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Andreas Petzold: #Das Memo: "Sie kennen mich" auf ewig: Darum hat Martin Schulz keine Chance gegen Merkel

Das TV-Duell machte es überdeutlich: Martin Schulz kann gegen den in zwölf Jahren im Kanzleramt erarbeiteten Vertrauensvorsprung nicht anarbeiten. Die Deutschen kennen und schätzen ihre Angela Merkel.

Was willst du da machen, als Herausforderer? Erst braucht deine zaudernde Partei und dessen Vorsitzenden Sigmar Gabriel unendlich lange, um dich Anfang Februar, nur sieben Monate vor der Wahl, endlich zum Nachfolger und Kanzlerkandidaten auszurufen. Und das, obwohl dich kein Mensch richtig kennt und niemand weiß, ob du zu impulsiv, zu lethargisch oder vielleicht genau richtig bist für den Job des Bundeskanzlers. Dann musst du ein Wahlprogramm aus dem Hut zaubern und während der Sommerferien die Deutschen mit Händeschütteln nerven, obwohl die Bundestagswahl gerade in etwa so interessant ist wie eine Werbeunterbrechung im Vorabendprogramm.

Martin Schulz versäumt, ein Debatte anzuzetteln

Die Bundeskanzlerin lässt dich mittels konsequenter Nichtbefassung abtropfen, weshalb jeder Angriff gegen sie so wirkt, als würde ein Hund den Mond anbellen. Und dann, endlich, triffst du im TV-Duell auf die übermächtige Angela, die da oben auf ihrem Sockel steht. Das klingt dann so: Sie habe heute wegen der Atomtests in Nordkorea mit Macron telefoniert, "und ich werde auch noch mit Tusk (Präsident des Europäischen Rates, die Red.) sprechen und mit dem russischen und chinesischen Präsidenten. Es geht hier um eine Frage von Krieg und Frieden".

Zack, da war sie wieder, ihre nahezu unangreifbare Erfahrung aus zwölf Jahren Amtszeit, vorgetragen mit dieser demonstrativen Gelassenheit, die manchmal schon an Arroganz grenzt. Ihre vorsichtig taktierende Art, mit den Verrückten dieser Welt umzugehen, macht sie in den Augen vieler Deutscher offenbar zu einer Schutzheiligen für die Bewahrung stabiler Lebensverhältnisse. Weshalb die Kanzlerin in der ersten Dreiviertelstunde des TV-Duells dankbar durch die internationale Politik kurvte, gefolgt von Martin Schulz, der die Probleme und Lösungen eigentlich überwiegend genau so beurteilte wie Angela Merkel.

Er versäumte es, in dem TV-Diskurs irgendwann mal brutal links abzubiegen und eine Debatte über Bildung, Rente und Bürgerversicherung anzuzetteln. Da wären Unterschiede deutlich geworden, da hätte Schulz das Publikum aufwecken können. Aber vielleicht wollte er keinen Krawall, stattdessen lähmte er die Aufmerksamkeit mit einem pastoralen Schlusswort - "die Zukunft gestalten, nicht die Vergangenheit verwalten!" Es ging in den 97 Minuten, vollgestopft mit diesem umständlichen Moderatoren-Proproz, also gar nicht um Bart oder Raute. Sondern darum, ob sich der Bart in den nächsten vier Jahren in den Dienst der Raute stellt. Als Vizekanzler und Außenminister in einer weiteren großen Koalition. So sah es zumindest für einen Großteil des Publikums aus.

Umfrage: Deutsche halten Merkel für kompetenter

Der Knock-out kam dann folgerichtig eine Stunde später in Form einer ARD-Umfrage, in der 64 Prozent aller Befragten Merkel kompetenter fanden als Schulz (20 Prozent). Und diese Kategorie dürfte am Ende jene sein, die die Wahl entscheidet. Natürlich, der SPD-Vorsitzende ist ein umtriebiger und versierter Politiker, der emotional und klar formulieren kann. Und er hat einen inneren Kompass, der ihn auch durch unpopulären Themen lotst. Wenn er beispielsweise dem Sat.1-Moderator Claus Strunz erklärt, dass der Islam in Deutschland ebenso integrierbar sei "wie jede andere Religion" - dann wird das Publikum nicht gerade jubeln. Und das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei will er ebenso wenig aufkündigen wie die Kanzlerin. Ein vernunftgetriebener, berechenbarer Sozialdemokrat, dazu noch ein eifriger Europa-Verfechter. Man könnte eigentlich einen Haken dahinter machen.

Doch das Schulz-Problem, das sich aller Voraussicht nach auch bis zum 24. September nicht mehr auflösen wird, ist dies: Nach zwölf Jahren im Kanzleramt hat Angela Merkel einen unaufholbaren Vertrauensvorsprung angehäuft, den ein Mann, der Jahrzehnte weitgehend unbeobachtet von der deutschen Öffentlichkeit auf der Nebenbühne in Brüssel Politik gemacht hat, nicht einfach wegreden kann. Nicht in sieben Monaten, die ihm seine Partei gestattet hat. Schulz hat alles versucht, um seine Persönlichkeit sichtbar werden zu lassen, seine überwundene Alkoholsucht, sein holperiger Lebensweg, die Wähler sollten ihn kennen lernen. Auch deshalb kokettiert er bei Wahlkampfauftritten gerne mit seinen vermeintlich unzulänglichen Äußerlichkeiten: "Da wird ein Mann mit Anzügen von der Stange, Bart, Glatze und ohne Abitur Bundeskanzler." Schaut her, was alles möglich ist, soll die Botschaft lauten - Nachteile in Vorzüge zu verwandeln, das kannst du auch!

Im Moment sieht es allerdings so aus, als ob die meisten Deutschen bis auf Weiteres keine Lust auf Experimente haben. "Sie kennen mich", Merkels Satz aus dem TV-Duell 2013, scheint unbegrenzt haltbar zu sein. 

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.