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US-Präsident: Vier wirre Antworten aus dem Trump-Interview zu 100 Tagen im Amt

So ein bisschen hat man sich an den komischen Blonden im Weißen Haus ja doch gewöhnt. Für denkwürdige Äußerungen bleibt Donald Trump natürlich weiter gut. So auch in einem Interview der US-Nachrichtenagentur AP zu 100 Tagen im Amt. Vier der absurdesten Momente.

Donald Trump stützt sich auf den Schreibtisch des Oval Office im Weißen Haus

Der komische Blonde aus dem Weißen Haus: Donald Trump ist seit 100 Tagen US-Präsident.

100 Tage im Amt. Nicht jeder hat Donald Trump das zugetraut. Aber der US-Präsident hat sich im Weißen Haus eingerichtet - und manchmal blitzt sogar der Gedanke auf, dass selbst dieser komische Blonde lernfähig ist. An anderen Tagen wiederum wundert man sich, dass der 70-Jährige noch keinen Krieg ausgelöst hat. Was er sagt, was er tut, was er weiß und vor allem was er offenbar nicht weiß - es erstaunt immer wieder. Auch jetzt noch.

Aus Anlass der ersten 100 Tage im Amt hat US-Präsident Donald Trump der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ein ausführliches Interview gegeben. Hier sind einige der merkwürdigsten Passagen:

Gute Chemie zwischen Donald Trump und Angela Merkel

Die Bilder gingen um die Welt. Bundeskanzler Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump treffen sich zum ersten Mal im Weißen Haus. Beim Fototermin übernimmt Polit-Profi Merkel die Initiative, fordert Trump zu Shakehands auf. Doch Trump schaut durch die Gegend und ignoriert seinen Gast. Ein klarer Affront, selten waren die deutsch-amerikanischen Beziehungen schlechter - oder Mr. President?

Trump: (...) Mit die beste Chemie hatte ich mit Merkel.
AP: Wirklich?
Trump: Kanzlerin Merkel.
Trump: Und ich glaube, jemand hat gerufen: "Schütteln Sie ihre Hand! Schütteln Sie ihre Hand", wissen Sie. Aber ich habe es nicht gehört. Aber ich hatte ihre Hand schon vier Mal geschüttelt, wissen Sie, weil wir so lange zusammen waren.
AP: Hatten Sie erwartet, dass die Chemie zwischen Ihnen stimmen würde?
Trump: Nein. Weil, eh, ich bin gegen, wissen Sie, die Bezahlungen in der Nato und ich bin gegen Immigration. Wir hatten eine unglaublich gute Chemie. Und ich habe Lob bekommen für die gute Chemie zwischen mir und all den Führern, inklusive el-Sisi (den ägyptischen Präsidenten).

Wer nichts über die Nato weiß, findet sie überflüssig

Mit seiner Äußerung im Wahlkampf, die Nato sei "obsolet", hatte Trump große Besorgnis ausgelöst. Würde er als US-Präsident wirklich das westliche Verteidigungsbündnis vernachlässigen oder gar verlassen? Zusammen mit einer eher Russland-freundlichen Ausrichtung zu dieser Zeit, stellte Trump damit zwischenzeitlich die Welt- und Friedensordnung grundsätzlich in Frage. Dabei hatten ein bekannter US-Journalist - Wolf Blitzer von CNN - einfach nur zu früh gefragt, wie es scheint.

Trump: Es gab ein Zitat von mir, dass die Nato obsolet ist. Aber niemand hat gesagt, warum sie obsolet war. Ich war bei Wolf Blitzer, ein sehr faires Interview. Ich wurde zum ersten Mal über die Nato befragt, weil ich nicht in der Regierung war. Wenn ich in Manhattan ein Gebäude baue, kommen die Leute nicht und fragen nach der Nato, richtig?! Sie fragten mich also, Wolf ... befragte mich zur Nato und ich sagte zwei Dinge. Die Nato ist obsolet - ohne viel über die Nato zu wissen, jetzt weiß ich viel über die Nato - die Nato ist obsolet, und ich sagte, "und der Grund, warum sie obsolet ist, weil sie sich nicht auf den Terrorismus fokussiert. Wissen Sie, als sie die Nato machten, gab es sowas wie Terrorismus noch nicht."

In diesem letzten Punkt irrt der US-Präsident übrigens.


Das hätte Trump nie für möglich gehalten ...

