Afghanistan-Einsatz Gates bedrängt die Nato


US-Verteidigungsminister Gates hat harte Worte für das Aghanistan-Engagement der Europäer gefunden: Viele Nato-Verbündete würden sich nicht mit vollem Einsatz am Kampf gegen die Taliban beteiligen. Auch zum deutschen Einsatz nahm er Stellung.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat erneut das Engagement Verbündeter NATO-Staaten beim Afghanistan-Einsatz kritisiert. Viele NATO-Verbündete würden sich nicht mit vollem Einsatz am Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban beteiligen, sagte Gates nach Berichten der BBC am Donnerstagabend in Edinburgh. Einzelne Länder nannte er nicht. Auf die Frage eines BBC-Journalisten, ob er vom Einsatz Deutschlands enttäuscht sei, verwies Gates auf das relativ ruhige Einsatzgebiet der Bundeswehrtruppen im Norden Afghanistans. Er würde es begrüßen, wenn "alle Alliierten in eine umfassende Strategie einbezogen werden, die beides umfasst: Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung".

"Alle Alliierten" in Strategie einbeziehen

Am Freitag kommen im schottischen Edinburgh Verteidigungs- und Außenminister der acht Staaten zu Beratungen zusammen, die Truppen im Süden Afghanistans stationiert haben (USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Dänemark, Niederlande, Estland, Rumänien)

"Die Deutschen sind mit einer beachtlichen Präsenz in Afghanistan vertreten", sagte Gates. "Sie sind in einem Gebiet, in dem es nicht viel Gewalt gibt, und deshalb sind die Anforderungen an sie, sich an Kämpfen zu beteiligen, nicht so hoch wie an uns, die wir im Süden und Osten sind."

Verhaltene Reaktionen

Insgesamt müsse der strategische Ansatz des Afghanistaneinsatzes der NATO infrage gestellt werden, sagte Gates. Ein Bündnis, dass einst gegründet wurde, um sich der Gefahr einer massiven sowjetischen Invasion in Europa zu stellen, begegne nun der Herausforderung eines fortgesetzten Gegenaufstandes in den entlegensten Winkeln der Welt. Er hoffe, dass man sich innerhalb der nächsten Monate auf eine neue Strategie verständigen könne.

In einer ersten Reaktion aus London zeigte sich die britische Regierung zurückhaltend. Militärische Stärke könne nur Teil einer Lösung sein, hieß es in einer Erklärung des britischen Verteidigungsministers Des Browne. Stattdessen müsse man nun auf den militärischen Erfolgen aufbauen und "dem afghanischen Volk helfen, für seine eigene Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen".

Neue Strategie innerhalb der nächsten Monate

Insgesamt müsse der strategische Ansatz des Afghanistaneinsatzes der NATO infrage gestellt werden, sagte Gates. Ein Bündnis, dass einst gegründet wurde, um sich der Gefahr einer massiven sowjetischen Invasion in Europa zu stellen, begegne nun der Herausforderung eines fortgesetzten Gegenaufstandes in den entlegensten Winkeln der Welt. Er hoffe, dass man sich innerhalb der nächsten Monate auf eine neue Strategie verständigen könne.

DPA DPA

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