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Cohn, Kelly, Mattis: So schwachbrüstig dementieren Trumps Mitarbeiter die Woodward-Enthüllungen

Die Enthüllungen von Bob Woodward scheuchen das Weiße Haus auf. Vier Mitarbeiter des Präsidenten haben die darin enthaltenen Passagen dementiert. Wobei: So dünn, wie die Dementis sind, bestätigen sie eher die Darstellungen des Autors.

Donald Trump und Stabschef John Kelly

Donald Trump und Stabschef John Kelly (2.v.r) mit Hogan Gidley (r:) im Oval Office

DPA

Mal eben einen Krieg vom Zaun brechen – das kann mitunter schnell gehen, wie Starjournalist Bob Woodward in seinem neuen Buch auf erschreckende Art beschreibt: Danach wollte Donald Trump im Januar via Twitter die Nachricht streuen, die Familienangehörigen der US-Truppen in Südkorea seien nach Hause beordert worden – was im verfeindeten Nordkorea so verstanden worden wäre, dass ein US-Militärschlag bevorstehen könnte. Das hätte drastische Reaktionen auslösen können. Doch ein  Senator redete dem Präsidenten den Tweet aus.

Schwächer gegen Dementis kaum

In Woodwards "Fear" wimmelt es von solchen haarsträubenden Geschichten. An einer Stelle wird John Kelly, Stabschef des Weißen Hauses, mit den Worten zitiert: "Der Präsident versteht wirklich nichts davon. Er weiß nicht, wovon er spricht." Kelly war es auch, der Trump als "Idioten" bezeichnet hat, den von etwas zu überzeugen sinnlos sei, da er "außer Kontrolle" sei. Nachdem erste Auszüge aus dem Buch bekanntgeworden waren, bemühte sich Kelly, wie andere Kollegen auch, um Schadensbegrenzungen. Doch ihre Dementis könnten unwuchtiger kaum sein und lesen sich eher wie Bestätigungen dessen, was Woodward geschrieben hat.

  • Jüngstes Beispiel: Ex-Wirtschaftsberater Gary Cohn. Er soll Trump zwei Briefe vom Schreibtisch gestohlen haben, um Handelsabkommen nicht zu gefährden.

"Dieses Buch stellt meine Erfahrung im Weißen Haus nicht richtig dar", heißt es in der von Cohn an das US-Nachrichtenportal Axios verschickten Erklärung. "Ich bin stolz auf meinen Dienst in der Trump-Regierung und unterstütze weiterhin den Präsidenten und sein wirtschaftliches Programm", so Cohn.

Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zu Bob Woodwards Recherchen klingt, entpuppt lediglich als eine Kritik an Woodwards Interpretation von Cohns Rolle im Weißen Haus. Weder sagt er, was genau der Autor falsch verstanden haben soll, noch weist er nicht explizit die zentrale Aussage zurück, nach der er dem Präsidenten zwei Briefe gemopst habe.

  • Ähnlich dementiert Rob Porter, Ex-Stabssekretär. Er wird unter anderem mit der Aussage zitiert, er sei zu einem Drittel damit beschäftigt gewesen, den Präsidenten von gefährlichen Ideen abzubringen.

Auch er äußerte lediglich Kritik an der "selektiven und oft irreführenden Darstellung des Präsidenten und seiner Regierung". Porters Erklärung (nachzulesen unter anderem hier) ist ein schönes Beispiel, wie man um den heißen Brei herumredet, ohne auch nur einmal konkret auf Inhalte einzugehen. Auch Porter lobt Trumps Errungenschaften, welche Woodward in dem Buch ignoriert habe. Überdies lade der Präsident seine Berater zu "robusten Debatten" ein – ein schönrednerisches Wort für "heftigen Streit". "Letztlich, so der Ex-Assistent, "ist es Präsident Trump, der entscheidet, und er hat gezeigt, dass er mehr als in der Lage ist, das zu tun."

Was sollen Kelly und Mattis anderes sagen?

John Kelly, Stabschef, hatte bereits direkt nach Erscheinen der ersten Buchauszüge reagiert. In seiner Erklärung sagte er nur, er habe Trump nicht als "Idioten" bezeichnet – "im Gegenteil". Was genau Kelly mit Gegenteil meinte, erläuterte er nicht. Davon abgesehen ging er nicht mit  einem Wort konkreter auf Woodwards Buch ein, sondern beschrieb lediglich seine Nähe zum Präsidenten. Ähnlich ausweichend und ablenkend äußerte sich auch Verteidigungsminister James Mattis, der Bob Woodward zufolge Trump die Auffassungsgabe eines Sechstklässlers attestiert hatte.

Donald Trump selbst zeigt sich zumindest nach außen zufrieden mit den Dementis seiner Mitarbeiter und bezeichnete das Buch auf Twitter mehrfach als Erfindung, schlecht recherchiert oder auch "langweilig". Vor Journalisten sagte er zuletzt, er schätze "wirklich" die Erklärungen Cohns und Porters. Diese hätten dazu beigetragen, zu zeigen, dass "das Buch nur Fiktion ist". Noch direkt vor Erscheinen von "Angst" hatte Trump mit Bob Woodward telefoniert und dabei bedauert, dass es nicht zu einem Treffen der beiden gekommen sei. In dem Gespräch lobte der Präsident den Pulitzer-Preisträger als "fair".

mit DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.