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Fox-News-Interview Trump nach Gipfel: "Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden"

Donald Trump im Kabinett
Donald Trump nach seiner Rückkehr im US-Kabinett
© Andrew Harnik/AP / DPA
Was genau läuft da zwischen Donald Trump und Russland? Seit dem Gipfel mit Wladimir Putin muss sich der US-Präsident Loyalitätsfragen gefallen lassen - doch richtig festlegen möchte er sich nicht.

Der Gipfel mit Wladimir Putin wird Donald Trump wohl noch länger nachhängen. Kritik an dem Treffen, auf dem der US-Präsident nach dem Geschmack vieler Amerikaner zu schmusig mit dem Kremlchef umgegangen war, kam unter anderen vom früheren CIA-Chef, John Brennan. Dieser hatte den Auftritt in Helsinki als "verräterisch" bezeichnet. Nun kontert Trump auf seinem Haussender Fox News: "Ich glaube, er ist ein sehr schlechter Mensch", sagte er  in einem Interview mit dem Moderator Carlson Tucker.

Donald Trump: "Bin für niemanden"

In dem Gespräch sah sich Trump gezwungen, sein Verhältnis mit Russland klarzustellen: "Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden", sagte er weiter. "Ich möchte nur, dass das Land (die USA, d.Red.) sicher ist." Die USA und Russland kontrollierten 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte. Auf die Frage, ob er Russland als größten Widersacher der USA sehe, sagte der Präsident: "Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten." Zudem erinnerte er an die Rolle Russlands während des Zweiten Weltkrieges: "Russland hat 50 Millionen Menschen verloren und uns geholfen, den Krieg zu gewinnen."

Donald Trump im Kabinett
Donald Trump nach seiner Rückkehr im US-Kabinett
© Andrew Harnik/AP / DPA

Angesichts der massiven Vorwürfe und eines verheerenden Presseechos an der Pressekonferenz mit Putin, sah sich Trump zu einer Klarstellung gezwungen. "Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden hat", so Trump. In Helsinki hatte Trump Putins Dementi einer Einmischung noch als "extrem stark und kraftvoll" bezeichnet. Dies legte den Schluss nahe, dass er auf Linie mit Putin liegt, der eine Einmischung vehement bestreitet. Damit fiele Trump seinen eigenen Geheimdiensten öffentlich in den Rücken. Mit Blick auf die Cyberattacken schränkte er aber ein: "Es könnten auch andere Leute gewesen sein". Damit wollte er offenbar andeuten, dass neben Russland noch weitere Akteure hinter den Hackerangriffen im Wahlkampf stecken könnten. Wer dies gewesen sein könnte, sagte er allerdings nicht.

"Kein Druck bei Abrüstung in Nordkorea"

In dem Interview waren auch die Gespräche mit Nordkorea Thema und die Denuklearisierung der Diktatur. "Wir haben kein Zeitlimit, wir haben kein Tempolimit", sagte Trump dazu. "Die Gespräche dauern an, und sie laufen sehr, sehr gut." Der Chef des Weißen Hauses sagte, er habe das Thema mit Russlands Staatschef Wladimir Putin besprochen. "Er wird dahingehend involviert sein, dass er mit uns ist", sagte Trump weiter. 

Zuvor hatte der Präsident gesagt, der Denuklearisierungsprozess werde schnell beginnen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte bei dem historischen Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur die "vollständige Denuklearisierung" seines Landes zugesagt. Ein Zeitplan wurde aber nicht genannt; Kritiker bezeichneten die Vereinbarungen als zu vage.

Vor dem Treffen hatte die US-Regierung erklärt, die Denuklearisierung solle "unverzüglich" beginnen, nach dem Gipfel hieß es, der Prozess werde "sehr schnell" beginnen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte einen Tag nach dem Treffen, der Großteil des Prozesses solle bis zum Ende von Trumps Amtszeit 2020 abgeschlossen sein.

nik/DPA

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