Von der ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl sprechen US-Journalisten heute noch. In beispielloser Manier kanzelte Trump den renommierten CNN-Korrespondeten in Washington ab. "You are fake news", sagte er. Der "Krieg gegen die Medien" war eröffnet. Andererseits - so legen Tweets und Zitate nahe - bezieht er seine Informationen aus dem TV; vor allem vom ultra-konservativen Sender Fox News. Aber CNN, das schaut er wirklich nicht mehr an.

Trump: (...) Die eine Sache, die ich gelernt habe zu tun, von der ich nicht dachte, ich wäre dazu fähig, ist: Ich schaue kein CNN mehr.
AP: Sie haben gerade gesagt, sie hätten es getan.
Trump: Nein. Nein ... ich ... wenn ich mal vorbeischaue ... was habe ich gesagt (unverständlich)?
AP: Sie haben gerade gesagt ...
Trump: Wo? Wo?
AP: Vor zwei Minuten.
Trump: Nein, sie haben mich so schlecht behandelt. Nein, ich habe das gerade gesagt. Nein ... ich ... was ich gesagt habe ist, dass ich aufgehört habe, sie zu schauen. Aber ich gucke CNN nicht mehr. Ich gucke MSNBC nicht. Ich gucke mir das nicht an. Jetzt habe ich gestern gehört, dass MSNBC, wissen Sie, sie sagen mir was vor sich geht.
AP: Richtig.
Trump: Tatsächlich haben sie das auch getan. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Fähigkeit hätte, nicht zuzuschauen. Die Leute denken, ich würde 'Morning Joe' [auf MSNBC] schauen. Ich schaue 'Morning Joe' nicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Fähigkeit habe - und wer mich gut behandelt hat, als ich das Spiel mitspielte. Ich hätte nie gedacht, dass ich fähig wäre, für mich unangenehme Dinge nicht anzuschauen. Oder Angenehmes. Aber wenn ich diese falschen Berichte sehe, und die schlechten Berichte und falschen Berichte, da habe ich diese Fähigkeit entwickelt, von der ich nie gedacht hätte, ich würde. Ich schaue mir nichts Unangenehmes an. Ich gucke sie einfach nicht.

Schon ne große Sache, das mit der Präsidentschaft

Wird er das Amt verändern oder verändert das Amt ihn. Ist sich Donald Trump überhaupt bewusst, welches Amt er da eingenommen hat? Lesen Sie selbst:

AP: (...) Wie sehr, glauben Sie, hat Sie das Amt verändert?
Trump: Nun, eines würde ich sagen - und ich sage das den Menschen - mir war nicht klar, wie groß das sein würde. Alles ist so (unverständlich), wissen Sie, die Anordnungen sind so gewaltig. Ich sprach mit ... 
AP: Sie meinen die Verantwortung, oder meinen Sie ...
Trump: Erstens: Es ist eine große Verantwortung. Als wir zum Beispiel die 59 Raketen losschickten, die Tomahawks in Syrien, sagte ich zu mir: 'Du weißt, das sind nicht nur 79 (sic!) Raketen. Da geht es um den Tod", denn Menschen hätten getötet werden können. Es gibt ein Risiko, weil wenn diese Rakete abdriftet und schlägt in einer Stadt, in einer zivilen Gegend ein - wissen Sie, die Schiffe waren Hunderte von Meilen weit weg - und wenn diese Rakete abdriftet und mitten in einer Stadt landet oder in einem Dorf ... jede Entscheidung ist einfach schwerer als jede normale Entscheidung. (...) Da geht es um Leben und Tod und so viele Dinge ... Es ist eine weit größere Verantwortung. (...) 
Die finanziellen Kosten von allem, jedem Posten, sind so enorm. Das ist tausend Mal größer, die Vereinigten Staaten, als das größte Unternehmen der Welt. Das zweitgrößte Unternehmen der Welt ist das Verteidigungsministerium. Das drittgrößte Unternehmen der Welt ist die Rentenversicherung. Das viertgrößte - sie können die Liste durchgehen, wissen Sie.
AP: Klar.
Trump: Es ist enorm. Und jeder Posten ist größer als jedes andere Unternehmen. Sie sehen, ich sehe wirklich die ganze Größe, aber auch die Verantwortung. Und die menschliche Verantwortung; wissen Sie, die Menschenleben, die von einigen dieser Entscheidungen betroffen sind.

Mr. President, der letzte Punkt beruhigt uns ein wenig.

Lesen Sie das gesamte Transkript des AP-Interviews.

dho / AP