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Deutsche Irak-Geiseln: Entführer drohen mit Ermordung

Die irakischen Entführer der beiden deutschen Ingenieure haben in einem neuen Video angedroht, die beiden Männer umzubringen. In der Videonachricht stellen sie das letzte Ultimatum an die Regierung in Berlin, ihre Forderungen zu erfüllen. Bundesaußenminister Steinmeier zeigte sich erschüttert.

Der arabische Nachrichtensender Al-Arabija, der das Video am Montagabend ausstrahlte, erklärte, die Entführer hätten aber keine konkreten neuen Forderungen gestellt und auch keine Frist gesetzt. Die Geiselnehmer sprachen von einem "letzten Signal".

In dem Video sind René Bräunlich (32) und Thomas Nitzschke (28) zu sehen, die schweigend und mit ernsten Gesichtern ihre gefesselten Hände in die Kamera halten. Die beiden Männer tragen orangefarbene Hemden und knien am Boden. Hinter ihnen stehen die schwarz vermummten, bewaffneten Entführer, von denen einer eine Erklärung verliest. Der Ton des Videobandes war bei Al-Arabija nicht zu hören. Eine Sprecherin des Senders erklärte nur, die Geiselnehmer hätten gedroht, die beiden Männer zu töten und von einem "letzten Signal" gesprochen. Das Video zeigt als Aufnahmedatum den vergangenen Samstag.

Bundesregierung: vergeblich um Kontakt zu Entführern bemüht

Die Geiselnehmer hatten in einem früheren Videoband gedroht, die Geiseln zu töten, falls die Bundesregierung nicht alle Kontakte zu der irakischen Übergangsregierung abbrechen sollte. Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, sie habe sich bislang vergeblich um Kontakt zu den Entführern bemüht.

Steinmeier erschüttert über neues Geisel-Video

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich erschüttert über das neue Video der beiden im Irak entführten Deutschen gezeigt. Das vom arabischen Fernsehsender Al-Arabija ausgestrahlte Band sei "erneut ein schockierendes Zeugnis menschlicher Erniedrigung", sagte Steinmeier in Jerusalem. Der Außenminister versicherte, die Bundesregierung werde alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um die Geiselnahme zu einem guten Ende zu führen. Er habe aus Jerusalem noch am Abend mit dem Krisenstab in Berlin beraten. Experten würden noch in der Nacht damit beginnen, das Band auszuwerten. "Ich kann nur versichern, dass wir unsere Bemühungen fortsetzen werden, die beiden so schnell wie möglich in Sicherheit zu wissen. Wir tun das, was wir können."

Die Lebensgefährtin von René Bräunlich reagierte mit Betroffenheit auf das neue Video der Geiselnehmer. "Es ist immer noch der gleiche Schock", sagte Sindy Brost am Montagabend. Die 29-Jährige hatte zuvor an der Mahnwache an der Nikolaikirche teilgenommen. Das Video sei zugleich aber auch ein Lebenszeichen, sagte Brost.

Mit einer weiteren Mahnwache bekundeten am Montag in Leipzig knapp 400 Menschen wieder ihre Solidarität mit den beiden Irak-Geiseln. Freunde und Arbeitskollegen wollen so lange Mahnwachen initiieren, bis sie wieder frei sind. Bei dem Friedensgebet in der Nikolaikirche verlas Pfarrer Christian Führer Anteil nehmende Briefe aus ganz Deutschland.

Auch Führer sieht in der neuen Videobotschaft mit den Irak-Geiseln ein Zeichen der Hoffnung. "Die beiden leben noch", sagte er im Anschluss an die Mahnwache. Er werte die Aufnahme zudem als Zeichen der Gesprächsbereitschaft. "Wenn der Dialog ins Laufen gekommen ist, haben wir Hoffnung, dass es zu einem guten Ende kommt", sagte Führer.