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Asyl in Moskau Der Westen fordert: Russland soll Assad aufnehmen


In der Syrien-Krise wollen westliche Staaten unter Führung der USA offenbar Moskau zur Aufnahme des syrischen Machthabers Baschar al Assad bewegen.

Der Westen wünscht sich offenbar, dass der syrische Machthaber Baschar al Assad ins Exil nach Moskau geht. Nach einem entsprechenden Bericht der Zeitung "Kommersant" sagte Russlands Vize-Außenminister Sergej Riabkow aber, Russland verhandle nicht mit den USA über Assads Zukunft. Derweil wurden bei erneuten Kämpfen zwischen Aufständischen und der Armee in Syrien 19 Menschen getötet.

Ein russischer Diplomat sprach in der "Kommersant" von "aktiven Bestrebungen" des Westens, Moskau zu überzeugen, dem syrischen Staatschef politisches Asyl zu gewähren. Russland habe aber keine Pläne, Assad aufzunehmen, sagte der Diplomat. Riabkow sagte daraufhin, Russland diskutiere mit den USA nicht über die Zukunft Assads. "Wir haben unsere Position bereits mehrfach verdeutlicht: Darüber, wer in Syrien an der Macht ist, muss das syrische Volk entscheiden."

Assad warf derweil der Türkei die Unterstützung syrischer Aufständischer vor. Die Türkei leiste logistische Hilfe für syrische "Terroristen, die unser Volk getötet haben", sagte Assad in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Cumhüriyet", dessen zweiter Teil am Mittwoch veröffentlicht wurde. Mit dem Versuch, sich in Syriens Angelegenheiten einzumischen, spiele die Türkei eine aktive Rolle in den "blutigen Aktivitäten" in seinem Land.

Das Verhältnis der einstigen Verbündeten ist seit dem Abschuss eines türkischen Kampfjets durch Syrien am 22. Juni auf einem Tiefpunkt. Einer russischen Quelle zufolge war das Flugzeug entgegen türkischen Angaben in den syrischen Luftraum eingedrungen, um das Luftabwehrsystem Syriens zu testen. Am Mittwoch gelang es der türkischen Armee, die beiden auf dem Boden des Mittelmeeres entdeckten toten Kampfjet-Piloten zu bergen.

Armeeangehörige wechseln die Seite

Nach Angaben der Türkei lief unterdessen ein weiterer General der syrischen Armee zur Opposition über. Unter 66 syrischen Flüchtlingen, die am Nachmittag in der Türkei eingetroffen seien, seien ein General, zwei Offiziere sowie mehrere einfache Soldaten und ihre Familien, sagte ein türkischer Diplomat der Nachrichtenagentur AFP. Die Flüchtlinge seien im südtürkischen Reyhanli über die Grenze gekommen.

Es handelt sich um den 15. zur Opposition übergelaufenen syrischen General seit Beginn der Revolte gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011. Dutzende andere desertierte Offiziere und Soldaten befinden sich bereits in der Türkei und unterstützen von dort aus die Freie Syrische Armee, die in Syrien gegen die Regierungstruppen kämpft. Insgesamt haben in der Türkei mehr als 35.500 Syrer vor der Gewalt in ihrem Land Zuflucht gesucht.

Die syrische Opposition bekräftigte nach einem zweitägigen Treffen in Kairo ihre Forderung nach einem Übergang unter Ausschluss Assads. Zugleich erklärten die rund 200 Vertreter von 30 Oppositionsgruppen ihre Unterstützung für die oppositionelle Freie Syrische Armee. Allerdings traten auch offene Differenzen zutage, etwa über einen Militäreinsatz. Teilnehmern zufolge verließen mehrere Vertreter im Streit die Konferenz.

Der Leiter der ausgesetzten UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, warf der Staatengemeinschaft vor, neben "Diskussionen in schönen Hotels und angenehmen Runden" zu wenig für die Beendigung der Gewalt zu tun. In Syrien hielten die Kämpfe am Mittwoch an. Landesweit wurden der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mindestens 19 Menschen getötet. Besonders heftige Gefechte wurden aus der Rebellenhochburg Homs sowie um einen Stützpunkt des Geheimdiensts der Luftwaffe bei Damaskus gemeldet.

ivi/AFP AFP

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