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Chinesischer Künstler in Haft: Regimekritiker Ai Weiwei am Flughafen in Peking festgenommen

China setzt ein weiteres Zeichen gegen die Meinungsfreiheit: Der bekannte chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf dem Pekinger Flughafen von der Grenzpolizei festgenommen worden.

Der chinesische Konzeptkünstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist am Sonntag auf dem Flughafen Peking verhaftet worden. Dies berichteten Freunde des Künstlers über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ai Weiwei habe nach Hongkong fliegen wollen, als ihn die Grenzpolizisten in Gewahrsam nahmen.

Im Anschluss an die Verhaftung soll die Polizei sein Studio in Peking durchsucht und acht weitere Mitarbeiter festgenommen haben. Das Mobiltelefon des Künstlers blieb am Sonntag ausgeschaltet, Ai Weiwei selbst unerreichbar.

Studio-Pläne für Berlin

Ende März wurde bekannt, dass der chinesische Künstler plant, in der deutschen Hauptstadt ein Studio einzurichten. Seit zwei bis drei Monaten liefen die Vorbereitungen für das Studio im Berliner Stadtteil Oberschöneweide, bestätigte Ai Weiwei einen entsprechenden Bericht der "Berliner Zeitung". "Ich habe viel Arbeit in Deutschland und Europa, deswegen brauche ich einen Arbeitsplatz." Angedacht war, vier Hallen auf dem ehemaligen AEG-Gelände zu kaufen. Zum Gallery Weekend am 29. April wollte der Künstler dort eine Ausstellung eröffnen.

Wegen seiner offenen Kritik am diktatorischen Regime ist der weltberühmte Künstler in der Volksrepublik schon länger in Ungnade gefallen. Bei seiner Arbeit stoße er immer wieder auf Schwierigkeiten, beklagte Ai Weiwei. Bisher hat er seine Werke noch nie in seiner Heimat zeigen können. Eine geplante erste Werkschau im Ullens Zentrum für Gegenwartskunst (UCCA) im Künstlerviertel 798 in Peking war diesen Monat auf politischen Druck hin abgesagt worden. Auch wurde sein neu gebautes Studio in Shanghai im Januar abgerissen.

jwi/DPA / DPA