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Amerika-Gipfel: Bush kann sich nicht durchsetzen

Die Staats- und Regierungschefs von 34 Ländern Nord- und Lateinamerikas haben die Beilegung des Streits über die panamerikanische Freihandelszone auf das kommende Jahr vertagt. Damit konnte sich US-Präsident Bush nicht durchsetzen.

Kolumbien soll nach der nächsten Verhandlungsrunde im Dezember über den Abbau von Agrarsubventionen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO Konsultationen mit den beiden im Streit liegenden Ländergruppen aufnehmen, stand in einer gemeinsamen Abschlusserklärung. Das zweitägige Treffen war von teils gewalttätigen Demonstrationen gegen das Freihandelsabkommen und vor allem gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush begleitet.

Zugleich zeichnete sich ab, dass 29 Länder der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), darunter die USA und Mexiko, die Freihandelszone notfalls auch ohne die zögernden Mercosur-Länder sowie Venezuelas aufbauen wollen. Trotz der Meinungsverschiedenheiten, die seit der Vereinbarung der Freihandelszone vor elf Jahren noch nie so tief waren, sprach Argentiniens Außenminister Rafael Bielsa von einem "Erfolg des Gipfels".

Kritik an US-Agrarsubventionen

Eine zweite Gruppe von Ländern - die vier Mercosur-Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sowie Venezuela - machten hingegen klar, dass "die Bedingungen für die Vereinbarung eine Freihandelszone noch nicht" gegeben seien. Dies betraf vor allem die Forderung nach einem Abbau der US-Agrarsubventionen. Das nächste WTO-Treffen der Doha-Runde zu diesem Thema findet vom 13. bis 18. Dezember in Hongkong statt. Baldige Fortschritte galten hier aber als unwahrscheinlich.

In dem Dokument beauftragten die Vertreter der Mehrheitsgruppe ihre jeweiligen Unterhändler, im kommenden Jahr Verhandlungen über den Aufbau der Freihandelszone aufzunehmen. Damit zeichnete sich erstmals eine verkleinerte Version der panamerikanischen Freihandelszone Alca ohne den Mercosur und Venezuela ab.

DPA