch den stetigen Gebrauch der am Sprechen beteiligten Muskeln prägt sich das Gesicht nach einer gewissen Zeit entsprechend.

Manfred Streuber, Lange Gasse 26, 06449 Aschersleben

Manfred.Streuber(at)t-online.de

Ja. Genauso wie wir Lachfalten haben, entwickelt sich auch das Gesicht durch die jeweilige Art zu sprechen. Allerdings dürften die vorstellbaren Unterschiede zwischen 2 gesprochenen Sprachen auf den ersten Blick relativ gering ausfallen.

DeeJay, Hamburg

DJ68(at)gmx.de

Ja, da könnte was dran sein, am besten lässt sich das im Fall von Deutschland an den Bayern und den Sachsen feststellen. Ich habe festgestellt, dass die Gesichtzüge darauf ausgerichtet sind den Akzent, den sie sprechen ohne Komplikationen auszuführen. Das Gesicht hat in Fällen einen Ausdruck angenommen, der der Tonlage des jeweiligen Dialekts ähnlich ist. Das gleiche lässt sich bei Spaniern oder Engländern beobachten.

Karakurt, Köln

jayjoe(at)web.de

Logisch. Wer's nicht glaubt, verbringe eine Woche lang in Niederbayern.

Franz, Hannover

schriftnarr(at)mymail.ch

ja sicher. Als kleiner Junge holte ich immer Milch in einem Geschäft in Leipzig, bei Frau Schwenke und die hatte eine Tochter. Mutter und Tochter sprachen den dortigen Dialekt in Reinform und hatte die schiefe Gusche die die Sachsen auszeichnet wenn sie sprechen. Allerdings hat auch Frau Merkel diese schiefe Gosch, ob sie mit Schwenkes verwandt ist?

Pelz, Stuttgart

AdlerJimmy(at)aol.com

Was Dialekte angeht: Klares ""Ja"". Und zwar beim Zuhörer ... (meine Freundin ist Schwäbin:-)

Hans Fuchs, München

mucfuchs(at)aol.com

Na klar, schau dir doch den Stoiber an!

Stefan Nürnberg

Natürlich, und teilweise wird das sogar bewusst gemacht! Die Bewohner der ostbayerischen Oberpfalz schieben beim Sprechen aufgrund der zahlreichen ""ouh""-Laute (""Bouh, kauf dir Schouh"") ständig den Unterkiefer nach vorne. Damit wollen sie ihr fliehendes Kinn verdecken und dem Homo Sapiens ähnlicher sehen, obwohl sie doch einer längst ausgestorben geglaubten Seitenlinie des Neandertalers entstammen.

R. aus Franken

Robocop1(at)web.de

Eindeutig ja, denn mit dem Formen eines jeden Lautes geht eine bestimmte Muskelspannung einher. Wenn man typische Stellung immer wiederholt, dann trainiert man ja quasi diesen Muskel mehr - und kerbt auch entsprechende Falten. Ich habe bereits als Kind den Verdacht geäußert, dass Schweizer deshalb einen starken Unterkiefer haben, weil sie ihn immer beim Formen der Rachenlaute nach vorne schieben. Jetzt lebe ich in Amerika und habe beobachtet, dass amerikanische Nachrichtensprecherinnen beim Reden ganz andere Gesichter schneiden als die deutschen.

Monika Molnar-Metzenthin, Santa Barbara

molnarmetzenthin(at)yahoo.com

Klar. Der Hochdeutsche Pferdezüchter, der Pferd sagt, hat ein nicht so breites Maul wie der Berliner Pferdezüchter, der zeitlebens Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuuuuul sagt.

L. Sauerborn, Andernach

lakis.sauerborn(at)gmx.de

Nein! Wo kämen wir hin? Stummen würden Gesichtslos werden. Wie entsetzlich!

Egmund Kopf, Lippstadt

Ja, der beste Beweis ist, dass Vögel pfeifen, wie ihnen den Schnabel gewachsen ist. Pinguin anders als Enten usw.

Marcel de Schwall, Roßburg

Sprache stammt aus Körpersprache. Demnach sind Gesicht und Mimik unzertrennlich, geschweige von Sprache. Wichtig ist dass verstanden wird, was gemimt ist.

Marcel Marsot, Marseille

Am Anfang war das Gesicht. Dann kam die Sprache. Die Mimik prägt also das Angesicht nicht, sondern umgekehrt.

Anna Bolika, Freudenstadt

Ja. schauen sie mal in den Spiegel. Da schaut jemand mit einer doofen Mimik dumm (=Mimik) zurück.

Kaldek, Bielefeld

Kreitzdeifi, do miasten die Bazis alle deppert ausschaun!!

wurzel, Büdingen

Hier wird die Kausalkette verdreht. Lebensumstände und -kultur prägen Lebensart und Kommunikation bis zu Gestik und Mimik. Und sie prägen auch den Dialekt.

Mirke, Berlin

tmirke(at)sitemachine.net

Natürlich, denn schließlich werden für unterschiedliche Sprachen auch unterschiedliche Gesichtsmuskeln gebraucht. Und wer mir das jetzt nicht glaubt, der soll mal bitte einen ganzen Tag lang eine Fremdsprache reden, der Gesichtsmuskelkater am Abend ist inklusive... (Ich lebe seit letztem Jahr im Ausland und spreche aus Erfahrung...)

Marion, Borås (Schweden)

Dass sich eine Sprache oder ein Dialekt auf die Mimik bzw. auf die Prägung eines Gesichtes auswirkt, setzt voraus, dass sprechen bzw. Laute zu einer Sprache formen, bestimmte Gesichtsmuskel beansprucht. Dem ist aus phonetisch-linguistischer Sicht nicht der Fall! Um zu sprechen werden entweder Konsonanten durch Luftwiderstände im Mundinneren oder am Mund (Lippen) gebildet oder aber Vokale durch die Zungenstellung im Mund in Kombination mit der Lippenöffnung.

Carina Fonseca, Misburg (Linguistin MA)

carinoca(at)web.de

Ich weiß nicht, ob das am Dialekt liegt, aber so haben doch die Berliner eine ganz andere Mimik und Art zu gestikulieren als beispielsweise die Schwaben, die Bayern oder die Menschen aus dem Norden. Ich weiß nicht, ob das an dem Dialekt liegt oder ob man das überhaupt verallgemeinern kann, soooo viele Leute, dass ich das jetzt kristallklar beurteilen könnte, kenn ich dann auch wieder nicht (jedenfalls nicht über ganz Deutschland verteilt)

Tesa, Göttingen

sakura_nami(at)web.de